Corona Update 2/22: Neuinfektionen weltweit: Bisherige Höchststände werden pulverisiert + Die Omikron-Wand+ Was ist nun das Omikron-Wesen, Herr Lauterbach? | Frontpage | Corona Lage |

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In unserem ersten Update des Jahres haben wir im Subtitel die kleinen Hoffnungen des Jahres erwähnt. Heute müssen wir uns mit den Herausforderungen des Tages auseinandersetzen: Die Inzidenz in Deutschland steigt rapide an, auch und gerade in Berlin, das zu den Bundesländern zählt, in denen Omikron schon die vorherrschende Variante ist. Aber der Reihe nach. Hinzugefügt:

Vorgestern kam es zu einem erneuten Rekord bei den weltweiten Neuinfektionen (2,135 Millionen), nur, um gestern schon wieder Makulatur zu sein: Nicht weniger als 2,56 Millionen Neuinfektionen wurden am 05.01.2022 registriert. Hinzugefügt:

Abgebildet haben wir alle Länder, in denen gestern mehr als 10.000 Neuinfektionen registriert wurden. Hinzugefügt:

Auch in Deutschland, wie sollte es anders sein, heben sich die Zahlen nun wieder an und wenn man sich die Werte Frankreichs (gestern fast 340.000 gemeldete NI) und Großbritanniens (immer noch knapp 200.000 NI pro Tag) ansieht, kann man sich vorstellen, in welcher Höhe die Inzidenz in einigen Tagen liegen wird. Hinzugefügt:

Am Montag seien in den USA fast eine Million Neuinfektionen gemeldet worden, heißt es hier. Das sind mehr, als während der dritten Welle, derjenigen mit den höchsten Todesfallzahlen, weltweit an einem Tag je erfasst wurden.

Die Hospitalisierung wird wohl langsamer zunehmen, aber gestern gab es wieder 431 Corona-Todesfälle in Deutschland. Wir haben uns an diese Zahlen schon viel zu sehr gewöhnt und das Leben geht weiter, als ob nicht viel passiert wäre. Selbst, dass in unserem Umfeld die Lücken zunehmen, nehmen wir hin, ohne die Politik endlich zu einem Management zu zwingen, das der Lage angemessen. Wir tun das hier nicht, deswegen schreiben wir diese Berichte, aber die allgemeine Abgestumpftheit dem Thema gegenüber ist eindeutig zu groß geworden. Die einzigen, die anders drauf sind, sind ausgerechnet jene, die nicht nur zur Lösung nichts beitragen, sondern sie auch verzögern und mit ihrem Verhalten für gesteigerte Gefahr sorgen, die Querdenker und Covidioten. Hinzugefügt:

Vielleicht gibt es diese Unterefassung in anderen Ländern nicht und sie melden deshalb mehr Neuinfektionen: Hinzugefügt:

Für die kommende Zeit lässt das nichts Gutes ahnen, zumal in einem Teil der Bundesländer die Schule und damit die regelmäßige Testung von Kindern und Jugendlichen noch gar nicht wieder begonnen hat. Am Donnerstagmorgen lag der Wert für die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bereits wieder bei 285,9 (Vortag: 258,6). Bisheriger Höchststand war 452,4, gemeldet am 29. November.

Kein Wunder, dass in einer aktuellen Umfrage (unterhalb des oben verlinkten Artikels) 71 Prozent der Teilnehmenden aktuell der Ansicht sind, die Pandemie wird dieses Jahr nicht enden. Hinzugefügt:

Die Frage ist allerdings, ab wann die Definition „Pandemie“ nicht mehr gelten sollte, oder: Wie ungefährlich muss eine weit verbreitete Variante von Covid 19 sein, damit man sie tatsächlich mit anderen Infektionen, wie etwa jenen mit Grippeviren, gleichsetzen kann. Im Winter 2018/19 starben viele Menschen im Verlauf einer Grippewelle, ohne dass deswegen eine pandemische Lage definiert worden wäre. Wohlverstanden: Aktuell würden wir diesen Übergang zum Normalzustand nicht für eine gute Idee halten, aber rückläufige Todesfallzahlen bei immer weiter ansteigenden Neuinfektionszahlen verändern selbstverständlich das Bild und sollten auch das Nachdenken über eine andere, mehr an die frühere Normalität angelehnte Herangehensweise an Corona auslösen. Hinzugefügt:

Mit unserer vorsichtigen Anregung wollen wir vermeiden, dass wir eine Kontrastmeinung zu Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geraten, der bereits aktiv, also medial, über eine Verschärfung der Maßnahmen nachdenkt. Was ohnehin bald auf uns alle zukommen wird, die wir noch nicht die Nerven verloren haben, ist die vierte Impfung, die zweite Auffrischung oder der Boosterbooster. Hier ein kurzer Bericht über eine Studie zu diesem Thema, die in Israel gefertigt wurde. Hinzugefügt:

Es lässt sich nicht ändern: Je mehr geimpft wird und je geringer die Wirkung ist, desto mehr ist auch hier ein Nachdenken zwischen möglichen Folgen und dem vorzunehmen, was man als sichere positive Wirkung erwarten darf. Irgendwann könnte auch bei uns diese Abwägung anders ausgehen als bisher, dann werden wir plötzlich auf der Seite derer stehen, die mit immer weiteren Impfungen unter Druck gesetzt werden, obwohl es bezüglich der Pandemiebekämpfung kaum noch Sinn ergibt, aber wenn wir nicht mitmachen, dürfen wir bestimmte Angebote nicht mehr wahrnehmen. Hinzugefügt:

Karl Lauterbach meint hinsichtlich der Corona-Maßnahmen im ZDF-„heute journal“, man müsse noch einmal „zulegen“. Der Gesundheitsminister erklärt, die Omikron-Variante würde bei vielen wohl schwere Schäden hinterlassen. „Das kann man nicht auf die leichte Schulter nehmen“, sagt Lauterbach. Hinzugefügt:

Hier noch eimal das Neueste, inklusive dem, was Karl Lauterbach zur Lageeinschätzung beisteuert und wie er die Ministerpräsidenten zu schärferen Maßnahmen bringen will. Hinzugefügt:

Ist Omikron nun weniger gefährlich als bisherige Varianten oder nicht? „Weitere Details nannte Lauterbach nicht“. Vielleicht weiß er auch noch keine weiteren Details, denn so lange gibt es Omikron noch nicht, dass man schon die „schweren Schäden“ abschätze könnte, welche diese Variante vor allem längerfristig hinterlassen könnte. Hinzugefügt:

Es ist ein seltsames Gefühl, mitzuerleben, wie sich die Parameter verschieben, aber die Antworten seitens der Politik immer dieselben bleiben. Hinzugefügt:

Was wir vor allem derzeit für unangemessen halten, ist kryptische, nebulöse Kommunikation und das Stochern im Ungewissen. Dass man damit die Akzeptanz für weitere Maßnahmen nicht steigert, versteht sich von selbst. Hinzugefügt:

Vielleicht haben sich einige Personen schon zu sehr an die immense Aufmerksamkeit gewöhnt, die sie durch die Pandemie erhalten haben, um ein absehbares Ende ihrer aktuellen Sonderstellung akzeptieren zu können. Auch der Gesundheitsminister ist in normalen Zeiten nicht das medienwirksamste aller Regierungsmitglieder. Karl Lauterbach aber hatte schon vor Corona Themen, die er recht auffällig besetzte. Er könnte nach dem Ende von Corona wieder über Klinikschließungen nachdenken und jetzt hat er sogar die Position, um in der Hinsicht mehr Wirkung zu erzielen.

Werden wir in den nächsten Tagen Neuinfektionszahlen wie in anderen europäischen Ländern erreichen? Gemäß der größeren Bevölkerung Deutschlands gegenüber Ländern wie Frankreich und Großbritannien würde das bedeuten, dass wir eventuell 300.000 neue Fälle täglich zu erwarten haben, mindestens aber 200.000. Jetzt stellen Sie sich vor, die Gefährlichkeit von Omikron wäre so hoch wie die von Delta oder diejenige der früheren Varianten vor der Impfkampagne. So einfach ist die Abwägung des richtigen Maßes an persönlichem Schutz und an algemeinen Schutzmaßnahmen also nicht, aber das haben wir auch nicht behauptet. Hinzugefügt:

TH

Irgendwann in diesem Jahr wird sich hoffentlich die Frage stellen, ob wir über Corona noch so oft berichten müssen wie zuletzt wieder während der vierten Welle, als es zu 35 Updates innerhalb von etwas drei Monaten kam. Wir wenden uns gerne wieder anderen Themen vor, kein Problem. Die Nummerierung der Updates haben wir jetzt geändert: Alles, was wir 2022 darüber schreiben werden, fassen wir zu einer X/22-Nummer zusammen.

Wenn es im ganzen Jahr nur zu 35 Updates käme, wäre schon viel erreicht. Um das Jahr entspannt zu beginnen, haben wir den Tweet abgebildet.

DEN Tweet. Von Karl Lauterbach, unserem neuen Gesundheitsminister. Die Zahl der Likes, die er dafür bekam, übertraf alles, was wir von einem deutschsprachigen Absender seit langer Zeit gesehen haben und wir finden, er hat diese vielen Likes verdient. Auch diese eher dezente Form von Selbstironie hätten ihm viele nicht zugetraut, wenngleich: Ist es wirklich Ironie oder ein Augenzwinkern bezüglich einer sehr wohl ernst gemeinten Realität?

Und dann ein weiteres Statement von Lauterbach, dem wir uns einfach mal anschließen. Eine tolle Sache, dass auch die Covidioten sicher von Paxlovid profitieren werden. Was sagt der Verschwörungstheoretiker dazu? Als die Zahl der noch Impfbereiten sich erkennbar stark reduzierte, erfand die Pharmaindustrie die Tablette, um weiter gut an Corona verdienen zu können. Aber Sie wissen ja, unsere Ansicht ist das nicht, obwohl wir, sehr wohl ein Auge auf die Lobbys haben. auch auf die Pharmalobby. Bei uns wird sie zu sehr gehätschelt, die teilweise absurd hohen Preise für Medikamente sind das beste Beispiel dafür. Also, Herr Lauterbach, es ist noch viel zu tun und auch Ihre Meinung bezüglich der Klinikschließungen dürfen Sie gerne noch einmal überdenken (wir haben darüber berichtet, wie im Jahr 2019 Karl Lauterbach noch meinte, 2 von 3 Kliniken können weg).

