Corona Infoblock Update 6/22: Inzidenz von mehr als 1000 in Bremen, 700 in Berlin, europäische Länder teilweise mit Inzidenzen um 2.000 und mehr | Frontpage | Corona Lage | Der bisher größte Infoblock

Frontpage | Corona Lage | Länder erreichen Inzidenzen von über 2.000

Liebe Leser:innen, der Sonntag, an dem wir uns gestern übers Spazieren gehen unterhalten haben, ist vorbei. Trotz vergleichsweise niedriger erfasster Neuinfektionen am Wochenende steigt die Inzidenz. Und wir stellen unsere Berichterstattung nun so um, dass Sie die Entwicklungen der letzten  Zeit besser nachverfolgen können, jetzt auch wieder mit dem Infoblock voran.

Unser Infoblock

  • Weltweit gemeldete Neuinfektionen[1]
    • 1,87 Millionen (09.01.2022)
    • 2,24 Millionen (08.01.2022)
    • 2,52 Millionen (07.01.2022)
    • 2,59 Millionen (06.01.1022 – die bisherige Höchstzahl).

Bei den Zahlen bitte berücksichtigen, dass am Wochenende nicht nur in Deutschland weniger Erfassungen vorliegen als von montags bis freitags. Ob die Omikron-Welle in einigen Ländern schon abklingt, während sie in Deutschland gerade erst beginnt, werden wir erst in einigen Tagen beurteilen können.

  • Länder mit mehr als 5 Millionen Einwohnern und besonders hohen Inzidenzwerten[2]
    • Irland (3.378)
    • Frankreich (2.774)
    • Griechenland (2.767)
    • Australien (2.006)
    • Großbritannien (1.866)
    • Spanien (1.847)
    • Italien (1.840)
    • Schweiz (1.750)
    • USA (1.494)
    • Israel (1.183)

Angesichts dieser Zahlen liegt es nah, dass wir uns in Deutschland zumindest auf eine vierstellige Inzidenz einzustellen haben. Derzeit sieht es noch besser aus, aber zumindest ein Bundesland weist bereits eine Inzidenz von mehr als 1.000 auf.

  • Inzidenz in Deutschland[3]
    • 375,7 (10.01.2022, Stand 14:00 Uhr)
    • 362,7 (08.01.2022)

  • Gemeldete Neuinfektionen in Deutschland[4]
    • 25.255 (09.01.2022)
    • 36.552 (08.01.2022)    

  • Ausgewählte Bundesländer / Kommunen[5]
    • Bremen weist weiterhin die höchste Inzidenz aus (1081), am Tag zuvor 1100.
    • Hamburg und Berlin folgen mit Inzidenzen von 694 (gestern 665) und 560 auf den Plätzen 2 und 3, Schleswig-Holstein liegt mit 521 auf Platz 4. Der Berliner Bezirk Neukölln hat derzeit nach Bremen-Stadt die zweithöchste Inzidenz (1042) aller Kommunen in Deutschland. Neukölln ist ein Nachbarbezirk von uns, auch  unser eigener Bezirk liegt mit über 700 höher als der ohnehin exorbitante Berliner Durchschnitt.

Die von der vierten Welle am stärksten betroffenen östlichen Bundesländer sind derzeit diejenigen mit den niedrigsten Inzidenzen. Ein Grund für die sehr hohen Zahlen Bremens soll sein, dass dort auch während der Feiertage konsequent gestetet und erfasst wurde, anders als in vielen anderen Bundesländern, in denen die Zahlen auch aufgrund von Nachmeldungen jetzt rapide ansteigen. Außerdem ist in Bremen die Verbreitung der Omikron-Variante besonders weit vorangeschritten.[6]

  •  Der wichtige R-Wert in Deutschland (eine infizierte Person steckt wie viele weitere Personen an?)[7]
    • 1,17 (09.01.2022)
    • 1,23 (08.01.2022)

Der R-Wert wurde offenbar nachträglich nach unten korrigiert, gestern wies dieselbe Quelle noch 1,30 aus.

Aus der Politik (09. und 10.01.2022) und weitere Infos

  • Die Für März avisierte Impfpflicht wird sich auf Start im Mai oder Juni verzögern.[8] Wie wird die Durchseuchung der Bevölkerung bis dahin sein? Die bisherigen Fallzahlen von über 7 Millionen könnten sich bis dahin jedenfalls mehr als verdoppeln, wenn man die Vergleichsdaten anderer europäischer Länder als Maßstab heranzieht.
  • Die Variante Omikron macht weltweit bereits 40 Prozent der Infektionen aus, sie verzeichnete in der vergangenen Woche einen Anstieg von 71 Prozent auf 9,5 Millionen Fälle. In dem Zusammenhang wird davor gewarnt, nur die Auslastung der Intensivstationen im Blick zu haben und nicht die gesamte Krankenhausbettenbelegung, wie das Beispiel Großbritanniens zeigt, wo das Gesundheitssystem insgesamt überlastet ist.[9] Dieselbe Quelle berichtet in einem weiteren Artikel, dass den Gastwirten ein Lockdown lieber wäre als 2G plus.[10] Dieser Ansicht schließen wir uns an.
  • Ebenfalls zur Krankenhausauslastung, aber auch zur seiner Meinung nach nicht validen Erfassungsmethode der Hospitalisierung („mit, nicht wegen Corona“) hat sich Virologe Hendrik Streeck geäußert, der bisher oft abweichende Meinungen vertreten hat, aber nun Mitglied des Expertenrats ist, dem auch Christian Drosten angehört und der die Bundesregierung berät. Streeck fordert aber vor allem einen weniger alarmistischen Umgang mit der Pandemie auf dem Weg zur Endemie. [11] Wir haben in einem der ersten Corona-Updates des Jahres diesen vermutlich unumgänglichen Weg bereits in Frageform erwähnt.
  • Eine derzeit wichtige Frage ist, ob Corona-Schnelltests auch die Omikron-Variante sicher erkennen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will dazu eine Positivliste vorlegen, belastbare Zahlen sollen aber schon vorliegen, nach denen über 80 Prozent der Schnelltests in der Lage sind, Omikron-Infektionen zu identifizieren. Identifizieren meint, die Infektion an sich anzuzeigen, nicht, dass die Omikron-Mutation der Auslöser ist.[12]

