Corona-Report 61/22 | Paradigmenwechsel mit Vorsicht +++ bei weiter steigender Inzidenz | Frontpage | Lage, Daten, Service, Politik

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Dienstag, 15.03.2022

Haben Sie eigentlich auch das Gefühl, dass mit Corona in Deutschland irgendetwas komisch läuft? Sicher, die gesamte Pandemie wirkt seltsam auf uns, weil es seit 100 Jahren keine mehr gegeben hatte. Aber warum läuft die Entwicklung in Deutschland jetzt konträr zu fast allen anderen Ländern? Warum steigen die Zahlen immer weiter? Und müssen wir in diesen Tagen eine Neubewertung der Situation vornehmen?

Schon während der Wellen 2 und 3 sah Deutschland ziemlich schlecht aus, aber daran sollte man nicht festmachen, dass aktuell dieselben Gründe vorliegen wie damals. Gründe dafür, dass Deutschland aktuell nicht weniger als horrende 12,4 Prozent des weltweiten Infektionsgeschehens zu verzeichnen hat (7-Tage-Trend).[1] Denn während des Winters vor einem Jahr startete die Impfkampagne gerade erst, damals waren vor allem die Maßnahmen und ihre Durchsetzung entscheidend dafür, jetzt spielt auch die Impfquote eine Rolle. Tut sie das wirklich und in welchem Maße? Vielleicht sollte man sich doch lieber auf das stellen, was nach wie vor als gesichert gilt: Dass Impfen gegen schwere Verläufe schützt und nicht immer wieder behaupten, dass die Ansteckungsrate dadurch wesentlich sinkt. Der Vergleich mit anderen Staaten belegt:

Auch unter den „Impfchampions“ gibt es absolute Hochinzidenzländer mit einer wesentlich höheren Durchseuchung der Bevölkerung als bei uns. Ein Paradebeispiel dafür ist Dänemark. Impfquote = 81,6 Prozent (2 Impfungen), Deutschland = 75,0 Prozent. Durchseuchungsrate in Dänemark mehr als 50 Prozent der Bevölkerung, in Deutschland etwas über 20 Prozent. Südkorea, das gegenwärtig das Weltinfektionsgeschehen anführt, weist sogar eine Impfquote von 86,2 Prozent auf und war stets bekannt für seine umfangreichen Corona-Maßnahmen.

Auffällig niedrig ist in Dänemark hingegen die Letalitätsrate. Sie beträgt 0,3 Prozent der Infizierten, in Deutschland 0,7 Prozent. Auf die Gesamtbevölkerung gerechnet, bedeutet das bei einem Durchseuchungsverhältnis von 50 zu 20 Prozent eine ähnliche Todesfallrate wie bei uns. Der Unterschied zwischen Deutschland und diesem und anderen Ländern in Europa: Dort wird mittlerweile viel entspannter mit der Pandemie umgegangen, Lockerungen erfolgten früher. Dies wurde hierzulande oft als „Kapitulation vor der Pandemie“ apostrophiert. Ist es das wirklich? Auch die Wirtschaft in vielen anderen europäischen Ländern kam besser durch die Pandemie als die deutsche.

Das hat allerdings auch einen Grund, der in der Wirtschaftsstruktur liegt: Weltweite Lieferengpässe im High-Tech-Bereich, wie sie derzeit zu beklagen sind, betreffen die vergleichsweise stark auf Produktion und Verarbeitung ausgerichtete deutsche Wirtschaft stärker als die von Ländern, deren BIP sich fast ausschließlich aus Dienstleistungen generiert. Wichtig wäre es außerdem, nicht nur nach der BIP-Entwicklung zu schauen, sondern auch danach, wie es mit den Gewinnen aussieht: Überraschend hohe Steuereinnahmen werden hierzulande gemeldet, Rekordgewinne werden erzielt, weil sich die Industrie in Zeiten der Materialknappheit auf Produkte konzentriert, die besonders viel Profit einbringen. Gleichwohl haben andere Länder, die ohnehin gut dastehen, ihre Schuldenstände während der Pandemie weniger erhöht als Deutschland, auch hier wieder beispielhaft: die skandinavischen Staaten. Bei uns mussten Teile der Wirtschaft, die während der Lockdowns regelrecht abgewürgt wurden, massiv subventioniert werden, damit kein zu großer Schaden an der gewerblichen Infrastruktur, vor allem in den Innenstädten, entsteht.

Es ist keine Frage, dass zu einem Zeitpunkt, als die Letalitätsraten sehr hoch waren (in Deutschland lange Zeit über 2 Prozent) und es keine Impfmöglichkeit gab, auch noch, als Delta mit seinen vergleichsweise schweren Folgen das Geschehen beherrschte, Vorsicht immer zu vertreten war. Aber die Todesfallrate blieb in Deutschland auch hoch, als hierzulande noch vieles festgezurrt war und woanders nicht mehr und sie sinkt jetzt allmählich wieder, obwohl in den letzten Tagen die Folgen der bereits vorgenommenen Lockerungen in die Infektionszahlen einfließen dürften, falls den Lockerungen der wesentliche Grund für die erhöhten Infektionszahlen sind. Keine Frage, dass die Aufgabe von Maßnahmen die Infektionszahlen nicht bremst, aber ist es noch so gefährlich, sich anzustecken, wenn man drei Mal geimpft ist? Die Frage müssen wir uns doch langsam stellen, deshalb enthält dieser Report auch eine so lange Einleitung. Was wir bisher als richtig erachtet haben, war bisher vermutlich auch weitgehend richtig, aber die Parameter verändern sich ständig und eines ist sehr deutlich zu sehen: Deutschland hängt gegenüber anderen Ländern nach, die mit Omikron bereits weitgehend „durch“ sind und dieses Nachhängen prägt sich von Tag zu Tag stärker aus, weil die Inzidenz hier weiter ansteigt, und zwar auf Rekordniveau.

Dass die weltweiten Infektionszahlen wieder leicht ansteigen, liegt tatsächlich an wenigen Ländern wie Deutschland, Südkorea, Vietnam mit ihren teilweise exorbitanten Steigerungsraten auf hohem Basisniveau (Deutschland in den letzten 7 Tagen + 23 Prozent mit über einer Million Neuinfektionen, globale Steigerungsrate + 7 Prozent). Zwar steigen jetzt auch in einigen europäischen Ländern die Zahlen wieder, teilweise prozentual sogar stärker als in Deutschland, aber auf einer wesentlich niedrigeren Ausgangsbasis. Immer zu beachten ist dabei, dass die Omikron-BA.2-Variante sich mehr und mehr durchsetzt und dagegen kann man mit Maßnahmen kaum etwas tun (kaum etwas, was gegen BA.2 mehr helfen würde, als es gegen BA.1 der Fall war).

Was folgt nun aus dieser Darstellung? Viele Menschen stecken sich einfach nicht gerne an und lassen sich z. B. auch gegen eine mögliche Grippeinfektion impfen. Dort gilt wohl auch: Die Impfung verringert das Ansteckungsrisiko, nicht nur das Risiko eines schweren Verlaufs. Aber Covid19 ist eben kein Grippevirus, deswegen halten wir auch den Begriff „Grippalisierung“ für falsch, selbst wenn damit nur ein relaxterer, quasi endemischer Umgang mit Corona ausgedrückt werden soll. Der Hintergrund dieser Angst vor Ansteckung ist klar: Man könnte ja einen schweren Verlauf haben. Es kann allerdings auch passieren, dass es zu Impfnebenwirkungen kommt. Es kann weiterhin passieren, dass man sich trotz aller Vorsicht ansteckt. Wir kriegen jedes Mal einen Schreck, wenn wir sehen, dass unsere Corona-App rot anzeigt und rennen ins Testzentrum. Das kann so nicht ewig weitergehen. Wird es aber vorerst, angesichts der hohen Infektionszahlen in Deutschland. Wie verhält man sich dazu also? Wie wägt man das Risiko ab? Das kann nur unter Einbeziehung des persönlichen Gesundheitszustandes erfolgen. Wenn man unter 60 Jahre alt ist und keine wesentlichen Vorerkrankungen hat, darf man langsam dahin kommen, dem eigenen System, dem eigenen Körper mehr zu vertrauen. Mehr als Boostern geht eh nicht, mehr als auf viele soziale Kontakte und Veranstaltungen verzichten, geht eh nicht, mehr, als so häufig wie möglich im Homeoffice sitzen, geht eh nicht. Mehr als eine Maske dort, wo es sinnvoll erscheint, anziehen, geht eh nicht, wobei derzeit durchaus darüber nachgedacht werden darf, wo es sinnvoll ist und wo nicht. Im ÖPNV zum Beispiel finden wir es auf jeden Fall sinnvoll und zumutbar.

Wenn man also getan hat, was zu tun war, sich eingeschränkt hat, wo es irgend ging, so, wie die Mehrheit in diesem Land, und wenn die Infektionszahlen trotzdem weiter ansteigen, was soll man daraus ableiten? Einfach weitermachen wie bisher, um die eigene Infektion noch etwas hinauszuzögern? Man muss sie nicht provozieren, aber wenn in wenigen Tagen weitere Lockerungen kommen, wenn fast alle Maßnahmen aufgehoben werden, kann man sich auch nicht im Keller vergraben und gar nicht mehr vor die Tür gehen. Schön wär’s, wenn wir uns so einrichten könnten, dass wir nur noch mit oder ohne Hund spazieren gehen, aber das ist leider nicht möglich. Für Karl-Lauterbach-Fans: Auch der Gesundheitsminister hat den Lockerungen zugestimmt. Ob er sich dabei von der FDP hat über den Tisch ziehen lassen, wie manche meinen? Er hat zugestimmt. Punkt. „Nur über meine Leiche“ hätte er ja auch sagen können. Politisch gesehen, wäre dies sein Rücktritt gewesen.

Im Grunde versammeln wir in der heutigen Darstellung das Unwohlsein, das uns seit Tagen angesichts der Entwicklung befallen hat. Genauer gesagt, seit die Inzidenz wieder ansteigt. Wir sind nicht mehr sicher gewesen, ob wir unter aktuellen Bedingungen (nicht denen von vor Monaten oder einem Jahr) noch richtig steuern und die richtigen Abwägungen treffen und Ihnen die richtigen Dinge schreiben. Deshalb verbleiben wir heute so: Ein Paradigmenwechsel ist zumindest zu erörtern. Das ändert nichts daran, dass wir das, was sich die Politik schon geleistet hat und was immer wieder als Populismus durchbricht, weiterhin kritisch beobachten werden. Denn die Bilanz aus zwei Jahren Pandemie in Deutschland ist eindeutig nicht gut. Sie ist nicht die schlechteste weltweit, immer noch nicht, aber eben nicht so, wie man es von einem Land mit sehr guter Infrastruktur erwarten sollte. Wir müssen also endlich wieder in die Infrastruktur investieren. Das ist auf jeden Fall eine Erkenntnis aus diesen zwei Jahren. Wir lassen uns nicht einreden, es sei alles super gelaufen. Wir finden die Todesfallzahlen immer noch zu hoch und erinnern uns an Tage mit über 1.000 Todesfällen. So etwas darf sich nicht wiederholen. Zumindest nicht unter ähnlichen Bedingungen. Aber jetzt ist jetzt und wir müssen nachdenken darüber, wie wir uns verhalten, wenn das Corona-Virus einfach nicht von uns lassen will. Wir kennen die Probleme mit Long Covid, das ist furchtbar und wir haben auch im Blick, dass Länder mit einer hohen Durchseuchungsrate auch diesbezüglich stark betroffen sein müssten. Aber vielleicht hilft ja auch dagegen doch die Impfung und deswegen sind wir nach wie vor der Ansicht, dass eine hohe Impfquote besser ist als eine niedrige Impfquote. Gerade im Zeichen der Lockerungsübungen.

Jeder schwere Fall weniger ist ein Gewinn nicht nur für das Gesundheitssystem in den nächsten Tagen und Wochen, sondern auch, um die langfristigen Covid-Folgen in Grenzen zu halten. Wenn wir uns anstecken, können wir Long Covid in unterschiedlichen Gradationen und Erscheinungsformen bekommen, auch das ist leider Stand der Erkenntnis. Das gilt ebenso wie für viele andere Erkrankungen, die es schon lange gibt. Jetzt ist eine solche Erkrankung hinzugekommen. Vertrauen wir der Medizin, dass sie nun auch einen Booster bekommt und zum Ausgleich vielleicht die mRNA-Impfstoffe vermehrt gegen Krebs eingesetzt werden können? Oder haben wir den Gipfel der möglichen besten Gesundheit als Menschheit generell überschritten und werden im Durchschnitt wieder jünger sterben als die Generation vor uns? Alles nicht ausgeschlossen. Auch aus Gründen, die nichts mit Covid19 zu tun haben. Uns fällt es in Deutschland oft schwer, zu unterscheiden, was in unserer Macht liegt und was nicht, das hat sicher kulturhistorische Gründe. Wir wollen alles und verlieren dabei den Zugang zu dem, was möglich wäre, weil es eben nicht alles ist. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass ein gleichermaßen beherzter wie pragmatischer und rasch auf Änderungen der Lage eingehender Politikansatz der richtige ist, der beste Kompromiss, um ein Land gut durch Corona zu bringen. In Deutschland war genau das Gegenteil der Fall:

Erst hat man viel zu spät reagiert, war nicht vorbereitet, hat nicht einmal aus der ersten Welle gelernt, jetzt hingegen kommt man nicht aus dem Panikmodus heraus. Einige zumindest vermitteln den Eindruck, und sie tragen politische Verantwortung und handeln anders, als sie reden. Das ist zwangsläufig so, wenn jemand immer auf der Warnspur ist und gleichzeitig in eine Regierung eingebunden, die einen Mittelweg finden muss zwischen Worst-Case-Szenarien und Leichtsinn. Dieses Eiern und Hin- und Herspringen zwischen Extremen ist leider typisch deutsch und sorgt für viel mehr Stress, als notwendig wäre. Aber vielleicht wollen wir es ja so, weil es unser Erbe ist, immer im Ausnahmezustand zu sein, Nachwirkung der schweren Einbrüche in unser kollektives Bewusstsein im 20. Jahrhundert.

Wir sollten weiterhin vorsichtig sein, aber gefasst, sonst kriegen wir auch die vielen anderen Probleme, die derzeit anhängig sind, nicht ansatzweise in den Griff, und das könnte bösere Folgen haben, als Corona je hatte. Die nunmehr 126.000 Toten in Deutschland mit / an Corona sind nicht mehr zum Leben zu erwecken, die Übersterblichkeit für bestimmte Monate wurde nachgewiesen und wir werden immer an dies alles denken, wenn eine Regierung wieder einmal den Eindruck macht, dass sie auf eine Situation nicht angemessen reagieren kann, wie das über weite Strecken dieser Pandemie der Fall war. Wir werden dann auch wieder klare Kritik üben. Jetzt geht es darum, aus der Lage das Beste zu machen, denn seien wir bitte ehrlich mit uns und auch mit der Politik: Wir und sie können nicht mehr so viel zum Besseren tun. Die Impfgegner:innen müssen selbst mit den Folgen ihrer höheren Gefahr für schwere Verläufe bei Infektion leben und wir werden uns von ihnen nicht mehr dahingehend beeinflussen lassen, worüber wir uns jeden Tag ärgern. Da gibt es genug Wichtiges, wie wir alle wissen. Wir behalten deren Benehmen im Gedächtnis, auch wenn es um andere gesellschaftliche und politische Themen  geht.

Die Pandemie ist nicht beendet, aber wir haben uns entschlossen, auch bei weiter steigender Inzidenz nicht mehr jeden Tag eine neue Ausgabe des Corona-Reports zu veröffentlichen. Christian Drosten ist uns schon voraus, er hat seinen Podcast weitgehend eingestellt und wir müssen aus unserer derzeit beinahe monothematischen Ausrichtung herauskommen. Das gilt nicht nur für den Wahlberliner, sondern auch für den Alltag.

