Die schwarzen Bilder – Tatort 308 #Crimetime Vorschau heute Abend #Tatort #Düsseldorf #Flemming #WDR #Bilder #schwarz

Crimetime Vorschau - Titelfoto © WDR, von der Heydt

Krank und dreckig oder unglaubwürdig und langweilig

Wieder einmal hatte ich das Gefühl: Den Titel kenne ich doch! Also ab zur Recherche, aber keine Rezension gefunden. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit: Bei der Durchsicht der Ranglisten des Tatort-Fundus fiel mir wohl spätestens beim Schreiben über „Herz As“ auf, dass „Die schwarzen Bilder“ exakt darüber steht, als zweitschwächster Flemming-Tatort angesehen wird. Auch beim Lesen der Handlung verfestigte sich dieser Eindruck, denn Flemming und eine Liebesgeschichte, an so etwas konnte ich mich nicht erinnern. Sein Assistent hat Max Ballauf, dem sowas passierte, unter anderem in dem ergreifenden „Direkt ins Herz„, hat es auch nicht von Flemming gelernt, denn als der Fall mit den schwarzen Bildern sich zutrug, war Ballauf nicht mehr im Düsseldorfer Team, sondern schon in den USA – was die Tatortgemeinde unterschiedlich aufgefasst hat, überwiegender Tenor aber, sofern sich die Fans äußerten: Max fehlt eher, als dass er nicht fehlt.

Einer der Fundus-Nutzer schrieb zu „Die schwarzen Bilder“: Die 90er-Tatorte waren krank und dreckig. Bester Flemming-Tatort“ und vergab 10 Punkte. Zwei weitere Nutzer*innen optierten ebenso, das Meinungsbild sieht im Ganzen aber nicht so gut aus. Ich finde die zitierte Bemerkung deshalb bemerkenswert, weil sie etwas hervorhebt, was bei 1990er-Tatorten erste einmal auf die Ebene des Bewusstseins gehoben werden muss, wenn der bisherige Spin eher war: Man trat stilistisch-inhaltlich irgendwie auf der Stelle, zumindest in der ersten Hälfte des Jahrzehnts und bis ebenjene Kölner Ballauf und Schenk kamen – bzw. bis Ballauf nach NRW zurückkehrte -, was damals in vieler Hinsicht den Tatort nach vorne brachte.

Aber der Nutzer hat recht: So versiert die Bildsprache heute auch sein mag, so viel schneller das Tempo, so viel mehr Gewalt man sieht: In gewisser Weise sind die Filme heute viel korrekter und stromlinienförmiger. Kuddelmudel und moralische Fragwürdigkeiten werden auf eine so manipulative Weise dargeboten, dass man sich kaum wehren kann, während in den 1990ern noch das Betrachten und sich mal am Kopf kratzen und evtl. den Kopf schütteln kein Problem darstellte. Die Filme waren nicht so gejagt von sich selbst wie heute und erlaubten sich manche Entgleisung, die auf eine ganz andere Art geschmacklos war als die heute manchmal total überzogenen Darstellungen des unbedingt Gewollten. Viele Fans wollten offenbar nicht sehen, dass Flemming in einer Lovestory steckt, aber ich rate mal: Das wird eh nix. Also nur die Ruhe und soll nicht wieder vorkommen.

Die Wiederholung findet am 24.11.2020 im Dritten des WDR statt und ist beinahe ein Mitternachtsfall – um 23:45 Uhr geht’s los. Ich werde aufzeichnen und meine Meinung hier zum Besten geben.

TH

Handlung

Professor Eschen, Leiter einer psychiatrischen Klinik, wird in seinem Wagen erdrosselt aufgefunden. In seiner Tasche befinden sich Flugkarten für ihn und seine Frau Marie nach Berlin.Bei ihren Recherchen im Umfeld des Toten stoßen Kommissar Flemming und seine Kollegin Miriam Koch auf desolate Familienverhältnisse: zwei abweisende Töchter, die auf makabre Weise auf den Tod des Vaters reagieren, eine tablettensüchtige Haushälterin und schließlich die Ex-Frau des Toten, die als Modedesignerin in Paris lebt, sich gerade zur Präsentation ihrer Kollektion in Düsseldorf aufhält und nicht im mindesten die Absicht hatte, Eschen nach Berlin zu begleiten.

Flemming kann sich der Faszination dieser Frau nicht entziehen, obwohl die Welt, in der Marie Eschen lebt, alles andere als die seine ist. Flemming beobachtet Maries vergebliche Versuche, sich ihren Töchtern zu nähern. Er findet schließlich heraus, daß ihre Trennung von Eschen eine Flucht war, Marie jedoch unter der Gewissheit leidet, ihre Kinder geopfert zu haben.

Marie präsentiert Flemming einen möglichen Täter: Dr. Tall, den Kollegen ihres Mannes, der in der Tat höchst verdächtig ist. Tall hatte illegale Experimente mit psyschisch Kranken durchgeführt und mußte damit rechnen, daß sein Partner ihn anzeigen würde, denn Eschen war im Besitz von Video-Kassetten, die diese Experimente dokumentierten. Doch da gibt es noch andere Kassetten aus dem Besitz des Verstorbenen, sehr private Filmaufnahmen, die Marie unbedingt vor Flemming verbergen möchte und die der Schlüssel zu einer Familientragödie sein könnten.

Besetzung und Stab

Kriminalhauptkommissar Flemming Martin Lüttge
Miriam Koch Roswitha Schreiner
Marie Eschen Katja Flint
Julia Vanessa Sobolewski
Amanda Lara Körner
Carlotta Heide Simon
Sonja Marlen Breitinger
Dr. Tall Max Volkert Martens
Regie: Erwin Keusch
Buch: Susanne Schneider
Kamera: Dietmar Koelzer
Musik: Andreas Köbner
Ausstattung: Anette Reuther

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