Das Narrenschiff (Ship of Fools, USA 1965) #Filmfest 602

Filmfest 602 Cinema

Menschen im Hotel, Ozeanvariante?

Das Narrenschiff ist ein US-amerikanischer Schwarzweiß-Spielfilm aus dem Jahr 1965, der die Geschichten verschiedener Passagiere eines Linienschiffes in den 1930er Jahren erzählt. Rollen übernahmen u. a. Vivien LeighSimone SignoretJosé FerrerLee MarvinOskar WernerMichael DunnElizabeth AshleyGeorge SegalJosé Greco und Heinz Rühmann. Das Drehbuch des Films wurde von Abby Mann geschrieben, der den gleichnamigen Roman von Katherine Anne Porter als Vorlage nahm. Es wurde der letzte Film mit Vivien Leigh und zugleich das US-Filmdebüt für Christiane Schmidtmer.

Der Film zeigt ein Panorama, das wir bereits kennen. Ein Ensemble von Fremden trifft zusammen auf einem begrenzten Raum und Schicksale, die schon entwickelt sind, verbinden sich miteinander. Prototypisch wurde das in Vicky Baums „Menschen im Hotel“ gezeigt, der 1932 aufwendig und mit dem bis dahin größeren Hollywood-Starensemble verfilmt wurde („Grand Hotel“). Ist es eine Besonderheit, dass es sich auf dem „Narrenschiff“ um eine Versammlung Geflüchteter handelt oder dominiert das Muster, das wir von „Grand Hotel“ kennen? Wir klären dies und mehr in der –> Rezension.

Handlung (1)

1933, kurz bevor in Deutschland die Nationalsozialisten die Macht übernehmen, befindet sich der deutsche Passagierdampfer „Vera“ auf dem Wege von Veracruz nach Bremerhaven. Die Passagiere sind international bunt zusammengewürfelt. Die Reise bietet ihnen hinreichend Gelegenheit, nicht nur ihre Wünsche und Hoffnungen, sondern auch ihre Charaktere und Schwächen zu entfalten.

Der US-Amerikaner Bill Tenny, der früher einmal ein erfolgreicher Baseballprofi war, inzwischen aber als Sportler gescheitert ist, gebärdet sich als Sexualprotz. Der deutsche Verleger Rieber, obwohl verheiratet, flirtet heftig mit seiner Sekretärin Lizzi, einer üppigen Blondine, und singt gegenüber den anderen Passagieren ein Loblied auf die zukünftigen nationalsozialistischen Machthaber in seiner Heimat. Für Juden hat er nur abfällige Bemerkungen übrig.

Trotzdem lässt sich der jüdische Kaufmann Löwenthal von ihm nicht aus seiner Ruhe bringen. Er glaubt an das Gute im Menschen und bleibt ein deutscher Patriot. Eine drogenabhängige spanische Komtessa, aus Kuba ausgewiesen, betört den herzkranken österreichischen Schiffsarzt Dr. Schumann. Er wird gegen Ende der Reise einem Herzanfall erliegen, nachdem er sich in die Adlige verliebt, sie dann aber doch nicht in ihr Exil begleitet hatte.

Dem deutschen Geschäftsmann Freytag, der mit einer Jüdin verheiratet ist, wird, nachdem diese Tatsache offenbar wird, sein Platz am Kapitänstisch verwehrt. Später gesteht er einer Mitreisenden, dass er auf Druck seiner Vorgesetzten von seiner Frau getrennt lebt. Die Liebe des erfolglosen Malers David mit der aus wohlhabender Familie kommenden Jenny zerbricht während der Fahrt. Mary Treadwell, eine alternde amerikanische Dame, lässt nach diversen Ehen und Liebschaften an den Männern kein gutes Haar. Der alte Professor Graf, der seine Gottesfürchtigkeit zur Schau stellt, schikaniert seinen ihn pflegenden Neffen.

Das Schweizer Ehepaar Hutten lässt eine Bulldogge zwischen sich am Speisetisch sitzen und behandelt den Hund besser als jeden Menschen. Der Kapitän des Schiffes versucht, sich möglichst von den Passagieren fernzuhalten, wird aber immer wieder in Zwistigkeiten hineingezogen.

