Die Spieler – Tatort 585 #Crimetime Vorschau #Tatort #Bodensee #Konstanz #Blum #Perlmann #SWR #Spieler

Crimetime Vorschau - Titelfoto © SWR, Hollenbach

Zurück in die spannende Stille

Zugegeben, derzeit arbeiten wir am Rande der Kapazität. „Die Spieler“ ist der vierte Tatort, der innerhalb von drei Tagen ausgestrahlt wird und den wir noch nicht gesehen haben und über die Polizeiruf-Welle haben wir gestern schon geschrieben. In ein paar Tagen wird der Media Receiver wohl doch wieder voll sein, zumal es leider wieder häufiger passiert, dass wir Spätsitzungen nicht mehr durchstehen und vor dem Fernseher einschlafen, also Tatorte und Polizeirufe nicht mehr in der vorgesehenen bzw. derzeit notwendigen Geschwindigkeit rezensieren können.

Heute gibt es eine weitere bemerkenswerte Tatsache zu verkünden. An einem einzigen Abend werden sechs Tatorte wiederholungsweise ausgestrahlt – von denen haben wir glücklicherweise vier schon rezensiert und können auf bestehende Artikel hinweisen. „Die Spieler“ wird aber erst morgen gezeigt.

Warum wir uns trotzdem dieses Auftriebs auf „Die Spieler“ freuen? Weil wir die Bodensee-Schiene immer gemocht haben und bereits vermissen. Der Schwarzwald-Tatort, der sie nun ersetzt hat, ist zwar auch so konzipiert, dass auf dem stillen Land interessante Charaktere skizziert werden können und der Stadttrubel und die Effekthascherei dabei nicht stören. Dabei entstanden oftmals eindrucksvolle Dramen mit dichter Atmosphäre, beispielhaft sei „Herz aus Eis“ genannt.

Die leise Souveränität von Klara Blum war einmalig unter den Tatort-Ermittler*innen, sie war eine*r der letzten Kommissar*innen, die über den Dingen standen und die Situation beherrschten, anstatt sich von ihr beherrschen zu lassen. Was war das wohltuend. Manchmal hat die Einfühlerin vom Bodensee ein bisschen sehr weise gewirkt, aber nie herablassend oder klugscheißerisch. Selbst, wenn sie sich in einen Mann verguckte, hat sie nie die Distanz zu sich und zu dem Objekt der Begierde verloren. Und mit Kai Perlmann einen Partner, der sie gut ergänzte – weil er die Position in ihrem Schatten mit einer etwas leidend wirkenden Miene, insgesamt aber mit Würde akzeptierte.

Auch unter den Poliizeiruf-Ermittlerinnen, die wir mittlerweile kennengelernt haben, findet sich niemand, der so harmonisch mit sich und der Welt, in welcher er arbeitet, umgehen kann. Es liegt auch nicht mehr in der Zeit, so zu sein, und dass in der stillen Souveränität auch Schmerz eingeschlossen war, wissen wir von Klara Blum, weil wir „Schlaraffenland“, ihren Startfilm, gesehen haben, in dem sie ihren Mann verliert. Er war ebenfalls bei der Kripo und wurde im Einsatz getötet.

Zum Ende ihrer Dienstzeit hin hatte auch Blum das Problem, das beim SWR ziemlich augenfällig ist: Fälle nach guten Drehbüchern lösen zu können. Einzig Stuttgart kann sich dieser Mangelerscheinung bisher entziehen. Von diesem Problem sind auch andere Sender betroffen, aber nicht ganz so augenfällig und nicht in der Art, dass alles, was noch für Spitzenfilme taugt, einer Schiene zugeschoben wird. Auch „Die Spieler“ gilt den Fans, die auf der Plattform „Tatort-Fundus“ ihre Bewertungen abgeben, nicht gerade als Highlight im Schaffen der Klara Blum, obwohl er zu den „frühen“ Filmen bis Mitte der 2000er zählt – obwohl er von Michael Verhoeven inszeniert wurde und obwohl es sich dieses Mal um einen Todesfall handelt, der auf eine, sagen wir mal, seetypische Weise zustande kommt. Vielleicht wurde er deshalb auch so lange nicht wiederholt, dass er für uns nach neun Jahren Arbeit mit der Reihe Tatort eine Premiere darstellt.

Wir werden den Tatort 585 aufzeichnen und in den nächsten Tagen eine Rezension zu „Die Spieler“ verfassen.

TH

Handlung

Anwalt Louis Sobeke meldet sich bei Klara Blum in der Mordkommission: Seine Frau ist spurlos verschwunden. Er beschuldigt den Fabrikanten Volker Weyrauch, sie umgebracht zu haben, weil sie ihr Verhältnis beenden wollte. Weyrauch wiederum kann nicht fassen, was Sobeke, der eigentlich sein Freund ist, über ihn erzählt und streitet alles ab. 

Eine tote Frau wird am Seeufer gefunden, ertrunken und fast unkenntlich. Louis Sobekes Verdacht wäre damit bestätigt, doch der ist bei der Identifizierung völlig überzeugt: Die Tote ist nicht seine Frau. Dabei scheinen alle Spuren darauf hinzudeuten, dass es sich doch um Elisabeth Sobeke handelt, verstümmelt durch die Schiffsschraube von Volker Weyrauchs Yacht. Klara Blum ist überzeugt, dass jemand ein Spiel mit ihr spielt, um sie in die Irre zu führen und bleibt dem überaus geschmeidigen Louis Sobeke auf den Fersen.

Als die Künstlerin Charlotte Mayer aussagt, Sobeke beobachtet zu haben, wie er seine Frau in den See stieß, nimmt Klara den Anwalt in Gewahrsam. Doch beim Ortstermin widerruft Mayer ihre Aussage und beschuldigt nun Volker Weyrauch, ihren Mäzen. Wer versucht hier, Klara und Perlmann zu manipulieren? Klaras einziger glaubhafter Zeuge scheint ausgerechnet der Obdachlose Otto Androsch zu sein, der erst verköstigt werden will, bevor er aussagt. Ob seine Aussage ihr helfen kann, den Lügner zu enttarnen?

Besetzung und Stab

Hauptkommissarin Klara Blum – Eva Mattes
Kai Perlmann – Sebastian Bezzel
Charlotte Mayer – Ingeborg Westphal
Otto Androsch – Otto Sander
Bernhard Kolotschetschik – Wolfgang Häntsch
Annika Beck – Justine Hauer
Volker Weyrauch – Andreas Seyferth
Louis Sobeke – Jan Niklas
u.a.

Drehbuch – Fred Breinersdorfer
Regie – Michael Verhoeven
Kamera – Immo Rentz
Szenenbild – Annette Ganders

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