Wohnungsnot – alternative Spielwiesen (Rainer Balcerowiak, taz) // @HeimatNeue #Mieterproteste #Gemeinwohl #Mietenwahnsinn_stoppen #Balcerowiak #RainerBalcerowiak #taz #DIELINKE #Grüne #KatrinLompscher #TempelhoferFeld #Baufreiheit

2018-06-24 Medienspiegel

Medienspiegel 136 / Serie „Mieter!“

Bereits vor wenigen Tagen hatte ich einen Beitrag von Rainer Balcerowiak vor mir, darin ging es um „Aufstehen“.

Ich konnte die Anmerkungen dazu kurz halten, weil meine Beobachtungen mit seinen fast identisch waren oder soweit identisch, wie zwei unterschiedliche Personen die gleiche Wahrnehmung haben können.

Nun befasst sich Balcerowiak mit der Stadtgesellschaft, die ich hier ohne Anführungszeichen schreibe, weil ich sie so verstehen möchte: Als Gesamtheit derer, die in der Stadt leben und mehr Partizipation als bisher benötigen, um die Soziale Stadt zu retten.

Alles, was nicht deren Erhaltung dient, sondern Einzelinteressen, schlage ich schon mehr der kapitalistischen Seite zu – und dazu gehören auch die privaten Ein-Haus-Baugenossenschaften.

Aus diesem Grund habe ich mich bisher nicht euphorisch zu den CLTs geäußert (den Community Land Trusts), weil ich nach erster kurzer Befassung damit den Eindruck hatte, die sind, bezogen auf das Beispiel London, wo sie en Vogue sind, etwas für den oberen Mittelstand. Eine tiefere Beschäftigung damit steht aus.

Damit dieser Mittelstand der vermeintlichen Hypergentrifizierung entgehen kann, setzt er auf Modelle des gemeinschaftlichen Bauens und Wohnens in Eigentum und gentrifiziert seinerseits zulasten der wirklich Bedürftigen. Ich kenne solche privaten Baugenossenschaften, in denen in der Regel mindestens eine Partei dem Berufsstand der Architekten angehört,  und was dort verhandelt, gebaut, gelebt wird, wirkt auf mich nicht selten elitärer als die „reguläre Gentrifizierung“ durch Sanierung, Umwandlung etc bzw. das Publikum, das dadurch die gewachsenen Viertel verändert.

Und natürlich DIE LINKE. Bei den Grünen weiß ich’s nicht so genau, wie Balcerowiak es evtl. weiß, der hier für die Hauspostille der Grünen schreibt, aber natürlich hält mein Bezirksverband der LINKEn beispielsweise an der Baufreiheit des Tempelhofer Feldes fest – zumindest machen sich Vorstandsmitglieder dafür stark.

Partikularinteressen anstatt Unten gegen Oben sind das neue Links – in vieler Hinsicht. Beim Thema Wohnen insofern, dass sie dafür sorgen, dass nicht zu viel gebaut werden kann. Das böse Wort vom Bauverhinderungssenat halte ich für falsch, aber das die Senatorin Lompscher (DIE LINKE) die Bürger_innen-Partizipation wirklich mit Leben erfüllen will, geht natürlich manches langsamer. Ich habe in diesem Beitrag die Route ein wenig vorgezeichnet, die eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes nehmen sollte und mich flexibel gezeigt.

Flexibel insofern, als ich 2014 aus für mich plausiblen Gründen für die Baufreiheit gestimmt habe. Aber man muss, wenn neue Fakten und Erkenntnisse aufkommen, wenn sich neue Entwicklungen zeigen, auch mal eine Revision der eigenen Ansichten vornehmen können, wenn man sich dem Ganzen verpflichtet fühlt. Alles ist solange richtig, wie es sich nicht überwiegend schädigend für die tatsächliche, die ganze Stadtgesellschaft darstellt. So, wie der jetzige Zustand des TF mit seiner sehr extensiven Nutzung, wie ihn manche immer noch als unverzichtbar empfinden, für mich nicht mehr zu rechtfertigen ist, angesichts der herrschenden Wohnungnot. Dass die vollkommene Baufreiheit in diesem Kontext nicht mehr schlüssig zu begründen ist, spielt beim Beharren keine Rolle.

Bleibt festzuhalten: Wieder ein klarsichtiger Artikel von Rainer Balcerowiak.

TH

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

AutismusJournal

Perspektiven und Reflexionen

Carolin Schnelle

Jungjournalistin

thomas post

Alternativen

Telepolis

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

ScienceFiles

Kritische Sozialwissenschaften

Zusammen gegen #Mietenwahnsinn

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

KuBra Consult

Acta, non verba

Nachrichten: ZEIT ONLINE Newsfeed

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Meike K.-Fehrmann (Autorin)

Frieda - Ein Demenz-Krimi / Warum Herr Hagebeck sterben muss / Kakerlaken-Schach / Die Rache stirbt zuletzt

SPIEGEL ONLINE - Politik

Das Netzmagazin von Thomas Hocke

Testkammer

Testen macht süchtig: Filme, Spiele, Bücher etc. im Fokus

Film plus Kritik - Online-Magazin für Film & Kino

„Film is a disease. When it infects your bloodstream, it takes over as the number one hormone. As with heroin, the antidote to film is more film.“

SPD erneuern

Unfrisierte Gedanken zur Wiedergewinnung von Relevanz

Ein Parteibuch

Noch ein Parteibuch

Jan Josef Liefers

Die offizielle Fanseite

Wortwechsel 15

Das Schreibblog von Anja, Armena, Elke und Thomas

The Blog Cinematic

Film als emotionalisierende Kunstform

%d Bloggern gefällt das: