Filmfest News Nr. 4 | Abschluss eines Teilprojekts und Beginn einer neuen Ära

Filmfest News Nr. 4

Liebe Leser:innen,

15 Monate ist es her, dass wir die dritte Ausgabe der Filmfest News herausgegeben haben. Inzwischen hat sich einiges geändert, sogar unsere Schreibweise, sie hat vom Gender-Stern auf den Binnen-Doppelpunkt gewechselt.

Ein wichtiges Projekt haben wir abgeschlossen. Diese Tatsache ist der hauptsächliche Anlass für vorliegenden Newsletter. Es handelt sich um das „Internationale Filmverzeichnis Nr. 8“ aus dem Jahr 1989. Mit dem Teil, der sich mit US-Filmen befasst und damit mit der ersten Hälfte dieses Verzeichnisses sind wir durch. Von 649 derzeit veröffentlichten Spielfilmrezensionen haben wir aus 366 Besprechenungen die 178, die Filmen aus den Vereinigten Staaten gewidmet sind, nun gezeigt; hin und wieder in Verbindung mit neueren Rezensionen, überwiegend werden wir neuere Texte zu Filmen, die damals bereits im „IFVZ Nr. 8“ enthalten waren, als Updates einzeln posten. Dieses Verzeichnis endete mit dem Filmjahr 1987.

Was folgt also konkret? Der „deutsche Teil“, besehend aus 77 Rezensionen. Auch hier werden wir auffüllen und die in diesem Verzeichnis enthaltenen Texte mit neueren Kritiken kombinieren. Dies wiederum wird im Wechsel mit weiteren US-Filmen stattfinden, denn wir sind außerhalb des „Filmverzeichnisses Nr. 8“ erst im Jahr 1967 angelangt. Sehr viele Besprechungen, die wir ab 2011 geschrieben haben, warten daher noch auf ihre erstmalige Veröffentlichung. Von der zwischenzeitlich ins Visier genommenen Idee, deutsche und französische Filme von Beginn an chronologisch parallel vorzustellen, haben wir inzwischen abgesehen. Wenige französische Klassiker haben wir schon besprochen, bevor wir uns entschlossen haben, chronologisch vorzugehen.

Bei den deutschen Filmen müssen wir leider ein Sonderthema kurz ansprechen, das auf der wechselhaften Geschichte des Landes fußt: Bis 1945 werden alle Filme mit „DE“, der zweistelligen ISO-3166-Bezeichnung Deutschlands, gekennzeichnet, von da ab westdeutsche Filme bis 1989 ebenfalls mit „DE“ und schlussendlich alle im vereinigten Deutschland hergestellten Produktionen ab Oktober 1990. Die Werke aus der DDR kennzeichnen wir mit der Eigenschreibweise des ostdeutschen Staates, wie bereits die USA, also ausnahmsweise mit drei Buchstaben, nicht mit „DD“, was die korrekte zweistellige ISO-Bezeichnung wäre. Österreichische Filme, die nicht in Co-Produktion mit deutschen Studios hergestellt wurden, klammen wir vorerst aus und fassen sie später mit den Kinofilmen weiteren kleineren europäischen Ländern zusammen, sofern sie nicht in der Zeit von 1938 bis Mai 1945 entstanden sind und somit ebenfalls als deutsche Produktionen gelten.

