Die größten Vermieter Deutschlands (SPIEGEL) // @HeimatNeue @Mieterproteste @BGemeinwohl @BerlinistBeste #KiezinAktion #BGH #Mieterschutz #Mietenwahnsinn_stoppen #Milieuschutz #Vonovia #DeutscheWohnen #DW #LEG #Degewo #Gesobag #Rekommunalisierung #Verdrängung #Gentrifizierung #DWenteignen

2018-06-24 MedienspiegelMedienspiegel 142 / Serie „Mieter!“

Vorgestern hat der SPIEGEL einen Artikel gebracht, in dem die größten deutschen Vermietungsgesellschaften aufgeführt sind – sowohl die privaten wie die öffentlichen. 

In knappen Worten wird zudem beschrieben, wie die Aufgabe der Wohnungsgemeinnützigkeit im Jahr 1988 dazu geführt hat, wie diese Großkonzerne entstehen konnten, die heute für so viel Ärger und Angst bei den Mieter_innen sorgen.

Die größten Vermieter sind demnach, mit Angabe der Wohnungszahl und ob staatlich oder privat in Klammern:

  • Vonovia (privat, 346.000),
  • Deutsche Wohnen (privat, 160.000),
  • Saga (staatlich, 132.000),
  • LEG Immobilien (privat, 130.000),
  • Vivawest (privat, nur in NRW, 121.000),
  • Grand City (privat, 87.000),
  • TAG Immobilien (privat, 83.000),
  • Degewo (staatlich, Berlin, 66.000),
  • Gewobag (staatlich, Berlin, 60.000),
  • Nassauische Heimstätte (staatlich, Hessen, 59.000).

Wie konnte es dazu kommen und in welchem Wirtschaftssystem leben wir, wenn eine Firma, in deren Namen sich Wohnen mit „V“ und ohne „h“ schreibt, zum mit Abstand größten Vermieter in Deutschland aufsteigen kann und gemäß Börsenwert zu den 30 größten deutschen Unternehmen gehört, die im Index DAX gelistet sind?

Wie konnte es geschehen, dass eine einzige private Gesellschaft in Berlin mehr als 6,2 Prozent der Wohnungen besitzt, in einzelnen Gebieten so stark repräsentiert ist, dass sie mit ihrem Ausquetschen der Mieter die Mietspiegel anheben kann und dadurch weiteres Mieterhöhungspotenzial generiert – und versucht, die Spirale immer weiter zu treiben? Und dass sie es trotzdem fertig bringt, zusätzlich die Methodik anzugreifen, nach welcher die Mietspiegel erstellt werden, weil ihr die Mieten in ihren Häusern immer noch zu niedrig sind und ihnen die Verdrängungsmaschine noch nicht hochtourig genug läuft?

Damit nicht genug. Die Vonovia, die Nummer eins am deutschen Wohnungsmarkt, das DAX-Unternehmen, steht zusätzlich gerade in der Diskussion, weil sie die Mieter_innen zu allem Überfluss mit überhöhten Nebenkostenabrechnungen abzockt.

Die Politik ist für diese Entwicklung nicht aus der Verantwortung zu nehmen und wer immer FDP oder CDU/CSU oder SPD wählt, muss wissen: Der Mietenwucher ist so gewollt. Vielleicht bei der SPD mittlerweile mit Abschwächungen, aber solange sie in der Großen Koalition verweilt, kann sie nicht glaubwürdig darstellen, dass sie verstanden hat: So kann es nicht weitergehen.

In Berlin stiegen die Neuvermietungspreise zwischen 2010 und 2018 um mehr als 100 Prozent, dank  einiger Unternehmen aus der obigen Liste und kleinerer Immobilienhaie, die komfortabel hinter den großen her schwimmen.

Deswegen haben wir Sympathie für die Idee, diese Riesenkonzerne, die größer geworden sind als einzelne staatliche Anbieter je waren und welche das soziale Gesicht der Städte negativ verändern wie sonst kein wirtschaftlicher oder politischer Akteur, enteignen zu wollen. Der Aufwand für die Revision früherer Politikfehler ist gigantisch und der Kampf um die Städte in vollem Gang.

Heute unsere Solidarität mit allen Mieter_innen, die von Großkonzernen gequält, gedemütigt, abgezockt und in Angst und Sorge um ihre Bleibe versetzt werden.

TH

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