Tatort 1141 – Krank #Crimetime Vorschau 25.10.2020 DAS ERSTE 20:15 Uhr #Tatort #Wien #Eisner #Fellner #ORF #krank

Crimetime Vorschau - Titelfoto © ARD Degeto / ORF  /Lotus Film, Anjeza Cikopano

Titel und Ermittler*innen: krank in dieser Zeit

„Krank“ als Titel eines Tatorts, während nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, wo dieser Tatort herkommt, die zweite Corona-Welle höher steigt als die erste im Frühjahr, das klingt makaber und passt allzu gut. Nicht nur zu diesem Tatbestand, sondern auch zur Weltlage. Irgendwann müssten sie ja kommen, die Filme der Reihe, die das Thema unserer Tage aufgreifen. Allerdings wurde „Krank“ im August und September 2019 gedreht, damals kannte niemand das Virus, das uns alle befällt und / oder beherrscht. Mittlerweile werden also Premieren so gestreckt, dass die Erstausstrahlung mehr als ein Jahr später erfolgt als der Dreh. Trotzdem ist es nach „Pumpen“ (Nr. 1136) der zweite Wien-Tatort innerhalb weniger Monate; Moritz und Bibi haben auch das zweite Tatort-Halbjahr 2020 eingeläutet.

„In „Krank“ bekommen es Chefinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Majorin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) mit einer kolumbianischen Guerilla außer Rand und Band zu tun, die den unnötigen Tod ihrer kleinen Tochter rächen will. Heimlich in einem Seefrachtcontainer lebend, plant sie hier ihre nächsten Anschläge. Der vom ORF produzierte 24. gemeinsame Tatort von Eisner und Fellner aus Wien wird am Sonntag, den 25. Oktober 2020 um 20.15 Uhr in Das Erste erstgesendet. Der Titel „Krank“ bezieht sich sowohl auf die fünfjährige Rosa, die auf tragische Weise verstirbt, als auch auf den Inspektor Moritz Eisner, den in diesem Einsatz schwere Rückenschmerzen plagen. Ein guter Grund, um noch stärker als sonst zu granteln. Solange, bis Bibi nur noch das Augenrollen bleibt.“ (Redaktion Tatort Fans)

Und die Meinung der Redaktion? Verhalten bis wenig begeistert. Einmal 3/5 und der Film sei solide bzw. wenig packend. Ich muss zugeben, mir sind die Wiener, wenn sie nur solide sind oder auch mal wenig packend, lieber als einige andere, wenn sie versuchen, einen Hype zu produzieren. Die Zeit nach Bibi Fellners Beitritt zum Team, als die ORF-Tatorte zu den besten der Reihe zählten, mögen vorbei sein, es lässt sich auch nicht jedes Thema so makaber aufputzen wie die Gangs of Vienna in „Kein Entkommen“ aus dem Jahr 2012, der nach Meinung der Tatort-Fundus-Nutzer immer noch das Beste darstellt, was man für dieses Team geschrieben und inszeniert hat.

Außerdem ist der Begriff „Wien-Tatort“ mehr ein Label. Besonders in der Zeit, als Eisner noch allein ermittelte, fuhr er im ganzen Land herum, löste Fälle, manchmal fielen sie ihm im Urlaub vor die Füße, und er durfte Werbung für die schönen Gegenden machen. Das hatte sich mit dem Einsatz von Bibi Fellner erst einmal geändert, die Filme wurden großstädtischer. Doch auch die beiden machten (zuletzt vermehrt) Ausflüge ins Grüne. Österreich hat eben nur einen Tatort, und der muss Stadt und Land gleichermaßen zeigen. Ich könnte mir einen zweiten im Westen (Salzburg mit Bezug zu Bayern oder Tirol) vorzustellen, schließlich kommen in Deutschland, auf die Einwohnerzahl gerechnet, mehr als doppelt so viele Teams zum Einsatz. Andererseits: Es ist auch genug. Es ist eher schon etwas zu viel. Fünfzehn statt derzeit 21 Standorte würden vollkommen ausreichen.

Und was ist das Thema und was sagen weitere Stimmen?

Der SWR3-Tatortcheck verortet das Thema als Glaubensfrage: Schulmedizin oder Naturheilkunde, sieht charmante Figuren am Werk und eine Überdosis an Inhalt und hängt drei Elchgeweihe (von fünf möglichen) auf.

