„Braucht es den Corona-Impfausweis?“ #Corona Lage 86 #Civey #Impfung #Impfstoff #Impfausweis #Lockdown #Coronaleugner #Covid #Covid-19 #CoronavirusDE #Covid19 #Mediaset #Poll

#Mediaset R #Poll Corona Lage (86) - hier zu unseren Corona-Artikeln (85), (84) und bis (83)

Die Corona-Neuinfektions- und -todeszahlen sind weltweit weiterhin sehr hoch, Deutschland ist ganz vorne dabei, ist relativ zu seiner Bevölkerungszahl derzeit eines der am meisten betroffenen Länder.  Da man eine rechtzeitige Reaktion auf die wieder ansteigenden Zahlen ab September 2020 versäumt hat, ruhen nun die Hoffnungen mehr und mehr auf dem Biontech-Pfizer-Impfstoff gegen das Virus.

In den USA wurde gestern, wie nicht anders zu erwarten mit großem Medienrummel, die erste Impfung vorgenommen: Als erste Person im Land wurde die New Yorker Krankenschwester Sandra Lindsay mit dem Präparat des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer geimpft. (ARD-Tagesschau). Dass eine Person zuerst geimpft wurde, die im Gesundheitswesen arbeitet, finde ich sinnvoll, aber ich werde noch einmal darauf zurückgekommen, wenn es um die Besprechung der Umfrage geht, die wir heute vorstellen möchten. Sie lautet: Braucht es den Corona-Impfausweis?

Civey-Umfrage: Sind Sie für oder gegen die Einführung eines Corona-Impfausweises, der geimpften Personen mehr Freiheiten einräumen würde? – Civey

Wieder einmal wird eine Frage gestellt, die das Land in zwei Lager teilt, und hier handelt es sich durchaus auch um eine Glaubensfrage, die dahintersteckt. Im Moment sind etwa 47 Prozent eindeutig oder eher für den Ausweis, 44 eher oder ganz dagegen, 9 Prozent unentschieden. 

Einen Impfpass haben wohl die meisten von uns oder sollten ihn haben, was also könnte man gegen einen Corona-Ausweis einwenden? Gar nichts, schreibt zum Beispiel die Zeit:

Nun wird diskutiert, ob man bei Bahnfahrten und Flügen, Hotelaufenthalten, Besuchen im Altersheim, in Kinos und Theatern, Kneipen und Schwimmbädern die Vorlage eines Impfnachweises gegen das Covid-19-Virus zur Pflicht machen soll. Klar sollte man das. Jedenfalls von dem Zeitpunkt an, da die Impfung für alle, die sie haben wollen, verfügbar ist. Und in manchen Fällen früher.

Dabei wird die Quasi-Impfpflicht für Kinder angeführt, die ohne Nachweis einer Masernimpfung keinen Platz in einer Kita bekommen, und das gelte, obwohl, anders als bei Corona, nun nicht gerade von einer Masern-Epidemie zu sprechen sei. Also sei Erwachsenen auch ein Impfausweis zur Vorlage zuzumuten, wenn sie z. B. eine Kulturveranstaltung besuchen wollen, außerdem müsse ja niemand nach Mallorca fliegen, der nicht geimpft sei. Ja, die Zeit und die Klischees. Weiter heißt es:

Schwerer wiegt der Einwand, dass eine solche Regelung, vorübergehend jedenfalls, eine Zweiklassengesellschaft schafft. Die Geimpften können ins Theater, die Ungeimpften müssen draußen bleiben. Deshalb ist es klar, dass bestimmte Einrichtungen, vom Supermarkt über das Arbeitsamt bis hin zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, von der Impfnachweispflicht ausgenommen werden müssen.

Genau darum ging es, als ich mich entschieden habe, mit „Unentschieden“ zu votieren. Wir werden auf absehbare Zeit nicht genügend Impfstoff haben, um alle zu impfen. Wer nicht zu einer Risikogruppe zählt und nicht eine „systemrelevanten“ Tätigkeit ausübt, wird erst einmal gar nicht die Möglichkeit haben, einen Impfausweis zu erhalten – vorausgesetzt, dass die Priorisierung so vorgenommen wird, wie ich sie vermutungsweise dargestellt habe und wie sie m. E. sinnvoll wäre, gerne auch in umgekehrter Reihenfolge oder gleichmäßig parallel.