Auf dem Unterdeck vegetieren derweil ein paar hundert Plantagenarbeiter, die in Kuba zugestiegen sind, weil sie durch den Fall der Weltmarktpreise für Zucker arbeitslos geworden sind, in Schmutz und Armut dahin. Als der Hund des Schweizer Ehepaares von den ungehobelten Kindern der Flamencotänzer über Bord geworfen wird, rettet ihn einer der Passagiere des Unterdecks, der aber dabei ertrinkt.

Für Aufheiterung sorgt eben jene spanische Tanzgruppe, deren weibliche Mitglieder allesamt Prostituierte sind und deren Leiter Pepe als Zuhälter der Frauen und Mädchen seiner Gruppe agiert, seiner eigenen ungezogenen Kinder aber nicht Herr wird. Nur Karl Glocken, ein gehbehinderter und buckliger Kleinwüchsiger, behält immer Übersicht, Fassung und Humor.

In Bremerhaven verlassen alle Passagiere das Schiff, während der Kapitän die trauernde Familie von Dr. Schumann begrüßt. Am Ende erscheint auch wieder der Kleinwüchsige und spricht wie am Anfang direkt in die Kamera. Seine rhetorische Frage an die Zuschauer, die sich nun bestimmt fragen würden, was das alles mit ihnen zu tun habe, beantwortet er gleich darauf selbst: „Nichts.“

Rezension  

Stanley Kramers Film aus dem Jahr 1965 ist eine seiner weniger bekannten Arbeiten, obwohl er ein großes Staraufgebot vorweisen kann und damit ein echter Ensemble-Film ist. Dieses Muster hat Kramer schon in „Das Urteil von Nürnberg“ (1961) verwendet, um dem großen Thema die gewünschte Aufmerksamkeit zu sichern, und die Stars haben sicher gerne mitgemacht. Mit „Das Urteil von Nürnberg“ wird Kramer auch meist in Verbindung gebracht, vielleicht auch mit „Rat mal, wer zum Essen kommt“ (1967), den wir kürzlich für den Wahlberliner rezensiert haben. Dass er auch eine in der Tat verrückte Komödie wie „It’s A Mad, Mad, Mad World“ (1962) gefilmt hat, die früher gerne zu Silvester dargereicht wurde, ist eine Ausnahme und eine ziemlich seltsame dazu. Unser Lieblingsfilm von Kramer ist keiner von diesen und, das dürfen wir vorab preisgeben, er wird nicht durch „Das Narrenschiff“ aufgelöst werden.

Es ist „Inherit The Wind“, der auf Deutsch „Wer den Wind sät“ heißt aus 1959/60. Dieses Gerichtsdrama um die Lehre der Evolution an amerikanischen Schulen ist eine der mächtigsten Anklagen gegen Bigotterie und Volksverdummung, gegen eine religiös motivierte Rückständigkeit, die wir je gesehen haben. Mit fantastischen Darbietungen von Spencer Tracy und Gene Kelly mit seiner wohl schauspielerisch besten Leistung als Anwälte der Aufklärung und der Vernunft. An diesem kraftvollen, ebenso riskanten wie beherzten und für seine Zeit sehr gesellschaftskritischen Film müssen sich die übrigen Kramer-Werke wohl oder übel messen lassen. Eins haben sie gemeinsam: Einen Blick für die Zeit und das Überzeitliche, für eitles und narrenhaftes Verhalten, das uns Menschen anhängt wie ein Fluch und das die Evolution vergessen hat zu beseitigen, als sie uns die technische Möglichkeit gab, alles zu erreichen und alles zu vernichten.

„Das Narrenschiff“ ist erkennbar darauf angelegt, den früheren Werken Kramers mindestens ebenbürtig zu sein. Der Überseedampfer ist tatsächlich ein Panoptikum, das uns Charaktere zeigt, wie wir sie alle kennen, und nach Shakespeare’scher Manier tritt am Anfang und am Ende ein kleinwüchsiger Mann als ein Ansager auf, der sich direkt ans Publikum wendet. Damit ist schon klargestellt, dass wir etwas Außergewöhnliches, vielleicht eine Tragödie zu sehen bekommen, die alles umschließt, was 1933, dem Jahr, in dem der Film spielt, die Menschen bewegt hat und dass es um Theater geht, das einen Rahmen hat, eine Vierte Wand, die durchbrochen wird.

