Der Mann mit dem Glasauge (DE 1969) #Filmfest 172 #EdgarWallace

Filmfest 172 A "Special Edgar Wallace" (32)

2020-08-14 Filmfest ADiese Welt ist nicht aus Glas

Der Mann mit dem Glasauge ist ein deutscher Kriminalfilm aus dem Jahr 1969. Bei dem unter der Regie von Alfred Vohrer gedrehten Spielfilm, der auf Motiven von Edgar Wallace basiert, handelt es sich um den 33. Beitrag der deutschen Edgar-Wallace-Filmreihe. Die Uraufführung des Farbfilms erfolgte am 21. Februar 1969 im Mathäser-Filmpalast in München. (1)

Da der Film nun einmal von Alfred Vohrer inszeniert wurde, hatte dieser jedes Recht, den Vorspann mit seiner markanten Stimme zu versehen. Natürlich gibt es zuvor das Jingle von der Rialto mit der gleichnamigen Brücke in Venedig und die sich psychedelisch bewegenden Strahlen der Constantin, aber die Credits sind jetzt schon recht peppig in der Form und den Farben von Leuchtreklame gestaltet. Die Musik wurde zwar von Peter Thomas komponiert, wirkt aber nicht mehr so exeperimentell wie einiges, was er wenige Jahre zuvor für die Wallace-Reihe geschrieben hatte, sondern einerseits konventionell-moderner, poppiger, was wiederum in Kontrast zu eher klassischen Momenten gesetzt wird. Mehr zu dem Spezifika von „Der Mann mit dem Glasauge“ steht in der -> Rezension.

Handlung

Die Tänzerin Leila, Mitglied der Londoner „Las Vegas Girls“, trifft in einem Hotel ihren Geliebten Mr. Jefferson, der ihr einen neuen Vertrag anbietet. Da wird Jefferson vor Leilas Augen von einem maskierten Messerwerfer getötet. Entsetzt verlässt das Mädchen das Hotel. Inspektor Perkins und Sir Arthur von Scotland Yard finden im Pyjama des Ermordeten ein Glasauge. Der Hotelportier weiß zu berichten, dass kurz vor der Tat an der Rezeption einige Billardqueues für Jefferson abgegeben wurden. Perkins und sein Assistent Sergeant Pepper stellen bald fest, dass Jefferson ein international aktiver Mädchenhändler war. Kurz vor ihrer nächsten Probe im Odeon-Theater fällt die Zeugin Leila einem grausamen Giftmord zum Opfer. Hinter den Kulissen der Bühne stoßen die Ermittler auf zahlreiche verdächtige Personen wie den neugierigen Bauchredner Eric und den Messerwerfer Rubiro, dem eines seiner Messer fehlt. Unterdessen taucht im Theater der in die Tänzerin Yvonne Duval verliebte Bruce Sharringham auf. Dessen Mutter, Lady Sharringham, ist strikt gegen die Heirat ihres Sohnes mit einem Tanzgirl. Bruce, der seiner Mutter absolut hörig ist, beteuert zwar, inzwischen ein freies Leben zu führen, aber Yvonne kann den Versprechungen des mittlerweile heroinabhängigen Lords wenig Glauben schenken.

Sergeant Pepper muss Inspektor Perkins mitteilen, dass Leilas Pensionszimmer längst von einem Unbekannten leergeräumt wurde. Man fand dort lediglich die Eintrittskarte zu einem Billardclub in Soho, dem Pepper am Abend einen Besuch abstattet. Er stellt dort einen regen und sonderbaren Tausch von Billardqueues fest. Er selbst wird von einem gewissen Bob und seinem Boss, einem Mann mit einem Glasauge, beobachtet. Nach ihrem Auftritt werden die beiden Las-Vegas-Girls Linda und Leslie in die Villa eines Mr. Donovan gebracht. Doch der Mann, der die Mädchen festhält und ihnen einen neuen Vertrag anbietet, wird tödlich von einem Messer getroffen. Die beiden Tänzerinnen wollen einen maskierten Mann mit einem Glasauge als Täter gesehen haben. Um sie zu schützen, werden sie von Perkins und Pepper in Gewahrsam genommen. Im Odeon-Theater belauscht der Bauchredner Eric ein Gespräch zwischen Bruce Sharringham und Yvonne Duval. Er erfährt, dass Yvonne eigentlich Nora Wilson heißt und sich längere Zeit in Südamerika aufgehalten hat. Aber als Inspektor Perkins im Theater auftaucht, findet er Eric erwürgt in seiner Garderobe.

