Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1 (The Hunger Games: Mockingjay – Part 1, USA 2014 | 6 Empfehlungen | #Filmfest 388

Filmfest 388 Empfehlungen

Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1 (Originaltitel: The Hunger Games: Mockingjay – Part 1) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2014, der auf dem Buch Die Tribute von Panem – Flammender Zorn von Suzanne Collins basiert. Es ist der dritte von vier Filmen und Nachfolger von Die Tribute von Panem – The Hunger Games und Die Tribute von Panem – Catching Fire. Der Film wurde von Lionsgate produziert, Francis Lawrence führte Regie, das Drehbuch stammt von Danny Strong. Der Film hatte am 10. November 2014 seine Weltpremiere in London. In den deutschen Kinos startete er am 20. November 2014.[4] Am 19. November 2015 wurde die Fortsetzung Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 veröffentlicht.[5]

Erstmals stellen wir eine ganze Filmreihe als B-Rezension vor – eingedenk der Tatsache, dass das Universum immer mehr Fantasy-Franchises hervorbringt und ich wenigstens durch Mitlesen und hin und wieder durch das Vormerken von Filmen den Überblick gewinnen möchte, nachdem es mit unserem Hauptanliegen, dem historischen Film (Moviepilot-Jargon: „total klassisch“) mittlerweile sicher und kontinuierlich läuft. Von „Die Tribute von Panem“, zwei Empfehlungsrezension zum ersten Teil der aktuell aus vier Filmen bestehenden Sammlung existiert bereits und wir fahren fort mit Teil drei, der ein Jahr nach Teil 2 in den Kinos erschien. Ein Unterschied zu den ersten beiden Filmen ist, dass „Flammender Zorn“ in zwei Filme zerlegt wurde, „Mockingjay – Teil 2“ kam 2015 heraus.

„Wenn man es auf den Kern reduziert, ist der erste Teil der Romanverfilmung „Mockingjay“ eine interessante Studie über Propaganda und Propagandafilme, und wie man sich beliebte Symbole dafür zunutze machen kann. Nach Abbruch der Hunger Games, denen Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) nur knapp entronnen ist, soll sie nun als Symbol für den Widerstand herhalten, um die Menschen der zwölf Distrikte zur Revolution gegen das Kapitol zu bewegen. (…)“ (Der Filmkürbis).

Der Autor vergibt 5 von 10 (7/10 für den ersten und 6,5/10 für den zweiten Teil) und findet Teil 3 überflüssig. Es sei keine gute Idee, dass man den Roman in zwei Teile geteilt habe und die unendliche Streckung von schmaler Literatur zwecks maximaler filmischer Ausbeutung habe schon beim Hobbit nicht recht funktioniert.

Produktionsnotizen (1)

Lionsgate gab am 10. Juli 2012 bekannt, dass der dritte Teil der Reihe Flammender Zorn in zwei Filme gesplittet wird, wobei der Kinostart des ersten Teils für den 20. November 2014 und der des zweiten für den 20. November 2015 geplant wurde.[6] Im November 2012 wurde bestätigt, dass Francis Lawrence im dritten und vierten Teil wieder die Regie übernehmen soll.[7] Danny Strong wurde im Dezember 2012 als Drehbuchautor engagiert.[8][9] Im November 2013 wurde Peter Craig für Überarbeitungen am Drehbuch eingestellt.[9]

Das deutsche Filmstudio Babelsberg ist Koproduzent.[17] Daher fanden zahlreiche Dreharbeiten 2014 in Deutschland statt, nachdem die Vorbereitungen bereits im November des Vorjahres begonnen hatten. So wurde im Mai und Juni 2014 in Kulissen der Ateliers von Studio Babelsberg, Potsdam gedreht. Weitere Drehorte befanden sich u. a. am Messegelände und dem ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin, in einem ehemaligen Bergwerk im brandenburgischen Rüdersdorf, sowie in der Altstadt von Potsdam.[18]

Kritiken (1)

In der deutschen Filmzeitschrift epd Film vergibt Martin Schwickert 4 von 5 Sternen. Im dritten Teil des Young Adult-Franchise um die Mädchenheldin Katniss gehe es nicht mehr „um das zynische Medienereignis der ‚Hungerspiele‘, sondern um die Revolution und ihren Preis“. Der Film bewahre, was die Vorlage von Suzanne Collins auszeichne: den tief in die weibliche Hauptfigur eingeschriebenen „Zweifel und das Reflexionsvermögen“. Der Film nehme das junge Publikum ernst.[24]

