Adventssingen gegen Verdrängung – Kollwitzstraße 2 // @nelken_berlin @Mieterproteste @BGemeinwohl @HeimatNeue #Mietenwahnsinn #Mietenwahnsinn_stoppen #Berlin #Gentrifizierung #Vermieter #Umwandlung #Verdrängung #Milieuschutz #Immobilienhaie #Miethaie #Teilverkauf #Anteilskauf #ShareDeal #Milieuschutzgebiet

2018-09-14 Social Media Hotspot

SMH 124 / Serie „Mieter!“

Sonntag, 2. Dezember 2018. Erster Advent. Wie verbringt ihr diesen Tag, liebe Leser_innen? 

Bei uns ist es so: Am Freitagabend waren wir auf einer beeindruckenden Solidaritätsveranstaltung für zwei Jugendzentren in unserem Bezirk, die gerade verdrängt werden. Wir werden darüber noch berichten. Seitdem geht es ruhig und sehr nachdenklich zu, in dieser Kiezwohnung in Schöneberg, in der viele Texte für den Wahlberliner entstehen.

So richtig Adventsstimmung ist heute nicht aufgekommen. So richtig Power auch nicht, um die längeren und engagierten Beiträge zu schreiben. Vor allem nicht nach dem Lesen dieser Studie über die europäischen Immobilienmärkte, in der natürlich auch Berlin vorkommt.

PwC (PricewaterhouseCoopers) und die Immobilieninvestoren haben beste Erwartungen an unsere Stadt für 2019. Obwohl’s hier schon teuer ist, wie wohl jeder bemerkt hat. Aber da geht noch was. Nirgends in Europa werden so hohe Mietpreissteigerungen für 2019 als möglich erachtet wie in Berlin. Die Proteste der Stadtgesellschaft kommen in den Ausführungen zu dieser Stadt nicht vor.

Haben wir schon erwähnt, dass der heutige Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz für PwC tätig war? Wir werden uns zur Studie noch äußern, aber heute ist erstmal Advent.

Zeit für einen Tweet, der von einem Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses gepostet wurde:

Da ist tatsächlich ein kleines Musikvideo drin, gedreht auf einem kleinen Hinterhof. Die Story dazu findet man auf dieser Webseite. Wieder eine geplante Verdrängung. Wieder eine Mieterinitiative. Wieder muss die Politik eingreifen, um das Schlimmste zu verhindern. Wieder Hoffen und Bangen.

Wir erlauben uns, einen paar Zeilen von der Webseite hier einzustellen, weil sie uns ausnehmend gut gefallen und sehr berührt haben:

„Ja, auch dieses Haus wurde verkauft –
Ja, es ist noch halbvoll-
Ja, WIR wollen hier wohnen bleiben-
Ja, WIR haben 10 Kinder-
Ja, der Hinterhof ist so klein-
Ja, WIR sind der Meinung, dass in diesem Haus Mietrecht und Milieuschutz zur Geltung gebracht werden können-
Ja, die Schönhauser Allee ist laut-
Nein, WIR haben keine Tiefgarage-
Ja, WIR brauchen EUCH als Unterstützer!“

Die Kollwitzstr. 2 / Saarbrücker Str. 17 scheint ein richtig altes Haus zu sein, vermutlich vor der Wende zum 20. Jahrhundert erbaut und wohl nicht mehr mit Originalfassade versehen, wie so viele überlebende Wohngebäude aus der Gründerzeit. Auf der Webseite wird aufgefordert, Fotos und Storys zu diesem Haus weiterzureichen, falls vorhanden.

Unsere Beziehung zu dieser Ecke, die bekanntlich zum Eingangsbereich des Prenzlauer Bergs gehört, eignet sich nicht zur Weiterleitung; zu schmales Band. Als wir 1994 erstmals Berlin besuchten, fanden wir mehr durch Zufall auch die Straße, die den Namen unserer Heimatstadt trägt und wir fuhren durch und damals sahen fast alle Häuser noch so aus wie das an der Ecke zur Kollwitzstraße, die wir natürlich auch kennen – wer kennt nicht den Prenzlberg und war dort schon oder hat sogar Freunde in dem Viertel?

1994 war von der Gentrifizierungswelle noch nicht viel zu sehen. Wie es heute in der Gegend ausschaut, wissen wir alle. Ein wenig dazu haben wir schon in unserem Beitrag zur Paul-Robeson-Straße 17 geschrieben. Jetzt hat es sich wieder bestätigt: Es gibt weitere Verdrängung und weitere Gründe zum Kämpfen für die Überreste der Sozialen Stadt.

Deshalb am ersten Advent unsere Solidarität mit allen Mieter_innen der Kollwitzstraße 2!

TH

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