Trotzdem gibt es heute noch einmal den kompletten Infoblock und wir überarbeiten weiterhin in Maßen den Gesamttext des Reports und bauen weitere Quellenangaben ein.

Die Inzidenz steigt weiter auf 1585,4, das ist eine neue Höchstmarke. Heute stehen erstmals drei Bundesländer bei einer Inzidenz von mehr als 2.000 (Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und Thüringen).

Kritik an den erheblichen Lockerungen ab 20.03. gibt es, aber:

Die FDP verteidigte hingegen das Vorgehen. Der Wegfall der meisten Corona-Beschränkungen am 20. März sei ein großer Erfolg nach zwei Jahren Pandemie, sagte der designierte FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai der „Rheinischen Post“ (Montag).[2]

Am Ende des zitierten Artikels findet sich eine Umfrage pro und contra weitreichende Lockerungen. Nur noch 19 Prozent haben sich dagegen ausgesprochen, 5 Prozent stehen neutral. Wir sind vor allem besorgt darüber, dass Länder auf Lagen nicht angemessen reagieren, weil man zu opportunistisch handelt. Gerade in den Bundesländern, in denen die Inzidenz   nicht sinken will und die gleichzeitig eine stark populistische Politikerkaste aufweisen, wird die Bevölkerung keinen angemessenen Schutz erfahren. Bayern und sein Ministerpräsident Söder sind dafür unser Referenzbeispiel.[3]

Hier gelangen Sie zum Report von gestern (60/22).   

Umfragen: Wir haben einen Block mit Umfragen für Sie, bei den neuesten davon können Sie noch mit abstimmen, anhand der übrigen ein Meinungsbild zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einer bestimmten Frage ablesen. Diesen Block haben wir aus dem Report ausgegliedert: Corona: Wie ist Ihre Meinung? Umfragen zum Thema | Newsroom | Corona Lage | Spinoff zum Corona-Report – DER WAHLBERLINER.

Aktuelles

„Die Corona-Lage ist schlechter als die Stimmung“ sagte Karl Lauterbach noch auf der Bundespressekonferenz (BPK) zu Corona am 11.03.[4] Die Öffnungsmaßnahmen, sowohl diejenigen, die schon gelten wie auch diejenigen, die ab 20.03. folgen sollen, trägt er aber mit, obwohl er durchschnittlich mehr als 200 Tote durch / mit Corona pro Tag inakzeptabel findet (derzeit liegt dieser Durchschnitt bei ca. 208). Auch RKI-Chef Wieler geht von weiter steigenden Zahlen aus,[5] appelliert aber in der BPK vom 11.03. plötzlich an die Eigenverantwortung der nunmehr pandemiegeübten Menschen, nachdem er lange Zeit zu den Mahnern und Maßnahmenbefürwortern zählte.

Ist die Stimmung wirklich so gut? Keinesfalls. Aber das liegt auch an einer Verschiebung der Wichtigkeit unterschiedlicher Themen in den letzten Wochen.[6] Wie man damit umgehen kann, dass sich alles mehr und mehr zu addieren scheint? Wir haben in der heutigen Einleitung auch ein Statement zu unserer eigenen Haltung und deren Anpassung an die Situation abgegeben.

Es gibt ohnehin Menschen, die haben eine bessere Resilienz als andere. Wobei Resilienz immer dann schwierig wird, wenn sie auf Ignoranz hinausläuft. Wir vermuten, dass die hohe Zustimmung zu Lockerungen, die wir oben angesprochen haben, auch mit dem Ukraine-Krieg zusammenhängt. Viele Menschen platzen mental aus den Nähten und wollen sprichwörtlich mehr Ellenbogenfreiheit. Das eine hat mit dem anderen sachlich gar nichts zu tun, aber tatsächlich addieren sich Auswirkungen beider Krisen ganz real, wie zum Beispiel wirtschaftliche Probleme und Einschränkungen, die als Überschreitung der persönlichen Belastungsgrenze empfunden werden. Wie entlastet man sich also? Das muss nun tatsächlich jede:r für sich in Eigenverantwortung entscheiden.

Auch RKI-Chef Wieler geht von weiter steigenden Zahlen aus,[7] appelliert aber in der BPK vom 11.03. plötzlich an die Eigenverantwortung der nunmehr pandemiegeübten Menschen, nachdem er lange Zeit zu den Mahnern und Maßnahmenbefürwortern zählte.

Seit dem 14.03. gilt die einrichtungsbezogene Impfpflicht, es gibt also in bestimmten Bereichen, wo es als besonders relevant erachtet wird, Verschärfungen:

Die sogenannte einrichtungsbezogene Corona-Impfpflicht startet bereits in dieser Woche. Beschäftigte in Pflegeheimen und Kliniken müssen bis Dienstag Nachweise als Geimpfte oder Genesene vorlegen – oder ein Attest, dass sie nicht geimpft werden können. Weiter soll künftig ein geringerer Corona-Arbeitsschutz gelten.[8]

Die Zeit der Illusionen ist vorbei, das betrifft nicht nur das Corona-Geschehen. Aber wie kann es sein, dass nach einem nur leichten und sehr langsamen Abklingen der Corona-Welle es schon wieder massiv in die andere Richtung geht, sogar mit neuen Höchstwerten? Wir haben die Gründe zusammengefasst, die derzeit in Frage kommen:[9]

  • 2: Die weitere Ausbreitung dieser neuesten Omikron-Variante mit ihrer besonders hohen Ansteckungsrate hatten wir bereits vor einiger Zeit angesprochen.
  • Eine Verschiebung des Infektionsgeschehens bezüglich der Altersgruppen hin zu älteren Menschen, die bisher in der Omikron-Welle weniger betroffen waren als z. B. Kinder und Jugendliche.
  • Eine mögliche Sonderentwicklung in NRW aufgrund von Karnevalsaktivitäten. Allerdings ist das bevölkerungsreichste Land im Westen aktuell dasjenige mit der geringsten Inzidenzsteigerungsrate (1,08 Prozent vom 11.03. auf den 12.03., in Gesamtdeutschland 3,96 Prozent) und dämpft damit den Anstieg der Inzidenz sogar.
  • Es wird zwar darauf hingewiesen, dass die „März-Lockerungen“ sich im Infektionsgeschehen noch nicht spiegeln, aber einzelne Bundesländer hatten bereits zuvor Lockerungen durchgeführt, die sich sehr wohl in höheren Zahlen niederschlagen können. „Falls die Lockerungen ein wichtiger oder gar der Hauptgrund sind, müssen wir uns darauf vorbereiten, dass wir in ein, zwei Wochen neue Höchstwerte bezogen auf die gesamte Pandemie erreichen werden“, schrieben wir kürzlich. Das hat sich mittlerweile bestätigt.
  • Das Gleiche trifft aber auch zu, falls BA.2 hauptsächlich für die jüngsten Steigerungen verantwortlich sein sollte, denn sehr bald wird BA.2 dürfte mittlerweile das Infektionsgeschehen bestimmen. In unserem Report vom 12.02. hielten wir einen BA.2-Anteil von 8 Prozent am Infektionsgeschehen fest, der sich auf den 20. Januar bezog.[10] Schon damals war schwer zu klären, ob die Omikron-Welle bricht.[11] Am 20. Februar waren auf diese Variante bereits 38 Prozent der Neufälle zurückzuführen.
  • Wenn man beide vorausgehend benannten Faktoren zusammenzählt, könnte es sogar zu noch stärkeren Steigerungen der Inzidenz in den nächsten Tagen kommen. Vielleicht wiederum abgeschwächt durch wärmeres Wetter, wenn wir Glück haben.
  • Eine Rolle spielt selbstverständlich auch, wie die Menschen nun mit den wiederhergestellten Angeboten im Freizeitbereich umgehen. Aus Berlin vernimmt man Nachrichten von Paniksituationen vor Clubs wegen des Massenandrangs. „Etwa 1500 bis 2000 Menschen hätten sich am Freitagabend vor einem Club gedrängt. Die Polizei rückte mit rund 70 Einsatzkräften an und räumte den Hof vor dem Club.“[12] Siehe oben, keine Illusionen.
  • Für die Schweiz, aber auch für Deutschland hat sich die NZZ mit dem Grund des Wiederanstiegs der Fallzahlen befasst, der auch im Nachbarland zu bemerken ist und auf eine weitere Tatsache hingewiesen: die relativ schnell nachlassende Wirkung der Impfungen. Das gilt sowohl für die Grundimpfung (zwei Dosen) als auch für die Booster (dritte Dosis), die sich in Studien immer deutlicher zu manifestieren scheint.[13] Wenn das stimmt, würde es wiederum die These schützen, dass es eine glatte Fehlentscheidung des RKI war, den Genesenenstatus zu verkürzen, den Impfstatus aber nicht bzw. nicht beide auf 6 Monate festzulegen. In der Schweiz und sonst überall ist das auch nicht so, dort beträgt der Genesenenstatus 6 Monate.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) wies bereits vor Monaten darauf hin, dass nur noch eine näherungsweise Erfassung der aktuellen Daten möglich ist.[14] Unter dieser Voraussetzung sind alle aus Deutschland stammenden Zahlen zu betrachten, die wir im Report verwenden, außer dem R-Wert, den wir nachführen, bis er endgültig ist. Ebenfalls wichtig: Die Inzidenzwerte am Morgen sind nicht endgültig. Alle Morgenwerte werden momentan wegen Nachmeldungen zum Teil deutlich nach oben korrigiert – davon ist auch beim heutigen Wert auszugehen. (…) Experten gehen von einer hohen (…) Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind.[15]    

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach war für seine Aussagen bezüglich möglicher hoher Todesfallzahlen in die Kritik geraten.[16] Im Verlauf der BPK vom 11.03. hat er die Todesfallzahlen eher heruntergespielt. Was wir in den letzten Wochen gesehen haben: Die Todesfallzahlen sind trotz leicht rückläufigen Infektionsgeschehens nicht gesunken, derzeit ist eine sehr schwache Abwärtstendenz zu erkennen.

In Berlin halte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey die Menschen gar zum Narren, wenn sie behaupte, man sei über den Berg und bezieht sich insbesondere auf den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, den wir hier ebenfalls regelmäßig ansprechen, seit er eine besonders hohe Inzidenz hat.[17] Mittlerweile hat Berlin in der Tat die niedrigste Inzidenz aller Bundesländer, aber ob dies nicht eine typische „Berliner Zahl“ ist, werden wir erst sehen, wenn sich diese niedrige Inzidenz noch einige Tage lang ohne größere Ausschläge fortsetzt.

Infoblock

Weltweit gemeldete Neuinfektionen gestern und an den Tagen zuvor.[18]

Im Wochenvergleich stiegen die weltweiten Infektionszahlen um 7 Prozent an, daran hat Deutschland keinen unerheblichen Anteil mit einem Anstieg von 23  Prozent und einem Anteil am Welt-Infektionsgeschehen von jetzt 12,´4 Prozent (vorherige Tage: 12,8 / 11,9 / 11,6 Prozent).

Gemeldete Neuinfektionen in Deutschland.[19]

Wir verweisen noch einmal auf das RKI, das im Januar eine gute Performance Deutschlands in der Omikron-Welle festhielt.[20] Wir vermerkten damals schon die Tatsache, dass Deutschland die zweithöchste  Zahl an Neuinfektionen weltweit hatte, nach den USA. .[21] Zwischenzeitlich lag Deutschland auf Platz 2, hinter Russland, jetzt hinter Südkorea, einige Tage lang aber sogar auf Platz 1. Die heutige Zahl an Neuinektionen weist die zweithöchste Steigerung von einem Montag auf einen Dienstag während der Omikron-Welle auf (+115 Prozent).

Aktuelle 7-Tage-Inzidenz in Deutschland.[22]

Die Inzidenz in Deutschland bewegt sich heute zum vierten Mal auf Rekordniveau. Die 7-Tage-Steigerungstendenz verhält aktuell bei täglich + ca. 3 Prozent.

Südkorea erreicht immer neue landesweite Rekordzahlen, die Inzidenz steht jetzt bei 3.569. In Europa liegen Österreich und die Niederlande mit Inzidenen knapp unter 3.000 vorne. Dänemark und die Schweiz folgen mit Inzidenzwerten von etwas über 2.000. Die USA haben nur noch eine Inzidenz von knapp 74, allerdings weiterhin eine hohe Todesfallrate.

  • Todesfallzahlen durch / mit Corona in Deutschland mit Wochentendenz[24]

„Die Wochentendenz bei den Todeszahlen an / mit Corona in Deutschland ist leicht abwärts gerichtet, der Tagesdurchschnitt liegt nun bei ca. 140 Meldungen in den letzten sieben Tagen“, schrieben wir am 08.02.2022. Seitdem hat sich leider ein Anstieg auf ca. 205 (zwischenzeitlich bis zu 220) ergeben. Die 7-Tage-Tendenz ein sehr leichtes Abklingen auf weiter hohem Niveau aus.

  • Aktuelle Inzidenz aller Bundesländer.[25]

„Berlin liegt seit zwei Tagen erstmals während der Omikron-Welle ganz am Ende der Tabelle“, schrieben wir gestern, erwarteten aber auch eine heftige Bewegung in den nächsten Tagen. Heute kam sie, mit einem Anstieg der Inzidenz um fast 14 Prozent gegenüber gestern. Das hat etwas mit der offenbar erratischen Form der Erfassung in unserer Stadt zu tun.

  • Inzidenz in den Kommunen

Die Inzidenz und die Fallzahl Ihrer Wohnkommune, es gibt davon knapp 500 in Deutschland, können Sie beim RKI finden.[26]

  • Der wichtige R-Wert in Deutschland (eine infizierte Person steckt wie viele weitere Personen an?)[27]

„Ich glaube, wir sind gerade auf einem sehr guten Kurs“, sagte [Hendrik Streeck] im Gespräch mit Pinar Atalay bei „RTL Direkt“ am Montagabend (31. Januar). „Wir werden bald die Trendumkehr haben. Das sehen wir jetzt schon im R-Wert, dass das Wachstum der Infektionszahlen zurückgeht. In zwei bis drei Wochen werden wir diese Umkehr haben und dann sollte man auch über Öffnungen nachdenken.“[28]

Für heute hat man den vorläufigen R-Wert wieder auf 0,99 festgesetzt, obwohl man es langsam besser wissen müsste. Steigende Inzidenz wird auf jeden Fall eine Nachkorrektur nach oben in den nächsten Tagen bewirken. Das Problem dabei: Der R-Wert, der recht einfach darstellbar und gut im Kopf zu behalten ist, kann nur bedingt herangezogen werden, um das persönliche Verhalten daran zu orientieren und es krisengerecht zu gestalten.

  • Hospitalisierungsrate,[29] Stand vom 14.03.2022

Die Hospitalisierungsrate (oder auch „Krankenhaus-Inzidenz“) gibt die Anzahl der zur Behandlung aufgenommenen Patienten mit COVID-19 je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen an und wird täglich durch das RKI aktualisiert.[30] Auch diese Grafik und die nachfolgende haben wir für den aktuellen Report aktualisiert. Ganz eindeutig ist die Lage hier noch nicht sehr angespannt, wobei das regional unterschiedlich sein kann. Während der BPK vom 11.03. hatte Karl Lauterbach zum Beispiel erklärt, dass in der bereits erwähnten Stadt Köln Planoperationen wegen der erneut hohen Einlieferungszahlen von schweren Corona-Fällen verschoben werden mussten

  • Covid-19-Fälle auf Intensivstationen,[31] Stand vom 14.03.2022

Als wir vor einem Monat mit der Erfassung dieses Wertes begannen, lag die Intensivrate bei etwa 3 und ist seitdem sogar gesunken. Ein sehr leichter Anstieg in den letzten Tagen steht dem nicht entgegen. Das wirkt recht entspannt. Der Tod ist jedoch die letzte Instanz, nicht nur bei jeder Erkrankung, und es kommt darauf an, wie viele Menschen davor bewahrt werden können, wenn es darum geht, festzustellen, wie in Gesundheitssystem in einer Krisenlage abschneidet. Insgesamt lieg die Todesfallrate in Deutschland seit Pandemiebeginn bei 0,7 Prozent. Das ist ein üblicher Wert im europäischen Vergleich. Über Länder mit niedrigerer Quote bei höherem Durchseuchungsgrad haben wir uns eingangs geäußert.

Täglich erfasst das DIVI-Intensivregister die freien und belegten Behandlungskapazitäten in der Intensivmedizin von etwa 1.300 Akut-Krankenhäusern in Deutschland. Im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie werden zudem auch aktuelle Fallzahlen intensivmedizinisch behandelter COVID-19-Fälle aufgezeichnet. Weitere Informationen unter Intensivregister.

Die Hospitalisierungswerte weichen je nach Bundesland stark voneinander ab, als beispielhaft für eine überwiegend beherrschte Situation, in der es trotzdem zu Verschiebungen von planbaren Operationen kommt, kann gelten, was schon Ende Januar für Berlin festgehalten worden war.[32] In Berlin lief die Entwicklung der Omikron-Welle dem auf ganz Deutschland bezogenen Geschehen um etwa zwei bis drei Wochen voraus

  • Anteil positiver Tests, Stand vom 11.03.2022

Analog zum Lagebericht werden hier die Daten aus der RKI-Testzahlerfassung, die Testzahlen aus verschiedenen Datenquellen vereint, für die bundesweiten Testzahlen und Positivenanteile dargestellt. Es handelt sich hierbei um keine Vollerfassung. Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Datenquellen zu Testzahlen und Positivenanteilen sind im wöchentlichen Lageberichtsbeitrag zu finden.

Für die Erfassung der Testzahlen werden von Universitätskliniken, Forschungseinrichtungen sowie klinischen und ambulanten Laboren übermittelte Daten aus unterschiedlichen Datenquellen zusammengeführt. Die Erfassung basiert auf einer freiwilligen Mitteilung der Labore und erfolgt über eine webbasierte Plattform (RKI-Testlaborabfrage) und in Zusammenarbeit mit der am RKI etablierten, laborbasierten Surveillance SARS-CoV-2 (eine Erweiterung der Antibiotika-Resistenz-Surveillance, ARS), dem Netzwerk für respiratorische Viren (RespVir) sowie der Abfrage eines labormedizinischen Berufsverbands.[33]

Service

Noch nie war das Ansteckungsrisiko höher als derzeit, heißt es, deswegen: Covid-19: Was tun bei einer Corona-Infektion? | tagesschau.de.    

Am 01.02.2022 hat sich die Gültigkeitsdauer von Impfzertifikaten geändert: [Es] (…) wird die Gültigkeit vieler Impfzertifikate auf (…) 270 Tage. Die Verkürzung gilt für alle, die doppelt geimpft sind (zweimal Biontech, zweimal Moderna oder einmal Johnson und Johnson plus einmal Biontech/Moderna). Sie gilt auch und für alle, die einmal geimpft und genesen sind. (…) Auf der sicheren Seite (also auf der Seite all jener, deren Impfzertifikat vorerst unbegrenzt gültig ist) sind Menschen, die drei Impfungen bekommen haben. (…) Hintergrund der Begrenzung der Zertifikate ist, dass die Wirkung der Impfung vor allem bei der Omikron-Variante nicht so lange anhält. Zudem sind doppelt Geimpfte, wenn sie sich infizieren, somit auch eher wieder ansteckend als Geboosterte.[34]   

Was beim Boostern zu beachten ist.[35] Interessanterweise wird die „Kreuzimpfung“ von der Stiko nun nicht ausdrücklich empfohlen. Für die Auffrischimpfung soll möglichst der mRNA-Impfstoff verwendet werden, der bei der Grundimmunisierung zur Anwendung kam. Wenn dieser nicht verfügbar ist, kann bei ≥30-Jährigen der jeweils andere mRNA-Impfstoff verwendet werden. Die STIKO betrachtet in der Altersgruppe ≥30 Jahre die beiden mRNA-Impfstoffe als gleichwertig.[36]

Die Stiko empfiehlt nun eine vierte Impfung für vulnerable Gruppen und für Pflegepersonal.[37] 

Der Generalsekretär der Deutschen Immunologischen Gesellschaft, Carsten Watzl, hat die Ständige Impfkommission (STIKO) zu einer allgemeinen Impfempfehlung für Schulkinder aufgefordert. „Mit diesen hohen Inzidenzen wird fast jedes Kind irgendwann mit dem Virus konfrontiert“, sagte Watzl der Augsburger Allgemeinen von heute. Der Nutzen der Impfung sei aber auch bei Kindern deutlich höher als die Risiken, heißt es heute im Ärzteblatt.[38] Die Durchseuchung der Schulen ist in der Tat ein Problem, die Inzidenzen liegen hier örtlich bei Werten von ca. 5.000 (5 Prozent aller Kinder einer Gruppe stecken sich innerhalb von nur einer Woche an) und selbstverständlich tragen die Kinder diese Infektionen auch in ihre Familien hinein. Mittlerweile haben sich die Ansteckungsraten der Alterklassen verschoben, aber Kinder und Jugendliche liegen mit ca. 2.000 (Berliner Wert) immer noch über dem Durchschnitt.

Die Nuvavaxid-Impfung wurde von der Stiko ebenfalls empfohlen, für alle Menschen ab 18 Jahren Lebensalter.

Eine Übersicht über den gesamten „Werkzeugkasten“ auf dem Stand vom 23.01.2022 findet sich in diesem Artikel: Es kommen immer mehr Möglichkeiten hinzu, sowohl präventiv als auch bei erfolgter Infektion individuellen Schutz zu erstellen.[39]

Omikron und Maskenwirkung: (…) Tragen die infizierte und die nicht-infizierte Person eine gutsitzende FFP2-Maske, ist liegt die Gefahr einer Ansteckung nach 20 Minuten selbst auf kürzester Distanz bei kaum mehr als ein einem Promille. (…)[40] Dann wäre es sogar sinnvoll, im gesamten öffentlichen Raum die Pflicht zu Maske tragen zu etablieren. Einen exakten Vergleich mit OP-Masken gibt der Artikel aber nicht her.

Ist Vitamin-D-Mangel „innerhalb eines komplexen Puzzles“ ein Grund für häufigere schwere Verläufe von Corona-Infektionen? Möglicherweise ja, wie eine Studie aus Israel nahelegt, aber sicher ist es noch nicht, heißt es im selben Artikel.[41] Welche Schlüsse auch immer Sie daraus ziehen: Zu viele Vitamin-D-Tabletten schlucken kann zu Vergiftungserscheinungen führen.

Fakten, Einschätzungen, Politik

  • Impfzielverfehlung

30 Millionen Impfungen sollten es im Januar 2022 sein und eine Impfquote der Gesamtbevölkerung von 80 Prozent. Dieses Ziel von Olaf Scholz wurde um fast die Hälfte bzw. um mehr als die Hälfte unterschritten (16,7 Millionen Impfdosen, nur 1,4 Millionen statt der erforderlichen 3,5 Millionen Erstimpfungen). Die Zahl der komplett Ungeimpften liegt immer noch bei 20 Millionen (allerdings Kinder und Jugendliche und aus medizinischen Gründen Ungeimpfte eingeschlossen).[42] „Bei diesem Impftempo wird es noch bis zum 21. April dauern, bis ein Anteil von 80 Prozent Erstgeimpfter in der Bevölkerung erreicht wird“, schrieben Riff-Reporter am 25.01.2022. Mittlerweile darf man selbst diese Projektion als viel zu optimistisch klassifizeren.[43]

Am 14. März 2022 liegt die Impfquote immer noch bloß bei 75,8 Prozent der Bevölkerung.[44] (Menschen mit mindestens zwei Impfungen.) Die Politik hat die Bereitschaft der „Resistenten“ wohl doch unterschätzt, sich zum Beispiel mit dem neuen „Quasi-Totimpfstoff“ von Novavax spritzen zu lassen.

Impfpflicht und Impfkampagne

Der fraktionsübergreifende Gesetzentwurf für die Impfpflicht „nimmt konkrete Form an“: Die Impfpflicht solle mit drei Impfungen erfüllt sein. Dabei könne auf alle zugelassenen Impfstoffe zurückgegriffen werden, „Auswahl muss möglich sein“, heißt es in einem Eckpunktepapier von Abgeordneten, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. „Die Impfpflicht ist auf den 31.12.2023 befristet.“[45]

Die Spitze der institutionellen Fachwelt, voran Gesundheitsminister Karl Lauterbach, meint offiziell, eine Durchseuchung sei nicht zu akzeptieren, ebenso äußert sich Christian Drosten.[46] Die Impfpflicht, falls sie kommt, soll hingegen kein Impfzwang sein, sondern mit der Zahlung eines Bußgelds darf man sich freikaufen.[47] So sprach Bundesjustizministerin Nancy Faeser.   Es hängt also wieder einmal vom Geldbeutel ab, ob Menschen sich an Regeln halten müssen. Stand BPK vom 11.03. liegen nun dem Bundestag mehrere Entwürfe für ein Impfpflichtgesetz vor, während die einrichtungsbezogene Impfpflicht nun „vorsichtig“ eingeführt werden soll.

Je länger die Debatte um die Einführung einer Impfpflicht in Deutschland dauert, desto mehr bröckelt die Front ihrer Befürworter. Noch vor Jahresende sah es so aus, als herrsche in Gesellschaft und Politik breite Einigkeit, dass die Pandemie nur mit einer raschen Gesetzgebung zur Einführung einer allgemeinen Impfpflicht zu stoppen sei.[48]

Mittlerweile begründet Karl Lauterbach seinen Ruf nach einer Impfpflicht eher mit der Herbstwelle 2022, die er bereits kommen sieht, als damit, dass sie gegen Omikron noch etwas bewirken könnte.[49] Am 11.03. hat er aber auch wieder darauf abgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch 3-fach Geimpfte (Infektiosität) geringer von der Rate als auch von kürzerer Dauer sein soll als bei Ungeimpften. Das würde wiederum für eine Impfpflicht auch unter aktuellen Bedingungen sprechen, zumal die Herbstwelle sich gerade als Frühjahrswelle zu zeigen droht, ohne dass die erste Omikron-Welle zuvor deutlich abgeklungen wäre.

Zweifel an der Wirksamkeit der bisherigen Impfungen gegen die Ansteckung mit Omikron an sich sind hingegen schon in der Welt, seit es Omikron gibt, hier ein Bericht vom 10.12.2021, der sich auf Beobachtungen in Südafrika bezieht.[50]

Die Situation in den Kliniken werde sich wieder verschärfen, so Lauterbach. Momentan erkrankten vor allem die Jüngeren, die viele Kontakte hätten. Wenn sich die Älteren infizierten, werde die Zahl der Klinikeinweisungen wieder steigen. „Da kann es, je nach Entwicklung, nicht nur bei den Intensivstationen knapp werden, sondern auch auf den normalen Stationen. Es droht die Schließung ganzer Abteilungen“, sagte er. „Eine Durchseuchung bedeutet, dass Hunderttausende schwer krank werden und wir wieder viele Tausend Corona-Tote beklagen müssen.“[51]

„Eine Impfpflicht macht bei SarsCov2 so wenig Sinn wie bei Grippe. Wenn die Impfung gut wirkt wird sie auch freiwillig gemacht. Dann keine Impfpflicht nötig. Wenn sie viele Nebenwirkungen hat oder nicht so gut wirkt verbietet sich die Impfpflicht. Daher nie sinnvoll.“ Wer hat es wann gesagt? Karl Lauterbach am 16. Mai 2020 auf Twitter.[52] Das war in jener Zeit, als der Lockdown auslief, der während der ersten Welle verhängt worden war. Vielleicht muss man an dieser Stelle den Gesundheitsminister ein wenig in Schutz nehmen, trotz seiner unübersehbaren Wendungen: Allgemein war nicht damit gerechnet worden, dass Impfen gegen Corona so schnell möglich sein würde und dass sich dann so viele unter den Bedingungen, die bei Start der Impfkampagne im Januar 2021 herrschten und bis heute nicht impfen lassen würden.[53]

Mittlerweile sind drei Gruppenanträge zu einer Impfpflicht in Vorbereitung, die CDU will einen weiteren eigenen Vorschlag einbringen, „der differenziert sein und die Diskussion befrieden soll.“[54]

Wann würde die Impfpflicht kommen: Frühestens Mai 2022, eher später hieß es schon im Januar.[55] Das scheint mittlerweile kaum noch haltbar. Wenn Impfpflicht, dann ab 18 oder ab 50?[56]

Unsere Meinung zur Impfpflicht können Sie hier nachlesen: Die Corona-Impfpflicht: Unsere Stellungnahme (Spin-off aus dem Corona-Report) | Frontpage | Corona Meinung | Impfpflicht – DER WAHLBERLINER (Stand 14.01.2021).

  • In einem durchaus interessanten Interview spricht sich Virologe Alexander Kekulé a. gegen eine Impfpflicht (unter jetzigen Bedingungen) und gegen die Verkürzung des Genesenen-Status durch das RKI aus, hält die Stärke der aktuellen Corona-Maßnahmen aber für richtig. Wir werden die Bestandteile des Gesprächs in den nächsten Tagen den einzelnen Themen zuordnen.[57] Hier ein weiteres Statement des Virologen Klaus Stöhr.[58]
  • In einem weiteren Artikel weist der Rechtsprofessor Stefan Huster darauf hin, dass die Freiheit des Einzelnen nicht absolut ist; wenn es um die Gefährdung anderer geht, schon gar nicht und spricht sich für eine Impfpflicht aus, vor allem wegen der möglichen Überlastung des Gesundheitswesens.[59] Dass hingegen der Umgang der Politik mit dem Gesundheitswesen sehr wohl thematisiert werden darf, wenn es um dessen Kapazitäten und auch um administrative Pannen sehen, wie sie derzeit häufig vorkommen, nicht nur um die Intensivbetten, halten wir für wichtig.
  • Derweil ist aufgefallen, dass es 42 Millionen mehr Impfzertifikate gibt, als in Deutschland bisher Impfdosen gespritzt wurden. Das muss nicht unbedingt heißen, dass eine sehr hohe Zahl von Fälschungen im Umlauf ist, wohl aber deutet es wieder einmal auf schlechte Kommunikation seitens der Politik hin.[60]
  • Impfstatus, Hospitalisierung

In den vier Wochen zwischen dem 14. Dezember und dem 12. Januar waren demnach von 8912 Corona-Intensivpatienten, deren Impfstatus bekannt war, fast zwei Drittel ungeimpft. Das entsprach insgesamt 5521 Fällen oder 62 Prozent der Neuaufnahmen mit erfasstem Impfstatus. Von etwa jedem zehnten Patienten war der Impfstatus nicht bekannt.[61]

Nichts anderes als ein Schutz vor schweren Verläufen durch die bisherigen Impfstoffe lässt sich auch aus diesem Artikel des Spiegel schließen, seinerzeit für Schlagzeilen gesorgt hatte, weil die Überschrift so knallig klingt: „Halb Europa könnte sich [gemäß Aussagen der WHO] bis März mit Coronavirus infizieren“.[62]

  • Genesenen-Status, Verkürzung durch das RKI, Auswirkungen

Das RKI änderte im Januar ohne Rücksprache den Genesenenstatus und Gesundheitsminister Karl Lauterbach geriet unter Druck. Dabei geht es vor allem um Führung und Kommunikation. Wir hatten mehrfach unseren Eindruck aufgeschrieben, dass er nach seinem Rollenwechsel vom Mahner zum Minister im neuen Setting noch nicht trittsicher ist.[63] Aber auch das RKI selbst steht verstärkt in der Kritik. Wenn die FDP etwas kritisiert, schauen wir immer sehr genau hin, aber wir sind aktuell nicht darüber instruiert, welche anderen Verfehlungsfälle sich RKI-Chef Lothar Wieler nach Ansicht der Liberalen geleistet haben soll. Der schlicht faktische und von den EU-Vereinbarungen abweichende Rückbau des Genesenen-Status ist möglicherweise erklärbar, nur – das RKI hat es nicht getan und Karl Lauterbach wusste nicht vorab Bescheid.[64] Selbstverständlich kommt aus der Ampelkoalition auch Zuspruch für RKI-Chef Wieler, unter anderem von Kanzler Olaf Scholz.[65] Zwischenzeitlich hatte sogar ein Gericht in Berlin für hier die Verkürzung als rechswidrig angesehen.[66] Mittlerweile hat sich der Gesundheitsminister die Letztentscheidung bei solchermaßen schwerwiegenden Änderungen in Sachen Corona gesichert.

„Bei der vom Bundesminister der Gesundheit angestoßenen Überarbeitung der Covid-19-Schutzmaßnahmen-AusnahmenVerordnung (SchAusnahmV) entfällt in Hinblick auf die Festlegungen zum Geimpften- und Genesenenstatus die Delegation auf das Paul-Ehrlich-Institut und Robert-Koch-Institut (RKI).“[67]

Karl Lauterbach rechnet nach wie vor mit 400.000 bis 600.000 Neuinfektionen pro Tag auf dem Höhepunkt der Omikron-Welle, der etwa Mitte Februar erreicht sein sollte.[68] Außerdem verteidigt er die Verkürzung des Genesenen-Status auf drei Monate.[69] Da die EU jedoch bisher 180 Tage ausweist, [70] will Lauterbach die deutsche 90-Tage-Regelung EU-weit durchsetzen.[71] Dennoch zieht er eine positive Zwischenbilanz und fordert erneut zum Boostern auf. Wir werden zu gegebener Zeit sehen, ob das Boostern Todesfälle tatsächlich um 99 Prozent verringert, wie Lauterbach sagt.[72] Allerdings müsste dazu eine Erfassung von Todesfällen speziell nach Menschen mit drei Impfungen durchgeführt werden. Geht nun aber die kürzlich erfolgte Verkürzung des Genesenen-Status von 180 auf 90 Tage durch das RKI doch in die falsche Richtung?[73] Die Politik ist trotzdem zumindest in Teilen verärgert darüber, dass das RKI Änderungen mit massiven Auswirkungen kundtut, ohne die Gründe zu kommunizieren, auch wenn sie grundsätzlich die gegenwärtigen Corona-Regeln okay findet.[74]

Zwischenzeitlich hat man tatsächlich für Bundestagsabgeordnete eine Ausnahmeregelung schaffen wollen, die deren Genesenenstatus weiterhin auf 6 Monate festlegt.[75] Diese Sonderregelung wurde allerdings mittlerweile doch aufgehoben.[76]

Mittlerweile gibt es ausführlichere Darstellungen zur Verkürzung des Genesenen-Status, die vor allem darauf hinauslaufen, diese Maßnahme auch inhaltlich anzugreifen und ihr außerdem eine erhebliche Auswirkung auf dann vermutlich weitere notwendige Impfungen zuzuschreiben.[77]/[78]  Und wieder einmal kommt Misstrauen auf, weil Maßnahmen nicht fachlich begründet werden und wie eine weitere Impfagenda wirken, die zwar keinen formalen Zwang darstellt, wohl aber Druck aufbaut. Rechtskundige verweisen darauf, dass die Verlagerung einschneidender, Grundrechte tangierender Maßnahmen auf Verordnungsebene, vor allem, wenn sie nicht begründet sind, den Gerichten nicht nur Spielraum geben, sondern geradezu eine Prüfungspflicht nicht nur, wie üblich, des einzelnen Falles in Bezug auf die Regelung, sondern der ihm zugrundeliegenden Norm selbst auferlegt, die bei Parlamentsgesetzen nicht besteht.[79]/[80]  Wie Gerichte in solchen Fällen verfahren, haben wir bereits mehrfach erlebt: uneinheitlich. Einfallstor ist vermutlich die in der Fachwelt vertretene These von der Prüfpflicht für Verordnungen seitens der Gerichte, die es bei formellen Gesetzen so nicht gebe.

  • Fundamentale Kritik an der Politik

Da wir nun Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schon so häufig erwähnt haben, müssen wir auch festhalten, dass es vielfach Kritik in seine Richtung gibt, dabei werden einige oben dargestellte Wendungen erwähnt. Wie zum Beispiel hier von Sahra Wagenknecht am 24.01.2022.[81] Dass Wagenknecht sich gerne über rechte Medien äußert und gewisse Nebengeräusche können wir hier nicht vertiefen, aber vergleichen Sie die Aussagen von damals mit dem Stand von heute. Der oben erwähnte Genesenen-Status spielt in dem Interview u. a. eine Rolle, allerdings ist unseres Wissens das RKI diesbezüglich gerade nicht weisungsgebunden gewesen, das wurde inzwischen geändert. Dass Karl Lauterbach Panik generiert, um die Impfquote anzuschieben und damit möglicherweise a.) erst recht für Widerstand sorgt und b.) sich immer wieder weit aus dem Fenster lehnt und sich angreifbar macht, haben wir schon vor dem Einpflegen dieser Quelle kritisiert und die Impfquote legt seit Monaten kaum noch zu.

  • Impfnebenwirkungen

Bezüglich der Impfnebenwirkungen nimmt die Publikation „Science Files“ eine Mindermeinung ein und bewertet sie viel höher als üblich. Die Gegenmeinung wiederum finden Sie hier.[82] Tut uns leid, wir mussten schmunzeln. Hatten Sie nach den Impfungen auch Phantomschmerzen? Dann wissen Sie jetzt, was ein Nocebo-Effekt ist.

Nicht ganz neu ist die Diskussion um die möglichen Nebenwirkungen von Nanolipiden in den mRNA-Impfstoffen, hier wird es einen Tick wissenschaftlicher und schon deshalb fügen wir einige neuere Äußerungen dazu unseren Schlagzeilen bei.[83]

Daten, die etwas über die Häufigkeit von Impfschäden aussagen könnten, liegen inzwischen vor: 1.421 Anträge auf Entschädigung für Impfschäden bei 163 Millionen Impfungen wurden bisher gestellt, das ist eine Schadensquote von 0,0008 Prozent, sie bezieht sich außerdem auf alle, nicht auf die bisher erfolgreichen Anträge.

Witzig aber schon wieder diese Einlassung: Spitzenreiter in Sachen Anträge sind Bayern (295) und Nordrhein-Westfalen (188) – was allerdings auch die beiden einwohnerstärksten Bundesländer sind. Außerdem liegen nicht aus allen Bundesländern Zahlen vor.“[84] Wir wissen jetzt nicht, von wo keine Zahlen vorliegen und wie sehr eine komplette Erfassung die Gesamtzahl verändern würde, aber wir rechnen nicht mit mehr als einer Verdoppelung. In der Tat ist nicht die Zahl der möglichen Nebenwirkungen entscheidend, sondern das, was tatsächlich in der Praxis sichtbar wird. Ach ja: 25 Anträge wurden bisher genehmigt.

Und nun kehren wir zu „SF“ zurück: Wir haben uns mit deren Darstellungen etwas näher befasst, die sich in Form beinahe täglicher Updates manifestieren, in denen tatsächlich weltweite Einzelfälle, die  Krankheitsbilder oder den Tod zur Folge haben und bei denen eine Corona-Impfung als ursächlich angenommen wurde, zusammengetragen werden und so getan wird, als sei das ein Skandal. Hier ein Update vom 29.01.2022. Demnach kann fast jede Erkrankung durch eine Impfung hervorgerufen oder verschlimmert werden.[85] Sicher sind gravierende Einzelvorkommnisse sehr traurig und entsetzlich für die Betroffenen und deren Umfeld, aber die Publikation pflegt nicht gerade einen mitleidvollen Duktus, es geht also eher ums partout recht haben wollen.

Jedoch: a.) hat niemals jemand ernsthaft behauptet, es könnten keine Nebenwirkungen auftreten, richtigerweise wird auch in „SF“ geschrieben, dass dies selbst bei wesentlich weniger eingriffsstarken Medikamenten nie auszuschließen ist, b.) sehr seltene Ereignisse werden zwar mit großem Eifer und Aufwand gesammelt und belegt, deswegen bleiben sie aber immer noch sehr selten, c.) manche dieser Fälle werden zwar richtig dokumentiert, aber alarmistisch dargestellt, es handelt sich dabei nicht um gravierende Langfristschäden, d.) in einigen Fällen wird die Impfung nicht als ausschließlicher / sicherer Grund für das Krankheitsbild oder den Tod des Patienten angegeben. Ein solcher Fall trug sich im November zu und sorgte in Berlin für Schlagzeilen: Der Tod eines Jungen nach Impfung sorgte für erheblichen Auftrieb (Hashtag #EsKönnteDeinKindSein), aber, Stand Ende Dezember war bereits: Auch die Berliner Zeitung, die ein offenes Ohr für die Bedenken von Impfgegnern hat, weist darauf hin, dass es sich hier um einen extremen Ausnahmefall handelt und der Tod des Kindes nicht eindeutig der Impfung zuzuordnen ist.[86]

Wenn man die Daten zu den Impfschadensanträgen etwas höher ansetzt als derzeit dokumentiert und die „Impftoten“ des Paul-Ehrlich-Instituts berücksichtigt, erhält man ein aussagekräftiges Bild. Man weiß, es kann zu   negativen Impfwirkungen kommen. Deswegen geht man nicht „blind“ zum Impfen, sondern trifft eine Abwägung, die offenbar in den allermeisten Fällen zugunsten der Impfung ausgeht.

Relevante Korrelationen können nicht ermittelt werden: Wie stark reduziert zum Beispiel der Booster tatsächlich die Todesfälle bei der aktuellen Omikron-Variante? Unseres Wissens wird diese Zahl nicht erhoben, weil sie nicht exakt zu bestimmen ist, deswegen sind die „99 Prozent“, die z. B. Herr Lauterbach in den Raum stellt, „politische Daten“, sind bedingt durch eine generell zahlenstarke Kommunikationstechnik.

Sollte es eine schärfere Variante geben, die Omikron folgt (oder eine Rückkehr von Delta, wie hier im Rahmen einer vergleichsweise pessimistischen Sicht gemutmaßt wird oder sollte das gerade wiederentdecke „Deltakron“ ein Gamechanger sein),[87]/[88] dann wäre es gut, wenn die Impfpflicht geprüft und für diesen Fall bereits so gut wie möglich verfassungsrechtlich abgesichert wäre, um sie sofort einführen zu können. Wir erwarten hingegen nicht, dass ein harter Kern von sich selbst und andere gefährdenden Menschen sich von höheren Todesfallzahlen oder einem überlasteten Gesundheitssystem beeindrucken lässt.

Freilich gibt es Meinungen wie diese, die auf eine Empfehlung zur Durchseuchung hinauslaufen,[89] das müssen wir, um möglichst vollständig zu bleiben, in unseren Reporten berücksichtigen.

Eine weitere Diskussion über Impfnebenwirkungen kam auf, als eine Betriebskrankenkasse Zahlen bekanntgab, die auf bis zu 3 Millionen Impfnebenwirkungsfälle in der Gesamtbevölkerung schließen lassen würde, das wäre eine Quote von etwa 5 Prozent der vollständig Geimpften. Wir integrieren unsere diesbezügliche neueste Darstellung zu dieser Sache aus dem betr. Kurzreport in den Langreport:

„Ein Thema wird im Moment diskutiert: Die Zahlen der Betriebskrankenkasse ProVita zu Impfnebenwirkungen. Falls sie sich validieren lassen und falls sie sich auf die Gesamtbevölkerung übertragen lassen, dann liegt die Zahl der Menschen, die mit Impfnebenwirkungen zu kämpfen haben, erheblich höher, als sie vom Paul-Ehrlich-Institut im Januar angegeben wurde (bei 2,5 bis 3 Millionen Geimpften wären dann Nebenwirkungen aufgetreten, die ärztlich behandelt werden mussten, von denen die Krankenkassen also Kenntnis erlangten). (…) Wir hoffen, dass wir uns in dieser Sache nicht auch geirrt haben und offiziellen Darstellungen zu sehr auf den Leim gegangen sind, sonst wird es langsam nervig.

Am 27. Februar schlossen wir das Thema wie folgt vorerst ab: „Am Freitag hatten wir uns zu Unsicherheiten bezüglich der Impfnebenwirkungen geäußert, die durch Darstellungen einer Betriebskrankenkasse zur Diskussion kamen, mittlerweile haben sich mehrere Stellen gegen diese Darstellung gewendet und „einen Vergleich von Äpfel mit Birnen“ kritisiert. Unter den Kritikern dieser Darstellung finden sich auch Publikationen, die dafür bekannt sind, durchaus Raum für die Meinung der „anderen Seite“ zu geben.[90]

  • Impfstoffentwicklung im Rekordtempo

Ein Corona-Impfstoff, der an die Omikron-Mutation angepasst werden konnte, ist bei Biontech und Pfizer in Arbeit.[91]  Auch Moderna scheint dicht dran zu sein an einer Omikron-Variante seines mRNA-Impfstoffs.[92] Außerdem kommt Nuvavoxid, ein „Quasi-Totimpfstoff“ von Novavax. Mit ihm, hofft man, werden sich auch Menschen impfen lassen, die mRNA-Impfstoffe nicht angenommen haben.[93] Dieser Impfstoff wurde von der Stiko mittlerweile für alle ab 18 Jahren zur Verwendung empfohlen.

Was uns bisher gewundert hat: Dass die mRNA-Impfstoffe gegen Corona so rasch entwickelt werden konnten, hingegen für die Krebstherapie, für die sie ursprünglich gedacht waren, auch in naher Zukunft noch nicht eingesetzt werden. Eine mögliche Erklärung: Bei Krebs dienen die mRNA-Impfstoffe hingegen nicht der Vorbeugung, sondern der Behandlung einer Krankheit. Schon seit rund 30 Jahren wird erforscht, wie sich die mRNA-Technologie in der Krebsbehandlung einsetzen lässt. Sie soll das Immunsystem dazu bringen, bösartige Zellen zu erkennen und zu zerstören. Die Krebszellen sind den gesunden Zellen allerdings sehr ähnlich. Tumorzellen können sich zudem tarnen oder das Immunsystem bremsen. Deshalb ist es viel schwieriger, einen mRNA-Impfstoff gegen einen körpereigenen Krebs zu entwickeln als einen Impfstoff gegen einen Angreifer von außen wie das Coronavirus.[94]

Trotzdem bestehe bei bestimmten Krebsarten die Hoffnung, dass sie durch mRNA-Impfungen bald weniger tödlich sein werden als bisher, eine Phase-II-Studie im Bereich Hautkrebs lässt BionTech derzeit durchführen. Wir hoffen, dass wir diese Erklärung noch ein wenig unterfüttern können, denn wir hören zu oft Antworten wie: War zu teuer und die Pharmaindustrie verdient an den aufwendigen Krebstherapien mehr als an einer simplen Impfung. Das würde bedeuten, dass bewusst nicht das medizinisch Machbare angegangen wird. Die Logik des genannten Arguments war für uns nie frei von  Gegenredemöglichkeiten, trotz aller gebotenen Skepsis gegenüber Big Pharma.

