Die Comancheros (The Comancheros, USA 1961) #Filmfest 479

Filmfest 479 Cinema

2021-05-20 FF 0479 Comancheros The Comancheros USA 1961

2021-02-06 Filmfest Cinema 2021Die Comancheros (Originaltitel: The Comancheros) ist ein US-amerikanischerWestern des Regisseurs Michael Curtiz aus dem Jahre 1961 nach dem gleichnamigen Roman von Paul I. Wellman. Es war der letzte Film von Michael Curtiz.

Regieveteran Michael Curtiz war bei den Dreharbeiten einige Monate vor seinem Tod bereits schwer an Krebs erkrankt. Daher übernahm John Wayne an einigen Tagen, an denen Curtiz zu krank war, den Regiestuhl. Er lehnte es aber ab, für seine Regiearbeit im Vorspann erwähnt zu werden.

Michael Curtiz haben wir einige der berühmten Filme Hollywoods aus der goldenen Ära zu verdanken, zuballerst natürlich „Casablanca“, aber auch die besten Filme von Errol Flynn und Olivia de Havilland als Traumpaar („Robin Hood“, „Herr des wilden Westens“).

Die Anachronismen in diesem Film sind offenbar besonders wild, denn üblicherweise finden sie eher unter „Goofs“ mit verschiedenen Subkategorien innerhalb der IMDb Erwähnung, als dass sie es bis in die Wikipedia schaffen, wo eher die Abweichungen zwischen Filmen und ihren literarischen Vorlagen durchdekliniert werden – aber dies klingt schon ziemlich schlampig:

Obwohl der Film 1843 spielt, bietet Jake Cutter als angeblicher Waffenhändler den Comancheros Henry-Gewehre an, die erst ab 1860 hergestellt wurden. Cutter und Regret schießen zudem selbst mit Winchester-Gewehren und Colt-Revolvern, die in dieser Form erst ab 1866 beziehungsweise 1873 erhältlich waren. Der Anführer der Comancheros gibt an, ein ehemaliger Offizier der Südstaaten zu sein – die Armee der Konföderierten Staaten von Amerika existierte aber nicht vor dem Jahr 1861. Die Witwe Melinda Marshall schließlich erzählt, ihr Ehemann sei vor vier jahren in der Schlacht von San Jacinto gefallen – die Schlacht war aber bereits 1836, also sieben Jahre vor der Handlung des Films.

1843 ist ein relativ frühes Datum für die Handlung eines Westerns (nicht eines Trapperfims, der im Nordosten der USA spielt, die Plots dieser Kinostücke beziehen sich häufig auf das späte 18. Jahrhundert).

Die Nutzer*innen der IMDb vergeben derzeit für den Film durchschnittlich 6,9/10, viele Kritiker finden ihn sehr „vergnüglich“ und dergleichen, worauf die Handlungsbeschreibung nicht unbedingt schließen lässt, aber der Western tendierte zu Beginn der 1960er immer mehr ins Locker-Parodistische („Wer erschoss Liberty Valance“, 1962 oder „Vierzig Wagen westwärts“, 1965), bevor diese Tonart durch den rauen Spätwestern und den stilisierten Spaghetti-Western abgelöst wurde.

Obwohl Elmer Bernstein wieder eine fetzige Musik geschrieben hatte, der man deutlich anhört, wie stilprägend vor allem für ihn selbst sein Score für „Die glorreichen Sieben“ aus dem Vorjahr geworden war, ist das Publikum distanzierter als bei jenem „Die glorreichen Sieben“ oder bei Waynes Vorgängerfilm im Geiste, „Rio Bravo„, die beide unter in unser Konzept „Top 250 der IMDb aller Zeiten“ eingereiht werden konnten.

© 2021, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1) und kursiv: Wikipedia

Regie Michael Curtiz
Cliff Lyons
(nur für die Actionszenen aufgeführt);
John Wayne
(nicht aufgeführt)
Drehbuch James Edward Grant
Clark Huffaker
Produktion George Sherman
Musik Elmer Bernstein
Kamera William H. Clothier
Schnitt Louis Loeffler
Besetzung

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s