2019/105 SYNDIKAT: Am 18. April bitte zur Demo gegen Pears Global, 16 Uhr, Kurfürstendamm 177 // @SyndiCAT44 @Syndikat44 @nk_12049 @KiezinAktion @HeimatNeue @smokyck @derjochen #Mietenwahnsinn #Verdrängung #wirbleibenalle #PEARSGLOBAL #neukoelln #neukölln #Enteignung

2019-02-27 Mit wem und wofür kämpfen - Mieter kämpft um diese Stadt

Zuletzt hatten wir vor vierzehn Tagen gebeten, eine Veranstaltung des Syndikats, der bedrängten Kiezkneipe in der Neuköllner Weisestraße 56, zu unterstützen. 

Jetzt geht es weiter: „Am Donnerstag, den 18.04. um 16 Uhr ist es wieder soweit, wir sind wieder am KuDamm 177. auch vor der auf die Nerven gehen damit !“, schreibt die Initiative.

Hauskauf durch Investor – Kündigung – Räumungsklage – Zwangsräumung? Der Weg allen inhabergeführten Kleingewerbes in den Zeiten des Mietenwahnsinns?

Bis jetzt hat es das Syndikat geschafft, seine Räume besetzt zu halten, die vom Vermieter Pears Global zum 31.12.2018 gekündigt wurden. Doch die Lage ist bedrohlich. Deswegen bitten wir an dieser Stelle auch gleich mal darum, die Neue Berliner Linie zu propagieren, die Zwangsräumungen stoppen soll.

Oben heißt es, man will den ebenso geheimnisumwitterten wie durchsetzungswilligen Investor noch ärgern, bevor er sowieso enteignet wird. Anders herum wäre ja auch sinnlose Energieverschwendung und unfeines Nachtreten.

Niemand aus der Stadtgesellschaft hat jedoch die Absicht, genauso fies zu sein wie die Miethaie, die brutale Angriffe gegen ein Haus, eine Gemeinschaft, eine Kiezinstitution nach der anderen fahren, ohne dass ihnen irgendeiner von den Menschen dort etwas getan hätte.

Wir kommen auch gar nicht mehr richtig aus Neukölln heraus, wo derzeit vor allem der Reuterkiez unter massivem Beschuss steht, aber nicht nur diese Gegend in der Nähe des Maybachufers, direkt gegenüber der Kreuzberger Seite des Landwehrkanals. Auch der Schillerkiez, in dem das Syndikat ansässig ist, wird gerade so richtig entdeckt, man versucht also, diese Ecke von Neukölln-Nordwest ebenfalls aus den Angeln zu heben und zu einem Investoren-Eldorado zu machen.

Zum Syndikat haben wir bereits geschrieben. Den vorherigen Beitrag, eine Ankündigung zum Info-Abend über die Art, wie man Vermieter recherchieren kann, lassen wir unter diesem, dort sind weitere Beiträge verlinkt.

Wir erinnern uns: Das Syndikat hatte Pears Global erst aufgedeckt.. Dadurch konnte festgestellt werden, dass diese Firma zu den privaten Großvermietern gehört, die in Berlin über 3.000 Wohnungen haben und damit „enteignungsreif“ sind. Insofern hat die obige Ankündigung einen ernst gemeinten Hintergrund.

Bis es so weit ist, werden noch ein paar Tage ins Land gehen. So lange kann das Syndikat nicht warten. Vor allem nicht, wenn aus den Tagen Monate und Jahre werden sollten. Deswegen ist es wichtig, solidarisch vor Ort zu sein und am Donnerstag, wie bereits vor einem Monat, vor dem Sitz der Berliner Filiale von Pears Global zu demonstrieren!

18. April 2019, 16 Uhr, Kudamm 177!

TH

SMH 347

Damit wir syndikatmäßig nicht aus der Übung kommen, nach unserem Bericht über den Spaziergang durchs Neuköllner Schillerkiez am gestrigen Sonntag nun eine Ankündigung. Die Kiezkneipe „Syndikat“, die gestern auch zentraler Anlaufpunkt war, enthüllt mehr Details zu ihren Pears-Global-Recherchen!

Immerhin wurde mittlerweile festgestellt, dass die Vermieter & Peiniger des Syndikats zu den „Big Ten“, nunmehr „Big Eleven“ gehören, die in Berlin unter das Enteignungsgebot fallen würden, wenn aus dem Volksbegehren „DWenteignen“ ein Gesetz entstünde, das die Landesregierung zur (Re-) Kommunalisierung der Immobilienkonzernbestände in Berlin zwänge.

Jetzt heißt es also Durchhalten für die Gekündigten, die Besetzer, die niemals Aufgebenden.

Diese Recherchepräsentation am kommenden Donnerstagabend finden wir so super interessant, dass wir sie ausnahmsweise schon (knapp) drei Tage vor ihrem Stattfinden bewerben.

Das tun wir ansonsten derzeit nur mit der großen Demo gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn am 6. April (12 Uhr, Alexanderplatz – wehe, jemand schwänzt und / oder es gibt zu wenig Solidarität aus der Stadtgesellschaft für die bedrängten Mieter_innen!).

Wir überlegen ernsthaft, am 4. April im Syndikat zu aufzuschlagen, um uns weiter über Pears Global informieren zu lassen – und das ist unter gegenwärtigen Voraussetzungen mehr als ein Kompliment. Das ist ein Statement.

