„Die soziale Rutschbahn. Als Folge falscher globaler Weichenstellungen geht es mit dem Wohlstand in Deutschland abwärts.“ (Werner Voß, Rubikon) / #Sozialausgaben #Altersarmut #Arbeitsmigration #EU #Arbeitslosigkeit #ALGI #ALGII

2019-01-05 medienspiegel aktuelles formatWir sind in Rückstand geraten mit der Empfehlung von Fremdbeiträgen. Selbst dabei schlägt uns der Mietenwahnsinn ein Schnippchen – etwas zu lesen und einen kurzen Beitrag zwecks Empfehlung zu schreiben, was außerhalb dieses Themenkreises liegt. 

Ob der Artikel, den Werner Voß für Rubikon geschrieben hat, wirklich außerhalb liegt, ist allerdings die Frage. Denn das Problem der zunehmenden Altersarmut bei steigenden Mietpreisen erwähnt er, bettet es aber in eine Gesamtdarstellung ein, die vor alle recht faktenreich ist. Interessanterweise meist ohne Verlinkung, sondern nur mit Zitierung und dabei sticht ein Sachbuch heraus, das sich kritisch mit der Arbeitsmigration auseinandersetzt. Es ist wird nicht explizit, aber man darf auch eine Kritik am UN-Migrationspakt herauslesen.

Wir sind, wie in Zeiten, als wir noch multithematisch waren, hin und wieder dargestellt, der Ansicht, dass eine offensive Migrationspolitik einhergehen muss mit Änderungen in der Wirtschaftspolitik. Weitreichende Änderungen, die dafür sorgen, dass durch erhöhte  Zuwanderung keine soziale Katastrophe entsteht. Was nicht bedeutet, dass die immer weitere Steigerung von Sozialausgaben die richtige Lösung sein muss. Wir glauben auch nicht, dass die Rückkehr zur früheren sozialen Marktwirtschaft ausreicht, um alles so zu bewältigen, dass Menschen würde und Teilhabe für alle gewährleistet sind. Einen Ansatz nennt Voss mehr oder weniger en passant: Endlich die Bildung wieder vom Kopf auf die Füße stellen. Selbst, wenn künftig weniger Arbeit nachgefragt wird – auch die Freizeit lässt sich mit ein wenig Bildung schöner gestalten.

Offensichtlich aber ist das gewaltige Umverteilungsproblem, das in den letzten Jahrzehnten entstanden ist die Hauptursache für die immer größeren sozialen Verwerfungen: Arbeitseinkommen werden zugunsten der Kapitaleinkommen ständig weiter marginalisiert, die Einführung des Mindestlohns hat daran nur wenig geändert, denn die Erosion findet teilweise jetzt auf höherem Niveau statt: Im Wissenschaftsbetrieb beispielsweise. Man kann sich nur an den Kopf fassen, wenn man sieht, wie junge, hoch engagierte und exzellent ausgebildete Menschen zur Verfügungsmasse, zu Zeitarbeitern, zu einem neuartigen Akademikerprekariat und dadurch im Eiltempo verschlissen werden.

Außerdem verlässt sich unsere Gesellschaft zu sehr auf gar nicht bezahlte, ehrenamtliche Tätigkeiten. Ohne sie würde das System längst nicht mehr funktionieren. Dass jemand ehrenamtlich arbeitet und gleichzeitig zu ehrenamtlichen Mitarbeitern gehen muss, die an den Tafel Essen austeilen, dürfte keine Seltenheit sein. So kann eine menschenwürdige und zukunftsfähige Gesellschaft nicht aussehen.

Was man von dem Beitrag nicht erwarten darf, ist, dass er fundierte Lösungsvorschläge enthält und die Verwerfungen im Wirtschaftssystem ausführlich analysiert. Einige Aspekte wie eine Berücksichtigung der Digitalisierung im Steuersystem, werden kurz angerissen. Die Auflistung von Fakten steht klar im Vordergrund. Was wir an Zahlen gesehen haben, kommt uns überwiegend bekannt vor und dürfte überschlägig stimmen. Wer den Beitrag als Anregung zur vertiefenden Befassung mit vielen Sozial- und einigen Wirtschaftsdaten hernehmen möchte: So ist die Empfehlung im Wesentlichen gemeint. Etwas traurig sind wir auch gleich, weil wir dieser Empfehlung nicht folgen können.

Keine Zeit fürs Ausgreifen, in einer  Zeit, in der man den ganzen Tag bzw. den für dieses NP-Projekt reservierten Anteil des Tages über den Mietenwahnsinn in einem einzigen Bezirk von Berlin schreiben könnte.

TH

Medienspiegel 338, EBA 10

Kritisch schauen und immer wieder Beiträge außerhalb des Mainstreams lesen, das ist eine Aufgabe, die der Wahlberliner sich gestellt hat.

Wir empfehlen. Manchmal kommentieren wir die Empfehlungen auch oder versuchen, die darin geäußerten Gedanken weiterzuführen. Unsere bisherigen Beiträge der Serie „Jeden Tag ein Blick nach draußen“:

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