#Daswar2019 #Willkommen2020 – Report 10/19 bis 12/19 und Ausblick

Liebe Leser*innen,

wir hängen, wie üblich, den letzten Report, der sich mit der Zeit von Juli bis September 2019 beschäftigt hat, unten an, verlinken ihn aber auch hier. 

In den letzten Tagen haben wir fast nur geschrieben, wenn es die lückenlose Fortsetzung der Rubrik „Crimetime“ erforderte, also wenn wir Rezensionen zu veröffentlichen hatten, die mit aktuellen „Tatort“-Ausstrahlungen in Verbindung standen. Warum dies?

Der erste Grund ist ein sehr allgemeiner. Wir haben uns denen angeschlossen, die es zum Jahresausklang etwas ruhiger angehen lassen wollten. Das haben wir halbwegs geschafft, obwohl wir immer mitgelesen und ab und zu auch in den sozialen Medien eine Meldung abgegeben oder eine Nachricht weitergeleitet / markiert haben.

Der zweite Grund ist schon etwas erklärungsbedürftiger. Es hat sich früh abgezeichnet, dass wir im Dezember 2019 den zweiten Rekordmonat in Folge haben würden, die Zugriffe auf unsere Beiträge betreffend. Wir konnten die neue Bestmarke zwar durch den Beinahe-Stopp ab der dritten Woche nicht mehr verhindern, aber sie ist wenigstens so ausgefallen, dass die Latte für die kommenden Monate nicht zu hoch liegt. Sicher freuen wir uns, wenn der Wahlberliner Zuspruch findet, aber wir wollen uns selbst immer ermahnen, keiner Wachstumsideologie zu folgen, sondern darüber zu schreiben, was uns interessiert, berührt, ärgert, irgendwie eben triggert.

Sicher könnten wir mit ständigen Provokationen die Zahl unserer Verfolgenden im Netz schneller erhöhen, wir sind manchmal auch genervt, wenn wir sehen, wie rasch andere mit genau diesem Schema vorankommen, aber wir denken auch immer wieder darüber nach, wie Sprache zu Taten führen kann und ob es dafür steht und wie viel Zeit und emotionaler Einsatz dafür erforderlich ist. Der Wahlberliner ist eben kein bezahltes Kampagnen-Modul, ganz im Gegenteil. Er verbraucht Energie.

Das bedeutet nicht, dass wir nicht auch mal dagegenhalten oder unseren Unmut über eine Form von Politik ausdrücken, die immer mehr zum offenen Lobbyismus von oben gegen unten mutiert.

Eine gewisse Endzeitstimmung scheint sich breitzumachen. Wenn wir den Eindruck haben, es sind nur noch Selbstdarsteller und politisch Tätige in ausschließlich dem eigenen Wohl verpflichteter Mission unterwegs, wenn sie im Grunde nur aufs eigene Fortkommen, viele dieser Personen im Wechselspiel mit dem Großkapital, gerne dann mit Wechsel in eine Position ebendort schielen, können wir dazu nicht schweigen, denn es geht um Gerechtigkeit.

Um die Gerechtigkeit ist es aber schlecht bestellt und es wird immer schlimmer. Bis weit ins linke Spektrum hinein wird vor allem darauf geachtet, dass man selbst bei allem so gut wie möglich wegkommt, solange noch etwas zu verteilen ist. In gewisser Weise kämpfen wir auf verlorenem Posten, das wissen wir auch. Wir haben nicht die Illusion, irgendwelche Erfolge, die sich zum Beispiel unsere Stadtgesellschaft mühsam erkämpft, könnten den Zug, der in die andere Richtung, fährt, in der Form, dass die Reichen immer Reicher werden und viele immer ärmer, aufhalten.

Deswegen möchten wir 2020 wieder mehr über die Welt nach dem Knall nachdenken, zu dem es unweigerlich kommen wird, wenn auch die gegenwärtige, seit zehn Jahren andauernde Politik der Marktflutung mit billigem Geld nicht mehr ausreicht, um das kranke System zu stabilisieren und die außerdem dazu führt, dass Investitionsströme ungeheuren Ausmaßes in konservative Anlagen wie Bestandsimmobilien geleitet werden, anstatt, dass man sie für die wirtschaftliche Transformation in Richtung Nachhaltigkeit verwendet.

Wir haben die starke Befürchtung, dass auch der nächste Crash vom Kapital wieder genutzt werden wird, um die Verschiebung von unten nach oben voranzutreiben – indem der Mehrheitsbevölkerung erzählt wird, man müsse den Gürtel wieder einmal enger schnallen, während sich die Zahl der Milliardäre und Multimilliardäre weiterhin erhöht. Indem Arbeitnehmer*innen-Rechte weiter abgebaut werden, indem Mieten weiterhin schneller steigen als Einkommen, indem Verdrängung und Marginalisierung voranschreiten wie bisher und vermehrt in den letzten Jahren.

Der Wahlberliner ist „im Fluss“, wir können die Akzentuierung unserer Publikationen verschieben. Wir werden jedoch nicht den Themenkern soziale Gerechtigkeit, immer in Verbindung mit Umwelt- und Friedenspolitik zu lesen, vernachlässigen, den wir gerade erst aufbauen. Aber wir denken darüber nach, wie es mit der Solidarität aussieht. Wir mögen es, für konkrete Projekte und reale Menschen zu schreiben, die für uns greifbar sind oder die wir uns gut vorstellen können, in der Situation, in der sie sich befinden. Aber wir haben nicht selten den Eindruck, dass uns etwas fehlt.

Vermutlich ist es, in der Wahrnehmung der anderen, die Verbreitungsmacht oder der hinreichende inhaltliche Support, die manchmal abwägende Note, die uns aber Spielräume offen halten soll, mit denen wir als seriöse Teilnehmer an einer Diskussion gelten. Oder es ist doch die zu geringe Qualität dessen, was wir anbieten, bezogen auf den konkreten Vorgang. Dies führt immer wieder dazu, dass wir merken, wir sind keine Insider. Das hat Vor- und Nachteile, verstärkt aber jedenfalls die Tendenz, darüber nachzudenken, ob wir uns nicht mehr dorthin wenden, wo wir herkommen, nämlich zum Kommentieren politischer Entwicklungen. Wir wollen uns außerdem im analytischen Bereich verbessern. Dies kostet Zeit, die fürs Schreiben über „Events vor Ort“ dann nicht mehr zur Verfügung steht.

Es gibt aber auch eine Gegenbewegung – wir denken nach nunmehr 15 Monaten der Kooperation mit der @HeimatNeue verstärkt darüber nach, ob wir deren Empfehlung folgen, uns einem Mieter*innen-Bündnis anzuschließen. Wir haben noch nicht eruiert, ob wir uns dort wohlfühlen. Das haben wir uns aber für die nächsten Monate vorgenommen, zumal am 28.03.2020 der „Housing Action Day“ ansteht.  Sicher würde sich die Teilnahme positiv auf die Lebendigkeit unserer Berichterstattung zum Thema „Mietenwahnsinn“ anhand einzelner Kämpfe und Projekte auswirken.

Leider gibt es noch einen dritten Grund, warum sich etwas ändern muss. Wir haben 2019 so viel für den Wahlberliner geschrieben, dass wir ein anderes wichtiges Schreibprojekt zurückstellen mussten. Ganz planlos war das nicht, denn die Erkenntnisse zum Thema Wohnen und Mieten, die wir gewonnen haben, werden uns bei diesem Projekt womöglich helfen.

Trotzdem wird es höchste Zeit, dass wir uns auf diese Arbeit vorbereiten. Wir können noch nicht genau sagen, ob und in welchem Umfang dadurch die Zahl der Beiträge für den Wahlberliner weiter reduziert werden muss. Auch berufliche und im privaten Bereich angesiedelte Erwägungen müssen wir dabei berücksichtigen. Es ist das gleiche komplexe Konstrukt wie bei anderen Menschen: Wieviel Zeit opfere ich für etwas, und, speziell in Bezug auf den Wahlberliner, wie gleiche ich den altruistisch-solidarischen Ansatz mit der Ressourcenverwaltung und der Achtsamkeit mir selbst gegenüber ab? Wie stark bin ich auf Anerkennung angewiesen, wenn ich „für andere“ schreibe und wie sieht es mit der intrinsischen Seite der Motivation aus? Letztere ist beim mehr analytischen Texten über größere politische Trends und Ereignisse immer hinreichend vorhanden, um den Wahlberliner am Leben zu halten, weil wir uns gerne weiterentwickeln und immer neue Informationen zu einem Thema in unsere Überlegungen einfließen lassen.

Wir werden weiter fragen, unsere Positionen schärfen oder überdenken und justieren. Unsere solidarische, am Gemeinwohl orientierte Grundhaltung wird sich nicht ändern, aber in einzelnen Sachfragen können wir uns durchaus Bewegung vorstellen – nämlich dann, wenn wir zu der Ansicht gekommen sind, dass unsere bisherige Position dieser Grundhaltung nach neuesten Erkenntnissen nicht bestmöglich entspricht.

Zu unseren nicht politischen Features „Crimetime“ und „Filmfest“ werden wir uns im nächsten Report wieder äußern.

Es bleibt spannend in 2020, mit dem selbstredend die 20er Jahre beginnen, das aber kein neues Jahrzehnt einläutet. Wir würden uns freuen, wenn Sie, liebe Leser*innen, uns in diesem Jahr ein wenig begleiten und das, was wir schreiben, gut oder kritikwürdig finden.

Thomas Hocke, Berlin, 1. Januar 2020

 Report von Juli bis September

Liebe Leser_innen,

Erfahrungen aus früherer Zeit können sich gleichermaßen bestätigen und widerlegt werden. Meist geschieht dies aber nicht durch einen einzigen Vorgang, sondern durch getrennte Ereignisse, die sich im selben Vergleichszeitraum ereignen.

Der Juli war ein vergleichsweise schwacher Monat für den Wahlberliner und wies die geringsten Zugriffs- und Besucherzahlen seit April 2019 aus. Das klingt nach einem sehr kurzen Zeitraum, aber wir sehen dieses kleine Online-Magazin immer noch im Aufstieg begriffen, nicht auf einem seit Längerem mehr oder weniger statischen Niveau – und es bestätigte sich, dass es das Sommerloch immer noch  gibt. Bei quasi gleicher Beitragszahl wie in den Vormonaten gab es gegenüber Juni einen Rückgang der Zugriffe um fast 20 Prozent. Allerdings blieb die Besucherzahl gegenüber den Vormonaten beinahe konstant – die einzelnen Leser*innen griffen lediglich auf weniger Beiträge zu als im Frühjahr.

Zum Ausgleich schloss sich im August der bisher bester Monat für unser kleines Magazin an. Es waren im wesentlichen zwei sehr gut laufende Beiträge, die das bewirkt haben, einer davon löste den Text mit dem etwas sperrigen Titel „Karl-Marx-Allee: Verwaltungsgericht erklärt Verkauf an Deutsche Wohnen erstmal für ungültig und nicht alle sind begeistert“ aus dem Januar als bisher meistgelesenen Artikel ab – und übertrifft derzeit die Zahl der Leser*innen, die sich für diesen Beitrag zum Vorgang „KMA“ seit Januar interessiert haben, um fast 100 Prozent: „Der Tagesspiegel, „Diese eG“ und die Richtigstellung des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg zur Kooperation„. Diese beiden Texte sind sehr verschieden voneinander. Der eine ein Sachbeitrag mit etwas tiefergehender Erläuterung im Rahmen eines Vorgangs, über den wir damals viel geschrieben haben, er war Bestandteil einer Serie – der andere eine spontan verfasste Replik auf eine Form von Kampagnenjournalismus seitens eines Hauptstadmediums.

Der September brachte schließlich das bisher zweitbeste Ergebnis nach Besucher- und das viertbeste nach Zugriffszahlen. Der Unterschied erklärt sich unter anderem daraus, dass wir zuletzt weniger Fotoreportagen und andere Angebote zum Anklicken erstellt haben. Auch der bestlaufende Einzelbeitrag im September war wieder dem stark diskutierten Genossenschaftsmodell gewidmet, das in Friedrichshain-Kreuzberg als Mieterschutzinstrument entwickelt wurde: „BREAKING – Richtigstellung von DIESEeG zu „Genossenschaft braucht 20 Millionen Euro“.

Mittlerweile reden wir locker von einer Milliarde Euro für einzelne Rekommunalisierungen und fragen uns, warum wir wegen Peanuts so vehement in die Diskussion eingestiegen sind. Scherz, muss auch sein.

Ein gewisses Bedürfnis nach Justierung drückt sich aber nun darin aus, dass wir den Akzent verschoben haben. Wir wollen wieder mehr auf langfristige Wirkung setzen. Derzeit geht dies eindeutig zulasten der Weiterentwicklung unserer Reichweite in den Sozialen Netzwerken, die Ausdifferenzierung in neueren Beiträgen mag auf diese*n oder jene*n Leser*in, die uns einzelfallbezogener kennen, etwas irritierend wirken. Wir halten sie angesichts des derzeitigen Stimmungbildes für notwendig, vertrauen der Qualität der bestehenden Kontakte und wissen, dass nicht alles immer gleichmäßig laufen kann und dass Themen viele Seiten haben und sich manchmal in eine Richtung entwickeln, die eine Neubewertung erfordert. Um diese Bewertungen vornehmen zu können, ist manchmal eine gewisse Distanz notwendig.

Um das ein wenig auszugleichen, haben wir die „Mieterpost“ ins Lebengerufen, die viele konkrete Vorgänge kurz beschreiben soll – allerdings tendieren wir auch hier schon wieder dazu, dies nicht nur nachrichtlich aufzufassen, sondern auch zu kommentieren. Der Wahlberliner ist ein Meinungsmedium, daran führt nichts vorbei.

Wir halten es aber für wichtig, mehr grundsätzlich zu kommentieren und zu analysieren – gerade, weil die Stimmung bei unserem Zentralthema #Mietenwahnsinn heißläuft. Außerdem erweitern wir schrittweise unsere eigene Präsenz bei Ereignissen (erstmals haben wir im Juli, einmal im August und dreimal im September Veranstaltungen der Mieter*innen-Bewegung besucht- vermutlich werden wir am 3. Oktober auf der Demo für einen starken Mietendeckel anwesend sein).

Wir haben ganz viele Wünsche und Ideen für den Wahlberliner, die sich aus Zeitgründen nicht so umsetzen lassen, wie wir gerne möchten und wir schleppen mittlerweile einen Rückstand bei der Gesamt-Beitragszahl mit, der nicht mehr ohne Weiteres durch „Rückwärtspublikation“ beseitigt werden kann. Vielleicht müssen wir einen Cut machen, weil wir uns mit dieser Vorgehehensweise die Bearbeitung tagesaktueller Themen immer mehr blockieren – oder wir müssen beim Feature „andere Autor*innen“ Beiträge nachträglich in die Liste eingliedern. Auch die Tatsache, dass der vorliegende Report drei Monate zusammenfast, passt in dieses Bild.

Das eine ist nie ohne das andere denkbar: „Crimetime“ wird in den nächsten Tagen die vielleicht wichtigste Marke überwinden: Im „ersten“ Wahlberliner, der vom 27.03.2011 bis Ende 2016 aktiv war, erschienen 464 Artikel in der Reihe „TatortAnthologie“, jetzt stehen wir bei Nr. 460 in der Rubrik „Crimetime“. In Wirklichkeit sind es sogar mehr, weil allgemeine Kommentare nicht unter die Nummerierung fallen und die 18 Einzelbeiträge zu „Babylon Berlin“ nur drei Nummern mit Unternummern vergeben wurden (200, 300, 400, jeweils plus Schrägstrich 1 bis 6  bzw. 1 bis 4). Dieses Projekt, das über 30.000 Wörter umfasst, haben wir im September abgeschlossen und erwarten die dritte Staffel.

Insgesamt bedeutet dies, wir haben innerhalb von 15 Monaten so viele Krimi-Kritiken publiziert wie in fast sechs Jahren beim ersten Wahlberliner – allerdings gefördert dadurch, dass wir viele Rezensionen aus den Jahren 2011 bis 2017 (inklusive einiger Artikel aus der Zeit des „Zwischenblogs“ Rote Sonne 17) mit kleinen oder etwas größeren Veränderungen wiederveröffentlichen konnten.

Wir haben uns vorgenommen, die Artikelzahl im Oktober wieder zu steigern – ob das klappt, hängt allerdings von vielen Faktoren ab, die wir zum Teil nicht beeinflussen können – z. B. davon, welche Themen besonders hervorstechen, was neu kommt, wo es überraschende Wendungen gibt und wie viel Zeit wir fürs Einlesen und für Recherchen benötigen, um reagieren zu können.

Eines ercheint uns bereits sicher. Es wird ein spannender Herbst in Berlin und es wird viel darüber zu schreiben sein.

Thomas Hocke, Berlin, 1. Oktober 2019

Juni-Report

Liebe Leser_innen,

wir möchten uns an dieser Stelle bei Ihnen und bei euch allen bedanken, die dem „neuen“ Wahlberliner im ersten Jahr seines Bestehens ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben. 

2019-06-24 Jahrestag Wahlberliner

Beinahe von Monat zu Monat wurden mehr Menschen auf uns aufmerksam und es gibt mittlerweile Tage, in denen wir die Durchschnittszahlen des „alten“ oder „ersten“ Wahlberliners erreichen, der von 2011 bis 2016 ein recht munteres Blogdasein für sich verbuchen konnte.

Es war damals einfacher, Aufmerksamkeit zu generieren, man kann auch sagen, es lief fast von selbst. Man muss nämlich auch die Relation zwischen Aufwand und Ertrag = Zugriffszahlen betrachten:

Wir stehen inklusive diesem Artikel bei 1468 veröffentlichten Beiträgen seit dem 24. Juni 2018. Es gab in diesem Zeitraum keinen Tag, an dem wir nichts publiziert haben. So viele Texte wie seit Juni 2018 haben wir für den ersten Wahlberliner in sieben Jahren verfasst. Nun erwarten wir das Sommerloch in Demut.

Im Jahr 2018, während der Aufbauphase, konnten wir nicht feststellen, ob sich der Effekt, dass die Monate Juni, Juli und August relativ schlecht laufen, beim neuen Wahlberliner auch zeigen wird, aber im Moment sehen wir Anzeichen dafür – obwohl wir im Juni noch einmal die zweithöchste bisherige Zahl an Besucher*innen nach dem Ausnahmemonat März und die dritthöchste Zugriffszahl erreicht haben (nach März und Mai). Bei sieben Prozent weniger Beiträgen als im Mai.

Ein weiterer deutlicher Effekt ist der verlangsamte Zuwachs an Follower*innen / Abonnent*innen den Sozialen Medien – während andere Accounts, die wir zu Vergleichszwecken verfolgen, ihr Zuwachstempo halten konnten, sind wir zurückgefallen (der Zuwachs von 225 am 30. Juni auf 243 am 1. Juli ist der Geringste seit Februar 2019).

Das war, wie meistens, auch durch unseren etwas eigenwilligen Stil und Umgang verursacht, wir haben z. B. gleich zweimal innerhalb eines Monats eine (jeweils allerdings maßvolle) Verringerung der Accounts vorgenommen, denen wir auf Twitter selbst folgen. Im Juni kamen beim Thema „Mietenwahnsinn“ nicht mehr so viele neue Impulse. Weniger neue Initiativen, die sich im Netz zeigten, weniger Ereignisse, von denen wir stimmungsvolle Berichte in Kooperation mit der IG HAB, der Mieterinitaitive der Habersaathstraße 40-48 in Berlin Mitte als unserem Vor-Ort-Partner, liefern konnten.

Dafür zeigen wir eine verstärkte Publikationstätigkeit zu anderen Themen, die uns am Herzen liegen, besonders Umwelt und Wirtschaft, was sich aber seltener in Form von „Verfolgung“ zeigt. Diese Beiträge gewinnen ihre Leser*innen außerdem oft erst mit der Zeit, nicht direkt nach der Veröffentlichung und werden häufiger über Suchmaschinen abgerufen als aus den sozialen Netzwerken heraus.

Weiterhin kommt es im Moment zu der Besonderheit, dass wir bei den Empfehlungsbeiträgen Rückstände aufgebaut und uns im Juni entschlossen haben, tatsächlich rückwärts zu veröffentlichen, um sie zu beseitigen – was wiederum bedeutet, dass wir auf tagesaktuelle Meldungen außerhalb des Zentralthemas #Mietenwahnsinn kaum reagieren können, bis dieser Rückstand ausgeglichen ist.

Ähnlich verfahren wir, um das Filmfest wieder in Gang zu bringen. Mit dem Backpublishing in dieser Rubrik gehen wir sogar bis ins Jahr 2018, um einen vernünftigen Anschluss herzustellen, nachdem wir im Oktober 18 wegen des Swings hin zum Mietenwahnsinn die Reihe zunächst komplett gestrichen hatten. Die Kapazität für ihre Fortführung und die Anforderungen des neuen Hauptthemas waren nicht vorhanden. Wir brauchen diese wichtige Kulturrubrik aber langfristig, weil „Crimetime“ und „Filmfest“ zusammen einen Artikel pro Tag zeigen sollen.

Und damit zu „Crimetime“. Dies ist derzeit unsere Flaggschriff-Beitragsreihe, ohne Zweifel. Die einzige, die eine Form von Publikationsdruck in der anderen Richtung aufweist: Wir sind über Plan und halten Rezensionen mittlerweile zurück, um nicht überwiegend von dieser Rubrik aus wahrgenommen zu werden. Zum Ausgleich schafften es erstmals im Juni zwei Beiträge aus „Crimetime“ unter die Top Ten der beliebtesten Artikel. Darüber freuen wir uns sehr, weil die Rezensionen längerfristig Leser*innen anziehen sollen und wir auf sie in den Sozialen Netzwerken aus gegebenen Anlässen immer wieder hinweisen können, ohne sie neu verfassen zu müssen. Sie bilden also auch einen Lagerbestand.