Immerhin hat der Artikel „Pears Global oder weiche Birne?“ zu einem nicht geringen Teil dazu beigetragen, dass der Monat März der nach Leser_innenzahlen bisher beste des (neuen) Wahlberliners geworden ist, dafür könnten wir auch mal Solidarität vor Ort zeigen.

Das Interesse am Schicksal des Syndikats und natürlich auch an seinen investigativen Fähigkeiten ist in der Mieter_innenszene enorm, das spüren wir immer mehr.

Doch wir dürfen nie vergessen: Diese Menschen kämpfen um ihre Existenz. Das ist kein Hype, kein Spiel – und die Aufmerksamkeit, die erzeugt wird, dient auch dazu, uns alle in Berlin im Kampf gegen den #Mietenwahnsinn zu stärken und solidarischer werden zu lassen.

Hier nun Auszüge aus der Ankündigung, komplett findet man sie hinter diesem Link:

„Die Kiezkneipe Syndikat im Schillerkiez in Neukölln erhielt nach 33 Jahren Existenz die Kündigung zum 31.12.18. Da sich die Gegenseite weigerte, Gespräche in irgendeiner Form aufzunehmen und die offizielle Eigentümerin laut Vertrag eine Briefkastenfirma in Luxemburg ist, machte sich das Kneipen-Kollektiv auf die Suche nach ihren realen Eigentümer*innen. Dabei stießen sie auf ein Netzwerk aus Briefkasten- und Scheinfirmen, das von fast jedem Steuerparadies der Welt aus operiert. (…)

Neben der Präsentation unserer Ergebnisse soll es auch darum gehen, wie wir an diese gelangen konnten und wir versuchen einige Tipps zu geben, wie Eigentümer*innen aus der Deckung gezerrt werden können. Auch wenn sie alle Register ziehen und sich hinter – vermeintlich undurchdringlichen – Konstrukten verstecken.“

Ist das spannend oder ist es spannend? Vor ein paar Jahren hätte das keinen (…) interessiert, aber mittlerweile wissen wir alle, warum diese Dinge nicht nur etwas für professionelle Journalisten sind, die sie dann ja meist doch nicht aufdecken. Jaja, aus den Möglichkeiten, die die großen Medien haben, ließe sich mehr machen, als bisher passiert. Aber leider schreiben in den großen Redaktionen einige durchaus fähige Menschen lieber polemisch und nicht sehr faktenreich gegen die Mieter. Nein, keine Namen.

Dafür bitte jetzt mal alle ne Hand hoch, deren Haus seit dem Beginn des #Mietenwahnsinns an irgenwelche Briefkastenfirmen, Konzerne, Spekulanten verkauft wurde. Ah ja. So ähnlich haben wir’s uns gedacht. Man sieht den Raum vor lauter Fingern nicht mehr. Und wer wurde glücklich (re-) kommunalisiert? Da einer … und da noch einer … und noch ein paar da hinten, ein kleiner Block im Osten des Raums. Die sind alle aus dem Kosmosviertel. Das ist trotzdem nur ein kleiner Bruchteil derer, die „privatisiert“, also ausgeraubt wurden.

Vor allem diejenigen konnten jetzt nicht freudig aufzeigen, denen man mit Share Deals das Fell über die Ohren gezogen hat. Die sitzen zitternd zuhause und warten auf die Herausmodernisierung. Auf diese Weise den Milieuschutz zu kippen, das war und ist immer noch, man hält es kaum für möglich, komplett legal.

Haben wir schon erwähnt, dass Orte wie das Syndikat als Gewerbemieter sowieso nicht durch die sozialen Erhaltungssatzungen geschützt sind? Was sind schon Kiez-Institutionen für die Kultur eines Viertels? Auch diese Verdrängung ist derzeit rechtens.

Aber gerecht ist das nicht. Es ist eine gewollte Schweinerei zugunsten der Immobilienhaie. Initiiert von Politiker_innen, vor deren Glashäusern man sich eigentlich nicht nur einmal im Jahr, sondern jeden Tag aufstellen müsste. Trick des Kapitals: Solidarität mit den Bedrängten ist kein Streikgrund. Ist illegal.

Genau wegen dieser Art von Legalität und Illegalität ist legal manchen Leuten scheißegal.

Wir meinen damit nicht das Syndikat, das lediglich nach zähem, fairem Kampf seine Räume besetzt und sich gegen Vertreibung wehrt. Es hat jeder das Recht und die Pflicht, um seine Existenz zu kämpfen. Es ist ein Akt der Notwehr, wie die Initiative „DWenteignen“. Die Pears Globals dieser Welt sind diejenigen, denen endlich Grenzen gesetzt werden müssen.

Aber erst einmal: In die helle Frühlinsgssonne mit demn lichtscheuen „Investoren“!

Wir haben jetzt von der Veranstaltung aus einen ziemlich großen Bogen geschlagen, schon klar. Aber was hier geschieht, das hat eine grundsätzliche Bedeutung. So sehen es auch die Veranstalter, sonst hätten sie den Schlusssatz nicht geschrieben, in dem es um Vernetzung und Information für alle geht. Die „Investoren“ zu stellen, ist einer der soliden Steine, mit denen die Selbstermächtigung für die Bedrängten des Mietenwahnsinns errichtet werden kann.

Haben wir das schon erwähnt? Jeder, der nicht für „DWenteignen“ unterzeichnet, ist gegen die mutigen Aktivist_innen vom Syndikat!

TH

Medienspiegel 321

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