Im Sog – Polizeiruf 110 Episode 88 #Crimetime 1037 #Polizeiruf #Polizeiruf110 #DDR #Hübner #Zimmermann #Sog

Crimetime 1037 - Titelfoto © Fernsehen der DDR / ARD

Im Sog des schlechten eigenen Charakters und des allgemeinen Mangels

Im Grunde ein ganz altes Muster. In zwei oder drei volkseigenen Betriebenen arbeiten ein paar Männer zusammen, um Waren abzuzweigen und auf dem Schwarzmarkt zu verhökern. Das ist eine der häufigsten Plotvarianten in DDR-Poleizeirufen. Natürlich kommt es zu Komplikationen und das Zusammenwirken wird von der Kriminalpolizei aufgedeckt. Vorteil: Es gibt keine Mordkommission, sondern nur die „K“, sodass die bekannten und beliebten Ermittler*innen in allen diesen Fällen tätig werden können – im 88. Polizeiruf sind es Jürgen Hübner und Lutz Zimmermann. Was es sonst über diesen Film zu schreiben gibt, steht in der -> Rezension.

Rezension

Von einer Lieferung an ein Centrum Warenhaus wird eine Kiste mit Handbohrmaschinen gestohlen. Lagerleiter ist Hans Wendereich, Sohn von Gertrud Wendereich, die ein Heimwerkerbedarfsgeschäft betreibt. Hans kann jedoch keine Schuld nachgewiesen werden. Tatsächlich müssen Oberleutnant Jürgen Hübner und Oberleutnant Lutz Zimmermann die Ermittlungen einstellen, weil der Fall nicht lösbar erscheint, gab es doch keinerlei Spuren. Auch die gestohlene Ware ist nicht aufgetaucht. Im Urlaub mit ihrem jüngeren Freund Kurt erfährt Gertrud unterdessen, dass Kurt zusammen mit seinen Freunden Peter Becher und Reiner Karsten die Kiste entwendet hat. Kurt beteuert, es Gertrud zuliebe getan zu haben. Gertrud verrät ihren Freund nicht, zumal sie glaubt, dass Kurt nur ein Mittäter war. Die drei Freunde haben beschlossen, die Ware ein halbes Jahr lang unangerührt in Reiners Garten zu lassen. Zudem brechen sie den Kontakt untereinander ab.

In dem halben Jahr lernt Reiner die junge Katrin kennen. Beide werden ein Paar und bald ist Katrin schwanger. Reiner will sie heiraten. Sie erfährt, dass er einen Garten hat, und will dort aktiv werden. Reiner drängt seine Freunde darauf, die heiße Ware aus seinem Garten zu holen, doch lehnt Kurt ab. Die drei Freunde wollen sich erstmals auf Gertruds Geburtstag wiedersehen. Kurt ist da, Peter erscheint, doch Reiner fehlt. Wenig später findet die Polizei ihn ermordet im Park. Er wurde erschlagen. Die Polizisten können Blutspuren sicherstellen, haben jedoch keinen Anhaltspunkt. Peter Becher hat ein Alibi und die Blutgruppe stimmt nicht überein. Gertrud und Kurt scheinen mit der Sache nichts zu tun zu haben, zumal beide Gastgeber der Geburtstagsfeier waren.

Gertrud entdeckt in einem Ofen Reste von Reiners Personalausweis. Kurt gibt zu, dass er mit Reiner während Gertruds Geburtstagsfeier im Keller eine Auseinandersetzung hatte. Reiner wollte aussteigen und griff Kurt mit einer Eisenstange an. Beim Gerangel stürzte Reiner und schlug heftig mit dem Kopf an der Treppenkante auf. Er starb und Kurt brachte ihn heimlich in den Park, bevor er zur Feier zurückkehrte. Kurt beteuert, dass Reiner der Kopf der Diebesbande war. Die Ermittler lassen Peter beschatten, der Kurt aufsucht. Als Kurt vor Peter sogar jede Beteiligung am Raub abstreiten will, verlässt Gertrud wütend das Haus. Sie erfährt später von Peter, dass Kurt der Kopf der Bande war und Reiner eigentlich nur die Ware in seinem Garten lagerte.

