Von Robert Schumans Projekt zur geopolitischen Union: Von der Versöhnung zum Größenwahn? Die EU-Erweiterung und ihre Grenzen (Analyse)

Analyse, EU-Erweiterung, Moldau, Ukraine, Robert Schumann, EU-27, EU-40, Kanada, Türkei, Beitrittsverhandlungen, Montanunion, EWG, EG, EU, Fiskalpolitik, Subventionen, Kohäsionsfonds, Beistandspflicht, Einstimmigkeit, Mehrheitsprinzip, Wiederaufbau, Krieg, Russland

An diesem Montag, dem 15. Juni 2026, werden in Luxemburg zwischenstaatliche Konferenzen abgehalten – getrennt, aber gleichzeitig, mit der Ukraine und der Republik Moldau. Der erste Verhandlungscluster, auf Brüsseler Neusprech „Fundamentals“ genannt, ist eröffnet: Es geht um Rechtsstaatlichkeit, Justiz, Menschenrechte. Zwei Jahre hat es gedauert, bis dieser formelle Schritt möglich wurde, zwei Jahre ungarischer Blockade, diplomatischer Arbeit im Verborgenen und einer zuletzt zehnteiligen Vereinbarung zwischen Brüssel, Kiew und Budapest, die Ungarns Veto aushebeln sollte. Nun zitiert Kommissionspräsidentin von der Leyen die Erweiterung als „Angebot von Frieden, Wohlstand und Solidarität“; ihr finnischer Amtskollege Alexander Stubb geht noch weiter und entwirft kühn eine Union von 40 Staaten – inklusive Kanada.[1][2][3][4][^5]

Dahinter steckt mehr als politische Rhetorik. Es ist die sichtbarste Transformation, die die EU gerade durchläuft: der Übergang von einem Integrationsprojekt mit klar definierten geografischen, wirtschaftlichen und institutionellen Grenzen zu einem geopolitischen Großraum, dessen Konturen immer unschärfer werden. Das verdient einen nüchternen Blick, weit unterhalb der emotionalen Aufladung, die dieses Thema seit dem 24. Februar 2022 umgibt – dem Tag, an dem der russische Präsident Wladimir Putin beschlosse, die Ukraine zu überfallen.

Robert Schuman (1886–1963) gilt als einer der zentralen politischen Architekten der europäischen Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg. Der in Luxemburg geborene Jurist mit lothringisch-deutsch-französischem Hintergrund brachte seine Grenzbiografie direkt in die Nachkriegspolitik ein.

Als französischer Außenminister stellte er am 9. Mai 1950 den später nach ihm benannten Schuman-Plan vor, der die Kohle- und Stahlproduktion Frankreichs und Deutschlands unter eine gemeinsame europäische Behörde stellen sollte. Die Idee dahinter: Wer die zentralen Rohstoffe der Rüstungspolitik gemeinsam verwaltet, kann keinen Krieg mehr gegeneinander führen. Aus diesem Plan entstanden zunächst die Montanunion und dann die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), die mit den Römischen Verträgen von 1957 besiegelt wurde – der institutionelle Vorläufer der heutigen EU.

Schuman wurde 1958 erster Präsident des Europäischen Parlaments und gilt seither als „Vater Europas“, weshalb der 9. Mai als Europatag an seine Erklärung erinnert.

Der Beschleuniger Krieg

Keine ehrliche Analyse kommt daran vorbei: Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die EU-Erweiterungspolitik in ein anderes Aggregat überführt. Bis 2022 war die Ukraine als perspektivisches Mitglied allenfalls eine mittel- bis langfristige Option; im Februar 2022 stellte Kyjiw den Beitrittsantrag, im Juni 2022 folgte der Kandidatenstatus. Die Geschwindigkeit war ohne Präzedenz. Für Vergleich: Die Türkei hat seit 1987 den Status eines assoziierten Mitglieds angestrebt, seit 1999 gilt sie formell als Kandidat – und verhandelt bis heute in einem weitgehend eingefrorenen Prozess.[^6]

Warum jetzt, warum diese Eile? Der Rat der EU formuliert es in offiziellen Dokumenten so: Die Erweiterung sei von „geostrategischer Bedeutung“ und ein Beitrag zu „Frieden, Sicherheit, Stabilität und Wohlstand in Europa“. Erweiterungskommissarin Marta Kos bringt es auf den Punkt: „Ein geeinter Kontinent ist die stärkste Antwort auf diejenigen, die Europa spalten und destabilisieren wollen.“ Der Krieg Russlands ist damit nicht nur Hintergrundmusik, sondern explizit die Rechtfertigung der Erweiterungslogik selbst. Integration als Sicherheitsversprechen – das ist der Kern der neuen EU-Doktrin.[5][7] Eine starke und gleichermaßen gefährliche Logik, denn das militärische Beistandsversprechen des EU-Vertrags bindet kompromissloser als das des häufig zitierten Art. 5 der NATO-Charta.

Das hat eine eigene Konsequenz: Wo sicherheitspolitische Logik dominiert, tritt die institutionelle Absorptionsfähigkeit der Union in den Hintergrund. Die Frage, ob die EU groß genug, reich genug und kohärent genug ist, um neue Mitglieder zu integrieren, ohne selbst destabilisiert zu werden, wird als zweitrangig behandelt. Das Europäische Parlament hat in einem Bericht vom Oktober 2025 explizit darauf hingewiesen, dass „der institutionelle Rahmen der EU für 27 Mitgliedstaaten gestärkt und verbessert werden muss“ und dass Reformen „unverzichtbarer und notwendiger sind als je zuvor“ – bevor weitere Mitglieder aufgenommen werden. Diese Forderung der demokratisch gewählten Vertreter von Menschen aus 27 Staaten ignoriert die Kommission bis heute.[^8]

Die Fiskalarithmetik, die niemand laut rechnen will

Wenn die Emotionalität um den ukrainischen EU-Beitritt etwas jedoch vollkommen ausblendet, dann ist es die Fiskalgeographie. Die Ukraine ist ein großes, armes Land mit einer nach wie vor oder mehr denn je kriegsgeschädigten Wirtschaft. Eine Bedarfsanalyse von Weltbank, EU-Kommission, der ukrainischen Regierung und den Vereinten Nationen beziffert die notwendigen Wiederaufbaukosten in den nächsten zehn Jahren auf rund 500 Milliarden Euro – Tendenz steigend. Bundeskanzler Friedrich Merz orientiert sich in seiner Einschätzung an dieser Größenordnung, während die ukrainische Seite selbst eher von 850 Milliarden Euro spricht. Der direkte Kriegsschaden von Februar 2022 bis Ende 2025 wird auf fast 200 Milliarden US-Dollar beziffert.[9][10][^11]

Lesen Sie hier auch, dass Deutschland bereits Folgekosten von bis zu 400 Milliarden Euro aus dem Ukrainekrieg zu bewältigen hat. Und hier haben wir uns vor zwei Monaten bereits anlässlich einer Umfrage zum EU-Beitritt der Ukraine geäußert.

Diese Summen sind das eine – die Frage, wer langfristig in die EU-Transfersysteme einzahlt und wer herausnimmt, ist das andere, strukturell vielleicht folgenreichere Problem. Interne Schätzungen des EU-Rates, zunächst nur der Financial Times zugänglich, taxieren die Ansprüche der Ukraine aus dem laufenden EU-Sieben-Jahres-Haushalt auf rund 186 Milliarden Euro; davon entfielen allein rund 96 Milliarden auf Agrarsubventionen. Die Brüsseler Denkfabrik Bruegel kommt für den Haushaltszeitraum 2021–2027 auf rund 136 Milliarden Euro Gesamtkosten, darunter 85 Milliarden aus dem Agrarfonds und 32 Milliarden aus dem Kohäsionsfonds. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schätzt die möglichen Ansprüche je nach Szenario auf 125 bis 187 Milliarden Euro im Sieben-Jahres-Rahmen.[12][13][^14]

Eine Aufnahme der Ukraine nach aktuellen Förderregeln würde die Agrarsubventionen für bisherige Mitgliedstaaten um rund 20 Prozent kürzen. Länder wie Polen, Rumänien und Ungarn, die selbst erhebliche Nettoempfänger sind, würden weniger aus dem Kohäsionsfonds erhalten. Deutschland als größter Nettozahler – 2024 betrug der deutsche Nettobeitrag rund 18 Milliarden Euro, gut 0,4 Prozent des Bruttonationaleinkommens – müsste seinen Beitrag substanziell erhöhen, wenn der Gesamtrahmen des EU-Haushalts wächst, ohne dass die bisherigen Regeln angepasst werden. Die EU-Kommission schlägt für den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 ohnehin eine Ausweitung des Haushaltsobergrenze von 1,13 auf 1,26 Prozent des Bruttinationaleinkommens aller Mitgliedstaaten vor.[15][16][^12]

Das ist kein Argument gegen europäische Solidarität. Es ist ein Argument für ehrliche Kalkulation – und für die Offenlegung, dass das geopolitische Versprechen an die Ukraine einen finanzpolitischen Preis hat, der in öffentlichen Debatten kaum benannt wird.

