Corona: Das verlorene Rennen um die Impfungen? Mangelhafte Quote in Deutschland | Statista | #Newsroom #Timeline #Corona Lage 91 | #Corona #Covid19 #Impfung #Vaccination #Israel #Germany

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Vor zehn Tagen haben wir den letzten Corona-Lagebericht veröffentlicht. Mit Meldungen zu Horrorzahlen und -szenarien aller Art halten wir uns zurück, aber es ist wieder einmal an der Zeit, die Impfbemühungen der Nationen unter die Lupe zu nehmen. Am 4. Januar haben wir geschrieben, dass Deutschland weit zurückliegt, verglichen mit den Spitzenreitern (Artikel hier und untenstehend).

2021-01-13 Impfzahlen täglich DeutschlandHat sich daran etwas geändert? Wenn man die nebenstehende Grafik betrachtet (Link dazu), kann man sehen und vom 13. Januar aus fortschreiben, dass ein gewisser Aufwärtstrend beim Impftempo zu beobachten ist. Dies jedoch auf sehr niedrigem Niveau, verglichen mit den Spitzenreitern unter den impfenden Ländern. Am 13.01.2021 war weniger als ein Prozent der Bevölkerung geimpft. Einmal geimpft, wohlgemerkt. Es braucht nach bisherigem Kenntnisstand zwei Impfungen, um Immunität herzustellen.

2021-01-14 Impfquoten weltweitDeshalb kommen wir nicht umhin, den Stand weltweit wieder einmal darzustellen (Infografik: Corona-Impfungen | Statista) und uns zu fragen, was nun wirklich besonders in Deutschland mit seiner Position „verlorener Posten im weltweiten Impfrennen“ notwendig sein wird, zum Beispiel ein harter Lockdown, wie #ZeroCovid ihn fordert, weil es eben mit dem Impfen nicht zügig vorangeht.

Wir hatten erstmals Anfang November 2020 einen harten Lockdown für kürzere Zeit gefordert. Damit hätten sich Todesfallzahlen von 1.000 und mehr pro Tag sicher noch verhindern lassen, jetzt ist es leider zu spät. Und die Infektionszahlen gehen in der Tat nun leicht zurück, sodass mit etwas Zeitversatz auch die Todesfallzahlen sinken werden.

Es sei denn, die britische Virusvariante #b117 breitet sich bei uns so rasant aus, wie das derzeit offenbar in Irland der Fall ist. Zwischenzeitlich gab es bereits Tage, da stand Deutschland relativ zu seiner Einwohnerzahl weltweit am schlechtesten da, wenn man die Todesfallzahlen betrachtet, mittlerweile ist auch die Gesamtfallzahl von 2 Millionen überschritten, wie in anderen größeren europäischen Ländern. Noch vor den USA und im Wechsel mit dem ebenfalls und dank #b117 sehr hart getroffenen Großbritannien respektive England war aber besonders die Zahl der Corona-Toten („Tote mit Corona) hierzulande schockierend.

Dass hingegen die Todesfallrate in Deutschland jetzt so auffällig hoch ist, hat nicht den Grund, den man zunächst vermuten könnte, nämlich, dass das medizinische System schon dem Zusammenbruch nahe ist, wie im Frühjahr in Spanien oder Italien. Es liegt vielmehr daran, dass Deutschland bei den Testungen weltweit immer mehr zurückfällt. Es wird sehr, sehr wenig getestet, im Vergleich zu anderen westlichen Ländern. Dadurch werden viele Infektionen gar nicht erst entdeckt, sondern in Relation zur festgestellten Infektionszahl vor allem mehr schwerere Erkrankungen registriert, die zur Behandlung führen – und bis hin zum Tod. In den USA beispielsweise ist die statistische „Durchtestung“ etwa doppelt so hoch wie in Deutschland.

In Bezug auf die Bevölkerungsgröße ist das ein theoretischer Wert, darauf muss  hingewiesen werden – es geht um die Zahl der verabreichten Tests in Relation zur Bevölkerungszahl. Dass Menschen schon mehrfach getestet wurden, ist dabei nicht berücksichtigt und dadurch auch nicht, in welchen Ländern die Mehrfachtestung relativ häufig vorkommt und wie sich das auf die Zahl der insgesamt mindestens einmal getesteten Personen auswirkt. Zur zweiten Grafik heißt es bei Statista:

Der weltweite Wettlauf der Impfungen gegen COVID-19 hat begonnen. Laut aktuellen Informationen der Internetseite Our World in Data wurden weltweit bisher rund 29,78 Millionen Impf-Einzeldosen verabreicht (Stand: 13. Januar 2021). Für den vollständigen Schutz vor COVID-19 sind in der Regel zwei Impfdosen nötig.