Von Reiners Mutter erfährt Gertrud, dass Reiner erschlagen wurde, die Tat also kein Unfall war. Als Gertrud Kurt aus der Wohnung werfen will, wird er wütend, und Gertrud schließt sich vor Angst ein. Die Ermittler haben unterdessen zwei Sachen herausgefunden: Die Blutgruppe von Kurt stimmt mit dem Blut überein, das am Toten gefunden wurde. Kurt war zudem während der Geburtstagsfeier einige Zeit verschwunden, vorgeblich um Wein aus dem Keller zu holen. Die Zeit reichte, um den toten Reiner aus dem Haus zu schaffen. Die Ermittler gehen zu Kurt und nehmen ihn fest. Die Tür geöffnet hatte ihnen die verängstigte Gertrud, die die Ermittler um Hilfe gegen Kurt bat. Auf der Wache unterschreibt Kurt wenig später das Vernehmungsprotokoll und bricht anschließend in Tränen aus.

Rezension

Der siebte Film der Reihe Polizeiruf 110 hieß „Blutgruppe AB“. Diese Blutgruppe, beide Varianten (Rhesusfaktor + und -) enthaltend, kommt in Deutschland nur bei fünf Prozent der Bevölkerung vor. Der Täter in jenem Film war also, wenn man erstmal wusste, in welchem Setting man suchen musste, relativ leicht zu ermitteln. Das war 1971. Dreizehn Jahre später. Mittlerweile gibt es eine Blutgruppe C, deren Träger aber kein Täter sein kann. Vermutlich war Blutgruppe C eine neue Variante, die nur der sozialistische Mensch aufwies, den man inzwischen, „against all odds“, doch noch erfunden hatte. Leider kam diese Erfindung viel zu spät, um noch für eine so umfängiche Verbreitung sorgen zu können, dass die DDR überlebensfähig gewesen wäre.

Täter hingegen haben eben oft Blutgruppe A oder AB, sind also schnöde Durchschnittsmenschen. Vor allem im Vergleich zu den seltenen C-Inhaber:innen, deren Zahl leider nie dokumentiert wurde, denn heute wäre es sowas von wichtig, sozialistischen oder wenigstens solidarischen Exemplaren unserer Spezies zu mehr Beachtung und Vermehrung zu verhelfen. Da aber auch in der DDR keine Chance mehr bestand, systematisch an die Sache heranzugehen, sehen wir im 88. Polizeiruf aus dem Jahr 1984, wie sich Menschen in wirklich beinahe unsinnige Dinge hinein verstricken und dabei am Ende alles kaputt machen, was das Glück im Arbeiter- und Bauernstaat bedeuten konnte. Zum Beispiel ein eigenes, 1,5-stöckiges Haus, freistehend, und ein gelber Renault 12. Sogar ein eigenes Geschäft für Heimwerkerbedarf.

Aber da fängt es auch schon an. Wie sollte man an den Nachschub kommen? Den konnte man ja fast nur klauen, so suggeriert es nicht nur dieser Film, sondern schon viele vorher liefen auf dieser Schiene: Der Generalkonsens unter DDR-Filmemachern war wohl: Materialmangel macht nicht nur erfinderisch, sondern auch verbrecherisch und sorgt für mindestens die Hälfte aller begangenen Delikte. Das lässt eigentlich nur einen Rückschluss zu: So war es wirklich, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zensur diese nervigen, fast in jedem Film vorkommenden Anspielungen wirklich spaßig fand oder sie als stark übertrieben ansah.

Da aber auch das fiese Ermorden anderer aus Habgier und dergleichen in einem gutartigen Staat nicht vorkommen sollte, war man ein wenig in der Zwickmühle: Was wollte man denn überhaupt zeigen? Also hat man sich auf dieses kleinere und, wie man vielleicht auch dachte, irgendwann noch zu behebende Übel verständigt und dabei einen beachtlichen Variantenreichtum entwickelt. In den Anfangsjahren spielte oft Schlampigkeit bei der Objektsicherung eine Rolle, im Laufe der Zeit kam es häufiger zu Unterschlagung und Veruntreuung von innen, aus den Arbeitskollektiven heraus.