Die Scotland-Yard-Beamten haben Mr. Nuthatcher, den Inhaber eines Kuriositätenladens, ausfindig gemacht. In dessen Sortiment befinden sich neben Glasaugen auch Billardqueues, die als Versteck für Heroin dienen. Bei einer Durchsuchung des Billardclubs finden die Beamten allerdings nichts, da der Boss und sein Helfer Bob längst gewarnt wurden. Kurze Zeit später wird auch Nuthatcher mit einem Wurfmesser getötet. In seinem Geschäft finden Parker und Pepper Hinweise auf Mädchenhandel. Der Boss ahnt, dass ihm zur Flucht nur noch wenig Zeit bleibt. Mithilfe des Agenten der Las-Vegas-Girls, Mr. Parker, will er sämtliche Mädchen der Truppe so schnell wie möglich auf dem Schiff „Olaf Ericsen“ nach Caracas verschleppen. Die Ermittlungen beim Yard laufen auf Hochtouren. Um die Spur der Täter zu verfolgen, werden die beiden Tänzerinnen Linda und Leslie mit Sendern ausgestattet und Mr. Parker zugespielt. Bruce kann Yvonne alias Nora im letzten Moment retten, indem er sie den Verbrechern für 1000 Pfund abkauft. Er stellt sie seiner Mutter Lady Sharringham vor. Unter vier Augen und unter ihrem falschen Namen bezichtigt die Tänzerin Lady Sharringham, in die einstige Entführung von Nora Wilson in ein Bordell verwickelt zu sein. Erbost fordert die Lady das in ihren Augen unwürdige Mädchen zum Verlassen des Hauses auf. Gegenüber ihrem Sohn behauptet Lady Sharingham, dass Yvonne gegen die Zahlung von 3000 Pfund auf eine Heirat verzichtet habe.

Nora eilt zu Mr. Parker, um die 1000 Pfund zurückzubekommen. Dieser hält das Mädchen fest, um es im Auftrag von Lady Sharingham mit den anderen Tänzerinnen verschiffen zu lassen. Aber Nora, die bewaffnet ist, kann sich befreien. Im Billardclub haben Inspektor Perkins und Sergeant Pepper eine Geheimtür entdeckt, hinter der sie ein Fernschreiben mit einem Hinweis auf die „Olaf Ericsen“ finden. Auf dem Schiff fällt nun auch der Boss dem maskierten Messerwerfer zum Opfer. Gegenüber Lady Sharingham, die sich ebenfalls an Bord befindet, gibt sich der mysteriöse Mörder zu erkennen. Es ist Nora Wilson, die einst nach Südamerika verschleppt wurde und dort als Zwangsprostituierte arbeiten musste. Nachdem ihr die Flucht gelang, ließ sie sich als Yvonne Duval erneut in London nieder, um Rache an ihren Entführern zu nehmen. Noch bevor Parker und Pepper auf dem Schiff eintreffen, wird Nora von der skrupellosen Lady Sharingham getötet. Auch Bruce erfährt jetzt von den Machenschaften seiner Mutter, die umgehend verhaftet wird. Scotland-Yard-Chef Sir Arthur lässt es sich nicht nehmen, die gefangenen Mädchen persönlich zu befreien.

Produktionsnotizen

Der Edgar-Wallace-Film Der Gorilla von Soho (1968) hatte sich für viele Zuschauer als große Enttäuschung erwiesen. Dennoch glaubten der Filmproduzent Horst Wendlandt (Rialto Film) und der Kinoverleih Constantin Film weiterhin an eine erfolgreiche Fortsetzung der Reihe. Schon 1967 war der Autor Ladislas Fodor beauftragt worden, zwei Drehbücher im Stil des Erfolgsfilms Der unheimliche Mönch (1965) zu verfassen. Dabei entstand zunächst das Drehbuch Die lachende Leiche, das von Paul Hengge überarbeitet und in Der Unheimliche umbenannt wurde. Dessen Verfilmung kam 1968 mit dem endgültigen Titel Im Banne des Unheimlichen in die Kinos und erwies sich als Publikumserfolg.[2]

Nach dem gleichen Muster wollte man nun auch mit Fodors zweitem Drehbuch Die grausame Puppe verfahren. Hengges Überarbeitung erhielt schließlich den Titel Der Mann mit dem Glasauge. Artur Brauners CCC-Film hatte unter diesem Filmtitel bereits 1963 im Fachblatt Filmecho/Filmwoche einen Bryan-Edgar-Wallace-Film angekündigt. Die Vermutung liegt nahe, dass aus diesem Vorhaben der 1964 fertiggestellte Film Das Phantom von Soho hervorging. Möglicherweise wurde dessen Treatment oder Originaldrehbuch, das ebenfalls aus der Feder von Ladislas Fodor stammt, später an Rialto Film verkauft. Zu diesem damals in der Filmbranche durchaus üblichen Vorgang würde auch die Tatsache passen, dass Das Phantom von Soho und Der Mann mit dem Glasauge mehrere inhaltliche Parallelen aufweisen. (…)

Anzumerken ist hier, dass „Der Gorilla von Soho“ 1,7 Millionen zahlende Zuschauer vorweisen kann, „Der Mann mit dem Glasauge“ kam auf 1,6 Millionen. Für „Im Banne des Unheimlichen„, der oben als großer Erfolg benannt wird, wollten 1,8 Millionen Menschen eine Kinokarte erstehen. So groß sind die tatsächlichen Unterschiede also nicht. „Der Gorilla von Soho“ ist einer der nächsten Filme, den wir im Rahmen unseres Wallace-Specials vorstellen werden.

Rezension

Diese Kombination kam schon im Musikfilm der 1950er auf, als man nicht so recht wusste, ob man nun Kino für Opa und Mama oder auch für die jüngere Generation machen sollte. Die Ergebnisse sind bekannt, Letzteres wirkte recht unnatürlich und war zudem immer mit einem Subtext in Richtung konservatives Weltbild versehen. Ende der 1960er war wohl auch klar, dass die Edgar-Wallace-Filme nichts Stilbildendes mehr würden zustandebringen können, also hat man sich teilweise mehr am Mainstream orientiert. In einer Hotel-Lounge gibt es zum Beweis Lounge-Musik.

Keine Stilprägungungen bedeutet aber  nicht, dass es nichts Neues zu vermelden gäbe: Jemand wird beim Sex mit einem Messerwurf getötet. Zielsicher wurde der Trend der Zeit in einer Szene zusammengefasst. Nun muss eie junge Frau, die gerne einen Solovertrag gehabt hätte, wohl weiterhin in einer Tanzgruppe verbleiben und kommt auch noch beinahe zu spät zur Probe.

Der erste Eindruck: Dieser Film will es etwas zu knallig. Nicht, dass dieses Phänomen bei anderen Wallace-Krimis nicht zu beobachten wäre, aber hier werden gleich zu viele Gefühle auf zu plumpe Weise dargestellt. Und natürlich die Anspielungen: Immer wenn dieses spitzen Dinger auf mich zukommen, muss ich an Sie (den Artisten) denken und sowas. Sagt die Assistentin, die sich zum Spaß auf die Wurfscheibe spannen lässt.

In der Folge treffen wir in einem seltsamen Billard-Club ein. Hier führen die Verbrecher Karteien, nicht etwa die Polizei. Der Mann mit dem Glasauge ist der Besitzer ebenjenes Clubs. Was wir auch wieder sehen, ist der mittlerweile etwas betagte Rolls Royce Cloud, der vermutlich Atze Brauner gehörte, denn seine CCC-Studios wurden für die Dreharbeiten genutzt, obwohl Brauner als Produzent eigentlich Konkurrenz war. So verdiente aber jeder ein bisschen an der Edgar-Wallace-Welle mit.

Nun aber eine echte Novität: In einem Privatschwimmbad gibt es bereits einen Handtuchhalter-Heizkörper. Ob das für einen so großen Raum Sinn ergibt, wenn auf dem Einzelstück auch noch Handtücher aufliegen und die Wärme überwiegend von diesen aufgenommen wird, sei dahingestellt, aber es wirkt stylisch. Außerdem erfolgt der Zugang zum Schwimmbad durch einen horizontal beweglichen Glaskasten, der, wäre die Bewegung senkrecht, als transparenter Lift bezeichnet werden könnte. Dieser Zugang wird von Mädchen aus der Las-Vegas-Showtruppe und die werden dann auch gleich entführt. Es kommt zu einer Schießerei und die Polizei zu spät. Horst Tappert als Inspektor Perkins macht das ganz anständig, in solchen Situationen kennt er sich aus. Dass ich seine  Spielweise in den Wallace-Filmen zu autoritär und teilweise übergriffig finde, hatte ich in einer anderen Rezension bereits erwähnt, aber da gibt es sowieso ein Problem: Weder mit Heinz Drache, noch mit Joachim Fuchsberger noch mit irgendeinem anderen Darsteller in der Polizisten-Hauptrolle habe ich mich immer so recht wohlgefühlt.

Das hat sicher auch damit zu tun, dass diese Filme ein Tummeplatz für schräge Vögel bzw. Figuren sind und der skurrile Humor gelingt auch ganz gut – die deutschspießigen Polizisten ankern zwar die Plots, aber sie wirken eben in diesem Umfeld meist etwas zu bemüht. Mit einer Ausnahme: Siegfried Schürenberg als Sir John von Scotland Yard. Er passt in der Rolle, die er immer mit Übertreibung und Applomb spielt, gut ins Szenario. Allerdings ist er in „Der Mann mit dem Glasauge nicht dabei“, vielmehr heißt der Chef nun Sir Arthur und wird – nicht von Artur Brauner, sondern von Hubert von Meyerinck gespielt. Den finde ich schon auch urig, aber vom Gepräge viel zu deutsch für einen Scotland-Yard-Chef.

Trotzdem ist Tappert Anmerkung „Ersatzcomputer“ gegenüber dem Archivar gut, weil zu der Zeit der Computer ja eher noch das nachrangige Arbeitsinstrument war, wenn es um Datensammlungen ging.

Ein Mann, der immer rumschnüffelt und ansonsten mit seiner Bauchpuppe spricht, wird umgebracht, wieder kommen Inspektor Perkins und seine Mannen zu spät, anders wäre der Film ja auch hier schon zu Ende. Der Inspizient ist es wohl nicht. Da laufen so viele Menschen in den Sets herum, man wird ganz wuschig. Deswegen fällt auch nicht auf, dass Iris Berben irgendwo dabei ist, sie sah damals wohl auch noch nicht so unverwechselbar aus wie heute.

Wir erfahren mehr über den Billard-Club, dieser heißt übrigens „Das Glasauge“, sinnigerweise. In den Queues bestimmter Menschen, die dort die Kugel stoßen, ist Heroin drin und es kommt zu einer Billardclub-Schlägerei, was eine erhebliche Abweichung gegenüber den allfälligen Saloonschlägerein in Western darstellt.

Ein Mann, der in seinem Laden die Queues repariert, verwendet diesen auch als Heroin-Umschlagplatz und außerdem geht es um Mädchenhandel und wie die jungen Frauen heroinabhängig gemacht werden sollen. Einzelne Morphinsüchtige etc. gab es in früheren Wallace-Filmen schon, aber das Thema Menschen- und Drogenhandel ist wieder sehr zeitgeistig, zwar von der Ausführung ziemlich gekünstelt, aber nicht an sich unrealistisch – und wird erstmals in einem Wallace-Film zum Kernverbrechen erhoben.

Nun wird auch der Meister der Queue- (und Puppen-) Reparaturen und des Heroinumschlags ermordet. Sollte es doch der Mann mit dem Wurfmesser sein? Aber derjenige, welcher immer traf, das legendäre Vorbild aller Messerwerfer, beging doch bereits vor drei Jahren Selbstmord?

Oh je, die Vegas-Girls sind im Laderaum eines Frachtschiffs eingesperrt, welches „Olaf Ericsen“ heißt. Vermutlich, weil die Wikinger in ihren Glanzzeiten an den Stränden Nordeuropas entlanggefahren sind und vom Ausguck ihrer Einmaster nach hübschen Frauen Ausschau hielten, die sie mitgehen lassen konnten.

Wir hören nun einen Satz, der zur Legende wurde. Inspektor Perkins sagt zu seinem Assistenten Pepper: „Hol schon mal meinen Wagen.“ Es sollte aber noch fünf Jahre dauern, bis der Satz in „Derrick“ Kult werden durfte.

Derweil erfahren wir wieder einmal vom Standesdünkel des englischen Adels, hier müssen die Jungs ihren dominanten Müttern die Aspirantinnen mit Sonnenbrille und unter falschem Namen vorstellen, damit es nicht zu heftigen Auseinandersetzungen bezüglich der Adäquanz ebenjener Anwärterinnen auf einen Platz im Herrenhaus kommt, in dem auffällig oft die Damen den Hut auf haben, während die Zöglinge zwar plüschig, aber auch wachsweich sind. Ober eben plüschweich. Das kann ja wieder ein netter Twist werden, den sie dem Zuschauer mit dieser Angelegenheit eingebrockt haben. Am besten verschickt man nervige Love Interests nach Südamerika, mit Schiffen, die solche Namen haben wie „Olaf Ericsen“. 

Habe ich das nicht schon einmal gemacht? Einen Originaltext, aus dem ich Bemerkungen wie die obigen exzerpiere, an Sie, liebe Leser*innen weitergeleitet, weil ich selbst nicht mehr wusste, was die Sprachaufzeichnung mit ihrem dadaistischen Talent aus dem macht, was ich sage? Jedenfalls nimmt sich die weitere Handlung demnach so aus:

„Ich nach komme ich doch der eine von diesen Gangstern jetzt genau aussieht wie der Typ der immer mit dem Messer schmeißt Glasaugen Show. Ja ja aber dann ist ja noch der andere Leute auch so gekleidet ist der erst dich den Punkt und das sieht mir doch ganz so aus als wenn das jetzt der Messerwerfer wäre.“ Haben Sie das soweit verstanden? Vermutlich war ich auf dem Holzweg, aber erst einmal weiter: „Bitte auch wenn ich nicht gekommen Punkte auf bin ich nicht gekommen, dass die nur mögen die messerwerferin ist. Er schafft es die alter mir gerade noch erreichen mit einem automatischen Gewehr Dingsbums dass man da hinten dran bewegen kann umzubringen Punkt wird sich, dass der Harry hier jetzt schon den Assistenten von dem nee quatsch der spielt hier denn los engelhelm laut Sheringham, und wird dann zum Assistenten von Inspector verpackt. Derrick.“ Unter anderem wollte ich damit andeuten, dass Fritz Wepper hier noch nicht den Harry aus „Derrick“ spielt, der den Wagen holt, sondern einen anderen Scotland-Yard-Polizisten. Der Schluss ist wieder einigermaßen verständlich: „Natürlich schade, dass die Identifikationsfigur verstirbt, aber dafür werden ja auch 100 Mädchen gerettet. Nur ist der Titel natürlich irreführend, denn: „Zwar trägt dieser komische Banken zwischen Schefter auch immer so ein Glasauge und es gibt den Club der sich Glasauge nennen tut, aber eigentlich ist das ja ne Frau. Die hinter allem steckt.“