Moldau: Der vergessene Kandidat mit der ungelösten Grenzfrage

Neben der Ukraine geht Moldau fast unter – was erklärt, warum auch dort am 15. Juni die erste Verhandlungsrunde in Luxemburg beginnt. Moldau ist kleiner, ärmer und unbekannter: das ärmste Land Europas nach konventionellen BIP-Maßstäben, mit einem Drittel der Bevölkerung unterhalb des Existenzminimums, einer massiven Abwanderung seit den 1990er Jahren und einer Wirtschaft, die stark von Rücküberweisungen der Diaspora abhängt. Die EU stellt für den Zeitraum bis 2027 rund 1,9 Milliarden Euro bereit; SEPA-Mitgliedschaft und „Roam-like@home“-Integration seit Januar 2026 sind kleine, aber symbolisch wichtige Schritte auf dem Weg.[17][18][^19]

Das eigentliche Problem liegt jedoch topographisch: Transnistrien. Entlang der Grenze zur Ukraine existiert eine abtrünnige Region, auf deren Territorium formal russische Soldaten stationiert sind und die international nicht anerkannt ist. Forschende der Universität Passau kommen in einem vom Rat der EU empfohlenen Policy Paper zum Schluss, dass ein Beitritt Moldaus ohne eine Reintegration Transnistriens „unmöglich“ ist, solange dort russische Truppen stehen. Die Frage, wann und wie eine solche Reintegration realistisch ist, bleibt offen – sie kann jedoch kaum ausgeklammert werden, wenn man Moldau ernsthaft als EU-Kandidaten betrachtet.[^20] Wenn man Moldau also jetzt integrieren wollte, müsste es auf Transnistrien verzichten, um gesicherte Grenzen zu haben. Es geht aber immer wieder das Gespenst um, dass Russland einen EU-Beitritt Moldaus verhindern wird, indem es einfach das ganze Land einnimmt, das ja viel kleiner ist als die Ukraine und nicht die Mittel und Menschen hat, sich vier Jahre lang zu wehren.

Die Erpressbarkeit als Systemmerkmal

Was der Weg zur heutigen Verhandlungseröffnung enthüllt, ist keine Randnotiz der Diplomatiegeschichte, sondern ein strukturelles Problem der EU: die Erpressbarkeit durch ein einzelnes Mitglied. Zwei Jahre lang hat Ungarn unter Viktor Orbán den Beginn der Verhandlungen blockiert, Zahlungsflüsse aus Brüssel gegen Zustimmungen verhandelt und die Europäische Union als Verhandlungsmasse benutzt. Erst der Regierungswechsel in Budapest – der neue Ministerpräsident Péter Magyar beendete die Blockadehaltung nach einer Einigung mit Kyjiw über Minderheitenrechte – öffnete das Tor.[1][2][^21]

Das strukturelle Grundproblem bleibt: Für jeden einzelnen Schritt im Beitrittsprozess, für die Eröffnung jedes Verhandlungsclusters, für den Abschluss und letztlich für die Ratifikation ist Einstimmigkeit aller 27 Mitgliedstaaten erforderlich. Ein deutsch-französischer Expertenbericht aus dem Jahr 2023 empfahl explizit, die qualifizierte Mehrheitsentscheidung „vor der nächsten Erweiterung bei der Beschlussfassung in allen verbleibenden Politikbereichen“ einzuführen – mit Ausnahme von Außen- und Verteidigungspolitik. Die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) analysiert die Reformoptionen als Wahl zwischen einer „kleinen Lösung“ – schrittweise Ausweitung von Mehrheitsentscheidungen in spezifischen Politikfeldern – und einer „großen Lösung“, die Mehrheitsentscheidungen an die Erweiterung koppelt. Bislang ist keine der Optionen verbindlich beschlossen. Der Erweiterungsprozess schreitet voran, die Reformprozesse hinken hinterher.[22][23][24][25]

Das Europäische Parlament hat in seinem Bericht von 2025 gefordert, dass „das Prinzip der qualifizierten Mehrheit neu definiert werden muss, um für ein besseres Gleichgewicht zwischen größeren und kleineren Ländern zu sorgen“. Gleichzeitig verweist es darauf, dass auch das Verfahren nach Artikel 7 EUV – das Instrument gegen Rechtsstaatsverstöße – gestärkt werden muss: Die bisherige Einstimmigkeitsregel beim Europäischen Rat ermöglicht es jedem Mitgliedstaat, das Verfahren zu blockieren. Eine Union, die sich vergrößert, ohne ihre internen Entscheidungsprozesse zu reformieren, schreibt sich ihre künftige Dysfunktion buchstäblich in den Vertrag.[^8] Ein Vorgang, der nicht von ungefähr an die Wirkungslosigkeit des UN-Sicherheitsrats erinnert, in dem geopolitische Konfrontationen nie gelöst werden können, weil immer eines von fünf ständigen Mitgliedern geopolitisch auf der „anderen Seite“ steht, also zum Beispiel sein Veto gegen die Sanktionierung eines Verbündeten einlegt, die von den vier anderen getragen würde.

Stubb und die Entgrenzung des Europa-Begriffs

Und dann ist da noch der finnische Präsident. Alexander Stubb, seit Jahresbeginn mit wachsender Sichtbarkeit auf internationalem Parkett, hat Anfang Juni auf einer Energiekonferenz in Helsinki die Vorstellung entwickelt, die EU auf bis zu 40 Mitgliedstaaten auszuweiten – und nannte neben den üblichen Kandidaten aus dem Westbalkan und der östlichen Nachbarschaft auch die Türkei, Norwegen, Island, Großbritannien und: Kanada. „Wäre es nicht schön, wenn Kanada der 28. Mitgliedsstaat der EU würde und nicht der 51. Staat der Vereinigten Staaten?“, fragte Stubb sinngemäß. Das Zeitfenster für Erweiterungen sei „ziemlich kurz“, denn nach dem Ende des Ukrainekrieges könnte der politische Schwung verloren gehen.[4][26]

Der Vorschlag ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert – weniger als realistische politische Agenda, sondern als Symptom einer fundamentalen Verschiebung im EU-Selbstverständnis. Der EU-Vertrag stipuliert, dass ein Staat „europäisch“ sein muss, um Mitglied zu werden. Kanada ist, geographisch, nicht europäisch. Dass ein Staatspräsident im Herzen der EU-Mitgliedschaft dies nun in aller Öffentlichkeit zur Disposition stellt, zeigt, wie sehr der Ukrainekrieg und der damit verbundene Druck durch Donald Trumps Außenpolitik das politische Raster verschoben haben.[^27]

Das ist nicht zu verwechseln mit dem Argument für eine Kanada-Mitgliedschaft. Es ist die Diagnose einer Entgrenzung: Der Europa-Begriff, der dem Projekt zugrunde lag, ist im Begriff, sich aufzulösen. Was bleibt, wenn Europa nicht mehr eine geografisch, kulturell und institutionell halbwegs kohärente Einheit ist, sondern ein politisch-axiologisches Projekt mit offenem Ende? Eine „wertbasierte Gemeinschaft“, wie es im Brüsseler Sprachgebrauch heißt – aber wessen Werte, festgelegt von wem, verteidigt durch welche Mehrheiten?

Konsequent gedacht führt diese Logik in eine Richtung, die zumindest einer öffentlichen Debatte würdig wäre: entweder in eine deutlich differenziertere Mitgliedschaftsarchitektur mit abgestuften Formen der Assoziierung, oder in eine immer weiter gedehnte Vollmitgliedschaft, die ihren ursprünglichen Gehalt immer stärker verwässert. Selenskyj hat die Idee einer „assoziierten Mitgliedschaft“ öffentlich abgelehnt – sie sei nicht gleichwertig, weil sie kein Stimmrecht in der EU verleihe. Hier liegt das politische Dilemma: Die EU kann keinem Land ernsthaft ein Vollmitgliedschaftsversprechen machen, das sie institutionell und fiskalisch nicht einlösen kann, ohne sich selbst zu beschädigen.[^28]