Mit unserem inkludierten Dauerkonzept, alle in der Liste der Top 250 der IMDb enthaltenen Filme zu besprechen, sind wir im Wege der beiden Besprechungsschienen bei 77 angelangt. Das klingt nicht so schlecht, aber in der Liste waren bisher über mehr als 25 Jahre hinweg nicht weniger als 982 Filme enthalten. Einige davon werden wir auslassen, aber die Kriterien dafür spielen an dieser Stelle noch keine Rolle, dafür ist noch viel zu viel zu tun. Das „Special Edgar Wallace“ ist bisher das einzige geblieben, aber die in diesem Rahmen veröffentlichten Kritiken erfreuen sich stets einer gewissen Beliebtheit, wenn im „Feiertagskino“ wieder Filme aus dieser Reihe ausgestrahlt werden. Diese ausnahmsweise und vorgezogene Bearbeitung einer deutschen Unterhaltungskino-Reihe hat sich insofern gelohnt. Derzeit gehen wir davon aus, dass es zu weiteren Sonderfeatures oder Werkschauen erst nach der Abarbeitung des gesamten Bestands von „Das internationale Filmverzeichnis Nr. 8“ kommen wird, knapp die Hälfte davon haben wir mit dem Abschluss des US-Teils geschafft, was nicht zuletzt die Stellung der USA im Weltkino verdeutlicht.

Wir reduzieren nun den US-Anteil am Filmfest auf etwa 50 Prozent, die übrige Hälfte wird so lange von deutschen Filmen gestellt werden, bis wir auch mit den 77 Rezensionen „durch“ sind, die im FVZ Nr. 8 enthalten sind. Dann werden wir uns in dessen Rahmen dem Filmland Frankreich zuwenden (43 Rezensionen) und gleichzeitig weitere, in den letzten zehn Jahren verfasste Texte zu deutschen und amerikanischen Filmen zeigen, chronologisch nach der Entstehungszeit der Filme und ergänzt durch neue Texte zu Werken aus mehr als 125 Jahren Kinogeschichte.

„Crimetime“ werden wir eigenständig weiterführen und sind mittlerweile bei 1064 veröffentlichten Kritiken angelangt, das Filmfest „D“ wird vor allem Dokumentationen beinhalten, die sich mit Filmschaffenden aus jenen Epochen der Kinogeschichte und Ländern befassen, die wir im Rahmen der Dualchronologie bereits besprochen haben. Texte für das Filmest „C“ werden weiterhin nur sporadisch kommen, eigene Videos, die Reportagen von „vor Ort“ zeigen sollten, haben wir komplett zurückgestellt – wegen der Corona-Lage und auch wegen des Aufwands, der damit verbunden ist, eigene kurze Filme zu erstellen und so zu bearbeiten, dass sie in guter Qualität präsentiert werden können.

Damit auch diejenigen verstehen, über was wir obenstehend geschrieben haben, die mit dem Filmfest nicht so vertraut sind, haben wir die Filmfest-News Nr. 3, die in gegliederter Form Grundlegendes darstellen, noch einmal angehängt.

TH

Liebe Leser*innen,

unsere dritte Filmfest-News befasst sich mit Neuerungen ab Juli 2020 und Informationen zu laufenden Projekten (hier zur Ausgabe Nr. 1 und hier zu Nr. 2).

Sommerfrische

1.) Das Filmfest D

Das Filmfest D („Documentary“) startet am morgigen 9. Juli mit der Kritik zu einem Doku-Feature über den Filmemacher William Friedkin. Seinem bekanntesten Werk „The French Connection“ haben wir uns kürzlich gewidmet (Filmfest 176).

Damit eröffnen wir eine weitere Sparte des Filmfests, die in den obenstehenden Fotos gezeigt wird. Die Dokumentationen müssen nicht immer mit dem Medium Film zu tun haben, es kann um ganz unterschiedliche Themen gehen. Zum Beispiel haben wir auf dem Media-Receiver aktuell mehrere Dokumentationen gespeichert, die sich mit „Housing“, mit Immobilien, mit Wirtschaft allgemein befassen.