Groß angelegte Filme, die geradezu für Staraufgebote prädestiniert sind, gab und gibt es immer wieder, und wenn sie in einem geschlossenen Kosmos spielen, sei es eine Insel nach Strandung, ein Grand Hotel, ein Flughafen oder eben ein Schiff, kann man eine große Spannung aus dem Verhältnis der Charaktere zueinander erzielen. Aktion allerdings steht sehr im Hintergrund, diese Filme sind immer dialoglastig und wirken in der Tat „stagy“. Das liegt natürlich auch daran, dass die Ortswahl auf Begrenzung angelegt ist. Da sehr viele Figuren pointiert dargestellt werden müssen, damit der Zuschauer etwas von ihnen in Erinnerung behält, gibt es häufig eine Diskrepanz zwischen dem, was Stars können und dem, was sie in solchen Filmen zeigen dürfen – nämlich eher eindimensionale Typen, die wegen der Notwendigkeit der Abgrenzung  und weil für den einzelnen Charakter nicht viel Spielzeit zur Verfügung steht, nicht selten sehr übertrieben und im schlimmsten Fall unfreiwillig komisch wirken.

Unsere Einstellung gegenüber diesen Filmen ist daher ambivalent: Es ist immer interessant zu sehen, was die Berühmtheiten aus ihren kleinen Rollen machen, aber wir wissen, dass die meisten von ihnen eher Zugpferde ohne Wagen dahinter sind und nicht notwendig für einen solchen Film. Ihre Ausstrahlung ist wichtig, ihre Namen sollan als Kassenmagneten dienen, ihre Fähigkeit, Filme allein zu tragen, steht im Hintergrund, weil sie es hier nicht müssen.

Alles dies trifft auf „Das Narrenschiff“ zu, jedoch bemerkt man wohl, dass Kramer es gewöhnt war, einen großen Cast zu dirigieren. Der Film verliert nie die Fasson und verliert sich nie in Nebensächlichkeiten. Wenn man einer deutschen zeitgenössischen Kritik Glauben schenkt, hat er die Bestseller-Buchvorlage banalisiert und deren Tenor verfälscht. Das können wir nicht beurteilen und behandeln ihnd daher, als sei er nach einem Originaldrehbuch gefilmt.

„Verfilmung des Bestsellers von K. A. Porter, dessen Inhalt […] vereinfacht und verfälscht wurde. Von Klischees überwuchert kommen die handlungstragenden Charaktere nicht mehr zur Geltung. Ein ermüdendes, leicht sentimentales und kitschiges Spiel zwischen Atelierskulissen.“– Evangelischer Film-Beobachter[3]

Es ist leicht, in den USA einen Film über dumme deutsche Nationalisten und Antisemiten zu  machen und sie bloßzustellen, aber damit es nicht ganz so einfach wird, erinnert die Amerikanerin Mrs. Treadwell einen Landsmann daran, dass der Antisemitismus in den USA deshalb nicht so hervortrat, weil der Umgang der Weißen mit den People of Color das größere Thema war. Rundheraus gesagt, kommen die meisten Passagiere der fiktiven „Vera“, eines deutschen Linienschiffes, nicht sehr gut weg. Ihre Selbstsucht, ihre Eitelkeit, ihre Ignoranz oder, bestenfalls, ihr naiver Glaube an das Gute im Menschen, wirken so, wie Dr. Schumann es am Ende ausdrückt und woran er stirbt: entlarvend und grausig. Etwas naiv, da stimmen wir der obigen Kritik zu, ist der Film selbst allerdings auch – mehr als etwa „Das Urteil von Nürnberg“ oder „Wer den Wind sät …“. Die Klischees, welche durch die Figuren transportiert werden, sind teilweise zu grob und aufs Exemplarische, ein Fegefeuer schlechter Eigenschaften, wird mehr Wert gelegt als auf Identifiktionsmöglichkeit oder die Plausiblität einer solchen Ansammlung von Passagieren. Deshalb, siehe oben, haben wir Vorbehalte gegen Filme, die zu viele Figuren zeigen, um wenigstens einzelnen von ihnen gerecht zu werden. Das ist möglich durch exakte Gewichtung, aber dann ist es, genau genommen, kein Ensemblefilm mehr, sondern ein Star-Vehikel mit prominent besetzten Nebenrollen.