Nach wie vor halten wir den Anspruch aufrecht, insgesamt mindestens drei Artikel pro Tag zu veröffentlichen, aber mit der bereits kommunizierten Änderung, dass es sich um einen Durchschnittswert handeln soll, nicht um eine Mindestanzahl. Das Mindeste ist, dass wir es keinen Tag lang versäumen, etwas vom Wahlberliner ins Netz zu schicken.

Der Juni-Report wirkt recht nüchtern geschrieben, würden wir meinen, aber es gab im zurückliegenden Monat wieder einige emotionale Momente, die sich zum Beispiel in diesem Beitrag vom Ende eines Häuserkampfes in Berlin ausgedrückt haben. Mit den Berichten über die Habersaathstraße hatten wir uns bereits im Oktober 2018 (zunächst unwissentlich) einen Dauerbrenner „eingehandelt“, der einen Präzedenzfall für bestimmte Aspekte der Wohnungspolitik in der Stadt und einen Gradmesser für den Willen der Politik, konkret und vor Ort zu helfen, darstellt. Wir werden dran bleiben, bis dieser Kampf zugunsten der Mieter*innen entschieden ist.

Was gibt es sonst? Immerhin haben wir es kürzlich wieder geschafft, eine längere, 4.000 Wörter umfassende Darstellung  zum #Mietenwahnsinn zu veröffentlichen, die weite Teile unserer derzeitigen Positionierung beinhaltet und unsere aktuelle Wahrnehmung zum Thema spiegelt. Anlass war, dass eine neue Initiative zur Berliner Wohnungspolitik derzeit von sich reden macht.

Wir arbeiten weiterhin an der Effizienz bei der Steuerung von Arbeitsaufgaben, archivmäßig sieht es derzeit nicht so gut aus, für unsere Beitragsverwaltung würden wir keine  ISO-Zertifizierung bekommen. Außerdem knobeln wir immer noch daran, wie wir es zu umfassenderen und dem Wahlberliner ein noch eigenständigeres Profil verleihenden Darstellungen bringen, welche die Tagespresse nicht bieten kann, die aber trotzdem so aufgebaut sind, dass Leser*innen in ein Thema problemlos einsteigen können – ohne dafür die Technik auf eine Weise aufrüsten zu müssen, die für dieses Non-Profit-Freizeitprojekt etwas überdehnt wäre.

Not last, not least: Wir ersetzen den Gender_Unterstrich zunehmend durch den kleinen Stern. Weil die meisten es so machen und weil es weniger hart wirkt als diese Grube mitten in Wörtern, in die traditionelle Leser*innen schon mal reinfallen. Wir werden aber bestehende Artikel diesbezüglich (vorerst) nicht ändern.

Immer wieder müssen wir auf unsere Grenzen hinweisen. Wir können bzw. wollen nicht alle Themen aufgreifen. Wir gehen mehr ins Umweltpolitische, das läuft bereits, aber zum Beispiel halten wir uns aus gesellschaftspolitischen Aspekten  und den damit verbundenen häufigen Aufregern weitgehend heraus – auch, damit unsere Beiträge nicht im eigenen Twitter-Gewitter zu allem und jedem untergehen und wir nicht zu beliebig werden. Uns ist klar, dass wir mit mehr Aktivität in diesem Bereich die Aufmerksamkeit für den Wahlberliner steigern könnten – zumindest die in Followerzahlen messbare Aufmerksamkeit und Reichweite – aber wir sind eben auch ein bisschen eigensinnig und das „wie“ ist uns sehr wichtig. Wir haben den Wahlberliner nicht neu begründet, um den alten Fehler des Drangs nach ständig neuen Bestmarken zu wiederholen – auch wenn wir einige Zahlen in diesen Monatsreportings  referieren.

Ein bisschen ambivalent ist das durchaus, das sehen wir auch. Wir können über uns an guten Tagen auch mal schmunzeln, uns altmodischer Begriffliche bedienen, wie gerade eben, ebenso wie wir uns immer wieder dazu aufrufen, nicht zu streng mit jenen zu sein, die gerne eine andere Form von Gesellschaft hätten, aber doch sehr häufig nach leider ziemlich gut eingeprägten, nicht von sehr viel Selbstreflektion zeugenden Mustern handeln, die leider einer auf Nachhaltigkeit basierenden Vision von Solidarität entgegenstehen. Oft genug sind wir auch alles andere als stringent. Wir werden nicht die Widersprüche in uns und in der Welt durch den Wahlberliner lösen  können. Deswegen müssen wir’s und müssen es unsere Leser*innen auch aushalten, dass z. B. das Schreiben in Solidarität mit Einzelnen und Gruppen und übergreifende Betrachtungen bei uns nicht immer absolut gleichgerichtet sind. Das bremst natürlich den Zuwachs an „Fans“.

Ebenfalls zu erwähnen: Wir begrenzen uns weiterhin bei den Themen. In der Regel sind unsere Reaktionen in den Sozialen Medien mit Gegenständen verknüpft, zu denen wir hier Eigenständiges verfassen. Das Verhältnis  zwischen Reaktionen auf andere und eigenen Beiträgen hat sich ohnehin im Laufe der Zeit zugunsten ersterer Kategorie verändert, manchmal leiten wir nicht nur weiter, sondern schreiben auch eine kurze Antwort, wenn uns etwas triggert, aber der Kern wird weiterhin das Verfassen eigener Artikel sein – von denen wir hoffen, dass sich immer wieder einige Menschen finden werden, die gerne lesen.

Es war ein aufregendes und ergiebiges erstes Jahr mit dem „neuen“ Wahlberliner, die Arbeit daran hat  uns viele neue Erkenntisse und auch schöne Begegnungen gebracht. Erkenntnisse übrigens, von denen wir mittlerweile denken, sie könnten wertvoll für die Politik sein, die sich so schwer damit tut, die Bewegung in der Stadtgesellschaft zu verstehen und daher immer wieder versucht, uns auf recht durchsichtige Weise, sagen wir mal, ruhigzustellen.

Aber es ist leider eine Eigenschaft der traditionellen Politik, dass sie traditionell alles besser weiß, daher machen wir einfach weiter wie bisher, dokumentieren, geben unsere Meinung kund und zeigen uns solidarisch mit denen, die hier um ihre Existenz, aber auch um Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Fortschritt kämpfen. Und ab und zu steigen wir auf den Turm und wissen nicht, ob wir wegen dem, was wir von oben sehen, nur den Kopf schütteln oder uns durch dessen Beschreibungen unbeliebt machen sollen, die sich möglicherweise nicht gut mit geliebten und dringend benötigten Narrativen vertragen. Oftmals halten wir die Klappe. Der Sache wegen.

Ob das richtig ist? Jeder Tag kann etwas verändern. Mit jedem Jahr ist eine Weiterentwicklung möglich. Das ist das Spannendste überhaupt.

Thomas Hocke, Berlin, 1. Juli 2019

Mai-Report

Liebe Leser_innen, 

gut, dass wir dies im April-Report geschrieben hatten: „Wir haben uns entschlossen, das nun in Form einer Chronologie zu machen und hängen sämtliche regulären Monatsbeginn-Mails hintereinander – fürs laufende  Jahr. Zum vergangenen Jahr soll es dann nur einen Link geben.“ Bzw. mehrere, zu jedem Monatsreport einen.

