Angriff auf Wache 08 – Tatort 1105 #Crimetime Vorschau DAS ERSTE 20.10.2019, 20:15 Uhr #Tatort #LKA #Hessen #Murot #Wache #Angriff #HR

Crimetime Vorschau - Titelfoto © HR, Bettina Müller

Der LKA-Beamte Felix Murot, seit dem ersten Tatort-Einsatz im Jahr 2010 („Wie einst Lilly“, Tatort-Folge 781) von Schauspieler und Musiker Ulrich Tukur verkörpert, geht in die achte Runde. Diese Krimiproduktionen des Hessischen Rundfunks sind in der Regel deutlich experimenteller als jene, die für gewöhnlich unter dem Label Tatort für das Mutterschiff ARD in Szene gesetzt werden. So auch der – vermeintlich vollkommen unbegründete – „Angriff auf Wache 08“, schreiben die Tatort-Fans.

Wir sind bekennende Murot-Fans, daher freuen wir uns auf morgen Abend sehr. Die Filme mit ihm sind ungewöhnlich, nicht alle kann man als hundertprozentig geglückt bezeichnen, aber so ist das, wenn man etwas wagt: Es kann auch mal was schiefgehen. Nur – welchen Murot-Tatort haben wir bisher als Fail empfunden? Eigentlich keinen. Und für „Im Schmerz geboren“ haben wir 10/10 vergeben. Das kam neben diesem Film bei allen Crimetime-Kritiken nur ein weiteres Mal vor: beim Klassiker „Reifezeugnis„, den wir mehrfach angeschaut haben und in dem wir jedes Mal neue Details entdeckten, die in die derzeit aktuelle Rezension eingeflossen sind. Nachdem der Frankfurt-Krimi sich sozusagen stufenweise ins Mittelfeld zurückgezogen hat, viele meinen sogar, ins untere Mittelfeld, hat der HR immer noch Murot als Aushängeschild. Der löst allerdings nur einen Fall pro Jahr und ausnahmsweise sagen wir: Das ist uns zu wenig. Zwei sollten es sein. Wir wissen aber, dass Ulrich Tukur, der Felix Murot verörpert, eine Grenze gesetzt hat, die bisher auch nicht überschritten wurde.

Neben ihm spielt in „Angriff auf Wache 08“ Peter Kurth. Wir sind sehr gespannt auf seine Darstellung und wie er mit Murot interagiert. Seit seiner Interpretation des zwielichtigen Kommissars Bruno Wolter in „Babylon Berlin“ können wir von diesem Schauspieler nicht genug sehen. Seine Rolle war die vielleicht vielschichtigste und flirrendste in dem an prägnanten Figuren wahrlich nicht armen 16-Teiler. Leider wurde Wolter am Ende erschossen und wird demgemäß in der dritten Staffel, die jetzt laufen wird, das Set nicht mehr bereichern können. Zuletzt war er im Weimar-Tatort „Der höllische Heinz“ zu sehen, wo er – genau – den höllischen Heinz gespielt hat.

Wir erwarten von den Tukur-Tatorten etwas mehr. Wir werden morgen Abend sehen, ob’s mehr geworden ist und darüber schreiben. Die Playlist wirkt sehr füllig , sehr abwechslungsreich und interpretiert Peter Kurth wirklich „Wanderin‘ Star“ aus dem Musical „Paint Your Wagon“?, der zum Signature Song von Lee Marvin wurde? Weil das Visuelle in den Tukur-Filmen in der Regel ebenfalls sehr herausgehoben wird, hoffen wir auf eine weitere grandiose Inszenierung. Vermutlich wieder mit viel Ballerei, was in den letzten Jahren zu einem Murot-typischen Merkmal geworden ist. Die ironische Brechung, die dabei nicht zu verkennen ist, macht’s erträglich.

TH

Handlung

Irgendwo an der Peripherie zwischen Frankfurt und Offenbach steht eine alte, einsame Polizeiwache. Mittlerweile ist sie ein Polizeimuseum, wird bald abgewickelt und beherbergt nur noch zwei Polizisten: Walter Brenner und seine Kollegin Cynthia.

Brenner ist ein alter Freund von Felix Murot. Der beschließt, seinen Ex-Kollegen aus BKA-Tagen zu besuchen. In der Zwischenzeit braut sich etwas zusammen in der Stadt: eine Sonnenfinsternis, eine Tochter, die ihren ermordeten Vater gerächt hat und sich in das Revier rettet, und ein Gefangenentransport mit Schwerkriminellen, der mit einer Reifenpanne vor dem Revier strandet. Plötzlich wird das Revier beschossen, eine Bande eröffnet das Feuer – die Hölle bricht los.

Playlist, Besetzung, Stab

     
My Girl William Robinson, Ronald A. White The Temptations
It never rains in Southern California Albert Hammond, Mike Hazlewood Albert Hammond
Happy together Larry Bonner,
Alan Lee Gordon
The Turtles
Intermezzo (Karelia Suite, Op.11) Jean Sibelius London Symphony Orchestra
D: Gennedi Rozhdestvensky
The sun ain’t gonna shine anymore Bon Crewe, Bob Gaudio Walker Brothers
Take it easy, altes Haus Burkhard Reichling; Claus Dieter Eckardt Truck Stop
The End Jim Morrison, Raymond Manzarek, Robert Krieger, John Densmore The Doors
When Johnny comes marching home Patrick Gilmore Bert Wrede
Upside down Bernard Edwards, Nile Rodgers Diana Ross
Coconut Grove John Sebastian, Zal Yanovsky The Lovin’ Spoonful
(I was born under a) Wand’rin  Star Frederick Loewe Im Film gespielt von Peter Kurth
   
Felix Murot Ulrich Tukur
Magda Wächter Barbara Philipp
Walter Brenner Peter Kurth
Cynthia Roth Christina Große
Kermann Thomas Schmauser
Charly Vito Pirbazari
Jenny Sibelius Paula Hartmann
Schließer Jörg Jörn Hentschel
Schließer Manfred Sascha Nathan
Ecki Clemens Meyer
Musik: Bert Wrede
Kamera: Nikolai von Graevenitz
Buch: Clemens Meyer
  Thomas Stuber
Regie: Thomas Stuber

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