Andreas Kilb kritisiert in der FAZ die Aufteilung des dritten Bandes in zwei Filme: Teil 1 führe zu keinem Abschluss, ja nicht einmal zu einem Zwischenergebnis. Das entscheidende Duell – die Konfrontation zwischen Katniss und Snow – werde „hundert Minuten lang verschoben“. Deshalb wirke der Film „wie ein Podest für den letzten Teil der Saga“. Jennifer Lawrence’ Katniss sei allerdings unter den „Heldinnen auf dem heutigen Bildermarkt (…) die heutigste, alltäglichste und zugleich in ihrem Opfermut unfassbarste“. Die stärksten Momente habe der Film dann, wenn er die Ausbreitung des Aufstands zeige: Dann sei die an Metropolis und Brazil erinnernde „aktualisierte Ästhetik (…) mit dem Pathos von 1984 unterlegt“.[25] 

Fritz Göttler stellt in der Süddeutschen Zeitung fest, dass mit „Mockingjay“ die Panem-Serie „stillschweigend das Genre gewechselt“ habe: Sie sei erwachsen geworden. „Dies ist ein Kriegsfilm, der nicht die Perspektive der Krieger einnimmt, in der Kanzel eines Kampfbombers, sondern ganz unten bleibt (…) Ein Film über die Machinationen von Politik und Herrschaft (…)“ „Mockingjay“ mache das Kino jedoch nicht zur moralischen Anstalt, sondern bleibe „angenehm distanziert und subversiv“.[26]

Für den Focus ist der Film „ein typischer Zwischenteil (…) Die tatsächliche Handlung ließe sich – anstatt in 120 Minuten – auch in einer halben Stunde erzählen“. Eine wirkliche Handlung fehle, Action-Szenen, spektakuläre Arena-Kämpfe wie in den ersten beiden Teilen und „unerwartete Wendungen“ seien rar. „Die Macher geben sich leider wenig Mühe, ‚Panem‘-Neueinsteiger von der eigentlich politisch so interessanten Story zu begeistern.“ Schauspielerische Leistung, Kameraführung und Filmmusik seien „cineastischer Durchschnitt“. Für Fans sei der Film gleichwohl ein Muss, „da er sich voll und ganz der inneren Zerissenheit seiner Heldin widmet“.[27]

Für Rüdiger Suchsland vom Heise-Online-Magazin Telepolis ist der Anfang des Films für jemanden, der die zwei Vorgänger nicht kenne, nur schwer verständlich. In Teilen sei der Streifen ein „dumpfer Kriegsfilm (…) mit mehr als einem Hauch von ‚Dune‘“. Gleichwohl brauche er den Vergleich zum „meist seichten Fantasy-Durchschnitt, zum blutleeren ‚Twilight‘ oder zum schwerblütig-reaktionären ‚Herr der Ringe‘“ nicht scheuen. Er sei „hervorragendes Fantasy-Kino“. Mockingjay Teil 1 halte sich an die Bestsellervorlage, sei keine „ewige Wiederkehr des Immergleichen“, sei anspruchsvoll und besitze Tiefgang. Es sei der düsterste Film der Trilogie. Wenn „Panem“ insgesamt vom Erwachsenwerden erzähle, stehe Teil 3 nun „für die Phase des Erwachens aus allen Träumen“. Die Hauptfigur gleiche diesmal einer modernen Jeanne d’Arc: „Sie kann und will nicht davonlaufen, sie blickt ihrem Schicksal ins Gesicht.“ Die Botschaft des Films sei, allem Gruppenzwang gegenüber skeptisch zu bleiben und notfalls Widerstand zu leisten. Der „Kampf des Einzelnen gegen das System“ …[28]

Ich bin bei der Attributierung „Widerstand“, „Kampf gegen das System“ immer vorsichtig, wenn es um Hollywoodfilme geht. Wo ein Subtext, da verbirgt sich meist noch ein Subtext hinter dem Subtext, der manipulativer ist als die Botschaft und das, was unterschwellig und neben der offensichtlichen Botschaft vermittelt wird. Zum Beispiel, dass Einzelpersonen wirklich die Welt retten können und dafür nicht mehr Gemeinsinn erforderlich ist, als wir derzeit aufbringen können, wie die Corona-Krise gerade wieder beweist. Daher auch hier die Wiederholung meiner Anmerkung zu Teil 1 der Saga:

„Dass Heldenfilme, besonders Superheldenfilme heutiger Prägung, faschistische Tendenzen aufweisen, auch dann, wenn sie vorgeblich Unterdrückungsregimes geißeln, ist nicht neu. Allein die Konstellation, dass die Probleme der Welt nicht demokratisch, sondern von Übermensch*innen gelöst werden, ist bezüglich der Auswirkungen auf das Publikum nicht zu überschätzen und stört mich persönlich mittlerweile mehr als die Gewaltorgien, an die wir uns alle längst gewöhnt haben – die allerdings diese faschistoide Filmemacherei bestens ergänzen oder unterstreichen.“

TH

(1) und / oder kursiv und ohne Nummerierung: Wikipedia

Regie Francis Lawrence
Drehbuch Simon Beaufoy
Michael Arndt
Produktion Nina Jacobson
Jon Kilik
Musik James Newton Howard
Kamera Jo Willems
Schnitt Alan Edward Bell
Besetzung

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