Hiermit schließen wir die bisher umfangreichste Informationsveranstaltung zu Corona und enthalten uns, wie an Werktagen mittlerweile üblich, umfassender Bewertungen, denn wir haben doch alle genug mit der Alltagsbewältigung in den Zeiten der Pandemie zu tun, oder etwa nicht? Da wollen wir uns das Schimpfen, sofern nicht gerade ein besonders dazu herausfordernder aktueller Tatebestand vorlegt, überwiegend für die Tage von Freitag bis Sonntag aufheben, wenn Sie und wir hoffentlich mehr Kapazitäten haben (wir zum Äußern unserer Meinung, Sie zum Verarbeiten derselben).

Bei uns steht derzeit die Entscheidung an, ob wir am Arbeitsplatz und bezüglich der Homeoffice-Tage bestimmte Vorschläge umsetzen dürfen, die wir angesichts der enormen Omikron-Welle in Berlin für dringend geboten halten. Das halten wir nicht für Alarmismus, sondern für das Mindestmaß an Vernunft und Solidarität, das unter zivilisierten Menschen selbstverständlich sein sollte.

TH

[1] COVID Live – Coronavirus Statistics – Worldometer (worldometers.info)

[2] Länder mit der höchsten 7-Tage-Coronainzidenz weltweit | Statista

[3] Bundesländer | RKI COVID-19 Germany (arcgis.com)

[4] Bundesländer | RKI COVID-19 Germany (arcgis.com)

[5] Bundesländer | RKI COVID-19 Germany (arcgis.com)

[6] Bremen meldet höchste Länder-Inzidenz: Impfhochburg ist auch Corona-Hotspot – wie kann das sein? – Politik – Tagesspiegel

[7] Corona-Zahlen: R-Wert für Deutschland (corona-in-zahlen.de)

[8] Corona-News im Ticker: Scholz kann Impfpflicht-Versprechen wohl nicht halten | WEB.DE

[9] Pandemiebekämpfung: Omikron ist weltweit auf dem Vormarsch – Gesundheitssysteme sind unter Druck (msn.com)

[10] Corona bringt Gastwirte in Not: „Lieber Lockdown als 2G plus“ (handelsblatt.com)

[11] „Ermüdend und nicht erfolgreich“: Virologe Streeck fordert Pandemie-Umdenken (msn.com)

[12] Unterschiedliche Qualität bei Schnelltests: Lauterbach kündigt Positivliste an | WEB.DE

Frontpage | Corona Lage | Die Omikron-Wand steht und wir stehen davor

Liebe Leser:innen, es ist Sonntag. Zeit, sich ein wenig über Corona zu informieren, aber vielleicht auch Zeit zum Spazieren gehen? Könnte man nicht beides miteinander verbinden und dabei andere Menschen treffen und sich mit ihnen über das wichtige Thema austauschen?

Die Sonntagsumfrage

Civey hat zuverlässig eine Umfrage erstellt, aber bitte lesen sie zuerst den Begleittext, bevor Sie abstimmen. Unterhalb der Abstimmung geht es zu unserem blichen Infoblock.

Deutschlandweit nehmen sogenannte „Spaziergänge” gegen die Coronapolitik zu. Während viele Gruppen friedlich durch die Straßen laufen, werden auch häufig die gängigen Schutzmaßnahmen missachtet. Zudem münden diese oft unangemeldeten Versammlungen laut Deutsche Welle mitunter in sehr gewalttätigen Ausschreitungen. Mehrere Städte haben darauf mit einzelnen Verboten der Spaziergänge reagiert.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) will härter gegen rechtswidrige „als Spaziergänge getarnte“ Demos vorgehen. Im Tagesspiegel räumte er jedem das Recht zu demonstrieren ein. Aber „man muss sich an das Versammlungsrecht halten und an die Corona-Verordnung, etwa die Maskenpflicht oder die nötigen Abstände“. Bundesinnenministerin Nancy Faeser befürwortet in der Tagesschau eine Auflösung unangemeldeter Spaziergänge durch die Polizei.

Derweil berufen sich Spaziergehende auf die Versammlungsfreiheit. Laut ZDF gilt diese aber nicht vorbehaltlos. So muss u. a. eine Versammlung spätestens 48 Stunden vorher angemeldet werden. Währenddessen begründete das Verwaltungsgericht in Karlsruhe das dort verhängte Verbot damit, dass die öffentliche Sicherheit durch die Spaziergänge mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen gefährdet wäre.