Sollen Ungeimpfte höhere Krankenversicherungsbeiträge zahlen? Das Fragt Civey und wir geben es hier an Sie weiter.

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) will Ungeimpfte finanziell stärker belasten. Er schlägt laut RND höhere Krankenkassenbeiträge vor, eine Beteiligung an den Behandlungskosten oder die Streichung des Krankengelds. Dies seien mögliche Sanktion, falls es zu Verstößen gegen die geplante Corona-Impfpflicht kommen sollte.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, lehnt höhere Krankenkassenbeiträge für Impfunwillige ab. In der Rheinischen Post argumentierte er, dass Übergewichtige und Zigarettenabhängige auch keine höheren Behandlungskosten aufgrund ihrer Lebensweisen zahlen. Stattdessen fordert er eine bessere Überzeugungsarbeit von der Politik.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hält Debatten über eine Benachteiligung von Impfverweigern für verfrüht. Anstatt über Sanktionen zu reden, sollte vorab die mögliche Umsetzung einer Impfpflicht durchdacht werden. Generell befürwortet Lauterbach die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht.

Sollten Ungeimpfte höhere Krankenkassen-Beiträge zahlen?

Es steht im Moment tatsächlich fast exakt ausgeglichen. Das hat uns doch erstaunt und wir halten wieder einmal fest, dieses Land muss doch irgendwie gespalten sein (bzw. seine Gesellschaft). Zum Glück haben auch viele Geimpfte offenbar mit „nein“ geantwortet, so wie wir. Klar, beim Thema Corona kann man nicht populistisch genug sein, weil die Covidioten auch so drauf sind, aber das ist trotzdem der falsche Ansatz. Eine Individualversicherung kann zum einen nicht als Hebel gegen Fremdgefährdung verwendet werden, zum anderen geht es genau darum, was Herr Gassen geäußert hat: Es wird immer wieder darüber diskutiert, aber bisher gibt es keine unterschiedlichen Beiträge für Dünne und Wohlgenährte, Raucher:innen und Nichtraucher:innen. Aber selbstverständlich haben wir auch dazu eine Idee: Sie ist eigentlich nicht von uns. Manche Krankenkassen haben Bonusprogramme für Menschen, die sich besonders gesundheitsfördernd verhalten. Das ist, wenn es schon zu einer Unterscheidung kommen soll, der Weg, den man weiter beschreiten oder zu einer komfortablen Straße ausbauen sollte, auf dem die Sportlichen und Gesundheitsfanatiker dieser Welt glücklich in ein dreistelliges Alter hineinrollen können, sofern sie nicht dummerweise unverschuldet erkranken. Die Frage ist allerdings, was die Rentenversicherung zu dieser Art von Motivierung seitens der Krankenkassen sagen wird.

Heute wollen wir auch einen Blick auf die Impflage der Welt wirken, der durchaus erhellend sein dürfte: In Westeuropa liegen die Länder nicht so weit auseinander, wenn man ausschließlich die Zahl der pro Einwohner verabreichten Dosen betrachtet: Deutschland in seinem leicht helleren Grün gegenüber den westlichen Nachbarn dürfte in den nächsten Tagen die Farbe wechseln, denn der Unterschied eta zu Frankreich ist gering (178 Dosen pro Einwohner gegenüber 182). In Frankreich liegen die Infektionszahlen derzeit wesentlich höher als In Deutschland, das dürfte nicht nur mit unterschiedlicher Erfassungsdichte aufgrund höherer Testraten in Frankreich zu tun haben. Israel, dessen Kampagne lange Zeit als vorbildlich galt, weist eine ähnliche Quote auf, die USA hingegen stehen mit 153 für ein Land dieser Ordnung ziemlich schlecht da.

In Afrika weisen einige Länder Impfquoten von unter 10/100 auf und trotzdem hält sich die Zahl der Neuinfektionen in Grenzen. Die Erfassung von Neufällen dürfte dort rudimenär sein, ebenso wie das Impfgeschehen, also wird die Übersterblichkeit weitere Aufschlüsse liefern müssen. Prognose: Aufgrund der durchschnittlich sehr jungen Bevölkerung Afrikas dürfte es zu einer geringen Letalität gekommen sein als in Europa.

Diese Grafik werden wir künftig in die Liste der regelmäßig zu prüfenden Quellen aufnehmen und schließen damit für heute unsere Berichterstattung.

TH

Frontpage | Corona Lage | Jahresendbericht Update 35 (nicht abgebildet)

Mit dem obigen Artikel beginnen wir wieder eine neue Update Serie. Bis zum Update 35 vom 31.12. können Sie unsere Berichterstattung hier nachlesen.

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