Rückspiel – Tatort 514 #Crimetime Vorschau #Tatort #Köln #Koeln #Leipzig #Ballauf #Schenk #Ehrlicher #Kain #MDR #WDR #Rückspiel

Crimetime Vorschau - Titelfoto © WDR, Michael Böhme

Nach dem Quartett in Leipzig

An „Quartett in Leipzig“ erinnere ich mich gut – ach, der alte Ost-West-Gegensatz. Aber „Rückspiel“ wird interessanterweise seltener wiederholt und ist der dritte Schlag unter den heutigen Ausstrahlungen – gemeint ist der 17. Juni 2020. Die Rezension zum Altberliner Tatort „Rattennest“ war noch nicht veröffentlicht, musste erst vorbereitet und etwas geändert werden, zu meinem Erstaunen gab es auch keine Kritik zum Saar-Krimi „Heimatfront“ und nun geht’s zum nächsten Vorschau-Artikel, dem Platzhalter für die Rezension zu einem Film, den ich mit ziemlicher Sicherheit noch nie gesehen habe und heute Abend, wie „Heimatfront„, ebenfalls aufzeichnen werde.

Von den vielen Köln-Tatorten sind ohnehin noch einige offen, die Hoffnung liegt dabei auf der ARD-Mediathek: Der WDR bestückt die Mediathek sehr bereitwillig, ebenso wie der NDR, aber ich habe noch nicht nachgeschaut, ob tatsächlich alle Köln-Tatorte dort eingestellt sind.

Über Ballauf und Schenk zu schreiben, heißt beinahe, Eulen nach Athen zu tragen. Kein anderes Ermittlerteam habe ich so hervorgehoben, ihre Wichtigkeit für die gesamte Tatort-Reihe betreffend. Freilich ist das subjektiv, aber es hat sich nichts daran geändert, dass der Abschied von ihnen emotional der größte Verlust von allen wäre.

Je schräger die Teams aufgestellt wurden, die neu hinzukamen, desto wichtiger wurde die relative Normalität der beiden. Relativ deshalb, weil sie in ihren Anfangsjahren zu den progressivsten Ermittlern zählten. Das Filming der Köln-Schiene war für die späten 1990er modern und Freddys Probleme mit der Vergangenheit und Maxens Rückkehr aus den USA die bis dahin explosivste Mischung, die gleichwohl dem beim WDR von Beginn an etablierten Muster folgte, relativ viel Privates von den Cops zu zeigen.

Da ich ohnehin den „Fundus“ geöffnet hatte, habe ich nachgesehen, wie „Rückspiel“ bewertet wird: Er liegt derzeit auf Platz 50 von 77 Köln-Tatorten und auf Rang 459 von 1148 in der Gesamtwertung. Was also bei den Kölnern noch gerade am unteren Ende des zweiten Drittels angesiedelt ist, gilt bei über 1.100 Tatorten aus 50 Jahren als leicht überdurchschnittlich. Das entspricht der Beliebtheit der Fälle von Freddy Schenk und Max Ballauf – allerdings gibt es einen Unterschied zum Bayern-Duo Batic-Leitmayr, das als einziges mit den beiden Rheinländern vergleichbar ist: In München haben sie zuletzt noch einmal eine Offensive mit Filmen gestartet, die sehr gut ankamen, während der letzte Köln-Auftrieb mit den beiden Tatorten „Franziska“ und „Ohnmacht“ schon ca. 7 Jahre zurückliegt.

Handlung

Zwei auf den ersten Blick zunächst nicht zusammenhängende Fälle führen die Leipziger und Kölner Kripo erneut zusammen. In Leipzig wird eine Mitarbeiterin des Kunstmuseums erschossen – ein Eifersuchtsdrama? Hauptkommissar Kain beginnt in Leipzig die Beschattung ihres Liebhabers und findet sich unvermittelt in Köln wieder. Am selben Abend werden die Hauptkommissare Max Ballauf und Freddy Schenk zu einer Autobahn-Raststätte in Köln gerufen. Hier hat eine Schießerei an einem Sicherheitstransporter stattgefunden. Gerade noch können Ballauf und Schenk einen der mutmaßlichen Täter stellen. Während der Festnahme entpuppt er sich jedoch als ihr Kollege Kain aus Leipzig. Schnell ergibt sich, dass nicht nur der Fahrer erschossen, sondern auch zwei wertvolle Kunstwerke aus dem Transporter gestohlen wurde.

Was in Leipzig als Eifersuchtsdrama begann, scheint in Köln als Kunstraub zu enden. Oder ist es gar ein Versicherungsbetrug? Völlig im Unklaren bleibt jedoch, warum der Fahrer sterben musste. Und wo ist sein Beifahrer? Die gemeinsamen Ermittlungen führen die Kölner und Leipziger Hauptkommissare in eine russische Gaststätte und in das Kölner Diözesanmuseum. Hauptkommissar Bruno Ehrlicher wagt sich in einen gefährlichen Undercover-Einsatz – ohne seine Kollegen darüber zu informieren. Dem Quartett wird klar, dass sie nur als Team den verworrenen Fall lösen können. Aber nichts ist so wie es anfangs schien. Welche Zusammenhänge gibt es zwischen den Morden in Leipzig und Köln und dem Kunstraub?

Besetzung und Stab

Hauptkommissar Max Ballauf – Klaus J. Behrendt
Hauptkommissar Freddy Schenk – Dietmar Bär
Kommissar Kain – Bernd Michael Lade
Bruno Ehrlicher – Peter Sodann
Annette Baumann – Katrin Saß
Franziska – Tessa Mittelstaedt
Dusja Samarantowa – Mirijam Agishewa
Olga Samarantowa – Sabine Grabis
Julius Brauer – Stefan Gebelhoff
Ron Finck – Lars Gärtner
u.a.

Regie – Kaspar Heidelbach
Kamera – Kay Gauditz
Buch – Wolfgang Panzer
Szenenbild – Claus Kottmann

 

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