Civey-Umfrage: Sollten sogenannte „Spaziergänge“ gegen die Coronapolitik aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens verboten werden? – Civey

Spätestens seit unserem Update 1/22 und diesem Artikel (die Diskussion läuft noch) wissen Sie, dass wir Menschen nicht gleich jede Form von Versammlung verbieten möchten, nicht einmal, wenn sie so stattfindet, dass Entscheidungsträger es auch mitbekommen, zum Beispiel in der Nähe ihrer Wohnhäuser. Wir betonen aber stets, dass wir Auswüchse solcher Proteste in Form strafbarer Taten ablehnen. Wenn nun aber die Pandemielage gegen Versammlungen im Allgemeinen steht? Dann muss man das logischerweise generell so definieren und zwar für alle, denn anders als noch gerade so im Einzelhandel lässt sich unmöglich kontrollieren, ob alle Beteiligten an einer Demo bestimmten Anforderungen wie 3G, 2G oder gar 2G Plus erfüllen.

Konsequenz: Dann darf das pandemiebedingte Versammlungsverbot nicht nur für Demos gelten, die sich mit Corona beschäftigen. Allenfalls lässt sich eine Anzahlreduzierung denken, aber keine Trennung nach Themen, die allzu sehr wirken würde, als ob nur noch für regierungsgenehme Zwecke protestiert werden darf. Die Meldepflichtigkeit von Demonstrationen ist sicher ein weiterhin wichtiges Instrument, um sozusagen sie Spreu vom Weizen zu trennen: Da „Spaziergänge“ in der Regel nicht angemeldet werden, um die Meldepflicht zu umgehen, können sie auch aufgelöst werden, wenn sie das Gepräge von Demonstrationen annehmen und außerdem nicht der aktuellen Pandemielage entsprechen (Letzteres, wie gesagt, müsste dann aber auch bei der Genehmigung von Veranstaltungen allgemein in Form eines Versagungsgrundes berücksichtigt werden). Wir haben also mit „eher ja“ gestimmt. Nicht jeder Spaziergang muss gleich von der Polizei aufgelöst werden, aber die deutlich erkennbare Absprache, sich zum Protest gegen Corona-Maßnahmen zu versammeln, unterfällt sachlogisch dem Versammlungsrecht.

Unser Infoblock

  • Gestern kam es weltweit zu 2,24 Millionen Neuinfektionen (vorgestern 2,52 Millionen und am Mittwoch 2,59 Millionen, der bisherige Höchststand)
  • Die Inzidenz in Deutschland stieg gestern auf 362,7 und die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen betrug 36.552.[1]
  • Die höchste Inzidenz in Deutschland weist derzeit Bremen auf (1100), das in der vierten Welle, angenommenermaßen aufgrund der hohen dortigen Impfquote, immer zu den Kommunen rechnete, in denen es am besten lief. Ein Grund für die sehr hohen Zahlen soll sein, dass in Bremen auch während der Feiertage konsequent gestetet und erfasst wurde, anders als in vielen anderen Bundesländern, in denen die Zahlen auch aufgrund von Nachmeldungen jetzt rapide ansteigen. Außerdem ist in Bremen die Verbreitung der Omikron-Variante besonders weit vorangeschritten.[2]
  • Leider liegen auch viele Berliner Bezirke mit an der Spitze, die Inzidenz in der Stadt insgesamt liegt bei durchschnittlich 665. Das wird, ebenfalls leider, für uns persönliche Konsequenzen haben. Unabhängig davon, wie es finanziell ausgestaltet wird, werden wir den kompletten Rückzug ins Homeoffice antreten.[3] Das wollten wir schon bei einer Inzidenz von 500 tun, sind aber von der schroffen Entwicklung der letzten Tage geradezu überrumpelt worden.
  • Der wichtige R-Wert liegt aktuell in Deutschland bei 1,3 (eine Person steckt derzeit 1,3 Personen an). Damit liegt er etwa auf gleicher Höhe wie während des Gipfels der vierten Welle.[4]
  • Was uns noch erwarten könnte, zeigen Nachbarländer wie Frankreich, das gestern eine Inzidenz von mehr als 2.400 aufwies.[5] Bisherige Erklärungen, warum die Verhältnisse dort wesentlich anders sein sollen als hierzulande (abgesehen von der dort etwas höheren Impfquote) haben uns nicht überzeugt.

Aus der Politik

  • Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kann das von ihm gegebene Impfpflicht-Versprechen einem Bericht zufolge nicht mehr halten. Scholz hatte Ende November im ZDF wörtlich gesagt, eine allgemeine Impfpflicht solle spätestens ab „Anfang März“ für alle in Deutschland gelten. Die Gründe, dass das Versprechen nicht umgesetzt werden kann, sind der Zeitplan des Bundestags und des Bundesrats sowie komplizierte juristische Fragen, wie der „Tagesspiegel“ (Sonntagsausgabe) aus Koalitionskreisen erfuhr.[6]
  • Ursprünglich hatte die Politik, hatte auch Scholz, versprochen, eine Impfpflicht sei gar nicht notwendig, aber die Kehrtwende und dann das Eingeständnis der Nicht-Umsetzbarkeit der Kehrtwende ist genau das, was die deutsche Politik so unendlich nervig macht und für permanenten Vertrauensverlust sorgt. Natürlich hat man das alles vorher nicht wissen, ja nicht einmal ahnen können. Die Impfpflicht kann also „nicht vor Anfang Mai“ in Kraft treten.  
  • Diese Verzögerung stellt das Plädoyer von Karl Lauterbach für eine Impfpflicht nicht grundsätzlich in Frage, aber vielleicht finden die SPD-Strategen ja noch eine Idee, wie man etwas glaubwürdiger könnte, was die Einrichtung Impfpflicht noch vor der kompletten Durchseuchung der Bevölkerung angeht. Die eines FDP-Politikers, eine Impfpflicht ab 50 einzuführen, wird und kann es nicht sein, schon wegen des Gleichheitsgrundsatzes. Manchmal wirkt es, als wenn die FDP Vorschläge, die auf den ersten Blick konstruktiv wirken, nur macht, um noch mehr Sand ins Getriebe zu streuen.[7] Weniger gut kam bei Fachleuten die verkürzte Quarantäne an, die am Freitag beschlossen wurde und bei anderen Fachleuten, denen für die Gastronomie, 2G Plus, über das wir schon berichtet hatten (Quelle a. a. O.).

Damit kommen wir zum Ende unseres Sonntagsberichtes. Unser nächster Job wird sein, uns mit unserem AG in Verbindung zu setzen und abzusprechen, wie sich die nächsten Wochen gestalten lassen. War eh klar, dass wir in die nächste Phase der Pandemie wieder weitgehend planlos hineinrennen werden.

TH


[1] Coronavirus in Deutschland: Inzidenz springt auf 362,7 – RKI meldet 36.552 Neuinfektionen (msn.com)

[2] Bremen meldet höchste Länder-Inzidenz: Impfhochburg ist auch Corona-Hotspot – wie kann das sein? – Politik – Tagesspiegel

[3] Corona Zahlen für Städte und Landkreise in Deutschland – COVID-19 Statistik (corona-in-zahlen.de)

[4] Corona-Zahlen: R-Wert für Deutschland (corona-in-zahlen.de)

[5] Corona Zahlen weltweit – aktuelle COVID-19 Statistik für jedes Land (corona-in-zahlen.de)

[6] Corona-News im Ticker: Scholz kann Impfpflicht-Versprechen wohl nicht halten | WEB.DE

[7] Kampf gegen Omikron: Lauterbach verteidigt allgemeine Impfpflicht | WEB.DE

Frontpage | Corona Lage | 2G-Plus in der Gastronomie

Wir werden weitere Ergebnisse des heutigen Bund-Länder-Treffens von heute nachreichen, aber ein ganz wichtiger Punkt ist uns eine Breaking News wert. Gemäß der Forderung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wird nun deutschlandweit, unabhängig von der regionalen Inzidenz, die 2G+-Regel gelten. Das bedeutet:

  • Nur, wer zweimal geimpft und zusätzlich aktuell getestet ist, darf weiterhin einen Gastronomiebetrieb betreten und sich dort hinsetzen, muss aber zusätzlich einen aktuellen negativen Test vorweisen (gilt für Bars, Restaurants, Cafés, Kneipen, Clubs),
  • wer genesen ist, muss sich nun ebenfalls testen lassen, um ins Café oder Restaurant gehen zu können,
  • wer bereits geboostert ist, muss sich nicht zusätzlich testen lassen, selbstverständlich aber einen Impfnachweis mitführen.

Das entspricht dem, was wir bereits im Update 1/22 beschrieben haben: Die Maßnahmen werden immer selektiver auf eine Weise eingerichtet, die das ständige Update des Impfschutzes auch ohne Impfpflicht quasi notwendig macht, wenn man sich noch einigermaßen frei bewegen will. Wir sind gespannt, ob auch endlich an Arbeitsplätzen nachgezogen wird, denn auch da gilt, was Lauterbach sagt: Man sitzt möglicherweise stundenlang am Tag in nicht allzu großer Entfernung voneinander, hier gilt z. B. immer noch 3G, das nach der Logik der heutigen Neuregelungen längst nicht mehr situationsangemessen ist. Es ist schon auffällig, wie ähnliche Situationen weiterhin unterschiedlich bewertet werden. Das war schon während der Wellen eins bis drei einer unserer Hauptkritikpunkte, vor allem den ÖPNV betreffend, der in Deutschland während dieser Zeit kaum reguliert und gar nicht kontrolliert wurde.

Was wir kürzlich erlebt haben: Dass wir in einen gastronomischen Betrieb eingelassen wurden, nachdem wir nur unseren Barcode auf dem Mobiltelefon in Richtung der Bedienung gehalten haben. Eine tatsächliche Überprüfung fand nicht statt, es hätte jeder Code sein können, und, falls grundsätzlich echt, mit oder ohne Boosterung. Das kann ja wieder ein schönes Chaos werden. Das Blöde daran ist, dass immer die am besten fahren und nun die meisten Kund:innen anziehen werden, die solche sehr selektiven Regeln möglichst lässig handhaben und nicht erwischt werden, weil eine umfassende Kontrolle schlicht unmöglich ist.

Klar: Als es noch keine Geimpften und kaum Genesene gab, konnte man die Regeln noch nicht so ausdifferenzieren, aber der Druck, wirklich jeden Schritt, welcher den Regierenden einfällt, sofort und mehr oder weniger bedenkenlos mitzugehen, nimmt immer mehr zu, während die Unübersichtlichkeit des Szenarios ebenfalls rapide zunimmt. Jetzt hängt viel davon ab, dass gut, offen und ehrlich kommuniziert wird, auch die Unschärfen bei der Lagebewertung betreffend, sonst werden zwar die Gastronomiebetriebe leerer, die Straßen aber wieder voll mit Anti-Anti-Corona-Maßnahmen-Demonstrant:innen sein.