Ein Projekt braucht Grenzen – auch um wirksam zu sein

Die Debatte über EU-Erweiterung wird häufig als Wahl zwischen zwei Polen dargestellt: expansivem Idealismus auf der einen, reaktionärem Nationalismus auf der anderen Seite. Das ist eine falsche Dichotomie. Es gibt legitime, pro-europäische Argumente für eine stärkere Differenzierung zwischen Vollmitgliedschaft und Assoziierung – zwischen dem Kern des Projekts und seinem Einflussbereich. Die alte Osterweiterung von 2004, so schwierig und auch kostspielig sie im Einzelnen war, hatte einen Vorteil, der gerne vergessen wird: Sie war begleitet von langen Vorlaufzeiten, klaren Transformationserwartungen und dem Bewusstsein, dass die integrierenden Staaten wirtschaftlich in eine vergleichbare Entwicklungsdynamik eingebunden werden konnten. Die Beitrittskandidaten von damals hatten keine aktiven territorialen Konflikte, keine russischen Truppen auf ihrem Boden und keine dreistelligen Milliardensummen an Wiederaufbaubedarf.

Das bedeutet nicht, dass Europa keine Verantwortung gegenüber der Ukraine trägt. Es bedeutet nur, dass die Vollmitgliedschaft nicht die einzige Form ist, in der diese Verantwortung ausgedrückt werden kann. Sicherheitsgarantien, wirtschaftliche Partnerschaftsabkommen, Vorabintegration in den Binnenmarkt, abgestufter Zugang zu EU-Programmen – all das sind Instrumente, die den politischen Schutz der Ukraine stärken können, ohne die institutionelle Kohärenz der EU zu überfordern.

Wer dagegen das gegenwärtige Tempo und die gegenwärtige Erweiterungslogik kritisiert, muss sich den Vorwurf anhören, er kapituliere vor Putins Aggression oder verweigere der Ukraine europäische Solidarität. Dieser Vorwurf ist billig. Die Frage, welche Form der europäischen Integration für alle Beteiligten nachhaltig ist, ist gerade kein Verrat an der Ukraine – sie ist die Voraussetzung dafür, dass Europa als handlungsfähiger Akteur überhaupt noch existiert, wenn der Krieg endet.

Die EU ist ein außerordentliches historisches Projekt, das seinen Wert nicht zuletzt aus seiner inneren Kohärenz bezieht: aus gemeinsamen Regeln, die für alle gelten, aus Institutionen, die trotz aller Schwerfälligkeit Verlässlichkeit erzeugen, und aus einem normativen Kern, der Mitgliedschaft bedeutungsvoll macht. Wer diesen Kern durch unbegrenztes Ausdehnen dünner macht, gefährdet das Projekt von innen – nicht weniger als jene, die es von außen attackieren.

Die goldenen EU-Sterne auf dem europäischen Blau sind nicht beliebig vermehrbar, ohne ihren Glanz zu verlieren.

Der Artikel wurde von uns gerahmt, von einer KI ausgearbeitet, die auch das Titelbild generiert hat, und von uns wiederum ergänzt und an wenigen Stellen korrigiert.

