Borowski und der gute Mensch – Tatort 1173 #Crimetime Vorschau Das Erste, 03.10.2021, 20:15 Uhr #Tatort #Kiel #Borwoswki #Sahin #NDR #Gutmensch

Crimetime Vorschau Tatort – Titelfoto NDR, 

Er ist wieder da!

Ja, natürlich, Kommissar Klaus Borowski, der fast zwanzig Jahre Dienstzeit und mehrere Mitarbeiterinnen überstanden hat, ist wieder da. Aber wir meinen den Mann, der in „Borowski und der stille Gast“ für Furore sorgte und wenige Jahre später zurückkehrte. Kai Korthals heißt der Mörder, der ein Dauergegner von Kommissar Borowski geworden ist.

„Diesmal trifft es den Kommissar ungleich härter, denn Korthals entführt Frieda Jung, seine große Liebe und zukünftige Braut. Nun folgt am Sonntag, den 03. Oktober 2021 um 20:15 Uhr im Ersten Programm der ARD der dritte Teil des Sequels und gleichzeitige Abschluss der Trilogie. Abermals werden Borowskis Nerven arg strapaziert, und auch seine junge Kollegin Mila Sahin, mit der er zum sechsten Mal gemeinsam ermittelt, wird vom „stillen Gast“ in den Bann gezogen.“ – Tatort-Fans

Mit „Borowski und der gute Mensch“ ist die Korthals-Trilogie allerdings abgeschlossen. Zu dieser Aussage kommt die Redaktion von Tatort-Fans und schließt damit, dass dies auch ganz gut sei, weil der dritte Teil doch arg überkonstruiert wirke. Gelobt wird aber wieder einmal das Spiel von Lars Eidinger in dieser Rolle. Eidinger hat sich mittlerweile eine herausragende Stellung erarbeitet und ist zweifellos einer der profiliertesten Darsteller seiner Generation. Vielleicht ein künftiger Ermittler? Er wäre nicht der erste, der die Seiten wechselt. 

Und was schreiben die üblichen Wissenden zum neuen Borowski-Korthals-Krimi? Auch der SWR3-Check hält die Schaupielleistung von Lars Eidinger für hollywoodreif und den neuen Tatort für sogar für eine Netflix-Konkurrenz. Mehr Lob geht kaum und konsequenterweise werden vier von fünf möglichen Elchgeweihen aufgehängt.

Höchste Alarmstufe im neuen „Tatort“ aus Kiel: Serienmörder Kai Korthals konnte aus der forensischen Abteilung fliehen. Seine letzte Tat liegt sechs Jahre zurück. Mit der Entführung von Psychologin Frieda Jung hat er damals Borowskis Glück zerstört. Und ausgerechnet Borowski lässt das alles jetzt scheinbar kalt. Der Abschluss der Krimi-Trilogie nach den Drehbüchern von Sascha Arango arbeitet mit wohlvertrauten Schauerbildern und setzt neue Akzente. Der „Tatort – Borowski und der gute Mensch“ (NDR / Nordfilm Kiel) ist wendungsreich, weil uns das Böse vertrauter wird, während sich der Gute verweigert, und spannend, weil Gut und Böse in diesem Kräftemessen letztlich keine Rolle spielen. – Martina Kallweit in Tittelbach-TV

Dafür gibt es herausragende 5,5/6. Man darf eben nicht, wie die Tatort-Fans-Redaktion, allzusehr auf die Relevanz der polizeipraktischen Plausibilität abheben, um den Film aus Kritikersicht schick zu finden, wie wir nun zweimal gesehen haben. Ja, auch dieses Mal hat einer unserer Lieblings-Drehbuchautoren, Sascha Arango, der es zuletzt hat etwas ruhiger angehen lassen, wieder das Skript beigesteuert. Arango und die Kiel-Tatort, das passt einfach, scheint’s. Auch „Borowski und die Frau am Fenster„, der als bester Borowki bisher gilt, stammt aus seiner Feder. Die Frau am Fenster ist in gewisser Weise die weibliche Variante des stillen Gastes, auch wenn sie nicht in fremde Wohnungen eindringt. 