TH

 
Frontpage | Corona Lage | Keine Panik auf der Titanic!

Liebe Leser:innen, wir müssen uns dafür entschuldigen, dass es gestern technische Schwierigkeiten gab, die auch das Layout des Coriona-Uptdates 2/22 beeinflusst haben. Unser heutiges Corona-Update ist, wie an Freitagen üblich, ein besonders informationsreiches. Vorweg müssen wir erwähnen, dass die Inzidenz in Deutschland gestern wieder

  • auf 303 gestiegen ist (gegenüber 285 vorgestern),
    264 neue Todesfälle wurden vom RKI gemeldet und
    56.335 Neuinfektionen.
  • Weltweit wurde gestern die bisher zweithöchste Zahl an Neuinfektionen gemeldet: 2,52 Millionen, fast so viele wie beim bisherigen Rekord von 2,59 Millionen vorgestern.

Was wir aber im vorausgehenden Update bereits angedeutet haben, findet heute sein Echo auch in den Medien[1]: Wieso wirkt die Lage in Ländern wie Frankreich, Spanien und Italien trotz gigantischer Inzidenzen zwischen 1.200 und 2.200 entspannter als bei uns, schwere Fälle betreffend, die Intensivhandlung erfordern? Die Begründungen in dieser Analyse sind durchaus interessant und lassen Rückschlüsse auf die weitere Entwicklung hierzulande zu, die auf eine Art Normalisierung von Corona deuten lassen.

Es führt zu einem nicht vertretbaren Alarmismuss, fast jeden Tag neue Rekord-Infektionszahlen weltweit zu melden und nicht darauf hinzuweisen, dass sich die Lage trotz dieser immer weiteren Höchststände in vielen Ländern nicht verschärft. Gleichermaßen ist diese erkennbare Tendenz ein Zeichen dafür, dass Daten eben nicht manipuliert und verfälscht werden, um „politische gewünschte Ergebnisse“ zu erzielen, denn es steht jedem frei, die Infektionszahlen mit der Zahl der Intensivpatienten und den Todesfällen in Abgleich zu bringen und Schlüsse daraus zu ziehen – wie zum Beispiel diesen: Eine Inzidenz von 452,4, das war der deutsche Spitzenwert während der Delta-Welle, muss während der Omikron-Welle nicht gleichermaßen Anlass zur Besorgnis geben. Diese Haltung ist auch deshalb nicht von der Hand zu weisen, weil wir sonst bei Inzidenzen von 1.000 und mehr, wie andere Länder in Europa sie derzeit zu beklagen haben, die Menschen einzeln isolieren und nicht mehr aus ihren Wohnungen lassen dürften, wenn diese Inzidenz darauf hindeuten würde, dass die Intensivstationen in dem Maße höher belegt wären, wie die Inzidenz höher ist als während der Delta-Welle. Ansonsten wäre die Triage nicht mehr der Ausnahme-, sondern der Normalfall.

Aber was sind nun die milderen Verläufe, die man der Omikron-Variante bisher im Durchschnitt zurechnet? Sind sie wie ein milder Schnupfen? Nein, es gibt durchaus eine gültige Definition. Uns hat das Ergebnis auch verblüfft und wir verstehen nicht ganz die Idee dahinter, warum man nicht mittelschwere Fälle als das bezeichnet, was sie eben sind: mit erheblichen Krankheitssysmptomen verbunden und behandlungsintensiv, und sie stattdessen als mild kennzeichnet.

Alles unterhalb der Intensivstation-Belegung gilt aktuell nach der in dem beigestellten Tweet gezeigten Liste als milder Verlauf. Wir haben den gesamten zugehörigen Thread abgebildet, der darstellt, wie jemand das, was nach Klassifizierung als milder Verlauf gilt, persönlich ganz anders empfindet und außerdem, wie sich die gesamte Familie trotz zweiter Impfung oder Boosterung mit Omikron angesteckt hat. Die Person, welche die Nachrichten verfasst hat, nimmt keine Bewertung der Impfkampagne anhand ihres eigenen Schicksals vor.

Ein weiteres Thema heute soll sein, wie Medien sich in der Corona-Krise verhalten oder verhalten haben. Während sich der deutsche öffentlich rechtliche Rundfunk einer Art Schein-Selbstkritik unterzieht (à la „wir haben noch nicht genug gewarnt“)[2], haben in Österreich die Querdenker nun ein Medium gefunden, das angeblich das einzige von Relevanz ist, das sich gegen die Corona-Maßnahmen stellt. Bei diesem Sender haben wir schon den einen oder anderen Film geschaut, zwecks Rezension, aber den Infoteil bisher nicht analysiert, daher haben wir auch die Wende verpasst, die Servus-TV vollzogen hat. Die Ausrichtung hin zu alternativen Fakten, nicht nur zu schrägen Meinungen, wie die Analyse nahelegt, ist vollzogen[3].