Sodann schreibt die Zeit, die Jungen, die mehr unterwegs sind, hätten zugunsten der stärker gefährdeten Älteren, also einer Risikogruppe bisher die Hauptlast der Einschränkungen getragen, deswegen dürften sie jetzt nicht diskriminiert werden. Das ist nachvollziehbar, gleichwohl würde ich auch dieser Sichtweise zustimmen. Deswegen fordert die Zeit, der Impfausweis darf erst dann Relevanz für den Zugang zu bestimmten Orten haben, wenn alle die Möglichkeiten hatten, sich impfen zu lassen. So sehe ich es ebenfalls. Es kann nicht angehen, dass auch Impfwillige, also die Mehrheit der Bevölkerung, nun von verschiedenen Tätigkeiten oder Veranstaltungen ausgesperrt werden, obwohl wir alle bisher so geduldig waren und es weiterhin sein müssen, denn ab morgen werden z. B. die Jalousien im Einzelhandel wieder heruntergelassen – was sich hätte vermeiden lassen, wenn man im Oktober oder November einen umfassenden, schnellen und kurzen Zwischen-Lockdown vorgenommen hätte. Auch dies möchte ich noch erwähnen:

Ein eher technischer Einwand lautet: Niemand weiß, ob eine geimpfte Person noch ansteckend sein kann. Zwar sorgen Impfungen dafür, dass der eigene Körper mit einer schnellen Immunreaktion auf Viren reagiert, aber es ist bei den Covid-19-Impfstoffen noch nicht klar, ob der Körper in der Zeit Viren weitergeben kann. Doch ist der Einwand nur auf den ersten Blick stichhaltig: Wenn alle Besucherinnen eines Nachtclubs geimpft sind, ist es nämlich gleichgültig, ob sie Viren weitergeben oder nicht: Sie können niemanden anstecken.

Warum eine sofortige oder baldige Ausweispflicht nicht angehen kann, wird im Spiegel beschrieben:

(…) Demnach sollen bis Ende Januar drei bis vier Millionen Impfdosen von Biontech und Pfizer zur Verfügung stehen. Bei diesem Impfstoff muss jeder Impfling zweimal geimpft werden, um den kompletten Schutz zu erhalten.

Vermutlich wird es mindestens bis im Sommer 2021 dauern, bis alle Impfwilligen „durch“ sind. Ich bin (leider und aus den Beobachtungen der jüngsten Zeit heraus) dafür, es nicht der Verantwortung des Einzelnen zu überlassen, ob er sich gemeinschaftsorientiert, solidarisch verhält, nicht in einem so wichtigen Fall, nicht bei der Tragweite der Folgen der gegenwärtigen Pandemie.

Wie es aussieht, wenn jeder machen darf, was er will, sieht man an den freidrehenden Corona-Leugnern. Für mich ist es auch kein Argument, dass der Impfstoff nur einen Wirksamkeitsgrad von gegenwärtig 90 Prozent (bei 10 Prozent der Geimpften schlägt er nicht an) haben soll. Deswegen wird wohl zweimal geimpft und die Ausfallquote vermindert sich statistisch auf ein Prozent.

Das einzige persönliche Bedenken, das ich habe, ist, dass bei nicht wenigen Geimpften starke Nebenwirkungen auftreten werden, von denen bisher niemand etwas ahnt. Mit dieser Angst sollten wir aber leben können, bis viele Tests ausgewertet sind – jedenfalls halte ich das Aushalten dieses unguten Gefühls für besser, als mich weiterhin darauf zu verlassen, dass es schon gutgeht  und die eigene werte Person von Natur aus immun ist. Was gar nicht geht, ist die Einstellung: Wenn alle anderen geimpft sind, kann mir als cleverem Verweigerer nichts mehr passieren. Es handelt sich bei der Schutzimpfung gegen Covid19 um eine Gemeinschaftsaufgabe, an der wir uns alle beteiligen sollten, wenn wir wenigstens im Jahr 2022 wieder „normal“ leben möchten.