Volker Bergmeister vergibt in Tittelbach-TV 4 von 6  Sternen und konstatiert: „Kaputter Rücken bei Moritz Eisner, kranke Seele bei der Mutter, die ihr Kind verloren hat, kranke Hirne bei den miesen Geschäftemachern im Glaubenskrieg zwischen Schulmedizin und alternativen Heilmethoden: Der ORF-„Tatort – Krank“ dreht sich um ein gesellschaftspolitisches Thema.“ Gesellschaftspolitische Themen belegen, dass etwas in der Gesellschaft nicht gesund ist, sonst wäre nichts zu diskutieren, zumindest nicht in einem Krimi als Trägergenre. Allerdings seien großartige Darsteller*innen teilweise in einem B-Plot verschenkt, heißt es ebenfalls, hingegen: „Was auch bei diesem ORF-„Tatort“ auffällt: Man arbeitet erneut bei der Besetzung nicht mit dem einen (oder anderen) großen Namen, sondern setzt eher auf ein stimmiges Ensemble, aus dem keiner der Darsteller herausragt. Die Akteure sind – und das ist als Lob für die schauspielerische Arbeit zu verstehen – in erster Linie Funktionsträger für die Geschichte (…).“

Die Steilvorlage ist leider zu gut gewesen, also titelt Bild: „Ein echt KRANKER TV-Thriller“ (das „kranker“ muss man sich geschrien vorstellen) und dort kommt man darauf, dass der oben erwähnte Glaubenskrieg mit mörderischen Mitteln fortgesetzt wird. Er mündet wohl eher in Mord und Totschlag.

Eine Tendenz erkennt Kino.de: Globuli-Kritik, also eine Parteinahme für die Schulmedizin, allerdings: „Zum einen will Autor und Regisseur Rupert Henning der Profitsucht mancher Alternativmediziner den Spiegel vorhalten, zum anderen traut er seiner eigenen Courage nicht. Das ist besonders bedauerlich, denn genau in der Ermittlungsarbeit gegen die vermeintlichen Halbgötter der Globuli-Glückseligkeit liegen die stärksten Momente seines „Tatorts“, die durch den unnötig übergestülpten Rachefeldzug an Kraft und Glaubwürdigkeit verlieren.“

Deswegen raunt „Tittelbach-TV“ vermutlich auch von einem verschenkten Talent in einem B-Plot. Ich werde mich überraschen lassen. Nachdem die Arbeiten an der dritten Staffeln von „Babylon Berlin“ sich, zumindest die zwölf Folgen betreffend, dem Ende zuneigt, kann ich die neuen Tatorte hoffentlich  bald zeitnäher rezensieren als zuletzt. Jedenfalls wird heute Abend aufgezeichnet und dann sehen wir die Nr. 1141 und weiter.

Handlung (Wikipedia)

Nachdem ein kleines Mädchen nach Behandlung mit sanfter Medizin infolge einer bakteriellen Infektion stirbt, kommt es zu einem Streit zwischen Vertretern von Schulmedizin und alternativer Heilmethoden um die Frage, ob das Mädchen mit anderen Methoden hätte gerettet werden können.

Peter Simon, der Vater des Mädchens, der sie nicht mit Antibiotika behandeln lassen wollte und Mitbegründer des Unternehmens Medicina Lenia, das sich auf Naturheilverfahren spezialisiert hatte, wird in einem Gerichtsverfahren wegen grober Vernachlässigung der Fürsorgepflicht freigesprochen. Allerdings wird er kurz nach seinem Freispruch von einem Auto überfahren und getötet.

Zu den Verdächtigen gehört Peter Simons Ex-Frau Maria, die in Kolumbien der Guerilla-Bewegung Ejército de Liberación Nacional (ELN) angehört hatte. In der Folge kommen weitere Beteiligte ums Leben, das Ermittlerduo Eisner und Fellner ist der Meinung, dass die Frau eine Liste abarbeite.[1][2][3][4]

TH

Regie Rupert Henning
Drehbuch Rupert Henning
Produktion Peter Wirthensohn,
Tommy Pridnig
Musik Kyrre Kvam
Kamera Josef Mittendorfer
Schnitt Britta Nahler
Besetzung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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