Nur glaubte wohl 1984 kaum noch jemand daran, diese wenig belobigenswerten Einstellung beachtlicher Teile der Bevölkerung könne sich ändern, weil die Lage sich ändert. Deswegen kam ich bereits im Herbst 2019 zu der Ansicht, die Filme aus 1984 bis 1986 haben oftmals eine sehr depressive Grundstimmung. Danach ging man dann wirklich zu den potemkinschen Dörfern über und schuf in den letzten Jahren des östlicheren deutschen Staates noch einmal Polizeirufe, die nicht nur sehr ansehnlich waren, sondern manchmal eine erfrischende Herzhaftigkeit und ideologische Zeigefreudigkeit aufwiesen. Was mir gerade auffällt: Ich bin fast durch, denn im März 19, als ich anfing, mit der Reihe „Polizeiruf“ zu arbeiten, war bei einem der beiden Sender, die sich der chronologischen Wiedergabe der alten Filme widmeten, gerade das Jahr 1984 dran. Dort sind wir jetzt wieder angekommen – mit dem MDR, der fast gleichzeitig ganz von vorne begann und dabei leider einige Filme ausließ, die der RBB nun aber in seiner eigenen chronologischen Aufarbeitung, die er gerade wieder gestartet hat, auch zeigt; es sind übrigens besonders interessante Werke, wie „Minuten zu spät“ aus dem Jahr 1972. Nachtrag anlässlich der Veröffentlichung der Rezension im August 2021: Gerade werden weitere „Restanten“ in einem weiteren Durchlauf gezeigt.

In „Im Sog“ sehen wir also den üblichen Geräte- und Materialklau, wir sehen aber auch die psychologische Ausgereiftheit, welche die Polizeirufe schon in den 1970ern entwickelt hatten und die man in den 1980ern konsequent weiterbetrieb. Außerdem ist das Werk schön gefilmt, die Farben wirken natürlich, denn dieser immerhin 87 Minuten lange Krimi ist auf Kinomaterial gedreht – war also mithin das, was ich als „großen Polizeiruf“ bezeichne, eine der aufwendiger wirkenden Produktionen. Die Sets spiegeln das hier nicht so, eine billige Datsche, ein mittelständisches Wohnhaus und zwei, drei einfachere Wohnungen sind die Hauptschauplätze. Die Teile von Betriebseinheiten, die gezeigt werden, sind recht übersichtlich. Aber wir sind ja auch im Heimwerkermilieu und treffen dort drei Freunde, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie sind so unterschiedlich, dass man sich fragt – wie konnte das werden? Vielleicht war aber auch die Auswahl nicht so groß und was verbindet nicht alles. Zum Beispiel der Materialmangel. Dieser bringt Charaktere zum Zusammenwirken, die gar nicht passen.

Jedenfalls können sie im 88. Polizeiruf so zusammenwirken, dass die Leitung eines Warenhauses nicht rauskriegt, dass sie behumpst wird, obwohl sie auch zur Familie gehört. Ausgerechnet der Netteste der drei bösen Materialklau-Buben wird aber leider umgebracht. Das gab es in den ersten Jahren, in denen diese Klasse des Diebstahls an Volkseigentum thematisiert wurde, eher nicht. Häufiger kamen schon (schwere) Körperverletzungen dadurch vor, dass Tatabläufe nicht verliefen wie geplant.

Im Grunde ist das hier aber auch so: Denn der Nette, er heißt Hans, will aus der Sache aussteigen, weil er seine große Liebe gefunden hat und diese unbedingt seine Datsche renovieren helfen will, aber leider sind dort die abgezweigten Bohrmaschinen in einer großen Kiste versteckt, die man nicht allein transportieren kann. Was macht also Hans? Er geht zu Kurt. Kurt ist der Drahtzieher des Ganzen, ein großer, gutaussehender, ehrgeiziger und überhaupt ein Typ, auf den wir noch zurückkommen werden. Es kommt zu einer Auseinandersetzung und Kurt bringt Hans um – wegen einer Kiste Bohrmaschinen! Es ist fast wie heute auch wieder.