„Noch nicht eingeführt sind Filmfest C und Filmfest E, da wir derzeit keine Fernsehfilme rezensieren, die nicht der Hauptrubrik „Crimetime“ zuzuordnen sind und eigene Produktionen sind derzeit nicht in Arbeit. In den nächsten Filmfest-News werden wir aber vermutlich den Start von Filmfest C „TV“ verkünden.“

2.) Die IMDb Top 250, Allzeitbetrachtung

Unser Dauerprojekt ist, wie angekündigt, im Mai gestartet, das parallel zu den „Specials“ läuft. Unser Ziel ist, im Laufe der nächsten Jahre Kritiken zu allen Filmen anzubieten, die jemals in der berühmten Top-250-Rangliste der Internet Movie Database (IMDb) enthalten waren.

Diese Liste gibt es seit 1999. Auf „Moviepilot.de“ führt ein*e Nutzer*in dankenswerterweise eine eigene Dokumentation, an der wir uns orientieren, wenn es um die Vollständigkeit geht. Sie umfasst nicht weniger als 970 Filme, die fünf ältesten aus den Jahren 1920-1924 haben wir bisher vorgestellt, einen davon (Charles Chaplins „The Kid„) mit einer eigenen Rezension als Filmfest-Feature Nr. 156.

„Ich finde, das ist ein Muss für ein weltweites Filmfest. Neben einigen Bestenlisten von Filmmagazinen oder des AFI (American Film Institute) ist dieses Ranking trotz all seiner Schwächen wie einer zu hohen Bewertung des Mainstream-Kinos und neuerer Filme der beste Überblick über das, was im Weltkino angesagt ist und / oder als dauerhaft von kinematografischem Wert erachtet wird; von einer großen Anzahl an Kinofans, nicht nur von Fachleuten. Auf ähnliche Weise arbeiten wir in unserer Rubrik Crimetime schon lange mit der Bewertungsliste des Tatort-Fundus.

3.) Fortführung – Das Special Edgar Wallace

23 von 38 Filmen der deutschen oder hier coproduzierten Edgar-Wallace-Verfilmungen aus den Jahren 1959-1972, die im Kino vor allem bis 1965 sehr erfolgreich waren, haben wir bereits rezensiert bzw. die Rezensionen dazu veröffentlicht. Sind wir im Plan und wird die Sammlung komplett werden?

„Wir hängen einige Veröffentlichungen zurück, für diese haben wir Filmfest-Nummern (derzeit die die 132, die 137 und immer die fünftnächste) freigehalten. „Babylon Berlin“ fordert meine Kapazitäten für längere Neurezensionen derzeit stark, erst nach dem Abschluss meiner Befassung mit der dritten Staffel kann ich mich wieder verstärkt den Edgar-Wallace-Filmen zuwenden. Die Crimetime-Texte haben häufig einen erhöhten Aktualitätsgrad. Werden wir sie alle kriegen? 36 von 38 Filmen sind gesichert, die beiden übrigen Filme müsste ich mir evtl. über Amazon Prime besorgen.“

Bei einem davon ist das mittlerweile geschehen und er ist nun die Nr. 23 im „Special Edgar Wallace“, „Der Fluch der gelben Schlange„. 

„Ich kann mir allerdings vorstellen, dass wir auch den einen oder anderen älteren Wallace-Film dazunehmen werden und Filme nach Stoffen von Bryan Edgar Wallace, dem Sohn von Edgar Wallace. Dazu wird es aber dann eine Einführung oder eine gesonderte Nachricht in den Filmfest-News geben.“

4.) Seit Mai – frische Filmrezensionen

Seit Mai 2020 zeigen wir im laufenden Jahr erstellte Texte, die bereits im WordPress-Editor vorgefertigt sind – ähnlich wie viele aktuelle Polizeiruf-Rezensionen für „Crimetime“.

Wir müssen bei diesen Rezensionen nur noch aus Korrekturgründen drüberschauen, taggen und ein schönes Titelbild suchen, hingegen nicht optische Umstellungen vornehmen etc., wie bei in Word verfassten Beiträgen, die vom „ersten“ Wahlberliner und von „Rote Sonne 17“ zwecks Wiederveröffentlichung archiviert oder noch nie gezeigt worden sind. Letztere Variante ist die aufwendigste, weil kein Tagging vorgegeben ist, Handlungsangaben, Besetzung und Stab meist noch fehlen, die Einleitung und die Rezension noch nicht voneinander getrennt, noch kein Titel vorhanden ist.