Das neue Fox-News von Europa? Zumindest im deutschsprachigen Raum ist der Erfolg alles andere als ausgeschlossen und populistische Politiker:innen werden ihre Freude daran haben, sich nunmehr an ein Medium wenden zu können, das endlich über die versprengten rechtslastigen Kleinpublikationen hinaus Wirkung erzielt, die es aktuell vor allem im Printbereich zu bestaunen gibt. Vor allem ältere Fernsehzuschauer:innen, die bishr vor allem auf Volkstümliches standen, aber nicht jeden Tag Politikmagazine lesen, sind jetzt viel leichter zu erreichen.

Unser morgiges Update wird sich vor allem mit dem befassen, was die Bund-Länder-Konferenz heute ergeben hat, die derzeit noch läuft. Werden wir Maßnahmenverschärfungen sehen? Vermutlich. Werden sie die erwünschte Wirkung haben? Auch das werden wir sehen, aber morgen noch nicht beurteilen können.  

TH

[1]Corona in Europa: So ergeht es anderen Ländern im Kampf gegen die Pandemie | WEB.DE

[2]  Corona-News im Ticker: Philippinischer Präsident bläst zur Jagd auf Ungeimpfte | WEB.DE – bitte zurückscrollen bis zum 31.12.2021

[3] Alternative Fakten bei ServusTV: Wird der Sender zum österreichischen Fox News? | WEB.DE

Frontpage | Corona Lage | Die Omikron-Wand

Hinzugefügt:

In unserem ersten Update des Jahres haben wir im Subtitel die kleinen Hoffnungen des Jahres erwähnt. Heute müssen wir uns mit den Herausforderungen des Tages auseinandersetzen: Die Inzidenz in Deutschland steigt rapide an, auch und gerade in Berlin, das zu den Bundesländern zählt, in denen Omikron schon die vorherrschende Variante ist. Aber der Reihe nach. Hinzugefügt:

Vorgestern kam es zu einem erneuten Rekord bei den weltweiten Neuinfektionen (2,135 Millionen), nur, um gestern schon wieder Makulatur zu sein: Nicht weniger als 2,56 Millionen Neuinfektionen wurden am 05.01.2022 registriert. Hinzugefügt:

Abgebildet haben wir alle Länder, in denen gestern mehr als 10.000 Neuinfektionen registriert wurden. Hinzugefügt:

Auch in Deutschland, wie sollte es anders sein, heben sich die Zahlen nun wieder an und wenn man sich die Werte Frankreichs (gestern fast 340.000 gemeldete NI) und Großbritanniens (immer noch knapp 200.000 NI pro Tag) ansieht, kann man sich vorstellen, in welcher Höhe die Inzidenz in einigen Tagen liegen wird. Hinzugefügt:

Am Montag seien in den USA fast eine Million Neuinfektionen gemeldet worden, heißt es hier. Das sind mehr, als während der dritten Welle, derjenigen mit den höchsten Todesfallzahlen, weltweit an einem Tag je erfasst wurden.

Die Hospitalisierung wird wohl langsamer zunehmen, aber gestern gab es wieder 431 Corona-Todesfälle in Deutschland. Wir haben uns an diese Zahlen schon viel zu sehr gewöhnt und das Leben geht weiter, als ob nicht viel passiert wäre. Selbst, dass in unserem Umfeld die Lücken zunehmen, nehmen wir hin, ohne die Politik endlich zu einem Management zu zwingen, das der Lage angemessen. Wir tun das hier nicht, deswegen schreiben wir diese Berichte, aber die allgemeine Abgestumpftheit dem Thema gegenüber ist eindeutig zu groß geworden. Die einzigen, die anders drauf sind, sind ausgerechnet jene, die nicht nur zur Lösung nichts beitragen, sondern sie auch verzögern und mit ihrem Verhalten für gesteigerte Gefahr sorgen, die Querdenker und Covidioten. Hinzugefügt:

Vielleicht gibt es diese Unterefassung in anderen Ländern nicht und sie melden deshalb mehr Neuinfektionen: Hinzugefügt:

Für die kommende Zeit lässt das nichts Gutes ahnen, zumal in einem Teil der Bundesländer die Schule und damit die regelmäßige Testung von Kindern und Jugendlichen noch gar nicht wieder begonnen hat. Am Donnerstagmorgen lag der Wert für die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bereits wieder bei 285,9 (Vortag: 258,6). Bisheriger Höchststand war 452,4, gemeldet am 29. November.

Kein Wunder, dass in einer aktuellen Umfrage (unterhalb des oben verlinkten Artikels) 71 Prozent der Teilnehmenden aktuell der Ansicht sind, die Pandemie wird dieses Jahr nicht enden. Hinzugefügt:

Die Frage ist allerdings, ab wann die Definition „Pandemie“ nicht mehr gelten sollte, oder: Wie ungefährlich muss eine weit verbreitete Variante von Covid 19 sein, damit man sie tatsächlich mit anderen Infektionen, wie etwa jenen mit Grippeviren, gleichsetzen kann. Im Winter 2018/19 starben viele Menschen im Verlauf einer Grippewelle, ohne dass deswegen eine pandemische Lage definiert worden wäre. Wohlverstanden: Aktuell würden wir diesen Übergang zum Normalzustand nicht für eine gute Idee halten, aber rückläufige Todesfallzahlen bei immer weiter ansteigenden Neuinfektionszahlen verändern selbstverständlich das Bild und sollten auch das Nachdenken über eine andere, mehr an die frühere Normalität angelehnte Herangehensweise an Corona auslösen. Hinzugefügt:

Mit unserer vorsichtigen Anregung wollen wir vermeiden, dass wir eine Kontrastmeinung zu Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geraten, der bereits aktiv, also medial, über eine Verschärfung der Maßnahmen nachdenkt. Was ohnehin bald auf uns alle zukommen wird, die wir noch nicht die Nerven verloren haben, ist die vierte Impfung, die zweite Auffrischung oder der Boosterbooster. Hier ein kurzer Bericht über eine Studie zu diesem Thema, die in Israel gefertigt wurde. Hinzugefügt:

Es lässt sich nicht ändern: Je mehr geimpft wird und je geringer die Wirkung ist, desto mehr ist auch hier ein Nachdenken zwischen möglichen Folgen und dem vorzunehmen, was man als sichere positive Wirkung erwarten darf. Irgendwann könnte auch bei uns diese Abwägung anders ausgehen als bisher, dann werden wir plötzlich auf der Seite derer stehen, die mit immer weiteren Impfungen unter Druck gesetzt werden, obwohl es bezüglich der Pandemiebekämpfung kaum noch Sinn ergibt, aber wenn wir nicht mitmachen, dürfen wir bestimmte Angebote nicht mehr wahrnehmen. Hinzugefügt:

Karl Lauterbach meint hinsichtlich der Corona-Maßnahmen im ZDF-„heute journal“, man müsse noch einmal „zulegen“. Der Gesundheitsminister erklärt, die Omikron-Variante würde bei vielen wohl schwere Schäden hinterlassen. „Das kann man nicht auf die leichte Schulter nehmen“, sagt Lauterbach. Hinzugefügt:

Hier noch eimal das Neueste, inklusive dem, was Karl Lauterbach zur Lageeinschätzung beisteuert und wie er die Ministerpräsidenten zu schärferen Maßnahmen bringen will. Hinzugefügt:

Ist Omikron nun weniger gefährlich als bisherige Varianten oder nicht? „Weitere Details nannte Lauterbach nicht“. Vielleicht weiß er auch noch keine weiteren Details, denn so lange gibt es Omikron noch nicht, dass man schon die „schweren Schäden“ abschätze könnte, welche diese Variante vor allem längerfristig hinterlassen könnte. Hinzugefügt:

Es ist ein seltsames Gefühl, mitzuerleben, wie sich die Parameter verschieben, aber die Antworten seitens der Politik immer dieselben bleiben. Hinzugefügt:

Was wir vor allem derzeit für unangemessen halten, ist kryptische, nebulöse Kommunikation und das Stochern im Ungewissen. Dass man damit die Akzeptanz für weitere Maßnahmen nicht steigert, versteht sich von selbst. Hinzugefügt:

Vielleicht haben sich einige Personen schon zu sehr an die immense Aufmerksamkeit gewöhnt, die sie durch die Pandemie erhalten haben, um ein absehbares Ende ihrer aktuellen Sonderstellung akzeptieren zu können. Auch der Gesundheitsminister ist in normalen Zeiten nicht das medienwirksamste aller Regierungsmitglieder. Karl Lauterbach aber hatte schon vor Corona Themen, die er recht auffällig besetzte. Er könnte nach dem Ende von Corona wieder über Klinikschließungen nachdenken und jetzt hat er sogar die Position, um in der Hinsicht mehr Wirkung zu erzielen.

Werden wir in den nächsten Tagen Neuinfektionszahlen wie in anderen europäischen Ländern erreichen? Gemäß der größeren Bevölkerung Deutschlands gegenüber Ländern wie Frankreich und Großbritannien würde das bedeuten, dass wir eventuell 300.000 neue Fälle täglich zu erwarten haben, mindestens aber 200.000. Jetzt stellen Sie sich vor, die Gefährlichkeit von Omikron wäre so hoch wie die von Delta oder diejenige der früheren Varianten vor der Impfkampagne. So einfach ist die Abwägung des richtigen Maßes an persönlichem Schutz und an algemeinen Schutzmaßnahmen also nicht, aber das haben wir auch nicht behauptet. Hinzugefügt:

TH

Irgendwann in diesem Jahr wird sich hoffentlich die Frage stellen, ob wir über Corona noch so oft berichten müssen wie zuletzt wieder während der vierten Welle, als es zu 35 Updates innerhalb von etwas drei Monaten kam. Wir wenden uns gerne wieder anderen Themen vor, kein Problem. Die Nummerierung der Updates haben wir jetzt geändert: Alles, was wir 2022 darüber schreiben werden, fassen wir zu einer X/22-Nummer zusammen.

Wenn es im ganzen Jahr nur zu 35 Updates käme, wäre schon viel erreicht. Um das Jahr entspannt zu beginnen, haben wir den Tweet abgebildet.

DEN Tweet. Von Karl Lauterbach, unserem neuen Gesundheitsminister. Die Zahl der Likes, die er dafür bekam, übertraf alles, was wir von einem deutschsprachigen Absender seit langer Zeit gesehen haben und wir finden, er hat diese vielen Likes verdient. Auch diese eher dezente Form von Selbstironie hätten ihm viele nicht zugetraut, wenngleich: Ist es wirklich Ironie oder ein Augenzwinkern bezüglich einer sehr wohl ernst gemeinten Realität?