Wir hätten dieses Verfahren nämlich ansonsten vergessen, wie ja überhaupt alles viel mehr festgehalten werden muss, wenn es funktionieren soll.

Zunächst freuen wir uns über zwei Bestmarken: Die höchste Zugriffszahl bisher, obwohl wir im März glaubten, der Monat sei nicht so schnell zu toppen, und über die wachsende Zahl von Folgenden in den Sozialen Medien, die insgesamt nun bei 225 liegt. Die Entwicklung in diesem Bereich läuft kontinuierlich, außerdem hatten wir die zweithöchste Zahl an Besucher_innen bisher. Allerdings war sie nur wenig höher als im April und niedriger als im durch zwei starke Themenbesetzungen geprägten März. Der Pessimist würde herausheben, dass sie pro Tag im April erwartet deutlich und im Mai weiterhin pro Tag leicht abgenommen hat.

Dass dennoch die Zugriffszahlen steigen, liegt vor allem an einer Änderung des Webdesigns (siehe untenstehender April-Report): Wir können jetzt Fotoserien wieder, wie beim „alten Wahlberliner“, anklickbar = vergrößerbar einbetten und jedes angeklickte Foto bringt einen Zugriff zustande. Die Zahl der Zugriffe pro Besucher_in stiegt also zuletzt deutlich an. Da wir im Mai viele Berichte von Mieter_innen-Events gebracht haben, kam es auch zu vielen Sichtungen von Fotos, die wir in der Regel von der IG HAB (@HeimatNeue) erhielten und verwenden durften.

Diese Art von Berichterstattung ist das zentrale Thema des Mai-Reports. Auf der einen Seite macht sie viel Spaß, aber sie ist auch aufwendig und scheint nun an ihre Grenzen zu stoßen. Wir finden es super, wenn für die Berliner Mieter_innen wichtige Politiker_innen uns beachten, was immer wieder vorkommt, aber insgesamt sind uns die Reaktionen mittlerweile zu schwach. Geradezu ärgerlich finden wir es, wenn diejenigen, denen solche Artikel gelten, sie nicht auf eine Weise beachten, die man öffentlich sehen kann. Falls es Kritik gibt, wir sind in der Regel vernetzt und man kann uns die Kritik zuleiten, wir ändern und überarbeiten gerne, solange es nicht auf kontrafaktische Darstellungen hinausläuft.

Sicher sind unsere Ansprüche auch ein wenig gestiegen und wir suchen daher das Problem nicht nur bei anderen, sondern auch und vor allem bei uns selbst:

Zum Beispiel bei der Tatsache, dass zuletzt so viel zu bestimmten Events getwittert wurde, dass unsere Reports a.) darin kaum hervorstechen konnten und b.) mit einem Abstand von ca. 18 Stunden zum Ende des Ereignisses bereits kalter Kaffee waren. Wir empfinden die Art von Zusammenschau, wie wir sie zuletzt vermehrt gezeigt haben, durchaus als etwas Eigenständiges, aber es reicht in Punkto Mehrwert für Lesende möglicherweise nicht – mehr – aus und wir meinen auch einen gewissen Gewöhnungseffekt zu beobachten.

Hingegen kommen wir aus Zeitgründen kaum noch zu – textlich – längeren, fundierten Beiträgen, die eigentlich das Kennzeichen des neuen Wahlberliners werden sollten. Im Mai erschienen lediglich sieben Kommentare, keine einzige Analyse und kein Essay. Wir wollen nicht dahingehend beklagen, dass wir uns instrumentalisieren lassen, aber natürlich ist die Situation tricky: Wir möchten am Schicksal der Menschen in der Stadt dicht dran sein, machen uns dabei aber auch bis zu einem gewissen Grad abhängig. Von bestimmten Kooperationen wie auch inhaltlich. Denn es ist journalistisch sehr schwierig, wenn man der analytische Kopf sich manchmal nicht so recht mit dem Herz und seiner immerwährenden Solidarität verstehen mag und innere Konflikte entstehen. Wir befürchten beispielsweise, dass uns die Leser- und vor allem die Followerzahlen einbrechen, wenn wir hin und wieder auf Distanz gehen und das Für und Wider gewisser Vorgänge sachgerecht abwägen. Dabei sind wir bezüglich der medialen Verbreitung ohnehin immer noch Zwerge und dürfen uns eigentlich keine Pannen leisten. Mithin handelt es sich um eine Frage der nicht eindeutigen Ausrichtung dieser kleinen Publikation.

Jeder kritische Beitrag zu einer bestimmten politischen Gruppierung hat uns bisher mindestens eine uns folgende Person gekostet, aber diesbezüglich müssen wir die Kritik wieder zurückgeben: Wir schreiben hier keinen Quark und wer anderer Meinung ist, der muss andere Meinungen auch mal aushalten können und, wenn er das Bedürfnis nach Widerspruch verspürt, in die Diskussion einsteigen. Die Unfähigkeit, das in Maßen und maßvoll vorgetragene Abweichende zu ertragen, ist ganz klar nicht unser Problem.

Es ist im Grunde derselbe Zwiespalt wie bei den großen Publikationen mit ihren oft belanglosen Artikeln, die jedoch auf den Erhalt der werberelevanten Zielgruppe ausgerichtet und nicht dem bestmöglichen Journalismus verpflichtet sind, den man leisten könnte, wenn da nicht die ökonomischen Zwänge wären.

Andererseits wissen wir genau, dass wir durch eine noch so vehemente Berichterstattung für die Soziale Stadt nie die Einbindung in deren Bewegungsszene erreichen können wie es Betroffenen, z. B. Mieter_innen, deren Häuser gerade an Investoren „verscherbelt“ wurden, innerhalb weniger Tage zu Recht gelingt, wir sind nicht an ein großes Medium angebunden und üben keine politische Funktion aus, die per se Aufmerksamkeit generiert.

Wir haben uns mittlerweile in ein nicht so leicht auflösbares Dilemma zwischen dem Wunsch, ein bisschen Teil des Ganzen zu sein und gutem Journalismus gebracht. Und klar fanden wir es seit Oktober 2018 super, wie die Besucherzahlen durch die Einarbeitung in den Mietenwahnsinn und seine vielen Erscheinungsformen immer weiter stiegen – bis eben im Mai das Ende der Wachstums-Fahnenstange durch diese Art von Ausrichtung des Wahlberliners erkennbar wurde. Solange die Balance zwischen Aufwand und Anerkennung stimmt, lassen sich die Mängel dieser einseitigen Ausrichtung akzeptieren, aber wenn es dabei zusätzlich zu einem Missverhältnis kommt, wird’s schwierig.

Umso mehr sind wir geradezu stolz darauf, dass wir uns bei der Weiterentwicklung von „Crimetime“ nicht haben beirren lassen, dass wir meist mit der Veröffentlichung eines Artikels aus dieser Rubrik in den Tag starten und dieser Rubrik weiterhin vergleichsweise viel Zeit widmen. Das ist eine komplett intrinsische Angelegenheit, denn bezüglich der Zugriffe könnte diese Rubrik allein, anders als beim „alten“ Wahlberliner, wo sie auch von Profis beachtet wurde, nicht annähernd dieses Magazin tragen.

