#TdW18 – Tag des Wohnens, Tag der Satire-Vorlagen. Postillon? // #GdW #Deswos @HeimatNeue #Gemeinwohl #Mietenwahnsinn_stoppen #Gentrifzierung #Ausbeutung #Mieterproteste #bezahlbarwohnen #Solidarität #Milieuschutz #unteilbar #DerPostillon

2018-09-14 Social Media HotspotSMH 89-97 / Serie „Mieter!“

Heute ist der Tag des Wohnens. Sind alle zufrieden? Die private Wohnungswirtschaft offenbar schon. Es wird so viel gebaut wie lange nicht mehr.

Selbstverständlich, es könnte immer noch besser sein. Es wird ja doch nicht jedem Bauvorhaben umgehend und mit großem Applaus stattgegeben. Manchmal wird sogar geprüft, ob es Sinn für die Menschen in den Städten ergibt, wenn die private Wohnungwirtschaft wieder mal Immobilienblasen-Hypergentrifizierungsprojekte propagiert.

Aber hat sie nicht niedliche Ideen, die Wohnungswirtschaft? Mieter! Mieterinnen! Achtet auf hippe Covers für eure verzweifelten Hilferufe nach bezahlbarem Wohnraum. Damit die private Wohnungswirtschaft euch liebt.

Durch Verniedlichung und  Umarmungsstrategie kann man auch versuchen, dem Protest auch den Stachel zu nehmen. Schon subtiler als andere Methoden der Wohnungswirtschaft, durchschaubar dennoch.

Und natürlich sind wieder die steigenden Baukosten an den explodierenden Mieten schuld. Vor allem bei Bestandshäusern. Dr. J.-M. Luczak, unser CDU-Mietrechtsexperte aus Tempelhof-Schöneberg grüßt die private Wohnungswirtschaft.

 

Ist das wieder hip hier. Gimme Five! Na, wen hab ihr gerade weggentrifiziert, ihr zwei Schnuckel mit Kamera statt Hirn über den Augen? Natürlich alles voll digitalisiert, damit die Konzerne wirklich jede Bewegung und jede Lebensäußerung der Menschen aufzeichnen können. Totalüberwachung vollendet. virtuelles Leben vollendet, soziale Welt endlich komplett außen vor. Gimme Five!

Mehr Verantwortung für die privaten Investoren = mehr Rendite pro m².

Manchmal wird es auch richtig unverschämt. Zum Beispiel, wenn den Gentrifizierungsbaggern mit Hashtags wie #bezahlbarwohnen Schneisen durch die Städte geebnet werden sollen.

Wenn man schon die neoliberale Stimmung nicht mehr so richtig organisieren kann, tut man einfach so, als sei man auf der anderen Seite. Wie süß.

Oder so. Aber man muss die Sätze immer selbst vollenden, wie sie gedacht sind: Miteinander der Gentrifizierungsgewinner. Aber Vorsicht, erste Tendenzen der Hypergentrifizierung sind schon erkennbar, wir werden noch darüber schreiben.

Die mittelständischen Gewinner von heute könnten im immer schneller drehenden Finanz- und Immobilienblasen-Kapitalismus die Verlierer von morgen sein.

Das ist einer der reizendsten Tweets, die ich gefunden habe.

Is klar. Jede Branche hat ja ihr eigenes, branchenabhängiges gutes Gewissen. Ein gutes Gewissen im Sinn der Wohnungswirtschaft ist, wenn man mal wieder den Mietspiegel seit dem letzten Check bisschen geliftet hat. Am besten gleich vor Gericht, indem man ihn gerne noch mieter_innenunfreundlicher hätte, als er sowieso ist.

Wo kein Platz mehr für gutes und individuelles Wohnen, bietet sich die Kartonbauweise an. Deswegen ist auch der folgende Tweet überaus sinnvoll:

Die private Wohnungwirtschaft trägt dazu bei, dass in Deutschland immer mehr Menschen kein Dach über dem Kopf haben oder vielleicht bald nur noch in „Microwohnugen“ hausen dürfen und feiert sich dafür, dass sie Afrika oder Lateinamerika ein paar wenigen Menschen zu einem Dach über dem Kopf verhilft, die außerdem ohne die Ausbeutungsstrukturen von Nord nach Süd von selbst für ein Dach über dem eigenen Kopf sorgen könnten. Und die Bildung ist ja dafür da, damit die Menschen, wenn sie dann in Richtung Kapital auswandern, schon voll ausgebildet sind.

Schöne neue ethische Welt.

Bitte nichts von dem Gesülze und den stylischen Selbstbeweihräucherungen der Wohnungswirtschaft für bare Münze nehmen. Pures Marketing.

Was wirklich angestrebt und wofür profunde, starke Lobbyarbeit gemacht wird, kann man auf dieser Seite nachlesen. Insbesondere die Texte zu den Mietrechtsplänen der Bundesregierung – die, wie wir wissen, viel zu wenig Schutz für die Mieter_innen bieten – und zur Wohnungs-Gemeinnützigkeit sind sehr aufschlussreich. Panik vor jeder echten sozialen Verbesserung am Wohnungsmarkt.

Das ist der State of Mind der GdW: Alle Krisengewinnler sollen miteinander fürs voll digitaldumpfe Macro- oder Microwohnen die Reste der Sozialen Stadt wegbaggern.

Wir müssen wohl künftig bei unserer Arbeit an der Serie „Mieter!“ etwas mehr Augenmerk auf die Darstellungen der privaten Wohnungswirtschaft legen und herausstellen, mit welch einer Lobbymaschine die Politik es zu tun hat. Jetzt hat sich die Lobby sogar das ökologisch wertvolle Grün als Leitfarbe ausgesucht. Das klassische Kapitalisten-Dunkelblau tritt in den Hintergrund? Optisch? Aber nein. Bitte die Kleidung der Teilnehmer_innen beachten.

TH

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