Warum ist Hans nicht darauf gekommen, die Kiste zu öffnen und die Bohrmaschinen in kleinere Gebinde umzuladen und woanders – egal. Vielleicht, weil der nette Nachbar ihn dabei beobachtet hätte. Jener ältere Herr, der offenbar dauerhaft in der Gartenkolonie lebt und den Hans auch noch bittet, schön Obacht auf sein Grundstück zu geben. Und der sollte dafür was bekommen? Genau, eine nigelnagelneue Bohrmaschine, bei der man lieber nicht so genau fragt, ob dafür auch der Nachbar eine Rechnung und einen ausgefüllten Garantieschein vorlegen kann. Hans heißt vielleicht Hans, weil er eigentlich ein irres Glück hat. Er lernt nämlich eine Sprechstundenhilfe namens Katrin kennen, die ist so süß und so energetisch, dass er jedweder krummen Tour, und sei es nur das sozusagen derivative, nicht einmal hehlerische Delikt, geklaute Bohrmaschinen zu beherbergen, abschwören will. Leider macht sie etwas zu viel Druck, will sogar mit der naiven Schwiegermutter in spe allein zur Datsche, um schon mal zu gärtnern und den Liebsten zu überraschen. Hans kann sie gerade noch abfangen und die Entdeckung der Kiste verhindern – und er weiß einfach nicht, wie er so schnell diesen blöden Holzverschlag wegbekommen soll.

Leider hat er sich mit Kurt einen Narzissten und notorischen Lügner als Partner oder Chef des Trios eingehandelt, der gar nicht daran denkt, irgendwem zu helfen außer sich selbst und der alle ausnutzt und demgemäß überhaupt kein Verständnis für die Lage von Hans hat. Die Art, wie er den anderen im Keller umbringt und später die Leiche beiseite schafft, klingt gruselig, aber nicht ganz unrealistisch. Offenbar weiß Kurt auch von der Freundin und vielleicht ist er sogar neidisch, denn seine eigene hat mehr Geld, ist aber älter als er und was immer er auch tut, um voran zu kommen, dieses Gefühl junger Liebe innerhalb der Arbeiterklasse, die einfach nur auf einander ganz doll mögen, nicht auf materiellen Erwägungen basiert, kennt er nicht.

Schöne, echte Gefühle und falsche, asymmetrische Verhältnisse, unterschiedliche Stimmungen, das kann dieser Film recht gut. Anfangs wirkt er ein wenig steif inszeniert, die Dialoge könnten schwungvoller gesprochen und konturiert sein, aber das gibt sich; vielleicht konzentriert man sich als Zuschauer auch mehr auf das Psychodrama, das auch dieser Film wieder beinhaltet. Und man lernt diesen Kurt hassen, je mehr man an ihm Eigenschaften entdeckt, die man irgendwoher kennt. Natürlich nicht von der werten eigenen Person, aber man ist ja nicht allein auf der Welt und um die eigene Person herum herrschen nichts als Gier, Korruption …  und NARZISSMUS. Kurt ist manipulativ, durchtrieben, egozentrisch, stellt sich als brutal heraus und – am Ende als weinerlich, als wolle er schon in dem Moment, in dem er das Protokoll unterschreibt, jene dekorative Reue zeigen, die sich vor Gericht gut verwenden lässt. Er gibt ja wohl auch keinen Mord zu, sondern allenfalls eine ungewollte Tötung, Körperverletzhung mit Todesfolge, die in vielen Polizeirufen der DDR-Ära eine erhebliche Rolle spielt. Natürlich ist auch dieser halbe Zusammenbruch auf dem Polizeirevier unecht, wie eigentlich alles an diesem Menschen bis auf den recht frühen Haarausfall, trotzdem wirkt er, siehe oben, recht attraktiv. Das werde ich mir merken.

Der Dritte im unrunden Bunde heißt Peter und ist ein einfacher Typ, der vor allem als Lagerist im Warenhaus eine unabdingbare Funktion in diesem Trio erfüllt, nämlich, das eigentliche Abzweigen organisieren zu können. Der Wareneingang wird eben doch nicht so genau registriert. Da kommen eben Lieferungen von den Produktionsstätten und sie sind wie eine Pralinenschachtel: Man weiß vorher nie, was drin ist. Also kann man auch ins Wareineingangsbuch mehr oder weniger schreiben, was man will. Wenn es in der DDR schon eine anständige Blockchain – aber dann hätte man für die Polizeirufe wirklich kaum noch Themen gehabt. Außer vielleicht, wie man eine solche manipuliert, und stellen Sie das mal spannend dar.