Tragen meint hier keine kommerziellen Belange, sondern den Spaß an der Entwicklung als solcher und am Service für Menschen, die das, was wir tun, gut finden. Außerdem wirkt es möglicherweise etwas schräg, dass es im Grunde nur noch Crimetime und Mietenwahnsinn gibt. Was dies miteinander zu tun hat, lösen wir später auf. Seit April tritt hinzu, dass wir uns neben dem Tatort mit dem Polizeiruf 110 befassen und besonders das Schreiben über die noch in der DDR entstandenen Filme ist sehr heikel und es entsteht ein weiteres Minenfeld, weil wir in diesen Artikeln vor allem versuchen, dieser versunkenen Welt nachzuspüren und warum alles so gelaufen ist, wie es gelaufen ist.

Weil wir uns dabei aber an die damalige Lebenswirklichkeit erst  herantasten müssen, kann es durchaus zu Fehleinschätzungen kommen und der spekulative Anteil an den Texten ist vergleichsweise hoch. Ein bisschen historisches Wissen, vor allem wirtschaftliches, hilft natürlich, aber wir gehen oft auf dünnem Eis, das ist uns bewusst.

Viele Gewissheiten, die wir in den Rezensionen zu „historischen“ Tatorten aus der alten BRD gelassen niederschreiben konnten, haben wir hier nicht. Genau diese Erfahrung ist uns aber auch wichtig, weil viele Menschen aus dem Osten sie auch in der umgekehrten Richtung gemacht haben. Arrogant über alle heutigen Probleme dort hinweggehen und sich in billigem Bashing üben kann jeder, aber sich auch mal über die Hintergründe Gedanken machen, verleiht mehr Kompetenz bei der Beurteilung. Man kann die heutige politische Wirklichkeit nicht verstehen, wenn man sich nicht etwas einfühlt in dieses  mental eben nicht abgeschlossene Kapitel. Und dass „Tatort“ und „Polizeiruf“ als Zeitdokumente, trotz der fiktionalen Handlungen und Charaktere soziohistorisch hervorragend auswertbar sind, ist kein Geheimnis.

Was machen wir nun in Juni, der in Berlin mit Temperaturen von über 30 Grad beginnt? Schwitzen natürlich. Zumindest im Freien.

Und die im Februar eingeleitete Entwicklung weitertreiben, dass wir wieder mehr unterwegs sind, um uns einzubringen oder uns ein Bild zu machen. Vielleicht bringt das auch die Lösung unseres Problems mit dem Mietenwahnsinn: Mit Menschen vor Ort sprechen und deren Aussagen einfangen, das haben wir unseren Leser_innen bisher kaum geboten und wenn, dann durch Dritte vermittelt.

Es gab gute Gründe dafür, dass wir bisher die Möglichkeit und die Fähigkeit, eigenständige Beobachter zu sein, so wenig genutzt haben. Aber es drängt uns doch immer stärker dazu, dies zu ändern. Wir werden und wollen nicht alles radikal und von heute auf morgen umschmeißen, sondern einen guten Kompromiss zwischen dem Bestehenden und Bewährten und unserem Wunsch nach Weiterentwicklung suchen. Was uns dabei klar ist: Der Aufwand wird eher weiter zunehmen, zudem wird es oft nicht mehr möglich sein, von Events noch an dem Tag zu berichten, an dem sie stattfinden, wenn wir selbst vor Ort sind, weil uns dann das Backup im Büro für die parallele Bearbeitung fehlt.

Wir müssen häufiger an Diskussionen und Infoveranstaltungen teilnehmen bzw. sie dokumentieren, denn ein Ziel haben wir nicht aus den Augen verloren: Den „Berliner Baureport“, der viele Aspekte des hiesigen Wohnungswesens beinhaltet und von dem einzelne Teile bereits vorliegen.

Der Dualismus zwischen der Sympathie für andere Menschen und deren berechtigten Interessen, dem Ausdruck dieser Sympathie in Worten sowie einer übergeordneten, das Ganze in den Blick nehmenden Betrachtungsweise wird uns ohnehin erhalten bleiben. Wir können dem auch nicht durch rein nachrichtliche Artikel ausweichen, dafür gibt es andere Medien – sondern bleiben ein Meinungsmagazin und müssen daher die Widersprüche bearbeiten, die uns täglich begegnen und jene, die in uns selbst angelegt sind.

Thomas Hocke, Berlin, 1. Juni 2019

Der April-Report:

Liebe Leser_innen,

mitten im Trubel muss einmal im Monat Zeit für eine Ansprache an Sie bzw. an euch sein – wenn nichts dazwischenkommt, das eine Sondermail „in eigener Sache2 auslöst. Wir haben uns entschlossen, das nun in Form einer Chronologie zu machen und hängen sämtliche regulären Monatsbeginn-Mails hintereinander – fürs laufende  Jahr. Zum vergangenen Jahr soll es dann nur einen Link geben.

Der April verlief „planmäßig“ und da wir der Ansicht sind, dass man nicht immer über Plan liegen muss und Wachstum kein Alleinmaßstab für irgendwas sein kann, ist das positiv gemeint. Das heißt, wir lagen ein gutes Stück hinter dem außergewöhnlichen März, hatten aber, um die höhere Tageszahl im April bereinigt, gegenüber dem Februar ein Wachstum an Zugriffen in Höhe von 12 Prozent.

Im letzten Monatsdrittel haben wir die Tatsache, dass wir aus privaten Gründen Organisationsänderungen vornehmen mussten, genutzt, um den Wahlberliner etwas zu bremsen und hin und wieder unter der regulären Mindestzahl von drei Artikeln pro Tag zu bleiben. Das war möglich, weil sich abzeichnete, dass wir das Ziel, einen zweistelligen Zuwachs gegenüber Februar, ziemlich sicher schaffen werden. Für das Interesse, das sich in dieser Entwicklung ausdrückt, danken wir Ihnen, danken wir euch sehr.

Wir sind weit davon entfernt, auch nur ein etabliertes Kleinmedium zu sein, wir müssen aus Zeitgründen auf vieles verzichten, worüber wir gerne schreiben würden, aber wir haben im April unter anderem eine kleine technische Verbesserung vorgenommen, die uns ein wenig schneller werden ließ und hoffentlich die Tippfehler reduziert. Wir können es nun einmal nicht leisten, jeden Beitrag aufwendig selbst oder sogar von anderen lektorieren zu lassen – vor allem dann nicht, wenn Aktualitätszwänge den Takt bestimmen.

Welche besonderen Ereignisse gab es im April?

Wir müssen heute, mit gut zwei Wochen Abstand, auf den 15. April, den Brand von Nôtre-Dame de Paris zu sprechen kommen, weil es wieder um die Erläuterung einer Wahlberliner-Regel geht. Wir verzichten, anders als beim alten Wahlberliner, auf die Berichterstattung zu Katastrophen jedweder Art. Im „Ersten Wahlberliner“ waren zuweilen Bezeugungen von Anteilnahme zu lesen, wenn derlei sich ereignete – hauptsächlich zu Terroranschlägen, letztmalig zum Breitscheidtplatz in Berlin Im Dezember 2016. Mit der Artikelserie dazu endete unsere Berichterstattung, zum Jahreswechsel 2017 schlossen wir jenen Raum, in dem wir journalistisch sechs Jahre lang gelebt hatten, ab.