Eine weitere mögliche Erklärung für die rasanten Forschungserfolge in Sachen Corona-Impfstoffe finden Sie hier: Pfizer und Biontech: Wie IT die Impfstoffentwicklung revolutioniert – computerwoche.de.

  • Keine PCR-Tests mehr für alle: Die Fakten und das Allgemeine

PCR-Tests sollen nun doch in größerem Umfang weiter erhältlich sein, als zuletzt geplant war.[95] Wir hatten uns, nachdem Einschränkungen des Zugangs zum „Gold-Standard“ verkündet wurden, vor allem dagegen ausgesprochen, dass Menschen, bei denen bereits einen positiven Antigen-Test vorliegt, keinen Anspruch auf einen PCR-Test und damit keine Sicherheit über ihren Infektionsstatus erhalten sollen.

Ausganspunkt der Diskussion war, dass die meisten Schnelltests nicht sicher sind, das hatte das Paul-Ehrlich-Institut bekanntgemacht.

Schnelltest ist nicht gleich Schnelltest: Die Tests der unterschiedlichen Hersteller weisen teilweise eklatante Unterschiede bezüglich der Genauigkeit auf, mit der sie eine Corona-Infektion erfassen. So kommt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sogar zu dem Schluss, dass viele im Handel erhältliche Tests nicht sensitiv genug sind, um eine Infektion mit SARS-CoV-2 feststellen zu können.[96]

Würde man die nach einer publizierten von „Science Files“[97] üblichen Kriterien für solche Tests an die Schnelltests anlegen, wären „92 Prozent von ihnen Schrott“.

Kürzlich hat nun Karl Lauterbach verkündet, dass es genau darauf hinausläuft, dass die allermeisten von uns überhaupt keine PCR-Tests mehr bekommen werden. Die Laborkapazitäten seien endlich, heißt es. Offenbar hat sich die Formulierung an journalistischen Beiträgen wie diesem orientiert, wobei nicht mehr das Testmaterial, sondern das Laborpersonal nun den „Flaschenhals“ darstelle.[98]

Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Deutschland sollen nicht mehr alle per Schnelltest positiv Getesteten einen PCR-Test bekommen (…). Lauterbach argumentierte, die Wahrscheinlichkeit, dass der PCR-Test ein anderes Ergebnis anzeige als ein professioneller Antigen-Test, sei „sehr gering bei der hohen Prävalenz der Omikron-Variante“. Auch das Schnelltest-Ergebnis gehe an das Gesundheitsamt. „Der PCR-Test ist nicht mehr Voraussetzung für die Meldung beim RKI. So sparen wir wichtige PCR-Kapazitäten für den Höhepunkt der Welle.“

Wichtig zu wissen: Auch in zweiter Instanz, also nach einem positiven Antigen-Test, ist kein PCR-Test für alle Betroffenen mehr vorgesehen. Die 3G-Strategie ist angesichts der geringen Validität der meisten Antigen-Tests ohnehin fraglich. Künftig werden noch mehr Menschen, die nicht direkt im Krankenhaus landen, unter dem Melde-Radar durchlaufen und andere anstecken.

Zumindest bei einem positiven Antigen-Test wäre es wichtig, eine Bestätigung durch den „Gold-Standard unter den Tests zu erhalten“, denn wenn Infektionen nicht sicher nachgewiesen werden, mag es sein, dass zwar nicht mehr so sehr die Kapazität der Labore für PCR-Test beansprucht werden,   umso mehr jedoch die der übrigen medizinischen Infrastruktur:

Der PCR-Test (auch Labortest genannt) ist der Goldstandard unter den Corona-Tests. Mittels PCR-Test kann in einer Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege zuverlässig nachgewiesen werden, ob Erreger vorhanden sind. (…). Der Test beruht auf der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction, PCR). Dabei wird Erbmaterial des Virus vervielfältigt. Dadurch gelingt es, Viren nachzuweisen, auch wenn erst wenige Erreger vorhanden sind. Der PCR (…) weist das Virus mit einer hohen Treffsicherheit nach. Zudem wird gezielt nur das Erbmaterial des Coronavirus SARS-CoV-2 vervielfältigt. Der Test (…) weist also genau das gewünschte Virus nach.

Der PCR-Test gilt als das zuverlässigste Verfahren, um den Verdacht auf eine akute Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 abzuklären. Es ist für alle Altersgruppen der ausschlaggebende Test für die Entscheidung, ob eine Person sich aufgrund einer SARS-CoV-2-Infektion in Isolierung begeben muss.

Der PCR-Test sollte insbesondere eingesetzt werden: bei Symptomen, die auf eine Erkrankung an COVID-19 hindeuten, unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus, nach einem positiven Ergebnis im Antigen-Schnelltest, Antigen-Selbsttest oder PCR-Pooltest (…).[99]

Die Knappheit der Laborkapazität in Deutschland ist hausgemacht, darauf weist dieser Podcast des Spiegel hin.[100] Deswegen ist der folgende Absatz ein Muss in unseren aktuellen Corona-Darstellungen:

  • Keine PCR-Tests mehr: die klassenpolitische Sicht

Hierzu gibt es nun eine Generalkritik, die sich am Ende der PCR-Tests für alle festmacht, aber zu einem kleinen Manifest geführt hat, das weit über diesen Tatbestand hinausreicht und das gesamte Corona-Management umfasst. Man kann es auch als klassenkämpferische Abrechnung bezeichnen.

„Klasse gegen Klasse“ legt klar, dass das Ende der PCR-Tests bei weiterhin schwachen allgemeinen Maßnahmen gegen die Pandemie ein erneuter Schlag gegen die Ärmeren ist, die sich das private Bezahlen von PCR-Tests nicht leisten können. Wir haben, als wir uns vorgestern erstmals zum Ende der PCR-Tests für alle geäußert haben, mehrfach unsere Formulierungen entschärft, bevor der Artikel veröffentlicht wurde, insbesondere wegen der Lauterbach-Fans unter unseren Leser:innen. „Klasse gegen Klasse“ ist nicht so gutmütig, wie Sie hier nachlesen können.[101]

„Die Regierung setzt auf Durchseuchung – doch unser Leben ist mehr wert als ihre Profite!“ lautet die Überschrift des Artikels, der auch als Kampfaufruf zu verstehen ist.[102]

Wir kommen nicht umhin, festzuhalten, dass man sich bei KgK fast alles notiert hat, was bisher beim Corona-Management schiefgelaufen ist und es in einer insgesamt leider weitgehend zutreffenden Darstellung zusammengefasst hat. „Durchseuchung“ ist dabei in etwa das, was wir oben sehr vorsichtig als „viele Fälle werden nun unter dem Radar laufen“ angedeutet haben. Nur eben, dass die Durchseuchung entgegen anderslautender Aussagen der Politik   als beabsichtigt angesehen wird. Den kämpferischen Duktus können wir in einem Corona-Report nicht abbilden, finden ihn aber in diesem Artikel richtig. Einzig die Abgrenzung der verschiedenen Motive gegen die Impfpflicht ist schwierig, das merkt man dem Text an, aber wir finden es richtig, dass man diese Abgrenzung so plausibel wie möglich darstellt, damit keine falschen Querfront-Vorwürfe entstehen können.

Im Grunde fügt sich auch dieser Teil der Argumentation zu einem logischen Ganzen, wenn man es vom Beginn der Pandemie her betrachtet und nicht von den Notwendigkeiten aus, die sich aus dem Missmanagement während der Pandemie ergeben haben.

In Berlin wurde jetzt ein Kompromiss eingerichtet: Alle haben weiterhin einen Anspruch auf einen PCR-Test, aber wer nicht zu besonderen Gruppen gehört, muss länger auf das Ergebnis warten als bisher.[103] Offensichtlich hat es doch zu viele Proteste wegen des oben dargestellten offenen Klassismus in der Politik gegeben.

  • Kreuzimpfung, vierte Impfung

Nachträglich wirkt nach der obigen Darstellung das plötzliche Promoten der Kreuzimpfung, als zu wenig Comirnaty-Impfstoff zur Verfügung stand, eher als an der Verfügbarkeit denn an der medizinischen Best Practice orientiert.

Die vierte Impfung hingegen steht noch nicht an, sagte Charité-Virologe Leif Erik Sander dem RBB.[104]  Zu viele Booster könnten demnach schädlich sein, meint auch die EMA, die zu gegebener Zeit auch die Kreuzimpfungen empfohlen hatte.[105] Auch dazu gibt es nun neue Darstellungen:

Eine vierte Dosis des COVID-19-Impfstoffs von BioNTech/Pfizer scheint keinen nennenswert höheren Schutz vor einer Ansteckung mit Omikron zu bieten als die dritte Impfung. Dies deutet eine vorläufige Studie aus Israel an. Israel ist das erste Land, welches systematisch seine Bürger zu einer vierten Impfung aufgerufen hatte. (…) Die Ergebnisse scheinen Zweifel zu bestätigen, welche die Arzneimittelzulassungsbehörde der Europäischen Union (EMA) bereits letzte Woche geäußert hatte. (…)  Einige Länder wie Dänemark, Ungarn und Chile haben trotz der Bedenken der Regulierungsbehörden bereits Auffrischungsimpfungen mit der vierten Spritze zugelassen. Noch Ende Dezember hatte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation Tedros Ghebreyesus erklärt, dass pauschale Auffrischungsimpfungen die Pandemie eher verlängern würden als sie zu beendet.[106]

  • Lockerungen: Diskussion und Fakten

Auch bezüglich der Lockerungen geben wir, um einen Anschluss herzustellen, zunächst noch einmal den Stand vor einem Monat wieder:Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will beim nächsten Bund-Länder-Treffen am Mittwoch einen ersten Öffnungsschritt in der Corona-Pandemie angehen. „Die wissenschaftlichen Prognosen zeigen uns, dass der Höhepunkt der Welle in Sicht ist“, sagte er am Freitag in einer Ansprache vor dem Bundesrat. „Das erlaubt uns, beim Bund-Länder Treffen in der nächsten Woche einen ersten Öffnungsschritt und dann weitere für das Frühjahr in den Blick zu nehmen.“[107] Maßvolle Schritte hat auch Karl Lauterbach offenbar im Programm, wenn nächste Woche der Stand der Dinge und wie darauf zu reagieren sein, neu verhandelt wird.[108] Virologe Hendrik Streeck spricht sich für eine Gleichstellung von Gimpften und Ungeimpften aus, sowie für eine Abschaffung der Maskenpflicht im Sommer.[109] Ärzt:innen warnen vor zu schnellen Lockerungen, vor einer Politik, die nicht zum ersten Mal während der Pandemie zu riskant sei. In einem Fall enthält die Warnung einen Satz, den wir oben ähnlich formuliert haben: Die Omikron-Welle muss eindeutig abflauen, damit man größere Schritte gehen kann.[110] Der Diskussionsstand im die Lockerungen und um die einrichtungsbezogene Impfpflicht lässt sich ganz gut so zusammenfassen: Es ist alles kontrovers. Am gestrigen Tag hat das Bundesverfassungsgericht eine Entscheidung über einen Eilantrag gegen die einrichtungsbezogene Impfpflicht getroffen.[111] Damit ist aber diese Impfpflicht noch nicht verfassungsgemäß, das wird erst im Hauptsacheverfahren entschieden werden. Weitere Einblicke ermöglicht die Zusammenfassung der Diskussion in einer gestrigen Talkshow.[112]

Um die Zeit zwischen dem vorläufigen Ende unserer Langreporte am 12.02. bis zu deren Wiedereinführung am 11.03. zu überbrücken, einige Aussagen aus der Zeit dazwischen.

Mitte Februar hatte sich Kanzler Scholz zu mehreren Aspekten des Themas Corona geäußert, er vertehe die Impfgegner nicht, sei für eine Impfpflicht, hoffe auf Novavax, aber man habe sich auch schrittweise Lockerungen verdient, hingegen hätte er die Maskenpflicht auch nach dem 20.03. für bestimmte Bereiche gerne beibehalten.[113] Zur Einordnung: Damals war die Inzidenz erstmals während der Corona-Welle mehrere Tage hintereinander gesunken, was auch zu unserem Wechsel zu den mit geringerer Frequenz erscheinenden Kurzreporten geführt hatte. Hier eine Einschätzung vom 27.02., als die Inzidenz noch immer leicht sank:

„Der Leiter des Corona-Krisenstabs im Kanzleramt, General Carsten Breuer, hat in der Corona-Pandemie weitere Vorsicht angemahnt. „Wir können noch längst nicht von einem Pandemieende sprechen“, sagte Breuer der „Wirtschaftswoche“. Zwar sei die Omikron-Welle „offenbar bezwungen“ und erste Lockerungen seien möglich, „aber wir müssen vorsichtig bleiben – und auch damit rechnen, dass es Richtung Herbst wieder zu verschärften Maßnahmen kommen kann“, fügte er hinzu.“[114]

Mehrere Bundesländer hatten bereits Ende Februar konkrete Lockerungsschritte vollzogen. So soll in Berlin die 2G-Regel im Einzelhandel, aber auch in Kultureinrichtungen aufgegeben werden. Die partielle Impfpflicht, die für Beschäftigte des Gesundheitswesens gilt, wird jedoch vorerst verteidigt.[115] In Brandenburg werden die Regeln auf ähnliche Weise geändert, aber nicht exakt gleich.[116] In der Darstellung wird nicht erwähnt, dass nun in Brandenburg im Einzelhandel FFP2-Maskenpflicht gilt. In Berlin sinkt die Inzidenz allerdings schon länger, außerdem seien genug PCR-Testkapazitäten vorhanden, die Hospitalisierungslage sei stabil und die Rückstände bezüglich der Erfassung von Infektionen weitgehend abgearbeitet. In einigen Bundesländern, in denen besonders forsch mit Öffnungen umgegangen wird, gilt dies jedoch nicht. Der starke Rückgang der Inzidenz in Berlin (siehe Grafik Inzidenz Bundesländer) überrascht uns auch ein wenig, um es so neutral wie möglich auszudrücken.

In der Pressekonferenz vom 08.02.2022 zur Corona-Lage hat Karl Lauterbach dargestellt, dass wir a.) mit weiteren Varianten von Corona zu rechnen haben und dass sie b.) nicht harmloser sein müssen als die bisherigen. Falls die PK auch als Aufzeichnung einsehbar ist,[117] schauen Sie rein, er hat sehr anschaulich erklärt und sogar sein Handy als eine Art Ur-Virus zu Demonstrationszwecken verwendet. Demnach bauen die Mutanten nicht (zwangsläufig) aufeinander auf, sondern entwickeln sich von einem bestimmten Ausgangspunkt unabhängig voneinander. Viele Varianten dürften demnach bereits existent sein, die sich aber bisher gegen Omikron nicht durchsetzen konnten. Aus dieser Einschätzung heraus versteht man, warum Teile der Regierung für zu raschen Öffnungen warnen. So muss man es formulieren, denn die Linien pro oder contra Lockerungen gehen quer durch die Ampelkoalition und durch die Opposition hindurch.[118] In derselben Veranstaltung gibt Lothar Wieler, Chef des RKI, aber auch eine insgesamt optimistische Einschätzung der Lage ab: Wir haben die Omikron-Welle bald hinter uns. Zumindest die von seinem Institut gemeldeten Zahlen könnten darauf hindeuten. Insgesamt wurde viel Wert auf eine gute Sommersperspektive gelegt: ein „super Sommer“ erwarte uns.

Karl Lauterbach hält Lockerungen vor Ostern für möglich:  „Ich glaube, dass wir deutlich vor Ostern lockern werden. Davon bin ich fest überzeugt“, sagte er der „Bild“ (Montag). Ostern ist in diesem Jahr Mitte April. Gleichzeitig warnte er: „Wir sind vor dem Höhepunkt der Welle. In das Maximum der Fallzahlen jetzt zu lockern, das bedeutet: Ich gieße Öl ins Feuer“ (…). Das mit dem Öl ins Feuer sehen wir aktuell genauso. Ob Lockerungen vor Ostern möglich sind, wird auch davon abhängen, wie die Corona-Omikron-Variante BA.2 sich verhält. Christian Drosten, Mitglied der Expertenkommission, welche die Regierung in Sachen Corona berät, hatte hingegen zuletzt wieder vor dem Rückbau der Maßnahmen vor Ostern gewarnt.