Quellen

  1. Weg frei für EU-Beitrittsverhandlungen mit Moldau und Ukraine – Nach langem Warten können demnächst die EU-Beitrittsverhandlungen mit Moldau und der Ukraine beginne…
  2. EU-Staaten geben Beitrittsgespräche mit Ukraine und Moldau frei – Das Abkommen vom Freitag macht den Weg frei, dass Ukraine und Moldau offiziell den ersten Verhandlun…
  3. 10-Punkte-Plan zum EU-Beitritt der Ukraine – vorbei an Ungarns Veto – Die Europäische Union und die Ukraine haben eine To-do-Liste erstellt, die den Kyjiws EU-Beitritt sc…
  4. Finland’s Stubb says EU should expand to 40 states … – CNBC – Finland’s president says EU should expand to 40 states — including Canada · Finnish President Alexan…
  5. Erweiterungspaket 2025 zeigt Fortschritte wichtiger Partner … – Die Europäische Kommission hat ihr jährliches Erweiterungspaket angenommen, mit einer umfassenden Be…
  6. EU-Perspektive für die Ukraine – Auswärtiges Amt – Die Ukraine stellte am 28. Februar 2022 ihren Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union. A…
  7. 16933/25 1 Rat der Europäischen Union Der Vorsitz stellt fest …
  8. BERICHT über die institutionellen Folgen der EU … – BERICHT über die institutionellen Folgen der EU-Beitrittsverhandlungen (2025/2041(INI)) Ausschuss fü…
  9. Knapp 500 Milliarden Euro für Ukraine-Wiederaufbau nötig – WASHINGTON (dpa-AFX) – Der Krieg in der Ukraine hat innerhalb von knapp vier Jahren laut einer neuen…
  10. 500 Milliarden Euro Wiederaufbaukosten in der Ukraine – Berlin: (hib/AHE) Die Bundesregierung hat im Rahmen der Ukraine Recovery Conference 2025 (URC2025) k…
  11. Ukraine will 850 Milliarden Euro für Wiederaufbau – Merz geht von … – Wie hoch sind die Sachschäden durch Russlands Krieg in der Ukraine? Darüber gehen die Meinungen bei …
  12. Interne Schätzung: EU-Beitritt der Ukraine könnte 186 Milliarden Euro kosten – Der Rat der EU hat die Kosten für eine Aufnahme weiterer neun Länder geschätzt. Alle bisherigen Mitg…
  13. Analyse: Ukraine bekäme bei EU-Beitritt die meisten … – BRÜSSEL (dpa-AFX) – Eine Aufnahme der Ukraine in die EU würde ohne eine Änderung von Förderregeln er…
  14. Ukraine: Folgen eines möglichen EU-Beitritts – iwd.de – Sollte die Ukraine Mitglied der Europäischen Union werden, würden ihr umfangreiche Mittel aus dem Ha…
  15. Monatsbericht zum EU-Haushalt 2024: Deutschland weiterhin … – Deutschland zahlte 2024 etwa 0,4 Prozent seines Bruttonationaleinkommens (18 Milliarden Euro) mehr a…
  16. Ukraine sagt Umdenken der EU-Agrarpolitik bei Beitritt voraus – Der EU-Beitritt der Ukraine wird ein Umdenken bei der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), wie wir sie he…
  17. 🇪🇺 Bewährungsprobe für Moldau: Auf dem Weg zum EU … – 🇲🇩 Aufbruch mit Risiken Die Republik Moldau peilt ehrgeizig das Jahr 2028 für den EU-Beitritt an. Al…
  18. EU-Perspektive für die Republik Moldau – Auswärtiges Amt – Die Republik Moldau hat am 3. März 2022 ihren Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union ge…
  19. Wirtschaftsausblick Moldau – Germany Trade and Invest – Die GTAI-Reihe „Wirtschaftsausblick“ informiert über die Wirtschaftsentwicklung in Moldau und deutsc…
  20. Rat der EU empfiehlt Policy Paper von Passauer Forschenden – Die Republik Moldau strebt eine EU-Mitgliedschaft an. Doch ist das mit dem Konflikt um die abtrünnig…
  21. Europäische Union : EU will Beitrittsgespräche mit der Ukraine und Moldau beginnen – Nach einer Einigung mit der Ukraine will Ungarn seine langjährige Blockadehaltung beilegen. Einen be…
  22. Europäische Union: EU leitet Beitrittsgespräche mit Ukraine und Moldau ein – Alle 27 EU-Botschafter haben zugestimmt: Am Montag sollen die Beitrittsgespräche starten. Ukraines P…
  23. Unterwegs auf hoher See: Die EU für das – Auswärtiges Amt
  24. [PDF] Zum Stand der Konsensfähigkeit der EU. Kleine oder große Lösung …
  25. Der EU-Erweiterung fehlt die Vertiefung – Der EU-Beitritt weiterer Staaten ist geplant – doch ohne institutionelle Reformen bleibt die Erweite…
  26. Finnlands Präsident schlägt vor, die EU auf 40 Staaten auszuweiten – Auf der Wunschliste Stubbs für eine Erweiterung stehen neben Kanada Länder wie: Großbritannien, Türk…
  27. EU: Kanada als Mitglied? Warum europäische Politiker jetzt Druck machen – Die einen suchen nach einer Antwort auf Trump, die anderen halten die Debatte für absurd. Fest steht…
  28. Finnish President Stubb proposed to expand the European Union to 40 countries – Finnish President Alexander Stubb has proposed increasing the number of EU member states from 27 to …

Entdecke mehr von DER WAHLBERLINER

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar