„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ als neue Serie – ein TV-Großereigniss des Jahres 2021 #Filmfest Vorschau 19.02.2021

Filmfest C Vorschau

Hier zu diesem Artikel in einer neueren Version!

Liebe Leser*innen,

in knapp vier Wochen ist es so weit: „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ist als modernisierte Version des berühmten Buches und des nicht minder berühmten Filmes „Christiane F.“ zu sehen. Am 19.02.2021 geht es los – auf Amazon Prime und in acht Teilen.

„Die Serienadaption Wir Kinder vom Bahnhof Zoo von Amazon Studios und Constantin Television startet am 19. Februar 2021 exklusiv bei Amazon Prime Video in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In acht Episoden erzählt die Amazon Original Serie die Geschichte von Christiane F. und ihrer Clique vom Bahnhof Zoo als moderne Interpretation des weltbekannten Bestsellers. 
 
Tauchen Sie jetzt bereits in die Welt von des bildgewaltigen Coming Of Age-Epos mit dem ersten offiziellen Teaser-Trailer ein: https://app.frame.io/presentations/73a4e224-04b7-4bc9-aee7-163e0aace4a2 (Link funktioniert nicht mehr, Anmerkung 26.01.2021)
 
Christiane (Jana McKinnon), Stella (Lena Urzendowsky), Babsi (Lea Drinda), Benno (Michelangelo Fortuzzi), Axel (Jeremias Meyer) und Michi (Bruno Alexander) stürzen sich in die berauschenden Nächte Berlins, ohne Einschränkungen und Regeln, und feiern das Leben, die Liebe und die Versuchung – bis sie erkennen müssen, dass dieser Rausch nicht nur ihre Freundschaft zerstören wird, sondern sie in den Abgrund treiben kann.
 
Produziert wurde Wir Kinder vom Bahnhof Zoo von Oliver Berben (Parfum, Schuld I-III, Das Unwort, Gott von Ferdinand von Schirach) und Sophie von Uslar (Operation Zucker I-II, Mitten in Deutschland: NSU, Tannbach – Schicksal eines Dorfes). Annette Hess (Weissensee, Ku’damm 56/59) ist Head-Autorin und Creative Producerin der Serie, Regie führt Philipp Kadelbach(Parfum, SS-GB, Unsere Mütter,unsere Väter), der ebenfalls Creative Producer ist. 

Wir Kinder vom Bahnhof Zoo ist eine internationale Co-Produktion zwischen Constantin Television und Amazon.“

(Text der betreuenden PR-Agentur)

Ihre Geschichte ist weltberühmt, ihr Schicksal prägte eine ganze Generation: Die Serienadaption Wir Kinder vom Bahnhof Zoo von Constantin Television und Amazon Studios startet am 19. Februar exklusiv bei Amazon Prime Video in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In acht Episoden erzählt die Amazon Original Serie die Geschichte von Christiane F. und ihrer Clique vom Bahnhof Zoo als moderne Interpretation des weltbekannten Bestsellers. (Amazon, dort weitere Information)

Vera Christiane Felscherinow (* 20. Mai 1962 in Hamburg) wurde Ende der 1970er Jahre durch das Buch Wir Kinder vom Bahnhof Zoo als drogensüchtige Jugendliche Christiane F. bekannt. Durch die große Verbreitung des Buchs und die erfolgreiche Verfilmung wurde sie zur Symbolfigur einer von Drogen geprägten Jugendkultur der 1970er und 1980er Jahre. (Wikipedia)

Zum Glück nimmt ja heute niemand mehr Drogen. Der Unterschied dürfte sein, dass die Darstellung des (frühen) Schicksals von Christiane F. in Form eines im Stern erschienenen Buch-Serials damals etwas Neues und war, das den Nerv der Zeit traf. Wie war es also in den 1970ern und 1980ern, als das Buch und die erste Verfilmung von Uli Edel erschienen? Vielleicht dazu die eine oder andere Dokumentation anschauen (1). Ich muss sagen, mich  hat das Reinschauen aus verschiedenen Gründen melancholisch gemacht – das hat etwas mit der Zeit zu tun, die vergangen ist und mit Schicksalen, die sich weiterentwickelt haben und dürfte den Zuschauern bei der neuen Serie eher nicht passieren, sofern sie keinen Bezug zu „damals“ und zur Szene haben.

Ob man in einer Serie oder einem Film diese Zeit reproduzieren könnte? Das Beste dürfte sein, es gar nicht erst zu versuchen, denn Menschen, die das alles noch miterlebt haben, werden sich sonst möglicherweise ärgern. Mir erzählt man jedenfalls immer, wie anders Berlin in den 1980ern war als jetzt und ich antworte in der Regel: „Ja, find ich auch scheiße, dass ich erst so spät hier aufgeschlagen hab.“ 

Den Weg zurück hat man in der Amazon-Serie nicht gehen wollen. Es handelt sich nicht um ein Period Piece wie etwa „Babylon Berlin“, obwohl die Produktionskosten von „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ dafür, dass es eben keines ist und somit nicht die vielen aufwendigen Bauten erfordert hat, die viel zur Faszination von „Babylon“ beitragen, mit 25 Millionen Euro für nur acht Folgen sehr beachtlich sind, sie betragen pro Folge etwa das Doppelte des Budgets eines Tatorts.

Über die Vorstellung der Serie auf der Berlinale 2020 schreibt der Tagesspiegel:

Als „moderne und zeitgenössische Interpretation“ der 1978 veröffentlichten, drei Jahre später als Spielfilm herausgekommenen Erinnerungen von Christiane F. wird die Neuausgabe von „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ angekündigt, auch ein kurzer Zusammenschnitt von Szenenschnipseln ist schon zu sehen, musikalisch veredelt – nein, diesmal nicht mit David Bowie. (…) Zu sehen bekommt man die Serie in acht Folgen im ersten Quartal 2021 im Streamingportal Amazon Original. Als „Head Writer“ ist die Autorin Annette Hess dabei, die das Buch mit 13 gelesen hatte. Wie eine Bombe habe es bei ihr eingeschlagen, erzählte sie gestern, der Film von Uli Edel sei aber für sie eine arge Enttäuschung gewesen: So viel aus dem Buch habe darin gefehlt, beklagte sie sich, mehr so zum Spaß, bei dem ebenfalls, freilich aus anderem Grund, anwesenden Regisseur der ersten Verfilmung. 

Immerhin war ich inzwischen in David Bowies Hausbar in meinem Wohnbezirk Schöneberg, es geht voran mit der Erschließung von „Berlin, wie es einmal (cool) war“. Selbstverständlich ist mir auch die Kurfürstenstraße bekannt, in der Christiane F. als Kinderprostituierte das Geld für die Finanzierung ihrer Drogensucht beschaffte, sie liegt etwa 1,5 Kilometer nördlich von meinem Wohnort.

Die Darsteller*innen werden vom Tagesspiegel als Newcomer dargestellt, aber z. B. auf Lena Urzendowsky, die mittlerweile Hauptrollen im Kino hatte („Kokon„, 2019), trifft das nicht mehr zu und traf auch 2020 nicht mehr zu. Ich bin sehr gespannt auf die Rezeption der aufwendigen Serie und werde das Geschehen um eine weitere Berlin-Story, die von dem großen Interesse an meiner Wahlstadt zeugt, weiter verfolgen. Zumal ich damals nicht dabei war und das Berlin bzw. seine Darstellung in der Serie beurteilen können sollte.

TH

(1) Es gibt natürlich noch viel mehr über Christiane F, aber dieses Video auf Youtube fand ich sehr impressiv, die Dokumentation wurde von Radio Bremen im Jahr 1983 produziert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s