5.) Seit Mai – kleine technische Änderung

Ab dem Filmfest Nr. 143 werden alle Produktionsländer nach ISO-Code 3166 alpha 2 benannt werden (Deutschland z. B. mit DE, anstatt, wie bisher, mit D). Bei den heutzutage häufigen „multilateralen“ Produktionen werden wir maximal drei Produktionsländer nennen (bisher höchstens zwei), im Wesentlichen diejenigen, aus denen die meisten aktiven Filmschaffenden (Stab, Besetzung) und / oder die finanziell wichtigsten Produktionsfirmen eines Films stammen. Die Titel der bestehenden Rezensionen werden wir an dieses Muster angleichen.

Eine Ausnahme gilt für zwei Länder: Erstens für die USA, hier bleibt es beim dreistelligen Kürzel nach ISO 3166 alpha 3. Damit tragen wir der Tatsache Rechnung, dass wir uns damit viele Titeländerungen sparen können – und heben die USA als kommerziell mit Abstand wichtigstes Filmland etwas heraus – und zweitens für die DDR, die wir so schreiben werden, nicht DD, wie seinerzeit das Iso-Kürzel lautete – dieses unterscheidet sich zu wenig von „DE“, das wir nicht nur für Filmes seit der Wiedervereinigung, sondern auch für westdeutsche Produktionen bis 1990 sowie für deutsche Filme bis 1945 verwenden werden.

6.) Wenn das Special Edgar Wallace abgeschlossen ist, was kommt dann?

„Da gibt es so viele Möglichkeiten. Wir müssen ohnehin aufpassen, dass wir nicht zu viele Rezensionen „verstecken“, weil wir sie für Werkschauen vorhalten wollen. Möglich, dass solche Werkschauen sich teilweise auf bereits veröffentlichte Kritiken beziehen müssen. 

Ein kleines Jean-Harlow-Special haben wir geplant, überwiegend mit „alten“ Rezension aus dem internationalen Filmverzeichnis von 1989, angereichert mit ein paar zusätzlichen Daten und Anmerkungen, eine Kritik stammt aus 2012, bei weiteren Filmen werden wir auf Empfehlungen setzen. In den späten 1980ern wurden einige ihrer Filme wiederholt, die ich im Filmverzeichnis von 1989 kurz rezensiert habe, die Idee für ein Harlow-Special stammt aus der Durchsicht dieses Verzeichnisses im Rahmen der aktuellen Publikationen.

Es wird jedenfalls immer ein laufendes Special geben, weil das für den Rezessionsrhythmus innerhalb des Filmfests wichtig ist, der mittlerweile folgende Komponenten berücksichtigen muss (…)“:

  • Das internationale Filmverzeichnis Nr. 8 aus dem Jahr 1989 mit 366 Filmen,
  • Rezensionen aus dem Archiv, erstellt von 2011 bis Mai 2020, veröffentlicht entweder im „ersten“ Wahlberliner oder in „Rote Sonne 17“ oder noch nicht gezeigt, ca. 1.800 Texte zu „Crimetime“ und „Filmfest“,
  • Rezensionsentwürfe im Entwurfsbestand des Wahlberliners in WordPress, ca. 40 Texte für das Filmfest und ca. 100 für „Crimetime“, überwiegend für Filme der Reihe „Polizeiruf 110“,
  • empfohlene Rezensionen anderer,
  • das gerade laufende Special (es sollte immer nur eines sein, es sei denn, durch einen Todesfall oder ein Jubiläum ist ein*e Filmschaffende*r besonders zu würdigen, was zu einem Sonderprojekt in Form einer Werkschau führt),
  • das Dauerprojekt „IMDb Top 250“

TH

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