Ob wir auch nicht berichten würden, wenn sich ein solches Ereignis wieder in Berlin zutragen würde, vielleicht wieder so nah an unserem Wohnort, vielleicht sogar im eigenen Bezirk, das ist eine Entscheidung, die wir jetzt nicht treffen wollen.

Aber angesichts der weltweiten Dauerkrisen, der vielen Kriege und des anhaltenden Terrors wollen wir keine Einzelereignisse mehr herausgreifen, wenn sie nicht Teil einer allgemeineren Betrachtung sind. Es hat uns immer schon gestört, dass wir so selektiv waren, gespiegelt hat sich das auch in allgemeinen Diskussionen: Wann wird zum Beispiel das Brandenburger Tor per Anleuchtung „geflaggt“ und wann nicht?

Gerade das Beispiel Notre Dame zeigt, wie viele falsche Töne in den Sozialen Medien sofort zu hören sind, welcher unsagbare Unsinn geschrieben wird, um jedes traurige Ereignis zu instrumentalisieren. Wir wollen hier keine Liste erstellen, aber der geistige Müll ließ wieder einmal die Frage in den Vordergrund treten, ob diese Spezies Mensch es überhaupt verdient hat, zu überleben, ob sie es wert ist, sich dafür anzustrengen und ob es nicht besser wäre für die Erde, wenn wir alsbald infolge Selbstvernichtung verschwinden würden.

Wir haben uns also zurückgehalten, obwohl nach dem Breitscheidtplatz zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren ein konkreter Ort von einer Katatstrophe betroffen war, den wir kennen, der zudem in einer Stadt liegt, in die wir uns mit 17 verliebt hatten. Immerhin kam niemand zu Tode und das kann man von den Kriegen, an denen mittlerweile auch das Land, in dem wir leben, wieder beteiligt ist und für die es Waffen liefert, nicht behaupten. Um eine subjektive Auswahl zu vermeiden, haben wir auch zu den Anschlägen von Christchurch oder in Sri Lanka geschwiegen.

Es ist zudem aus mentalen Gründen undenkbar, über alles dies Artikel zu schreiben. Der #Mietenwahnsinn belastet uns genug, macht und wütend und traurig und weil wir wissen, dass man nicht den ganzen Tag nur entsetzt oder sauer sein darf, wenn man gesund bleiben möchte, müssen wir uns für das, was vor der Haustür liegt, entscheiden, wenn es darum geht, Emotionen in Worte zu packen, sie dadurch zu kanalisieren und zu bewältigen. Wir machen nicht den Fehler bestimmter Parteien, die eine ganze Welt verbessern möchten, aber nicht mal das Hier und Jetzt im lokalen Rahmen anständig geregelt bekommen und die auch gar nicht den Einfluss haben, um überall dort wirksam zu sein, wo sie sich verbal engagieren.

In Berlin können wir den einen oder anderen Bericht zur Mieter_innenbewegung verfassen, der etwas Eigenständiges enthält. Wir bleiben trotzdem Empfänger von Botschaften aus der Welt, schließen uns nicht in der städtischen Käseglocke ein – und dokumentieren den Blick über den Tellerrand gegenwärtig vor allem dadurch, dass wir Beiträge anderer Autor_innen empfehlen, die sich verschiedenen Themen widmen, mit einem Schwerpunkt auf Wirtschaft, Soziales und Umwelt. Das haben wir mittlerweile 17mal getan, vor wenigen Tagen erstmals durch die komplette Übernahme eines Beitrags („Der Grund-Konflikt“), der sich mit Enteignung von Grund und Boden befasst.

Am 20. April gab es was Nettes. Wir wurden von einem Leser nach England eingeladen. Aufgrund einer zufälligen Namensgleichheit.

Diese Verwechslung hat uns ein wenig amüsiert, aber auch gefreut, denn wenn man es einem bekannten Kulturredakteur zutraut, ein Blog wie den Wahlberliner zu betreiben, ist das eine Ehre für den Wahlberliner. Diese Verwechslung gab es vor einigen Jahren häufiger. Ein bisschen Bedauern ist nun auch dabei, wir wären gerne mal wieder auf der Insel. Das letzte Mal ist schon einige Jahre her und wie die Stimmung jetzt ist, im Zeichen des Brexits, das bekommen wir nur als Beobachter von außen mit.

Vier Tage später, am 24. April, wurde der Wahlberliner zehn Monate alt und wir haben ihm aus diesem Anlass ein erstes Redesign verpasst. Jetzt ist alles ganz schlicht, nicht nur die Beiträge schwarz auf weiß, der gesamte Hintergrund ist so gehalten und die Titelzeile wurde dem schlichteren Layout angepasst, ebenso haben wir nun eine serifenlose Schriftart gewählt. Wir folgen damit der allgemeinen Tendenz, es vor allem wegen der vielen Per-Mobiltelefon-Leser so simpel wie möglich zu machen. Wir wollten  außerdem dokumentieren, dass die Inhalte im Vordergrund stehen sollten und dieses Weblog keine Grafik-Werkschau darstellt.

Der Mai wird gewiss wieder sehr ereignisreich werden und wir werden nicht einmal den #Mietenwahnsinn, nicht einmal alles, was er in unserer Stadt, anrichtet, vollständig beschreiben können. Wesentliche Änderungen an unserer Ausrichtung und den vorhandenen Features sind nicht geplant. Wir tun, was wir können und manchmal sogar etwas weniger, weil wir nicht alles wollen, was wir nach eigener Auffassung könnten und weil wir wissen, dass selbstdefinierte Kapazitäten sehr besitzergreifend sind. Wir freuen uns sehr auf weiteren Austausch mit unseren Leser_innen und Mitstreiter_innen, wie er vor allem auf Twitter immer häufiger stattfindet. Wir freuen uns nicht auf noch mehr #Mietenwahnsinn, aber wir werden uns weiter der Herausforderung stellen, über ihn zu berichten. Damit fahren wir fort am Tag der Arbeit.

Thomas Hocke, Berlin, 1. Mai 2019

Liebe Leser_innen, 

am 24. März 2019 wurde der Wahlberliner neun Monate alt. Da man sich immer neue Ziele setzen soll, die dem Rahmen und den Möglichkeiten angemessen sind, kann man das, was wir für den April beschlossen haben, als mindestens ambitioniert bezeichnen, denn unser Zeitbudget für dieses Non-Profit-Freizeitprojekt wird nicht zunehmen.

Das Leser_innen-Wachstum betrug im März gegenüber Februar 65 Prozent, erreicht an knapp 11 Prozent mehr Tagen. Das Februar-Ergebnis war bereits das (knapp) beste bisher, ohne Bereinigung nach Zahl der Monatstage. Die wichtige Kennzahl des 30-Tage-Vergleichs lag am Monatsende bei plus 12,5 Prozent.

Nachdem sich jemand kürzlich auf Twitter, als er die Zahl von 250 Followern erreichte, als Twitter-Zwerg bezeichnete, können wir konstatieren, dass wir das Halbzwergenstadium fast geschafft haben (Zuwachs im März 33 Prozent), ebenso stark war prozentual die Zunahme der Blog-Follower via WordPress. Facebook hingegen stagniert, ist aber nicht das Verbreitungsmedium, auf das der Wahlberliner setzt. Wenn wir die Zahl der dortigen Reaktionen als Motivationsgrundlage ansehen würden, hätten wir dieses Kleinmedium längst aufgegeben.

