„Udo Wachtveitl: Weihnachten feiern wir nicht zusammen“ | Berliner Morgenpost | + Die Rekordhalter*innen #50JahreTatort 2 #Crimetime Special #Tatort #Leitmayr #Batic #BR #München #Weihnachten

Crimetime Special - 50 Jahre Tatort (2) - Titelfoto © WDR/X Filme Creative Pool, Frank Dicks (zu "In der Familie")

Liebe Leser*innen,

im Rahmen unserer Veröffentlichungen zu „50 Jahre Tatort“, aber herausgelöst aus den Besprechungen einzelner Filme bzw. Fälle, haben wir ein schönes Interview mit Udo Wachtveitl (Tatort-Kommissar Franz Leitmayr) entdeckt, Udo Wachtveitl: „Weihnachten feiern wir nicht zusammen“ – Berliner Morgenpost. Wieso zwei Zeitangaben? Weil der erste Film, in dem er mit Miroslav Nemec alias Ivo Batic gemeinsam aufgetreten ist („Animals“), schon 1989 gedreht, aber erste 1991 gezeigt wurde. Wir rechnen 29 Jahre, da für uns immer das Datum der Premiere der Maßstab ist.

Die beiden haben nun die Ehre, in der Jubliäumsfolge „50 Jahre Tatort“ ermitteln zu dürfen, zusammen mit dem Dortmunder Team Falke, Bönisch, Dalay, Pawlak („In der Familie„).

Dennoch ist Lena Odenthal aus Ludwigshafen (gespielt von Ulrike Folkerts) länger dabei, nicht, wie der Fragesteller der Morgenpost suggeriert, etwa gleich lang. Bei diesen drei Titan*innen des Tatorts ist jeweils kein konkretes Ende abzusehen. Die Münchner könnten jederzeit aufhören, heißt es im Interview, vermutlich gilt das auch für Ulrike Folkerts – aber niemand lässt raus, wie seine Zukunftsplanung konkret aussieht und ob man wirklich gedenkt, im Dienst zu bleiben, bis man nicht mehr kraxeln kann. Der Grund für Ulrike Folkerts dürfte klar sein: Da müsste Odenthal schon bis zu ihrem ca. 70. Lebensjahr Fälle lösen, um die Bayern bezüglich der Zahl der gedrehten Episoden zu überholen, sofern diese wenigstens in den nächsten zwei, drei Jahren aufhören. Also will sie wenigstens den Dienstzeitrekord behalten. Das wird noch spannend, zumal im Film, hoffentlich nicht in der Realität, der gute Ivo schon „Rücken“ hatte und Ulrike Folkerts für ihre Sportlichkeit bekannt ist.

Es gibt aber einen Unterschied, der zumindest für mich zählt: Jüngst hatten die Bayern mit „Lass den Mond am Himmel steh’n“ und „Unklare Lage“ wieder zwei Filme, die von vielen Fans als sehr gut, wenn nicht als herausragend bewertet wurden (Plattform Tatort-Fundus als führendes Kurzkommentar- und Bewertungs-Sammelbecken für die Serie). Das kann man von den Filmen, die in Ludwigshafen gemacht werden, eben nicht sagen. Ich persönlich habe einige besser bewertet als die meisten Fans, vor allem die „Experimente“, aber auch für mich wirkt LU manchmal auserzählt. Leider auch deshalb, weil man kürzlich den Fehler gemacht hat, das Verhältnis zwischen Odenthal und Johanna Stern fast wieder auf die zickige Anfangs-Null zu setzen, anstatt es so weiterzuentwickeln, dass Stern die natürliche, logische Nachfolgerin wäre und somit auch in einer großen Tradition weiblicher Ermittler beim SWF / SWR stehen würde. Man kann das natürlich trotzdem so arrangieren, aber diese Manierismen und Künstlichkeiten in den LU-Tatorten nerven schon manchmal sehr und immer wieder kommt der Verdacht auf, dass nur schwache Drehbücher so etwas nötig haben.

Da Nemec und Wachtveitl auch an ihren Drehbüchern feilen helfen, hoffe ich mal, falls das Standard ist (bei den Dialogen habe ich oft nicht den Eindruck, dass diejenigen, die sie sprechen müssen, sie auch beeinflussen können) bei Ulrike Folkerts beruhen Übergriffe ihrer Rollenfigur, wie das Werfen eines Apfels nach der Kollegin in „Leonessa„, einem leider ziemlich kruden Machwerk, nicht auf ihren eigenen Vorschlägen.

„Selbstbezogenheit“ würde Udo Wachtveitl diese Befindlichkeitsshow wohl nennen, er ist kein Fan der allzu starken Involvierung der Ermittler, obwohl er gerade in der Anfangszeit, wir erinnern uns aber auch an neuere Fälle, immer wieder privat reingezogen wurde. Auch dem RND hat er zu „50 Jahre Tatort“ ein Interview gegeben: „Tatort“-Star Udo Wachtveitl: „Mir geht diese Selbstbezogenheit auf den Wecker“ (rnd.de). Darin erfahren wir mehr zur Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Team im aktuellen Fall und Ähnliches zur Zukunft.

Allerdings sind Batic und Leitmayr in München zumindest zeitweise auch nur die Nr. 2. Das habe ich erst festgestellt, nachdem ich begonnen hatte, mich auch mit den Polizeirufen zu befassen. Die Münchner Schiene ist bezüglich der Qualität der Drehbücher, der Inszenierung und oft auch schauspielerisch die beste Schiene beider Reihen. Selten, dass ich für einen Polizeiruf aus München weniger als 8/10 vergebe. Mit Edgar Selge und Matthias Brandt als Ermittlern hatte man zweimal hintereinander einen Volltreffer gelandet.

Ich finde übrigens, wie der Fragesteller der Morgenpost, dass Batic und Leitmayr einander mit den Jahren immer ähnlicher geworden sind, wie eben ein gutes Ehepaar. Sicher liegt das auch daran, dass beide das Glück hatten, einigermaßen volles Haar zu behalten und dass es bei beiden eine fast identische silberweiße Farbe angenommen hat. Ich finde aber auch, sie sehen beide fast gleich alt aus, während Nemec anfänglich etwas älter wirkte als der Kollege, was auch zutrifft. Ansonsten gibt sich Wachtveitl stellenweise auch geheimnisvoll, seine Pläne angehend, wie die Süddeutschen eben auch mal sein können: diskret.

Wir werden ein weiteres Interview zu „50 Jahre Tatort“ zeigen, an dem Wachtveitl ebenfalls teilnimmt, das ich noch wesentlich interessanter finde, weil dort viele Tatort-Stars und Menschen zusammenkommen, die hinter der Kamera stehen oder andere Funktionen haben – und in diesem Interview fällt „Leiti“ mit pointierten politischen Aussagen etwas aus dem Rahmen.

TH

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