Dass die drei Männer solche geradezu exemplarischen Namen tragen, schien mir ein Hinweis zu sein. Nämlich darauf, dass die drei exemplarisch dafür stehen, warum verdammt noch mal der Sozialismus nicht so funktioniert, wie er soll. An der Oberfläche zeigt der Film keine Ideologie, es wird nicht moralisiert und sogar Dienstrangbezeichnungen oder das Wort „Genosse“ fallen so gut wie gar nicht – eigentlich nur einmal, und das auch noch ironisch gemeint. Aber diese Typen sorgen dafür, dass es nicht geht und ihr Umfeld ebenfalls: Der gutmütige Hans macht eben mit, der Lagerfacharbeiter hat einfach kein Gewissen, ist ein rudimentärer Geist in jeder Hinsicht, ganz und gar ein gedankenloses Subjekt. Der Kopf des Ganzen, der die anderen auch um jeweils einen Kopf überragt, ist natürlich das eigentliche asoziale Element: Ohne ihn wären die anderen nie straffällig geworden, weil sie sich die Methoden nicht ausdenken können, die hier angewendet werden.

Der eine, Peter, nimmt zwar gerne was mit und Hans wehrt sich nicht gegen seine Inanspruchnahme, weil er auch was abkriegen soll (er will Peter sogar seinen Anteil zukommen lassen, wenn der ihm hilft, das gewichtige  Corpus delicti wegzuschaffen). Und die Frauen? Die Mutter von Hans merkt gar nichts, die Mutter des Warenhausleiters ist leider mit Kurt zusammen, von ihm emotional abhängig und lässt sich quasi alles gefallen. Einzig die hübsche Katrin (ich war binnen Sekunden ein Fan von ihr) repräsentiert alles, was man sich gerne häufiger gewünscht hätte: Sie ist klar im Kopf, rein im Herzen, sehr zupackend und – ja, sie bringt den Stein ins Rollen, weil sie unbedingt den Garten schön machen will, wenn er schon einmal da ist. Sie will also Hansemanns  Leben Luft und Farbe geben und der kann das gar nicht wertschätzen, weil da noch das Gerümpel einer etwas nachlässigen jüngeren Vergangenheit rumliegt. Berührt hat mich vor allem, dass Katrin die Datsche sogar im Gedenken an ihn trotzdem renovieren und ihm dadurch irgendwie nah sein will. Und auf was stößt sie dabei? Tja.

Finale

Katrin wird von Petra Blossey gespielt und stellt die einzige Identifikationsfigur in diesem Film dar, aber diese reicht aus, um männliche und weibliche Zuschauer*innen gleichermaßen zu binden. Die Rolle in „Im Sog“ hat ihr vielleicht auch diejenige in „Die Weihnachtsklempner“ zwei Jahre später eingebracht. Was ich ein wenig erstaunlich fand: Dass Regisseur Edgar Kaufmann nur vier Polizeirufe inszeniert hat und zu jenen gehörte, deren Arbeit mit der Wende quasi beendet war. „Der Spezialist“, sein Erstling, ist allerdings nur noch fragmentarisch erhalten, wurde nicht neu vertont, zu „Die alte Frau im Lehnstuhl“ gibt es bereits eine veröffentlichte Rezension, zu „Trio zu viert“ einen Entwurf. Beide habe ich mit 7/10 bewertet, also etwas oberhalb der „Grundpunktzahl“ und noch mal in die Texte hineingeschaut: Beide Krimis fand ich wohl nicht sehr spektakulär, aber gut gespielt und auf ihre Weise stimmig. Das gilt auch für „Im Sog“, auch wenn der Titel nochmal eigens betrachtet werden müsste. Hier ziehe ich aber einen kompletten halben Extrapunkt aus der Tasche – wegen der reizenden Katrin.

7,5/10

© 2021 (Entwurf 2020) Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Regie Edgar Kaufmann
Drehbuch Regina Weicker
Produktion Irene Ikker
Musik Werner Pauli
Kamera Rolf Sohre
Schnitt Ruth Ebel
Besetzung

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