Wie die Statista-Grafik zeigt, liegt Israel derzeit bei den Impfungen weltweit vorne, mit 23 verabreichten Impf-Einzeldosen je 100 Einwohner. Auf Platz zwei stehen die Vereinigten Arabischen Emirate, mit 14,1 Impfungen je 100 Personen, gefolgt von Bahrain, Großbritannien und den USA. Deutschland hinkt im Vergleich dazu hinterher und kommt bisher nur auf 0,9 Impfungen je 100 Einwohner.

Die Daten zu den Impfungen wurden von den jeweiligen Gesundheitsämtern der Länder übermittelt. Die meisten Angaben stammen vom 13. Januar 2021. Die Angaben für Bahrain, Großbritannien, Dänemark und Italien stammen vom 12. Januar 2021 und die für Island vom 30. Dezember 2020.

Eine Sache ist besonders signifikant: Dass die Impfraten in Italien und Spanien höher sind als in Deutschland, obwohl die EU ja aus Gründen der Gleichheit für alle Länder zu ähnlichen Konditionen eingekauft hat und Deutschland außerdem im Verdacht stand, sich nebenbei zusätzlichen Impfstoff besorgt zu haben. Es können nicht die Covidioten sein, die diesen Unterschied ausmachen, denn es gibt in Deutschland bei Weitem genug Impfwillige, um eine Quote von 50 Prozent zu erreichen – sondern es ist schlicht die mangelhafte Administration, die leider zu anderen Mängeln des Corona-Managements passt.

Wenn wir im Moment die Kapazität hätten, um mehr in die Tiefe zu gehen, würden wir auf viele dissonante Vorgehensweisen und ein insgesamt zweifelhaftes Mindset in Deutschland bezüglich der Coronakrise stoßen. So halten wir erst einmal Zahlen fest und ärgern uns darüber, dass getrödelt wird, ohne dass ein Ende der unangemessenen Gemächlichkeit in Sicht kommt.

TH

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Die Impfungen gegen Corona sind in vollem Gange. Mehrere Impfstoffe wurden bereits zugelassen, der erste war das Gemeinschaftsprodukt der deutschen BionTech und des US-Pharmakonzerns Pfizer, doch andere folgten rasch nach und weitere sind in den nächsten Tagen und Wochen zu erwarten.

Nun wäre es logisch, zu vermuten, dass Deutschland angesichts des Impfstoffs „aus dem eigenen Haus“ bei der Impfrate recht weit vorne liegen würde. Doch so einfach ist die Sache nicht, unter anderem wegen der gemeinsamen Beschaffung innerhalb der EU, die eine Bevorzugung einzelner Länder innerhalb der Gemeinschaft verhindern soll.

2021-01-03 Statista Länder mit Impfraten

Trotzdem darf man sich fragen, wieso die Impfrate beim Spitzenreiter Israel derzeit 400mal höher liegt als in Deutschland und damit vermutlich in den meisten anderen EU-Staaten. Die Kritik am Beschaffungsmanagement in Deutschland ist wieder einmal, wie im vergangenen Frühjahr bei Masken und sonstiger Schutzkleidung, groß. Wichtig sei jetzt, so die Kritiker, wenigstens schnell weitere Impfstoffe, wie jene von AstraZeneca und Moderna, zuzulassen.

Besonders ärgerlich: Dass Deutschland bezüglich der Neuinfektionszahlen und der Todesfallzahlen sehr weit vorne liegt und trotzdem beim Impfen eher gemächlich vorgegangen wird. Erstaunlicherweise wird vielfach nicht erkannt oder als nicht relevant bewertet, dass die Bundesregierung kein gutes Corona-Management betreibt, wie die neuesten Auswertungen der „Sonntagsfrage“ zeigen – und dass durch diese wenig entschlossene Vorgehensweise die Auswirkungen der Pandemie auf die Menschen und die Wirtschaft im Land drastischer sind als notwendig. Das galt bereits für die Gestaltung der Lockdowns und zieht sich durch den gesamten Verlauf der Corona-Krise.

TH

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