Wir werden im April vermutlich das starke Wachstum vom März nicht wiederholen können, sondern uns an den Februar-Zahlen orientieren – unter Berücksichtigung von zwei Mehr-Tagen, versteht sich. Ob es für erfolgreiche Beiträge  + Updates wie „Pankow, Friedrichshain, Mitte“ und „Pears Global oder weiche Birne?“ Nachfolger mit ähnlich hohen Aufrufzahlen geben wird, ist offen, zumindest dürfen wir damit nicht rechnen.

Dass der #Mietenwahnsinn unser Zentralthema geworden ist, könnte regelmäßigen Leser_innen aufgefallen sein. Dass wir dennoch versuchen, einen Blick über diesen zugegebenermaßen hohen Tellerrand zu werfen, finden wir super, müssen uns aber bei anderen Autor_innen bedienen, die wir empfehlen. Das wollen wir, wie im März begonnen, weiterhin durchschnittlich mit einem Artikel pro Tag tun. Da wir immer hinzufügen, warum wir eine solche Empfehlung aussprechen, manchmal auch kommentieren bzw. unseren Assoziationen zum Beitrag Raum geben, ist immerhin ein klein wenig eigene Leistung dabei.

Im April haben wir außerdem vor, mindestens zwei Veranstaltungen zu besuchen und damit die Vor-Ort-Reportage langsam ins Laufen zu bringen. Bisher greifen wir dazu auf Kooperationspartner, vor alllem die @HeimatNeue, zurück. Diese Mieter_innen-Initiative wird hoffentlich auch weiterhin unsere Hauptlieferantin für Live-Eindrücke bleiben.

Da ein so kleines Medium wie der Wahlberliner nur mit ein bisschen Größenwahn  vorankommen kann, haben wir uns nach langem Hin und Her und Für und Wider entschlossen, die Medienrezensionssparte auszubauen und in der Kategorie „Crimetime“ nun auch den Polizeiruf 110 zu besprechen. Gestern Abend haben wir uns den ersten Film der Reihe angeschaut.

Durch diese Erweiterung kommen 375 Produktionen hinzu, die gesichtet und kritisiert werden wollen und es handelt sich um eine eigene Welt, wie erste Recherchen ergeben haben. Allein diese Woche werden vier weitere Filme der Reihe hinzukommen, was etwa sechs Stunden Zeitaufwand fürs Anschauen bedeutet. Etwa der gleiche Zeitaufwand tritt für die Besprechungen hinzu. Wir wollen diese Handhabe fortführen: Alle „Polizeirufe“, die gesendet werden und die wir noch nicht gesehen haben, werde wir aufzeichnen, anschauen, besprechen. Auf diese Weise kam in den Jahren seit 2011 auch die Tatort-Anthologie, die jetzt in „Crimetime“ integriert ist, rasch auf eine hohe Anzahl von Beiträgen.

Wir meinen nun, fast 30 Jahre nach der Maueröffnung ist es an der Zeit,  die ursprünglich in der DDR entstandene Tatort-Parallelstruktur einzubeziehen, nachdem wir etwa zwei Drittel aller Tatorte rezensiert haben (263 dieser Kritiken sind bisher im Blog „Der Wahlberliner“ erschienen). Wir heben beim Tatort gerne mal auf die Stellung dieser Krimis als Zeitdokumente ab. Es ist sehr spannend, alles, was darin gezeigt wird, mit den eigenen Eindrücken aus verschiedenen Jahrzehnten zu vergleichen, aber mindestens genauso spannend sollte es sein, etwas zu betrachten, was man nicht aus eigener Anschauung kennt. Unserem Verständnis für das „andere Deutschland“ wird diese Befassung sicher nicht schaden.

Den Ausschlag für den späten, aber beherzten Zugriff gab die Tatsache, dass der Hessische Rundfunk derzeit Polizeiruf 110-Filme aus der Anfangszeit ausstrahlt. Wir haben den Beginn dieser Serie mit dem Nachdenken darüber vertrödelt, ob wir dafür wirklich genug Zeit haben. Nachdem wir zu der Ansicht kamen, dem ist nicht so, wir machen’s trotzdem, können wir immerhin noch mit 1972 einsteigen, dem zweiten Jahrgang, und vielleicht sendet der MDR, der auf DDR-Produktionen mehr spezialisiert ist als die anderen ARD-Sender, weiterhin das eine oder andere Werk aus der Polizeiruf-Steinzeit.

Was gibt es noch? Wir haben eine Klärung wichtiger Sprachregelungen vorgenommen: Es wird bei uns weiterhin „das Blog“ heißen, weil wir der ursprünglichen Idee, dass der Begriff von „das Web-Logbuch“ kommt, mehr Charme abgewinnen können als das Blog nach Duden alternativ und korrekt, aber sinnfrei zu vermännlichen. Außerdem heißt es „das Magazin“ und sogar „die Zeitschrift“.

Es wird zudem nie mehr „auf dem Blog“ oder „beim Wahlberliner“, sondern stets „im Wahlberliner“ heißen, auch wenn das etwas seltsam klingen mag, weil der Titel die – berechtigte – Assoziation mit einer bestimmten Person provoziert.

Bei uns steht aber nicht der Gedanke einer Internet-Plattform im Vordergrund („auf Twitter“, „auf Facebook“), sondern die Magazin-Eigenschaft des Wahlberliners. Dieses Produkt erscheint lediglich zeitgemäß online – und es heißt, unabhängig von der Größenordnung der Publikation, nun einmal „in der Zeitung“ oder „im Buch“. So werden wir deshalb auch bezüglich aller Medien verfahren, die wir zitieren oder sonst erwähnen. Es steht also im Web-Logbuch geschrieben, steht nicht darauf und klammert sich bei Starkwind nicht an der Kante fest oder verharrt traurig daneben, anstatt mittendrin und eingekuschelt zwischen guten Artikel-Nachbarn zu leben.

Wir wollen, sofern Zeit dafür vorhanden ist, aber nachrangig gegenüber Grundanforderungen, wie im Durchschnitt mindestens drei Beiträge pro Tag zu veröffentlichen, ein weiteres Projekt angehen: Ein Handbuch für den Wahlberliner, das öffentlich einsehbare interne Festlegungen treffen, aber auch unseren Leser_innen als Leitfaden dienen soll. Wir meinen, das ist angesagt, kurz vor dem Erreichen des Twitter-Halbzwergenmaßes.

Im Bereich der Steuerung wie auch beim Marketing sind Unternehmen den meisten Medien und politischen Parteien und Organisationen weit voraus. Da wir im Job gelernt haben, wie man ein Manual, das auch Werbecharakter haben darf, gestaltet und strukturiert, sollten wir diese Kenntnisse dem Wahlberliner zugutekommen lassen. Zum Einjährigen des „neuen“ Wahlberliners im Juni könnte die erste Ausgabe auf der Blogseite „Service“ als verlinktes PDF erscheinen.

In dem Fall heißt es übrigens doch „auf“, nicht „in“, denn es steht auf Seite fünf. Aber: In diesem Handbuch wird man uner anderem nachlesen können, warum wir hin und wieder „Der neue Wahlberliner“ schreiben. Um ihn von etwas abzugrenzen, was es offensichtlich vor den eingangs erwähnten neun Monaten mal gegeben haben muss.

Thomas Hocke, Berlin, 2. April 2019

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s