Der bayerische Ministerpräsident Söder fordert schnellere Lockerungen, obwohl sein Bundesland mittlerweile die höchsten Inzidenzwerte aufweist und ist derzeit noch für eine Impfpflicht.[119] Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, was Söder sagen wird, wenn sich in der Bevölkerung eine Mehrheit gegen die Impfpflicht abzeichnen sollte. Bei keinem anderen maßgeblichen Politiker orientiert sich die eigene Meinung so sehr an kurzfristigen Stimmungsbildern. Die Wirklichkeit in Bayern zeigt vor allem kleine, aber publikumswirksame Schritte in Richtung Öffnung.[120] Die Kritik an der ruckartigen Verkürzung des Genesenenstatus durch das RKI wird allerdings nicht abflauen, solange die Omikron-Welle nicht abflaut.

Über das Ende der pandemischen Lage wird weltweit immer mehr diskutiert.[121] Besonders in den Ländern, in denen die Omikron-Welle abflacht, manche Länder haben bereits den formalen Normalzustand wiedereingeführt.

Es ist richtig, dass z. B. Hendrik Streeck schon im vergangenen Sommer darauf hingewiesen hat, dass Corona sich in die anderen Infektionskrankheiten einreihen wird, mit denen wir zu leben haben.[122]

Es kommt aber darauf an, wann etwas gesagt wird: Solche Aussagen noch vor der damals schon zu erwartenden Delta-Welle, die wieder Todesfallzahlen von bis zu 500 täglich mit sich brachte, ist nicht das Gleiche, wie es jetzt zu tun. Jetzt über Lockerungen nachzudenken ist nicht das Gleiche, wie auf dem Höhepunkt jeder bisherigen Welle alle Anti-Corona-Maßnahmen als Quatsch abzuwerten, wie die Querdenker:innen es taten.

Berlin (dpa) – Im Kampf gegen die immer stärkere Corona-Ausbreitung in Deutschland sollen weitreichende Alltagsauflagen für Millionen Menschen noch länger bleiben. Bund und Länder beschlossen am Montag aber vorerst auch keine Verschärfungen.[123]

„Der Infektiologe Chefarzt Clemens Wendtner hält bei hohen Infektionszahlen Einschränkungen weiter für notwendig und plädiert für ein Beibehalten der Regelung zu regionalen Lockdowns ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1000.“[124]

Wendtner und sein Team hatten am 27.Januar 2020 den ersten deutschen Corona-Patienten stationär aufgenommen und seitdem rund 3.600 Fälle behandelt, ohne sich selbst infiziert zu haben. In Bayern gibt es auch etwas wie eine regionale Lockdown-Pflicht bei hoher Inzidenz, aber nur eigentlich, nicht wirklich. Mittlerweile zählt Bayern wieder zu den Hochinzidenz-Bundesländern und da es mit der Durchsetzung der Maßnahmen eh nicht so klappt, ist Bayerns Ministerpräsident Söder nun einer der ersten, der über Lockerungen laut nachdenkt.

Die jetzt im Vergleich zu anderen Ländern starken Kontaktbeschränkungen wie 2G plus in der Gastronomie sind auch das Resultat großer Versäumnisse der Politik im Umgang mit der Pandemie während der dritten und der vierten Welle, die seinerzeit mit Social-Media-Hashtags wie #SchwereSchuld markiert wurden. Die Vorbereitungen für die Banalisierung von Corona laufen indes:

Nach Einschätzung des US-Immunologen Anthony Fauci wird es künftig darum gehen, das Coronavirus so zu kontrollieren, dass das gesellschaftliche Leben wie zuvor stattfinden kann. Ausrotten ließe sich der Erreger wohl nicht. „Wenn Sie sich die Geschichte der Infektionskrankheiten ansehen, haben wir nur eine Infektionskrankheit ausgerottet, und das sind die Pocken“, sagte Fauci bei einer virtuellen Diskussionsrunde des Weltwirtschaftsforums in Davos.[125]

Worum geht es beim Weltwirtschaftsforum? Um die Wirtschaft natürlich. Das Weltwirtschaftsforum hat Texte verfasst, in denen steht, wie viel besser es   wäre, wenn kapitalistische Unternehmen und nicht hinderliche Staaten, die noch ein paar Sozialstandards aufrechterhalten, die Welt (alleine) regieren würden. Die 80 Prozent Regentschaft des Großkapitals, die sowieso etabliert sind, reichen den Strategen vom WEF noch nicht. So gesehen, ist auch Corona hinderlich, denn derzeit regiert es mit.

In diesem Sinne redet natürlich auch Christian Lindner, der 2G in Handel und Gastronomie abschaffen will und Ministerpräsident Söder aus Bayern, obwohl sein Bundesland mittlerweile die vierthöchste Inzidenz in Deutschland aufweist, nur knapp hinter Hessen und Brandenburg. Wie die Frontlinien im jüngsten Politik-Talk verlaufen sind, können Sie hier nachlesen.[126] „Vom Himmel geschickt“, sei Omikron, dazu versteigt sich einer der Diskussionsteilnehmer. Dazu fiel uns ein alter Wiener Song ein, dessen Titel wir in die heutige Überschrift gepackt haben. Interessant ist die Umfrage, die am Ende des Artikels zu sehen ist und bei der Sie mitmachen können: Derzeit sprechen sich 68 Prozent der Abstimmenden dafür aus, die „Durchseuchung“ zuzulassen. Wir sehen das derzeit anders und gehen auch davon aus, dass diese Abstimmung nicht repräsentativ ist, andere Umfragen haben eine andere Ergebnisstruktur gezeigt. Allerdings verändert sich die Lage Tag für Tag und etwas Neueres haben wir bisher zur Sache nicht gesehen.

Das Fazit ist, dass ab 20.03.2022 niemand mehr wird behaupten können, man wäre der Wirtschaft nicht weit entgegen gekommen. Wird sie das danken, indem sich endlich das Kapital mehr an der Pandemiefolgenbewältigung oder an der Bewältigung der Folgen des Ukraine-Krieges beteiligt? Sicher nicht.

  • Impfgegner:innen, Querdenker:innen, Protest gegen die Corona-Maßnahmen

„Im Jahr 2021 hat es einem Bericht zufolge mehr als 300 Verletzte durch Gegner der Corona-Maßnahmen gegeben. Fast 600 Verdächtige hätten mindestens 308 Menschen zum Teil schwer verletzt, berichtete Zeit Online am Donnerstag (10.02.2022) unter Berufung auf eigene Recherchen. Opfer waren Menschen, die versuchten, die Vorschriften durchzusetzen.“[127] So viel zu den friedlichen Normalbürger:innen, die so gut, weil quer denken können, zur Einleitung des Themas.

„Unter dem Titel „Sieg der Ungeimpften“ wird in Medien mittlerweile generell mit der Politik abgerechnet und von Staatsversagen gesprochen.[128] Ganz abwegig finden wir das, was in dem Artikel steht, nicht“, schrieben wir am 12.02., zumal, wenn man bedenkt, dass  ungeachtet der keineswegs dafür sprechenden Zahlen die bundesweit einheitliche Pandemielage am 20.03. beendet werden soll.[129] Bestenfalls kann man das als Regionalisierung bezeichnen, die mehr den Werten vor Ort gerecht wird, aber auch als Verantwortungsverschiebung, weil dann vor allem die Landesregierungen zum Ziel der Querdenker:innen werden, wenn sie sich doch zu schärferen Maßnahmen entschließen (müssen). Dass daran vor allem Kritik aus dem  permanenten Hochinzidenzland Bayern mit den erratischsten Meldungen zu Corona kommt, war beinahe zu erwarten, ist wiederum fragwürdig.[130]

Ein Artikel in Telepolis bezieht sich auf eine Demo, die in Berlin bereits im Dezember 2021 gelaufen ist und auf das Narrativ von der sozialen Spaltung durch Corona oder gar durch die Impfpflicht. Es gibt lediglich eine Spaltung nach Interessen und wirtschaftlichen Möglichkeiten, diese hat sich seit Jahrzehnten verstärkt. Unter diesem Gesichtspunkt kann man die Pharma-Profite oder bestimmte, nur der Wirtschaft dienliche Maßnahmen kritisieren, aber nicht unter Verwendung eines falsch verstandenen Freiheitsbegriffs.[131]

Hier wiederum wird dargestellt, dass die Impfgegner:innen im Osten anders ticken als im Südwesten, aber wir haben uns in der Vergangenheit schon wegen Vorgängen, die noch nichts mit Corona zu tun hatten, mit der besonderen Lage in Sachsen befasst: Vielleicht kann die Beschreibung, die man lesen darf, zur Einordnung nützlich sein, aber analytisch hilft sie nicht weiter.[132]

Warum laufen die Impfkampagnen in vielen Ländern nicht wie geplant oder wie es optimal wäre? Von einem Scheitern, wie es in diesem Artikel heißt, möchten wir nicht sprechen, aber es stehen darin bemerkenswerte Sätze wie: Gefährlich wird das, wenn die ablehnende Haltung gegenüber den Impfungen Teil der Identität der Menschen wird. Das haben wir in mehreren Ländern in dieser Pandemie gesehen. Das ist auch schon früher passiert, aber nicht in dem Maße.[133] Aber wie man dagegen angeht, ohne zu Zwangsmaßnahmen zu greifen, also rein kommunikativ, was wir ja so gerne wüssten, verrät auch dieser Artikel nicht – oder sind Sie anderer Meinung?

  • Omikron inklusive BA.2 und die Folgen

Mit der Omikron-Variante BA.2 soll eine Infektion noch leichter möglich sein als mit BA.1, sagt Christian Drosten.[134]/[135]/[136] Drostens Annahmen stammen vor allem von Beobachtungen aus Dänemark, das derzeit, von einigen Kleinstaaten abgesehen, die weltweit höchste Inzidenz ausweist (über 5.000). Allerdings sei kein „Monster“ zu erwarten. Gemeint ist eine Variante, die eine Verbreitungsgeschwindigkeit wie Omikron mit der Gefährlichkeit von Delta kombiniert.[137] Durchsetzen wird sich BA.2 mit einiger Sicherheit, in einem aktuellen Artikel der Zeit[138] finden Sie weitere Infos zu dieser vermutlich bald dominierenden Omikron-Variante, die nicht weniger als 27 weitere Mutationen gegenüber BA.1 aufweisen soll.

Auch wenn die Omikron-Variante als „milder“ gelte, sei das kein Grund, nachlässig zu sein, heißt es allgemein. Derzeit wird von einer Reduzierung der Hospitalisierungsrate in Höhe von 50 Prozent gegenüber Delta ausgegangen, von weniger Intensivpatient:innen in Relation zu allen Hospitalisierten und von einem drei bis vier Tage kürzeren Krankenhausaufenthalt, wenn es denn dazu kommt. Geimpfte, gesunde Menschen jüngeren Alters und Kinder seien, wie schon bisher, kaum von schweren Folgen betroffen.[139]

Bezüglich der Hospitalisierungsquote ähnlich, aber im Verlauf wird in diesem Artikel wesentlich stärker auf kritische Aspekte insbesondere der deutschen Situation hingewiesen: „„Leider habe Deutschland «noch eine besondere Konstellation von Demographie und Immunität, die Sorge bereitet», sagte Keppler. «Wir haben etwa 17 Millionen Ungeimpfte, die meisten davon sind wahrscheinlich auch ungenesen. Davon sind etwa 2,5 Millionen über 60, haben also ein erhöhtes Risiko für schwere Covid-19-Verläufe, die eine Behandlung auf der Intensivstation zur Folge haben können. Das unterscheidet uns von anderen Ländern.““[140]

In dieser Darstellung wird der Stand vom 23.01.2022 bezüglich der Folgen von Omikron ausführlich beschrieben: Die Hospitalisierung, die schweren Fälle sind eindeutig weniger häufig als bei Delta, aber auch „milde Verläufe“ sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wir hatten an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass nur eine Intensivbehandlung als schwerer Fall gilt.[141]

In der Bundespressekonferenz vom 11.03. hat sich Lothar Wieler, Chef des RKI, so geäußert, dass Kinder eine hohe Resilienz hätten und viel testen sie nicht sehr belasten würde. Gehen wir sieben Wochen zurück, als die Inzidenz bei Kindern in Berlin über 2.000 gestiegen war, etwas später betrug sie sogar bis zu 5.000. Drastisch werden sowohl kurzfristige Probleme wie auch mögliche Langfristwirkungen, die nicht auf die Spätfolgen einer Infektion, sondern auf soziale und Lernprobleme hinausgehen, in einem „Welt“-Artikel vom 23.01. geschildert.[142] Vorschnell könnte man nun fragen, wie Kinder eigentlich Kriegszeiten überlebt haben, wenn schon Corona so dramatische Nachwirkungen hat. Aber die Traumata aus diesen Zeiten sind ja auch sehr offensichtlich und eine der vielen Auswirkungen derselben über Generationen hinweg ist heute auch eine gewisse Übervorsicht bei manchen Eltern.

  • Omikron und die Spätfolgen 

Ein begreiflicherweise noch recht neues Thema: Wie sieht es bei der „milderen“ Omikron-Variante eigentlich mit den Spätfolgen, mit „Long-Covid“ aus?

„(…) Experten gehen (…) davon aus, dass es allein durch die hohen Infektionszahlen auch eine Flut an Betroffenen mit Spätfolgen geben wird. Denn bezüglich Long-Covid ist eins sicher: Menschen mit milden Verläufen oder gar asymptomatisch Infizierte sind nicht vor Spätfolgen geschützt. So rechnet auch Jördis Frommhold, Chefärztin an der Median-Reha-Klinik in Heiligendamm und führende Expertin in Sachen Long-Covid in Deutschland, mit einer Flut von Long-Covid-Patienten durch die von Omikron verursachten stark steigenden Infektionszahlen. Da laut einer aktuellen Studie ungefähr zehn Prozent aller Infizierten von Spätfolgen betroffen seien, geht sie davon aus, dass Omikron zu einem massiven Anstieg führen könnte (…), sagte sie dem RND“.[143]

Auch auf der BPK vom 11.03.2022 war Jördis Frommhold anwesend und erläuterte den Stand bezüglich Long Covid, Heise hat daraus einen Artikel gemacht mit dem Titel „Das dicke Ende kommt noch“, darin heißt es unter anderem:

Die Chefärztin in der Median Klinik Heiligendamm leitet die Abteilung für Atemwegserkrankungen und berichtet über die Gefahr und Auswirkungen von Long Covid. Sie richtete ihre Ambulanz bereits frühzeitig in der Pandemie, im Sommer 2020, für die Lungen-Rehabilitation von Long-Covid-Betroffenen ein. In diesem Text von Technology Review 03/2021 – Format: Print (heise.de) porträtierten wir Betroffene und berichteten über Therapien.[144]

  • Omikron und Maskenwirkung (Service)

(…) Ein Ergebnis der Forscher: Tragen die infizierte und die nicht-infizierte Person eine gutsitzende FFP2-Maske, ist liegt die Gefahr einer Ansteckung nach 20 Minuten selbst auf kürzester Distanz bei kaum mehr als ein einem Promille. (…)[145] Dann wäre es sogar sinnvoll, im gesamten öffentlichen Raum die Pflicht zu Maske tragen zu etablieren. Einen exakten Vergleich mit OP-Masken gibt der Artikel aber nicht her.