In meinem (erweiterten) persönlichen Umfeld sind  mittlerweile mehrere Corona-Fälle zu verzeichnen, das war vor zwei Monaten noch anders. Zum Glück war bisher kein schwerer Verlauf dabei. Aber auch ein solcher ist nur eine Frage der Zeit, statistisch und praktisch gesehen. Daher gilt mein „Unentschieden“ für die jetzige Situation, nicht für die in einem Jahr, wenn wir hoffentlich alle die Möglichkeit erhalten haben, uns impfen zu lassen. Sind diese Bedingungen gewährleistet, finde ich den Ausweis richtig.

TH

 

 #Mediaset R #Poll Corona Lage (85) - hier zu Corona 83

In letzter Zeit kommt fast täglich eine neue Umfrage von Civey. Einige davon werden wir zusammenfassen, wie bereits mehrfach, um unsere politische Meinung kundzutun und auch zu besprechen, wenn es zu Nachfragen kommt. Heute geht es jedoch um die Gesundheit und daher gliedern wir das Thema in einen neuen Lage-Artikel zum Thema Corona ein. Die Frage lautet:

Civey-Umfrage: Sollten sich Bund und Länder aufgrund der Corona-Fallzahlen auf einen sofortigen „harten Lockdown“ verständigen? – Civey

Gegenwärtig sind 61,1 Prozent derer, die bisher abgestimmt haben, eindeutig dafür, weitere 12,2 Prozent eher dafür, unentschieden 3,7 Prozent, eher dagegen 6,7 Prozent – und 15,8 Prozent sind eindeutig dagegen. Wer das ist, wissen wir in etwa. Ich kann diejenigen verstehen, die abwägend votieren oder für sich selbst einschneidende negative Auswirkungen befürchten, die also nicht ganz eindeutig Position beziehen.

Ich habe abgestimmt wie die weit überwiegende Mehrheit, obwohl ich die wirtschaftlichen Probleme und die Probleme bezüglich der Ausübung demokratischer Freiheitsrechte sehr wohl sehe. Und obwohl ich mir jetzt schon sicher bin, dass die arbeitende Mehrheit, nicht die Superreichen, die sogar von der Krise profitieren, dafür zahlen muss.

Und ich bin für noch etwas. Dafür, dass alle diejenigen, die mit „eindeutig nein“ gestimmt haben, bitte eine Verfügung unterschreiben und im Krankheitsfall abgeben, die besagt, dass sie im Fall eigener Corona-Erkrankung, egal, wie schwer der Verlauf wird, auf ein Krankenhausbett und sonstige medizinische Versorgung verzichten. Denn die Betten müssen frei bleiben für jene, welche die Krise ernst nehmen.

Wir haben in gestern und vorgestern jeweils neue Rekordzahlen bei den Neuinfektionen erreicht, jeweils fast 30.000. Die Todesfallzahlen in Deutschland liegen um 600 pro Tag. Damit rangiert Deutschland mitten unter Ländern, die ebenfalls schwerst betroffen sind, aber eine höhere Bevölkerungszahl haben. Relativ schlechter liegen bloß die USA und Italien. Alle kämpfen hart darum, die Pandemie in den Griff zu kriegen, in einigen Ländern zeigen sich nun auch die Erfolge. Aber nicht dadurch, dass man alles weiterlaufen ließ, sondern dass man die Kontaktzahlen stark einschränkt. Meist zieht auch die Bevölkerung mit, anders als bei uns, wo offenbar die Traumata aus der Vergangenheit nie aufhören, für Extremverhalten zu sorgen und wo viele Menschen nicht zwischen Freiheit, Dummheit und Rücksichtslosigkeit unterscheiden können.

Die AfD versucht gerade, alle Spinner einzusammeln, nachdem sie im Februar und März noch zu den Scharfmachern in Sachen Corona zählte und die Bundesregierung der Untätigkeit und Verharmlosung bezichtigte und jetzt strikt gegen jede Beschränkung ist. Auch für deren Politiker*innen: Bitte eine Verfügung unterzeichnen, dass sie im Krankheitsfall auf Behandlung verzichten, zugunsten der Vernünftigen. Manche von ihnen können sich ja in die Schweiz ausfliegen lassen und dort alles privat regeln, anders als die meisten von uns, die darunter zu leiden haben, dass die „Querdenker“ auch noch Zuspruch von den Rechten erfahren und wir dadurch im Alltag immer wieder auf Totalverweigerer jedweder Schutzmaßnahme treffen, die natürlich auch kein Abstandsgebot kennen und sich dabei noch cool oder als Widerstandskämpfer fühlen.