Und dann ein weiteres Statement von Lauterbach, dem wir uns einfach mal anschließen. Eine tolle Sache, dass auch die Covidioten sicher von Paxlovid profitieren werden. Was sagt der Verschwörungstheoretiker dazu? Als die Zahl der noch Impfbereiten sich erkennbar stark reduzierte, erfand die Pharmaindustrie die Tablette, um weiter gut an Corona verdienen zu können. Aber Sie wissen ja, unsere Ansicht ist das nicht, obwohl wir, sehr wohl ein Auge auf die Lobbys haben. auch auf die Pharmalobby. Bei uns wird sie zu sehr gehätschelt, die teilweise absurd hohen Preise für Medikamente sind das beste Beispiel dafür. Also, Herr Lauterbach, es ist noch viel zu tun und auch Ihre Meinung bezüglich der Klinikschließungen dürfen Sie gerne noch einmal überdenken (wir haben darüber berichtet, wie im Jahr 2019 Karl Lauterbach noch meinte, 2 von 3 Kliniken können weg).

Sollen Ungeimpfte höhere Krankenversicherungsbeiträge zahlen? Das Fragt Civey und wir geben es hier an Sie weiter.

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) will Ungeimpfte finanziell stärker belasten. Er schlägt laut RND höhere Krankenkassenbeiträge vor, eine Beteiligung an den Behandlungskosten oder die Streichung des Krankengelds. Dies seien mögliche Sanktion, falls es zu Verstößen gegen die geplante Corona-Impfpflicht kommen sollte.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, lehnt höhere Krankenkassenbeiträge für Impfunwillige ab. In der Rheinischen Post argumentierte er, dass Übergewichtige und Zigarettenabhängige auch keine höheren Behandlungskosten aufgrund ihrer Lebensweisen zahlen. Stattdessen fordert er eine bessere Überzeugungsarbeit von der Politik.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hält Debatten über eine Benachteiligung von Impfverweigern für verfrüht. Anstatt über Sanktionen zu reden, sollte vorab die mögliche Umsetzung einer Impfpflicht durchdacht werden. Generell befürwortet Lauterbach die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht.

Sollten Ungeimpfte höhere Krankenkassen-Beiträge zahlen?

Es steht im Moment tatsächlich fast exakt ausgeglichen. Das hat uns doch erstaunt und wir halten wieder einmal fest, dieses Land muss doch irgendwie gespalten sein (bzw. seine Gesellschaft). Zum Glück haben auch viele Geimpfte offenbar mit „nein“ geantwortet, so wie wir. Klar, beim Thema Corona kann man nicht populistisch genug sein, weil die Covidioten auch so drauf sind, aber das ist trotzdem der falsche Ansatz. Eine Individualversicherung kann zum einen nicht als Hebel gegen Fremdgefährdung verwendet werden, zum anderen geht es genau darum, was Herr Gassen geäußert hat: Es wird immer wieder darüber diskutiert, aber bisher gibt es keine unterschiedlichen Beiträge für Dünne und Wohlgenährte, Raucher:innen und Nichtraucher:innen. Aber selbstverständlich haben wir auch dazu eine Idee: Sie ist eigentlich nicht von uns. Manche Krankenkassen haben Bonusprogramme für Menschen, die sich besonders gesundheitsfördernd verhalten. Das ist, wenn es schon zu einer Unterscheidung kommen soll, der Weg, den man weiter beschreiten oder zu einer komfortablen Straße ausbauen sollte, auf dem die Sportlichen und Gesundheitsfanatiker dieser Welt glücklich in ein dreistelliges Alter hineinrollen können, sofern sie nicht dummerweise unverschuldet erkranken. Die Frage ist allerdings, was die Rentenversicherung zu dieser Art von Motivierung seitens der Krankenkassen sagen wird.

Heute wollen wir auch einen Blick auf die Impflage der Welt wirken, der durchaus erhellend sein dürfte: In Westeuropa liegen die Länder nicht so weit auseinander, wenn man ausschließlich die Zahl der pro Einwohner verabreichten Dosen betrachtet: Deutschland in seinem leicht helleren Grün gegenüber den westlichen Nachbarn dürfte in den nächsten Tagen die Farbe wechseln, denn der Unterschied eta zu Frankreich ist gering (178 Dosen pro Einwohner gegenüber 182). In Frankreich liegen die Infektionszahlen derzeit wesentlich höher als In Deutschland, das dürfte nicht nur mit unterschiedlicher Erfassungsdichte aufgrund höherer Testraten in Frankreich zu tun haben. Israel, dessen Kampagne lange Zeit als vorbildlich galt, weist eine ähnliche Quote auf, die USA hingegen stehen mit 153 für ein Land dieser Ordnung ziemlich schlecht da.

In Afrika weisen einige Länder Impfquoten von unter 10/100 auf und trotzdem hält sich die Zahl der Neuinfektionen in Grenzen. Die Erfassung von Neufällen dürfte dort rudimenär sein, ebenso wie das Impfgeschehen, also wird die Übersterblichkeit weitere Aufschlüsse liefern müssen. Prognose: Aufgrund der durchschnittlich sehr jungen Bevölkerung Afrikas dürfte es zu einer geringen Letalität gekommen sein als in Europa.

Diese Grafik werden wir künftig in die Liste der regelmäßig zu prüfenden Quellen aufnehmen und schließen damit für heute unsere Berichterstattung.

TH

Frontpage | Corona Lage | Jahresendbericht Update 35 (nicht abgebildet)

Mit dem obigen Artikel beginnen wir wieder eine neue Update Serie. Bis zum Update 35 vom 31.12. können Sie unsere Berichterstattung hier nachlesen.

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