Außerdem hat die Wissenschaft nachgewiesen, dass Maske tragen attraktiver macht. Das gelte nach einer britischen Studie vor allem für die blauen OP-Masken. Leider ist die FFP2-Version, die eher an Schutzmasken in Arbeitsbereichen mit Staubentwicklung oder dem Umgang mit gefährlichen Stoffen erinnert, das Maß der Dinge, aber vielleicht helfen auch diese Masken bei der Partner:innensuche.[146]

  • Paxlovid, die Pille für danach

Am 27. Januar erhielt das Pfizer-Medikament Paxlovid eine bedingte Zulassungsempfehlung für die EU – die Pille nach der Infektion. In diesem Artikel[147] wird das Wichtigste dazu erklärt: Die Wirksamkeit soll hoch sein, aber nur, wenn man eine Infektion rasch bemerkt, die Nebenwirkungen sind ebenfalls nicht zu verachten, möglicherweise gerade bei den Patient:innen, die das Präparat am dringendsten bräuchten. Noch nicht geklärt: Wann und in welcher Menge es zur Verfügung stehen wird. Die Stiko hat schon vor einigen Tagen gemahnt: Das Medikament ist kein Ersatz für Impfungen.[148]

  • In anderen Ländern

In Dänemark und Großbritannien wird Corona quasi für beendet erklärt. Die geplante Impfpflicht für Personal im Gesundheitswegen soll wohl doch nicht eingeführt werden.[149] Dänemark hatte, als dieser Beschluss erfolgte, weltweit die zweihöchste Inzidenz aller Länder mit mehr als 5 Millionen Einwohnern, sie pendelte damals um 5.000, mittlerweile hat sie sich  halbiert, was immer noch einen sehr hohen Wert darstellt. Über Durchseuchung als Gelegenheit hatte sich seinerzeit auch der Spiegel Gedanken gemacht und dabei auf ansteigende Todesfallzahlen verwiesen. Für uns auch eine Gelegenheit, nämlich darauf hinzuweisen, dass die „Durchseuchungsländer“, in Dänemark hatte mittlerweile jede zweite Person eine Infektion, in Deutschland sind es knapp 21 Prozent, oftmals auffallend geringe Letalitätsraten aufweisen.[150]

Desweiteren wird seitens der Politik auch auf die hohe Impfbereitschaft in dem Land verwiesen, die schwere Omikron-Verläufe weitgehend ausschließen soll. Freiheit als Belohnung für kooperatives Verhalten der Bevölkerung?[151] In England, wo die Inzidenz tatsächlich seit längerer Zeit sinkt, hatte sich die Quasi-Cancelung des Corona-Managments ebenfalls schon Anfang Februar abgezeichnet und wurde mittlerweile umgesetzt.[152]

„In Frankreich versucht man es trotz sehr hoher Infektionszahlen mit der Inaussichtstellung von Lockerungen für Geimpfte, um die Impfbereitschaft der Bevölkerung zu steigern.[153] Allerdings sind die Infektionszahlen nicht mehr vier Mal so hoch wie hierzulande, auch, weil Deutschland seit dem Erscheinen des Artikels einen erheblichen Anstieg zu verzeichnen hatte.“ Auch Frankreich hat den Corona-Zenit mittlerweile längst überschritten, die Inzidenz ist auf unter 1.000 gesunken (von Spitzenwerten um 2.800).

„In Israel werden so viele an Corona schwer Erkrankte registriert wie nie zuvor, trotz der weltweit führenden Impfkampagne. Allerdings, so heißt es, seien auch in Israel immer noch 2,6 Millionen Menschen nicht geimpft, das ist, auf die Bevölkerungszahl gerechnet, sogar eine etwas höhere Quote als in Deutschland. Vor allem die Sorge um ältere Menschen bewegt derzeit die Nachrichtenlage“,[154] schrieben wir am 12.02. Auch hier ist die Inzidenz mittlerweile merklich gesunken.

In den Niederlanden ergab eine Studie, dass die Wirkung von 3G und 2G bei Omikron nachlässt, aber nicht auf null sinkt. Vielleicht mit 1G dagegenhalten, natürlich ergibt das nur Sinn, wen die Tests valide sind.[155] Wie kreativ dort aktuell mit den Corona-Regeln umgegangen wird, belegt dieser Bericht[156] und man erfährt dabei en passant, wie die politischen Verhältnisse bei den Nachbarn aktuell gestaltet sind und dass Deutschland gegenüber den Niederlanden offenbar die bessere Intensivbetten-Ausstattung vorweisen kann. Die Niederlande haben zusammen mit Österreich die höchste Inzidenz in Europa.

„Wenn alles erwartungsgemäß verläuft, wird Österreich als erstes europäisches Land am 4. Februar die allgemeine Impfpflicht einführen. Bisherige Maßnahmen, wie der Lockdown für Ungeimpfte, hätten nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Die Impfpflicht wird ab einem Alter von 18 Jahren gelten.[157] Diese Impfpflicht ist nun durch, aber sie wird vermutlich nicht so heiß gegessen, wie sie schnell zubereitet wurde“,[158] schrieben wir im Februar. Mittlerweile weiß man, so einfach ist es nicht. Am 11.03. hat Karl Lauterbach die Unterschiede zwischen dem, was in Österreich beschlossen wurde und dem, was in Deutschland (irgendwann) kommen soll, erklärt: Es sei u. a. ein Fehler gewesen, die Impfpflicht in Österreich an die Ausbreitung einer bestimmten Variante, in diesem Fall Omikron, zu koppeln. Demgemäß werde sie jetzt immer mal wieder ausgesetzt, wenn es etwas besser ausschaut mit der Inzidenz. Derzeit dürfte sie also keinesfalls vernachlässigt werden.

„(…) Wer Lokale oder Veranstaltungen besuchen will, muss ab Samstag weder genesen noch geimpft oder getestet sein. Ausgenommen sind Pflegeheime und Krankenhäuser, dort gilt weiterhin die 3G-Regel. Clubs und Nachtlokale dürfen wieder öffnen, die coronabedingte Sperrstunde fällt ebenfalls. Sie lag bis vor kurzem bei 22 Uhr, zuletzt trat sie um Mitternacht in Kraft. Die Maskenpflicht bleibt an bestimmten Orten wie in Supermärkten, Apotheken, Banken, Tankstellen und in öffentlichen Verkehrsmitteln bestehen. Unterzeichnet wurde die (…)  „Covid-19-Basisverordnung“ noch von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne), der am Donnerstagnachmittag seinen Rückzug verkündete. Dass der 47-jährige Arzt und politische Quereinsteiger manche Öffnungsschritte für verfrüht hält, war ihm öfters anzumerken. (…)“ [159]

In Spanien kam es bereits im Januar zu einer Diskussion, die bei uns als „Grippalisierung“ in den Sprachgebrauch einging.[160]

In den USA wurden mittlerweile nahezu 1 Million Todesfälle an / mit Corona registriert, ein Sechstel der weltweiten Zahlen. Trotz des erheblichen Rückgangs der Neuinfektionszahlen liegen die Todesfallzahlen immer noch über 1.000. Dabei soll eine Untererfassung von bis zu mehr als 30 Prozent das Bild verzerren, also günstiger darstellen, als es ist.[161] Die Darstellung listet auch auf, wie lange es jeweils etwa bis zur nächsten 100.000er-Marke gedauert hat (mit einem Fehler bei den Zeitraumangaben, an einer Stelle muss „fünf Monate“, nicht „vier Monate“ heißen). Dass weiterhin so viele Todesfälle gemeldet werden, ist angesichts einer Inzidenz von nur noch knapp über 80 sehr erstaunlich und auch traurig.

  • Corona and beyond – Die Pandemie, ihre Nebenwirkungen und Folgen

Der Anstieg häuslicher Gewalt während der Lockdowns wird immer wieder besprochen und auch immer wieder als Grund gegen Lockdowns ins Feld geführt. In diesem Artikel wird versucht, dem tatsächlichen Anstieg auf die Spur zu kommen, der wohl höher ist, als die Kriminalstatistik es ausweist.[162] Wenn häusliche Gewalt während Phasen von Beschränkungen der Außer-Haus-Aktivitäten ansteigt, dann aber nicht „wegen des Lockdowns“, sondern weil Gewalt in vielen Beziehungen bereits strukturell angelegt ist. Sie bricht sich dann lediglich noch häufiger Bahn. Ganz sicher sind gute Nerven gefragt, wenn es eng wird zuhause und eine großzügige Umgebung hilft dabei, diese zu bewahren, aber das gesellschaftliche Phänomen häuslicher Gewalt muss grundsätzlich betrachtet werden, nicht corona-abhängig.

Gemäß einer Umfrage von Allensbach für das ZDF sind 80 Prozent der Menschen der Ansicht, die Gesellschaft habe sich durch Corona verschlechtert und die Stimmung wird immer schlechter.[163] Anfangs waren 78 Prozent der Ansicht, Deutschland komme gut durch die Pandemie, mittlerweile sind es nur noch 44 Prozent. Tatsächlich gab es zu Beginn der Pandemie die Hoffnung, dass in dieser Zeit die Solidarität wachsen würde und Ungerechtigkeiten mehr auf den Tisch kämen. Diese Hoffnung ist längst gestorben, es läuft genau umgekehrt.

  • Todesfälle mit oder an Corona

Zur Übersterblichkeit haben wir einen Artikel veröffentlicht, der eine differenzierte Betrachtungsweise nahelegt.[164] Auch zu den „Impftoten“gibt es mittlerweile Daten vom Paul-Ehrlich-Institut.[165] Eine weitere Darstellung zu den Todesfallzahlen „wegen“ oder „mit“ Corona belegt, dass zwar Vorerkrankungen eine wichtige Rolle spielen und „nur“ Corona als Todesursache bei den gemeldeten Corona-Todesfällen eher eine untergeordnete Rolle spielt, nicht aber zu ermitteln ist auch nach dieser Darstellung, inwiefern, in welchem Ausmaß Corona den Tod von Vorerkrankten beschleunigt hat.[166] Der Titel hätte deshalb lauten müssen „NUR an …“

  • In eigener Sache

Wir verbreitern unsere Quellenbasis und lassen unter bestimmten Umständen auch „Alternativmedien“ zu Wort kommen. Dies gilt besonders bei Themen, bei denen sich Widersprüche offenbart haben.[167]

TH

[1] WÖCHENTLICHE TRENDS ZU COVID-19 nach Ländern – Worldometer (worldometers.info)

[2] Kritik an geplanten Corona-Lockerungen wird lauter | WEB.DE

[3] Söders neuer Corona-Kurs: Der Lockerste im ganzen Land? | tagesschau.de

[4] Corona: Warum Karl Lauterbach weiterhin für die Impfpflicht ist (faz.net)

[5] Coronazahlen in Deutschland nehmen zu – RKI warnt vor weiterem Anstieg | WEB.DE

[6] Ukraine-Krieg: Warum uns die Pandemie nicht mehr so schlimm vorkommt | WEB.DE

[7] Coronazahlen in Deutschland nehmen zu – RKI warnt vor weiterem Anstieg | WEB.DE

[8] Kritik an geplanten Corona-Lockerungen wird lauter | WEB.DE

[9] Corona-Inzidenzkurve steigt wieder an – das sind die möglichen Gründe | WEB.DE

[10] Noch ansteckender: Omikron-Subtyp BA.2 legt weiter zu | WEB.DE

[11] Bricht die Omikron-Welle? Was dafür spricht – und was die Antwort schwierig macht | WEB.DE

[12] Polizeieinsatz nach Panikattacken wegen Gedränge vor Berliner Club (rnd.de)

[13] Neue Omikronwelle: drei Gründe für den Anstieg (nzz.ch)

[14] Omikron-Welle nicht mehr zu überblicken: RKI gibt Schätzwerte (msn.com)

Neben den vielen unerkannten Infektionen gibt es vielerorts Probleme bei der Datenübermittlung an das RKI. Das hat laut der ARD-Tagesschau verschiedene Gründe. Zum einen würde die Landkreise und Städte Probleme bei der technischen Durchführung berichten. Zum anderen seien die Gesundheitsämter oftmals überlastet. Die Daten würden das RKI deshalb manchmal nur verzögert erreichen. Das Institut ist nach eigenen Angaben aber weiter in der Lage, eine „zuverlässige Einschätzung der Gesamtentwicklung“ zu geben und verweist darauf, dass das Infektionsgeschehen nur ein Parameter sei, um die pandemische Lage einschätzen zu können. Vor allem die „Entwicklung der Anzahl und Schwere der Erkrankung“ müsse ebenso berücksichtigt werden.

[15] Inzidenz in Deutschland: Wieder ein Tag mit Höchststand | tagesschau.de

[16] Lauterbach kritisiert „Freiheitskonvois“ von Gegnern der Corona-Maßnahmen (msn.com)

[17] Inzidenz-Zahlen: Franziska Giffey hält die Berliner zum Narren – WELT – Bezahlartikel

[18] COVID Live – Coronavirus Statistics – Worldometer (worldometers.info)

[19] Bundesländer | RKI COVID-19 Germany (arcgis.com)

[20] RKI-Chef Wieler: „Wir steuern auf Höhepunkt der Pandemie zu“ | WEB.DE

[21] WÖCHENTLICHE TRENDS ZU COVID-19 nach Ländern – Worldometer (worldometers.info)

[22] Bundesländer | RKI COVID-19 Germany (arcgis.com)

[23] Im Textteil berücksichtigen wir nur Länder mit mehr als 5 Millionen Einwohnern.

[24] COVID-19 Weekly Trends by Country – Worldometer (worldometers.info)

[25] Bundesländer | RKI COVID-19 Germany (arcgis.com)

[26] RKI COVID-19 Germany (arcgis.com)

[27] SARS-CoV-2-Nowcasting_und_-R-Schaetzung/Nowcast_R_aktuell.csv am Main · robert-koch-institut/SARS-CoV-2-Nowcasting_und_-R-Schaetzung · GitHub

[28] Hendrik Streeck: Wann ist Omikron vorbei? Virologe gibt Prognose (msn.com)

[29] Covid-19-Trends in Deutschland im Überblick (rki.de)

[30] Corona-Zahlen: Hospitalisierungsrate in Deutschland (corona-in-zahlen.de)

[31]

[32] Steigende Zahl von Corona-Patienten: Berliner Kliniken schaffen wegen Omikron-Welle zusätzliche Kapazitäten (msn.com)

[33] Covid-19-Trends in Deutschland im Überblick (rki.de)

[34] Das ändert sich im Februar 2022: Impfzertifikate und ein neuer Impfstoff? | WEB.DE

[35] Was Sie wissen müssen, bevor Sie zum „Boostern“ gehen | WEB.DE

[36] Epidemiologisches Bulletin 48/2021 (rki.de), Tabelle 1 auf Seite 5, Zusammenfassung Seite 8

[37] Stiko empfiehlt vierte Impfung für vulnerable Gruppen – und Novavax für alle ab 18 (msn.com)

[38] Immunologische Gesellschaft regt Impfempfehlung auch für Schulkinder… (aerzteblatt.de)

[39] Omikron und Corona-Medikamente: Was hilft gegen die neue Variante? | WEB.DE

[40] Studie: FFP2-Maske wirkt sich bei Omikron und Delta unterschiedlich aus | WEB.DE

[41] Studie: Vitamin D-Mangel könnte zu schweren Corona-Verläufen führen – Business Insider

[42] Corona-News im Ticker: Infektiologe blickt positiv in Zukunft | WEB.DE

[43] Die Omikronwelle rauscht durch Deutschland, doch die Politik debattiert Öffnungen (riffreporter.de)

[44] COVID-19 Impfdashboard

[45] Corona-Impfpflicht ab 18 Jahren: Das steht im Eckpunktepapier (rnd.de)

[46] Christian Drosten und Karl Lauterbach geben Pressekonferenz zu Omikron | WEB.DE