Es ist gruselig, anzusehen, wie den Politikern der Rechten die Fallzahlen in der Ausbruchsphase der ersten Welle nicht hoch genug sein konnten, damit die Lage sich zur Dramatisierung eignet und wie sie jetzt, bei drei- bis vierfach höheren Werten, tun als gebe es keine Pandemie.

Liebe Leser*innen, machen Sie bitte mit der oben verlinkten Civey-Umfrage. Geben Sie kund, dass Sie, sagen wir mal, wenigstens nicht zu den 15-16 Prozent gehören, die sich a.) für die Bevölkerung halten und b.) offenbar lebensmüde sind. Vielleicht sind viele von ihnen das auch gar nicht sondern die allerersten, die gerettet werden wollen, sollte es zu Triage-Situationen kommen. Auch dieser hinterhältige Charaktertyp lebt unter uns. Leute, wacht endlich auf und macht mit beim Schutz von uns allen! Mehr kann ich angesichts der aktuellen Lage nicht sagen. Dass die Regierung einiges verpennt hat und warum ich für einen früheren, härteren, dafür aber kurzen Lockdown war, darüber habe ich im vorausgehenden Artikel geschrieben.

Noch eine Kleinigkeit: Es gab noch nie einen richtigen Lockdown in Deutschland. Selbst Ausgehbeschränkungen, wie misslich auch immer, sind kein Lockdown. Von einem Lockdown könnte man sprechen, wenn bis auf die Notversorgung alles eingestellt würde, ähnlich, wie man es nach dem Ausbruch des Virus in der chinesischen Provinz Wuhan gemacht hat. Ob die chinesischen Zahlen stimmen, darauf will ich nicht einsteigen, aber heute hat China offiziell immer noch ca. 86.000 Fälle, wie schon vor Monaten und ca. 4.600 Todesfälle zu verzeichnen, Deutschland mit einem Fünfzehntel der Einwohnerzahl das Vierzehnfache an Infektionen und mehr als das Fünffache an Todesfällen. Was in der Umfrage gemeint ist, ist in lediglich in etwa die Rückkehr zum Verfahren ab Ende März und bis Mai, kein Lockdown.

TH

 #Frontpage Corona Lage (84) vom 10.12.2020

Wir stecken noch immer in den Umbauarbeiten und Nacharbeiten am Wahlberliner, aber heute müssen wir uns bezüglich Corona zurückmelden, nachdem wir lange die Füße still gehalten und den Grimm in uns hineingefressen haben – nicht ganz. Doch es gab seit Oktober keinen zentralen Corona-Artikel mehr von uns, während die Infektionszahlen und nun auch die Todesfallzahlen in Deutschland immer neue Höhen erreichten. Mittlerweile haben wir das Dreifache an täglichen Neuinfektionen wie zu der Zeit, als der Frühjahrs-Lockdown begann und doppelt so hohe Todesfallzahlen.

Deutschland hat es mittlerweile geschafft, bei den täglichen Todesfallzahlen auf Platz vier weltweit zu landen (vorgestern).

Deutschland hat es mittlerweile geschafft, bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen auf Platz 6 der Welt anzukommen, hinter Ländern mit wesentlich höherer Bevölkerungszahl (gestern und schon an einigen Tagen zuvor):

Relativ gesehen stehen lediglich die USA im Moment schlechter da, in denen das Virus mehr oder weniger außer Kontrolle geraten scheint. Der Nimbus eines relativ großen, dicht besiedelten Landes, dessen Infrastruktur soziale Kontakte mehr oder weniger unweigerlich bedingt, das aber trotzdem relativ gut durch die Pandemie kommt, den hat Deutschland in den letzten Wochen verloren. Die Todesfallrate liegt mittlerweile 25 Prozent über dem Weltdurchschnitt, das war im Oktober noch umgekehrt – Tendenz schnell weiter steigend.

Trotzdem streitet sich die Politik weiter darüber, was denn jetzt wohl angesagt ist und die Arbeitgeber sind glücklich und froh, dass niemand derzeit einen Homeoffice-Platz beanspruchen oder eine Pause machen kann. Bei dreimal höheren Infektionszahlen als im Frühjahr und doppelt so hohen Todesfallzahlen. Es ist kaum zu glauben. Es wird zudem allen Ernstes damit rumgeeiert, ob der Weihnachtskonsumrausch zum ca. 70. Mal nach dem Krieg hintereinander ungehindert stattfinden muss oder doch vielleicht gerade andere Prioritäten angesagt sind.

Man hat es verpatzt. Man hat es verpatzt im Oktober, als die Zahlen anfingen rapide zu steigen. Man hat die Menschen in dem Glauben gelassen, man kommt halt mal so durch, während überall auf der Welt schon wesentlich striktere Maßnahmen ergriffen wurden. Man hat auch die Coronaleugner einfach freidrehen lassen und ihnen das Recht eingeräumt, ihre Privatmeinung über die Tatsachen zu stellen. Aber das postfaktische Zeitalter, Sie wissen schon.

Man hätte es für die Bevölkerung viel angenehmer machen können und das habe ich Anfang November gefordert: Strikter Lockdown überall, wo es nicht um absolut systemrelevante Tätigkeiten geht und nach wenigen Wochen die Rückkehr zum Sommermodus oder, würde ich heute sagen, vielleicht etwas restriktiver, aber weniger einschneidend, als es sich gerade abzeichnet und vor allem keine totale Logikverweigerung in der Hinsicht, wer nun wieder die Arschkarte hat, seinen Laden zusperren muss und wer einfach weitermachen darf wie bisher.

Während eines scharfen, befristeten Lockdowns wären die Infektionsketten weitgehend unterbrochen worden und die Lage hätte sich beruhigt. Das wäre psychologisch viel leichter zu stemmen gewesen als das Chaos, das jetzt herrscht. Ich bin so gespannt, ob es nun endlich verstanden wird, wenn auch viel zu spät, und – nein, Freiheit heißt nicht, dass jeder machen darf, was er will, auch auf Kosten und unter Gefährdung anderer. Das sollten insbesondere Linke, die den berühmten Spruch von Rosa Luxemburg kennen, am besten wissen. Aber was soll man von einer Politik erwarten, die nicht einmal die Stirn hat, unter diesen dramatischen Umständen den Silversterkracherwahnsinn auf den Straßen der Großstädte zu verbieten.

Jetzt zeigt sich sehr deutlich, was kluge Köpfe schon im Frühjahr angemerkt hatten, die sich die Papiere der Regierung, die realen Maßnahmen und die Fakten genauer angeschaut hatten: So richtig viel Überlegung und überragendes Management steckt nicht hinter der Corona-Strategie in Deutschland. Ein Kardinalschwachpunkt der deutschen Strategie war zum Beispiel immer, dass im ÖPNV nicht für Abstand halten gesorgt werden konnte.

Es war sehr viel Glück dabei, dass es bisher besser lief als bei den meisten unserer Nachbarn. Aber die Rückstände bei den Fallzahlen und Todesfallzahlen holen wir jetzt auf. Dank einer kopflosen Politik und dank einiger Bevölkerungsteile, die nach meiner Ansicht nicht gegen Corona-Maßnahmen, sondern schlicht gegen alles sind, was noch halbwegs vom Verstand geleitet wirkt. Deswegen heute auch keine Betrachtung anderer Länder, in denen es ebenfalls nach wie vor nicht gut aussieht. Was bei uns stattfindet, ist Anlass genug zum Ärger und zur Sorge. In der Abschlussgrafik noch einmal zur Verdeutlichung die Relationen zwischen den Zahlen während der ersten Welle und der aktuellen zweiten, die mittlerweile eher wie ein Hochplateau aussieht, von dem man nicht mehr runterkommt.

Die jetzigen Neuinfektionszahlen wären noch höher, wenn man nicht zwischenzeitlich die Teststrategie „geändert“, also beschlossen hätte, weniger zu testen. Deshalb fällt Deutschland auch bei der „Durchtestungsrate“ der Bevölkerung hinter andere Länder zurück, deren Administrationen den Tatsachen mittlerweile einigermaßen mutig ins Auge sehen.

TH

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