Leute, passt auf eure Zahnbürsten auf: Lars Eidinger schleicht sich als Serienkiller Kai Korthals wieder in fremde Badezimmer. Das »Tatort«-Sequel ist ein einziges Selbstzitat. – Christian Buß, Der Spiegel

Leider ist ihm der Film wohl doch zu selbstreferenziell und es kommt zu enttäuschenden 5/10. Das ist etwas ernüchternd, besonders, weil Buß in letzter Zeit häufig recht hohe Bewertungen vergeben hat. Schon bald wissen wir mehr, denn wir sind dieses Mal mit der Vorschau spät dran und kürzen das Prozedere daher auch ein wenig ab. Aber werden wir es schaffen, auch nur 5/10 zu geben, für einen Film, der uns vielleicht an „Borowski und die Sterne“ erinnern wird, als die bis dahin still-verkrampfte Liebe zwischen ihm und seiner Frieda Jung endlich dem Nachthimmel näherkam? Fälle von Hybristophilie scheinen ebenfalls vorzuliegen.

TH

Handlung

Alarm in Kiel: Bei einem Aufstand in der forensischen Klinik gelingt dem Frauenmörder Kai Korthals die Flucht aus der Sicherheitsverwahrung. Korthals, der zahlreiche Frauen in ihren Wohnungen beschlich und tötete, wurde vor sechs Jahren zu Borowskis persönlichem Alptraum, als er dessen Verlobte Frieda Jung entführte.

Damals gelang es dem Kommissar, Frieda zu befreien, doch seine Beziehung zerbrach daran. Kommissarin Mila Sahin will Kai Korthals mit allen Mitteln jagen. Doch ist Borowski schon bereit, sich seinem Widersacher erneut zu stellen? In Kais Zelle finden sich Briefe von Verehrerinnen: Offenbar haben sich zahlreiche Frauen von dem Killer angezogen gefühlt und ihm Versprechungen gemacht. Diese Frauen sind nun in höchster Gefahr. Dann findet sich am Ufer eines Sees die Leiche einer jungen Frau.

Hauptkommissar Klaus Borowski – Axel Milberg
Kommissarin Mila Sahin – Almila Bagriacik
Kai Korthals – Lars Eidinger
Kriminalrat Roland Schladitz – Thomas Kügel
Teresa – Sabine Timoteo
Alma Kovacz – Victoria Trauttmansdorff
Gerichtsmedizinerin Dr. Kroll – Anja Antonowicz
Manfred Schumann – Hans-Uwe Bauer
Doris Eisner – Dagmar Leesch
Gefängnisdirektorin – Angelika Bartsch
u.v.a. 

Regie – Ilker Catak
Buch – Sascha Arango

2 Kommentare

  1. Können Sie uns Lesern ein wenig Hoffnung machen, dass jetzt, wo die Bundestagswahl vorbei ist, der Wahlberliner auch mal wieder Rezensionen veröffentlicht statt nur Vorschauen? Der Rückstand beträgt nun immerhin gut ein Jahr.

    Gefällt 1 Person

    1. Das haben Sie super mitbekommen. Zuletzt habe ich nur noch Rezensionen älterer Tatorte und Polizeirufe veröffentlicht, auch wenn die Texte teilweise in einer Zeit geschrieben wurden, in der sich der Rückstand bei den neuen Filmen aufgebaut hat. Aber Sie haben ganz recht, da besteht ein Defizit, das ich à la longue beheben muss. Um das innerhalb eines Jahres zu tun, müsste ich etwa zwei Tatorte / Polizeirufe pro Woche rezensieren – das geht im Moment wegen allgemein viel zu tun schlecht und wegen des Filmfests, das ich derzeit bevorzugt bearbeite, um die Zahl der Crimetime-Beiträge einzuholen. Das ist natürlich nicht Ihr Bier als Leser und ich danke Ihnen sehr für Ihr Interesse. Ich werde sehen, was ich tun kann, um wieder aufzuschließen.

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