In „Das Narrenschiff“ gibt es allerdings Ausnahmen. Während Heinz Rühmann als deutscher Jude Löwenthal etwas zu kurz kommt und sehr plakativ als gutgläubiger Patriot dargestellt wird, der sich nicht vorstellen kann, wie eine Million deutscher Juden von den Nazis umgebracht werden sollten, ist ausgerechnet ein vergleichsweise wenig politisches Verhältnis das große Plus des Films:

Oscar Werner und Simone Signoret spielen zwei in sich und in der Welt entwurzelte Seelen, die ein unmögliches und doch ergreifendes Liebespaar werden. Oscar Werner hat vermutlich die meiste Sprechzeit in diesem Film, und die nutzt er hervorragend. Seine Rolle ist allerdings auch die einzige, die vielschichtig und ambivalent ausgestaltet ist. Sein weiblicher Gegenpart nutzt ihn, der den Schiffsarzt darstellt, möglicherweise aus, um an Drogen zu kommen. Aber die Momente der beiden werden zunehmend dergestalt innig, dass da selbst dann mehr hineingelegt werden kann als ein schnödes materialistisches Motiv, wobei dieses Mehr seitens der Komtessa nicht geplant war. Dagegen wirkt Mrs. Treadwell eben doch mehr wie die Karikatur einer Society-Lady, die ihre besten Jahre hinter sich hat.

Man muss zugeben, Vivien Leigh schonte sich in dieser Rolle nicht, obwohl sie gesundheitlich sehr angeschlagen war – sie verstarb nur zwei Jahre nach diesem, ihrem letzten Film – und zeigt eben doch sehr viel von dem, was sie auszeichnet: Eine fragile, ätherische Schönheit, eine eitle, unvegängliche Mädchenhaftigkeit auch im Verblühen, ein launenhaftes und egozentrisches Wesen, welches einem Mädchen stehen oder es reizvoll erscheinen lassen mag, bei einer Frau Ende Vierzig aber am Rande des Wahns angesiedelt ist, insofern eine Fortsetzung sowohl des Südstaatendramas wie von „A Streetcar Namend Desire“ aus dem Jahr 1951. Sie sagt auch selbst, sie sei nie erwachsen geworden und hinter den alten Augen verberge sich das romantische Herz einer 17jährigen. Das erinnert uns deutlich an ihre erste große Rolle als Scarlett O’Hara in „Vom Winde verweht“. Da ist tatsächlich noch etwas von der Koketterie, die jene Südstaaten-Schönheit in der ersten Stunde des Films aufweist, als sie mit den Männern spielt. Und da ist noch etwas anderes, und nicht zu wenig davon: Die Figur der Blanche aus „Endstation Sehnsucht“, den wir kürzlich für den Wahlberliner rezensiert haben. Das ist eine hervorragende Idee, sie eine Rolle spielen zu lassen, die jene Darstellungen weiterschreibt, für die sie jeweils mit einem Oscar prämiert wurde. Jeder Kinofan kennt diese Filme, in denen Vivian Leigh erheblich jünger war als in „Das Narrenschiff“ und schreibt ihr daher eine Biografie zu, die nicht mit der von Mrs. Teasdale übereinstimmen muss. Aber es ist eine Biografie und damit gewinnt die Figur nach dem oben genannten Liebespaar die größte Tiefe.

