„Hurra, hurra, die Schulpflicht brennt!“ (Sven Böttcher, Rubikon, Eröffnung des „Schulpflichtstreits“) #Schulpflicht #Bildung #Erziehung

„„Lasst uns der Albtraum der Kriegsprofiteure sein!“ Konstantin Wecker im Gespräch mit Florian Ernst Kirner über notwendigen Widerstand gegen kapitalistische Zumutungen“ hieß unser letzter Beitrag in der Reihe, in denen wir uns anderen Autor*innen widmen.

Und nun zu etwas vollkommen anderem? Es hängt alles miteinander zusammen, damit können wir uns im Ernstfall immer auf eine unwiderlegbare Position stellen. Und damit zum „Rubikon-Schulstreit“ Wie werden Kinder geprägt? Selbstverständlich entscheidet dies mit darüber, wie sie später in großen Fragen wie Krieg und Frieden, Miteinander und Gegeneinander denken.

Der Schulstreit ist in dem damals ganz jungen Magazin Rubikon vor etwas mehr als zwei Jahren darüber geführt worden, ob man die Schule weiterenwickeln und reformieren sollte, was unter am Kindeswohl orientierten Pädagog*innen nicht prinzipiell umstritten sein dürfte – oder ob man sie als Pflichtveranstaltung gleich ganz abschaffen sollte. Seitdem widmet sich „Rubikon“ als einziges uns bekanntes „Alternativmedium“ immer wieder Bildungsthemen.

Mit dieser Radikalposition hatte Sven Böttcher den Schulpflichtstreit eröffnet:

„Hurra, hurra, die Schulpflicht brennt!

Nachdem jetzt ausgerechnet die AfD den NS-Schulzwang abschaffen will, droht allen frei denkenden Eltern das Querfront-Doppel-Etikett „Linker Nazi“. Das ändert aber nichts daran, dass die Schulpflicht abgeschafft gehört. Und zwar sofort.

Die Bildungspflicht ist ein hochstehendes Gut. Der staatliche Schulzwang nicht, denn der ist eine exklusive Blüte und findet sich weltweit nur in Nordkorea, Kuba, der Türkei und Deutschland. Deutschland verabschiedet sich mit sofortiger Wirkung aus diesem totalitären Club, der hiesige Schulzwang, 1938 von den Nationalsozialisten per Gesetz etabliert, entfällt mit sofortiger Wirkung – und wird ersetzt durch ein Bildungssystem, das freies und kreatives Denken und Handeln ermöglicht und endlich die Grundvoraussetzungen für eine demokratische Zukunft schafft.

Bereits in dieser Einleitung ist ein bemerkenswert deutlicher Fehler enthalten – die Schulpflicht wurde lange vorher eingeführt und man kann sie aus dem Zeitkontext (nationale Festschreibung 1919) auch als Beitrag zur Demokratisierung und Stärkung der Chancengleichheit nach den Erfahrungen mit dem Ständestaat ansehen. 1938 wurde hingegen ihre Durchsetzbarkeit verschärft – wie ja so viele Zwangsmittel im NS-System ausgebaut wurden und Recht in Unrecht gewandelt wurde. Demgemäß fordert die AfD auch nicht die Abschaffung von etwas, das ausgerechnet die Nazis eingeführt haben sollen.

Dieses Mal geben wir aber nicht, wie zuletzt bei Wecker / Kirner den gesamten Beitrag wieder, denn bei einem Zeitgenossen wie Böttcher haben wir Bedenken, dass er uns trotz 4.0-Lizenz verklagt, wenn wir am Ende des Schulpflichtstreits dabei ankommen sollten, dass wir nicht seiner Meinung sind. Scherz, muss auch sein, wir sind ja nicht unter totalitär denkenden Menschen. Hier geht’s zum Artikel von Sven Böttcher in „Rubikon“.

Wir sammeln Meinungen zu den Grundfragen der Gesellschaft. Eine Position zu einem Thema weist oft über dieses Thema hinaus, wie wir am Ende, wenn wir unsere eigene Meinung darlegen werden, noch sehen werden. Es hängt alles mit allem zusammen. Und wenn wir den Artikel nicht als bemerkenswerten Einstieg in die grundsätzliche Diskussion zu einem Gegenstand, der uns interessiert, ansehen würden, würden wir ihn nicht empfehlen. Gleichzeitig führen wir damit die Bestückung der Unterrubrik „Bildung, Erziehung, Wissenschaft“ fort.

TH

Dossier Kinder, Bildung, Erziehung, Wissenschaft

Dossier USA

  • Besteuert die Reichen endlich! Argumentationshilfe durch historische Steuersätze in den USA (dieser Beitrag)
  • Mein Leben als Pleite (M. H. Miller, Wirtschaft / Gesellschaft, Der Freitag)
  • Werden die USA sozialistisch? (Florian Rötzer, Gesellschaft, Telepolis)

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