[47] Nancy Faeser: „Niemand wird zwangsweise geimpft“ – WELT

[48] COVID-19-Impfpflicht – kein klares Bild in Politik und Wissenschaft (msn.com)

[49] [34] Corona-Virus: Karl Lauterbach erwartet Höhepunkt der Omikron-Welle Mitte Februar (msn.com)

[50] Omikron: Ansteckung trotz Booster-Impfung möglich | aponet.de

[51] Gesundheitsminister Lauterbach stimmt die Republik auf schwere Zeit ein | WEB.DE

[52] Prof. Karl Lauterbach auf Twitter: „Eine Impflicht macht bei SarsCov2 so wenig Sinn wie bei Grippe. Wenn die Impfung gut wirkt wird sie auch freiwillig gemacht. Dann keine Impflicht nötig. Wenn sie viele Nebenwirkungen hat oder nicht so gut wirkt verbietet sich Impflicht. Daher nie sinnvoll https://t.co/y8Zg78Qb6x“ / Twitter

[53] „Morning Briefing“: Lauterbach überrascht mit einer Kehrtwende bei der Impfpflicht | WEB.DE

[54]  Corona-News im Ticker: So viele Anträge auf Entschädigung für Impfschäden wurden in Deutschland bislang gestellt | WEB.DE – 26.01.2022, Aktualisierung um 9:27 Uhr

[55] Corona-Impfpflicht per Gesetz: Darum macht Lauterbach keinen Vorschlag | WEB.DE

[56] Corona-Impfpflicht: Weitere Details – Kommt sie im Sommer? – Berliner Morgenpost

[57] Virologe Kekulé: „Die Maßnahme des RKI ist völlig inakzeptabel“ | WEB.DE

[58] Virologe Stöhr hält allgemeine Impfpflicht „nicht für zielführend“ (msn.com)

[59] Corona und Impfpflicht: Impfung oder Lockdown – taz.de

[60] Covid-Impfung: 42 Millionen überschüssige Impfzertifikate ausgestellt – DER SPIEGEL

[61] DIESE Zahlen schaffen Klarheit: So viele Ungeimpfte landen mit lebensbedrohlichen Covid-Erkrankungen auf den Intensivstationen (msn.com)

[62] Coronavirus: WHO – Halb Europa könnte sich bis März mit Omikron infizieren – DER SPIEGEL

[63] Minister Lauterbach: Im Gegenwind | tagesschau.de

[64] FDP rückt von RKI-Chef Lothar Wieler ab – DER SPIEGEL

[65] Lothar Wieler in der Kritik: Olaf Scholz spricht RKI-Chef das Vertrauen aus – DER SPIEGEL

[66] Berliner Gericht kippt Verkürzung des Genesenenstatus (berliner-zeitung.de)

[67] Genesenenstatus: Lauterbach will RKI Kompetenzen entziehen | tagesschau.de

[68] ++ Corona-Fallzahlen: 140.000 Neuinfektionen in Deutschland – Karl Lauterbach mit düsterer Omikron-Prognose | Panorama (fr.de)

[69] Karl Lauterbach verteidigt Verkürzung des Genesenenstatus | WEB.DE

[70] Lauterbach will verkürzten Genesenenstatus europaweit | WEB.DE

[71] Lauterbach will verkürzten Genesenenstatus europaweit | WEB.DE

[72] Corona: Karl Lauterbach zieht positive Zwischenbilanz im Kampf gegen Omikron (msn.com)

[73] RKI – Coronavirus SARS-CoV-2 – Fachliche Vorgaben des RKI für COVID-19-Genesenennachweise

[74] Tobias Hans zu Corona: „Überzeugt, dass Regeln nicht zu weitgehend sind“ – WELT

[75] „Unverschämtheit“: Politiker kritisieren Sonderregel für Genesene im Bundestag | WEB.DE

[76] Regelung gekippt – Drei-Monatsfrist gilt nun auch im Bundestag (msn.com)

[77] Wiederholung der Boosterung | Telepolis (heise.de)

[78] Genesenenstatus: Lauterbach bekommt Rückendeckung – Ciesek findet neuen Booster-Zeitpunkt „schwierig“ | Welt (merkur.de)

[79] Die Halbierung des Genesenenschutzes / Wiederholung der Boosterung | Telepolis (heise.de)

[80] Genesenenstatus: Lauterbach bekommt Rückendeckung – Ciesek findet neuen Booster-Zeitpunkt „schwierig“ | Welt (merkur.de)

[81] (1) Kritik an Lauterbach: „Erschreckend, wie er Panik verbreitet“ | Sahra Wagenknecht bei BILD Live – YouTube

[82] Studie: Viele Impfreaktionen wohl in Nocebo-Effekt begründet | WEB.DE

[83] Nanolipide in Impfstoffen: Die unterschätzte Gefahr? | tagesschau.de

[84] Corona-News im Ticker: So viele Anträge auf Entschädigung für Impfschäden wurden in Deutschland bislang gestellt | WEB.DE

[85] (AM) Wissenschaftlich belegte schwere, lebensverändernde Nebenwirkungen nach COVID-19 Impfung / Gentherapie [Update: 29/01/2022] – SciFi (sciencefiles.org)

[86] Kind stirbt nach Corona-Impfung: Jetzt spricht die Mutter (berliner-zeitung.de)

[87] Corona: »Ich teile die Euphorie nicht, dass Omikron uns jetzt in die Endemie führt« – DER SPIEGEL

[88] Coronavirus: Was über Deltakron bekannt ist (msn.com)

[89] Chefarzt zur Corona-Lage: „Müssen hoffen, dass sich 100 Prozent der Bevölkerung mit Omikron infiziert“ (msn.com)

[90] Zweifel | Telepolis (heise.de)

[91] Coronavirus: BioNTech/Pfizer testen neuen Omikron-Impfstoff | tagesschau.de

[92] Omikron: Moderna startet Studie mit neuem Corona-Impfstoff – nrz.de

[93] Das ändert sich im Februar 2022: Impfzertifikate und ein neuer Impfstoff? | WEB.DE

[94] Stand der Forschung: Mit mRNA-Impfstoffen gegen Krebs | tagesschau.de

[95] Wer hat Anspruch auf einen PCR-Test? | WEB.DE

[96] Corona-News im Ticker: App soll Kunden vor schlechten Schnelltests bewahren | WEB.DE

[97] (AM) Paul-Ehrlich-Institut evaluiert Antigen-Schnelltests: 92% der Tests sind Schrott – SciFi (sciencefiles.org).

[98] Corona: Labore verlangen Priorisierung von PCR-Tests (faz.net)

[99] PCR-Test: Goldstandard unter den Corona-Tests – infektionsschutz.de

[100] Corona-Teststrategie in Deutschland: Warum sind PCR-Labore überlastet? – Podcast – DER SPIEGEL

[101] Klasse Gegen Klasse – Die Regierung setzt auf Durchseuchung – doch unser Leben ist mehr wert als ihre Profite!

[102] „KgK“ ist z. B. in der Studierendenschaft der Berliner FU als politische Gruppierung mittlerweile erfolgreich vor allem bei jenen, die von der Linken und anderen „linken“ Parteien enttäuscht sind und begleitet die sozialen Kämpfe in Berlin (etwa den Klinikstreik im letzten Herbst) sehr aktiv, auch gegen die etablierten Gewerkschaften, und versucht mehr und mehr, in diesem Sinne mitzugestalten.

[103] Anspruch auf PCR-Test soll bestehen bleiben | rbb24

[104] Charité-Forscher Sander hält vierte Impfung gegen Corona für „aktuell nicht so wichtig“ | rbb24

[105] EMA warnt vor zu häufigem Boostern – ZDFheute

[106] COVID-19: Erschöpfen zu viele Booster-Impfungen unser Immunsystem? | Wissen & Umwelt | DW | 19.01.2022

[107] Corona-News im Ticker: Bundeskanzler Scholz verspricht „ersten Öffnungsschritt“ | WEB.DE

[108] Lauterbach sieht keinen Spielraum für umfangreiche Corona-Lockerungen (msn.com)

[109] Lockerungs-Debatte am Mittwoch?: Virologe Streeck will Gleichstellung von Ungeimpften (msn.com)

[110] Ungeimpft shoppen und mehr: Was die Politik will – und wovor Ärzte warnen | WEB.DE

[111] Bund und Länder streiten um Impfpflichten und Corona-Lockerungen | WEB.DE

[112] „Maybrit Illner“: Weil teilt gegen Söder aus: „Spielt den Querdenkern in die Karten“ | WEB.DE

[113] Corona-Gipfel | Kanzler Olaf Scholz zu Impfpflicht: „Bekommen Mehrheit“ (t-online.de)

[114] Coronavirus-Pandemie: ++ Krisenstabschef mahnt weiter zur Vorsicht ++ | tagesschau.de

[115] Giffey sieht Omikron-Scheitelpunkt erreicht: Berlin plant 2G-Aus auch über den Handel hinaus – Berlin – Tagesspiegel

[116] 2G: Berlin und Brandenburg heben 2G-Regel im Handel auf – WELT

[117] Corona-Pandemie: Gesundheitsminister Lauterbach und RKI-Chef Wieler sprechen zur aktuellen Lage | WEB.DE

[118] Karl Lauterbach (SPD) warnt vor Verlängerung der Corona-Welle (msn.com)

[119] ++ Corona-Gipfel: „Regierung ist uneins“ – Söder fordert neue Lockerungen | Politik (fr.de)

[120] Corona-Regeln: Gastronomie-Sperrstunde in Bayern soll fallen – WELT

[121] [25] Umgang mit Corona: Politiker und Experten bereiten ein Ende der Pandemie vor – wann wird das Coronavirus endemisch? (msn.com)– via Handelsblatt

[122] Bittere Corona-Prognose: Virologe sagt, was viele nicht hören wollen (msn.com)

[123] Pandemie: Bund und Länder halten an Corona-Einschränkungen fest | ZEIT ONLINE

[124] Infektiologe für regionale Lockdowns ab Inzidenz 1000 (msn.com)

[125] Fauci spricht sich für Leben-mit-dem-Virus-Strategie aus (msn.com)

[126] Omikron „vom Himmel geschickt“? Grünen-Politiker und Lungenfacharzt streiten | WEB.DE

[127] Corona-Lage: Rekord-Inzidenz in Deutschland – Hunderte Personen durch Querdenker verletzt | Panorama (fr.de)

[128] Der Sieg der Ungeimpften (msn.com)

[129] Corona-Maßnahmen ab dem 20. März: Worauf sich Lauterbach und Buschmann geeinigt haben | WEB.DE

[130] Neue Corona-Regeln ab dem 20. März: Aus Bayern kommt laute Kritik an Regierungsplänen | WEB.DE

[131] Impfpflicht-Kritiker in Berlin auf der Straße: Demokratie-Idealisten in Aktion | Telepolis (heise.de)

[132] Querdenker im Osten: Sind sie radikaler als anderswo in Deutschland? | WEB.DE

[133] Corona: Impfung – Woran die Impfkampagne gescheitert ist (rnd.de)

[134] Virologe Drosten erklärt: So gefährlich ist der Omikron-Typ BA.2 (msn.com)

[135] Omikron-Subtyp BA.2 könnte aktuelle Welle verlängern (msn.com)

[136] Eine Zusammenfassung von zwei Jahren Corona mit Einschätzung lesen Sie z. B. hier: Die Omikronwelle rauscht durch Deutschland, doch die Politik debattiert Öffnungen (riffreporter.de)

[137] Corona-News im Ticker: Infektiologe blickt positiv in Zukunft | WEB.DE

[138] Omikron-Subtyp BA.2: Daten aus Dänemark zeigen: BA.2 scheint ansteckender zu sein | ZEIT ONLINE

[139] Harmloses Omikron? Wie kritisch die Infektion wirklich ist | WEB.DE

[140] Virologe: Omikron nicht «mild» – Kliniken vor neuer Welle (msn.com)

[141] Harmloses Omikron? Wie kritisch die Infektion wirklich ist | WEB.DE

[142] „Man kann sich nicht vorstellen, was das für die Entwicklung von Kindern bedeutet“ (msn.com)

[143] Long-Covid-Expertin warnt: „Mehrere Hunderttausend bis Millionen Menschen werden Spätfolgen haben“ (rnd.de)

[144] Long Covid: Das dicke Ende kommt noch | heise online

[145] Studie: FFP2-Maske wirkt sich bei Omikron und Delta unterschiedlich aus | WEB.DE

[146] Das ist Wissenschaft: Das Maskentragen macht uns attraktiver (msn.com)

[147] EMA empfiehlt Paxlovid-Zulassung: Das Wichtigste zum Corona-Medikament (faz.net)

[148]  Paxlovid: So schätzt die Stiko das Anti-Corona-Medikament ein | WEB.DE

[149] London kippt wohl geplante Impfpflicht für Ärzte (faz.net)

[150] Corona: Dänemark betreibt die Durchseuchung – aber zu welchem Preis? – DER SPIEGEL – Bezahlartikel

[151] Trotz hoher Neuinfektionen: Dänemark und England heben fast alle Maßnahmen auf | WEB.DE

[152] Trotz Omikron: Johnson kündigt Abschaffung aller Corona-Beschränkungen an | WEB.DE

[153] Pandemie: Frankreich legt Fahrplan für Corona-Lockerungen für Geimpfte fest – trotz mehr als 400.000 Fällen pro Tag (msn.com)

[154] Israel: So viele Schwerkranke wie nie – 2 Gründe erklären das Covid-Paradoxon – Coronavirus – FOCUS Online

[155] Forschungsergebnis: Nutzen von 3G und 2G nimmt ab | Telepolis (heise.de)

[156] Corona noch nicht vorbei | Telepolis (heise.de)

[157] Wie funktioniert die Impfpflicht in Österreich? (msn.com)

[158] Österreich: Grünes Licht für die stufenweise Impfpflicht | tagesschau.de

[159] Österreichs Weg aus der Pandemie: Die Corona-Maßnahmen fallen, der Gesundheitsminister gibt auf – Politik – Tagesspiegel

[160] Grippalisierung von Corona: Sollten wir COVID-19 wie eine Grippe behandeln? | WEB.DE

[161] US reports more than 900,000 total Covid-19 deaths – CNN

[162] Häusliche Gewalt und Corona-Lockdowns: Ursache nicht erkannt? | Telepolis (heise.de)

[163] Allensbach-Umfrage zu Corona: Schlechte Stimmung wächst (faz.net)

[164] Höchste Sterbeziffer seit 1946 – über eine Million Todesfälle 2021 + Auswirkungen von Corona? | Service Bevölkerungsdaten, Corona-Daten | Todesfälle, Sterbefälle – DER WAHLBERLINER

[165] Paul-Ehrlich-Institut: 73 Todesfälle wahrscheinlich durch Corona-Impfung (berliner-zeitung.de) – Bezahlartikel

[166] (AM) 13,2% – AN COVID-19 sterben die wenigsten – Daten aus England und Wales – SciFi (sciencefiles.org)

[167] Mit zunehmender Vertiefung des Themas Corona verspüren wir das Bedürfnis, nicht nur Medien zu zitieren, die der Politik sozusagen hinterherschreiben, sondern auch solche, die eine eigene Meinung oder sogar eigene Recherchen veröffentlichen. Die Verbreiterung der Quellenbasis bedeutet bisher kein Abweichen von unserer zustimmenden Linie gegenüber einer vorsichtigen und vorsorglichen Corona-Politik bzw. einer solchen, die der Omikron-Welle Rechnung trägt. Wir weisen künftig Publikationen aus dem „alternativen Spektrum“ hinter der Fußnotenzahl mit (AM) aus und schreiben zu dieser Quelle ein paar Zeilen in der Fußnote, wenn wir es für angebracht halten – aus Platzgründen streichen wir diese Bemerkungen aber zumeist nach zwei bis drei Überarbeitungen dieses Reports.

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