Fazit

Filme wie „Das Narrenschiff“ sind das, was wir auch als Versuchsanordnungen bezeichnen, zumal im Kino: Man pfercht eine große Anzahl von Menschen verschiedener Herkunft und von unterschiedlichstem Temperament, Alter, biografischem Hintergrund zusammen und schaut sich an, wie sie aufeinander reagieren, gewinnt daraus bestenfalls Erkenntnisse, wie es am Ende der kleinwüchsige Mann uns rät, der wie zu Beginn auf dem Schiff in Bremerhaven an ein Geländer tritt und den Film für uns beschließt. Eigentlich wirkt das etwas albern und zu hochgestochen, uns darauf hinzuweisen, dass alles, was wir an Bord sahen, uns ja gar nichts angeht – oder eben gerade. Selbstverständlich können wir Linien ins Heute ziehen, im Grunde werden sie nicht schwächer, sondern stärker, schließlich hat sich an der Tatsache, dass die Menschen sich wegen unterschiedlicher Anschauungen und vielfacher Vorurteile die Köpfe einschlagen, nicht viel geändert – nur die Dimensionen sind aktuell etwas weniger erschütternd als zur NS-Zeit und im Zweiten Weltkrieg.

Die vielleicht stärkste Szene des Films ist beinahe verdeckt und viel subtiler als die zuweilen übertriebene Darstellung der Figuren, die weniger zu Wort kommen als die oben angesprochenen. An Bord ist auch eine nette, kleine, alte Dame, die mit den anderen „guten“ Deutschen am Kapitänstisch sitzen darf. Nachdem Herr Freitag von dort verbannt wurde, als bekannt wird, dass seine Frau Jüdin oder Halbjüdin ist, sucht sie ihn auf und sagt, wie leid ihr dieser Vorgang tut und man sieht, dass sie es so meint. In Bremerhaven wird sie dann von ihrem Sohn in Empfang genommen, einem Jungen, der einen halben Meter größer ist als sie – und die Uniform eines SA-Mannes trägt.

Sicher kann man nicht einen ganzen Film so prägnant gestalten und wortlos zeigen, wie alles zusammenhängt und wie es möglich war, dass die Deutschen sich so von sich selbst abspalten konnten, aber etwas mehr in dieser Richtung wäre nicht schlecht gewesen. Stanley Kramer hat in seinen besten Filmen eine überaus kraftvolle Art des Engagements gezeigt, aber die europäische Finesse, um europäische Figuren nicht so plakativ und doch entlarvend darzustellen, die fehlt  zumindest in „Das Narrenschiff“.

Würde man solch ein Thema heute anders filmen? Vermutlich, und es wäre sogar möglich, dass ein Remake ausnahmsweise besser würde als die erste Adaption. Ganz sicher aber würde man nicht mehr so lax mit der Ausstattung und Mode umgehen, wie es in den 1960ern üblich war, die vor allem die Frauen gemäß der damaligen Jetztzeit angezogen zeigen, und nicht wie in den 1930ern,, hier mit Ausnahme von Mrs. Treadwell und den älteren Damen. Das wirkt inkonsistent und ein wenig so, als schäme man sich für einen Rückgriff auf eine Zeit, die ja nicht modisch, sondern politisch furchtbar war, doch unterschwellig und insgesamt oder, ganz banal, die Stars hatten noch andere Engagements und konnten daher besonders die Haarmode nicht anpassen lassen. Dass der Film überwiegend im Studio gedreht wurde, entspricht allerdings der in den USA Mitte der 1960er noch gängigen Produktionsweise, was einschließt, dass die See nur als Rückprojektion zu betrachten ist. Der Film hat daduch vermehrt etwas Künstliches, das durch die genannten optischen Aspekte vestärkt wird.

Trotz seiner Schwächen ist „Das Narrenschiff“ aber kein schlechter Film, und wenn man sich auf die ausführlich dargestellten Figuren konzentriert, kann man ein sehr annehmbares Spiel beobachten. Wir haben gerade anlässlich der Veröffentlichung nachgesehen, wie der Film von den Nutzer:innen der IMDb im Jahr 2021 bewertet wird. Es ist exakt die folgende Punktzahl, die auch wir gewählt haben.

71/100

© 2021 (Entwurf 2015) Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1), kursiv, zitiert und tabellarisch: Wikipedia

Regie Stanley Kramer
Drehbuch Abby Mann
Produktion Stanley Kramer
Musik Ernest Gold
Kamera Ernest Laszlo
Schnitt Robert C. Jones
Besetzung

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