Finale

So ist es. Wie man auch in der Handlungsbeschreibung der Wikipedia in einer mehr gängigen Diktion nachlesen kann, allerdings:

Aus unbekannten Gründen fehlen im Film einige Szenen, die die Verhaftung des Helfers Bob (Harry Riebauer) zeigen. Laut Drehbuch müssten sie sich direkt nach der Durchsuchung der Gangsterzentrale durch Inspektor Perkins (Horst Tappert) und Sir Arthur (Hubert von Meyerinck) befinden. Zusammengefasst wäre darin folgendes zu sehen: Nachdem sich die Geheimtür schließt, befinden sich Perkins und Sir Arthur kurzzeitig in der Gewalt von Bob. Dieser entwendet dem Inspektor eine Waffe, die sich als Scherzpistole aus Nuthatchers Laden erweist. Perkins nutzt Bobs Verblüffung, um ihn mit einem Handkantenschlag außer Gefecht zu setzen. Dann wird Bob von Sir Arthur verhaftet.[2]

Dass diese Szenen gedreht wurden, beweisen ein Aushangfoto und eine kurze Einstellung im Trailer. Da die Laufzeiten von Kinofassung und Wiederveröffentlichungen übereinstimmen, kann man davon ausgehen, dass die Passage schon beim Endschnitt des Films entfernt wurde. (1)

Dummerweise habe ich keine Punkte aufgesprochen und den Film damit nicht in Relation zu anderen der Reihe gesetzt, aber es ist doch so, dass sich die Wallce-Krimis mittlerweile nicht nur deshalb immer mehr von den Originalen mit ihrer Stimmung entfernen, weil die Handlungen gar nicht mehr auf Wallace-Romanen, sondern höchstens noch auf „Motiven“ beruhen, sondern auch, weil es Alfred Vohrer und anderen Beteiligten wohl ein wenig ging wie meinem Siri angesichts meiner Anmerkungen zu „Der Mann mit dem Glasauge“: Es wird alles abstrakter und eine gewisse Ironie, auch in Form von Selbstironie, ist sicher zu berücksichtigen. Auch die zeitgenössische Kritik tendiert ähnlich wie ich:

„Der Vorspann verkündet zwar: Hier spricht Edgar Wallace. Keine Spur: Wer so mit dem Klassiker der Kriminalgeschichte liebäugelt, nasführt gehörig den Zuschauer. Dass ein Bauchredner erwürgt wird, ist immerhin noch ein komischer Einfall, wenn auch nicht so gemeint. Dass aber am Ende der Messerwerfer nicht der Messerwerfer ist und das Glasauge nicht das Glasauge, nur weil eines der Mädchen aus der Girltruppe zwei Masken trug – na ja!“– Westfälische Nachrichten, 22. Februar 1969

„Regisseur Vohrer läßt kein gängiges Klischee aus.“ – Hamburger Abendblatt, 19. April 1969[11]

55/100

© 2020 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

(1) und kursiv = Wikipedia bzw. zitiert nach der Wikipedia

Begleitartikel „Special Edgar Wallace“ (Update)
Filmfest News 1 (beinhaltet das 2. Update zum „Special Edgar Wallace“ – vorliegender Artikel)
Filmfest News 2 (aktueller Stand des „Special Edgar Wallace“ und weiterer Vortellungsrhythmus)
Filmfest News 3 (aktueller Stand des „Special Edgar Wallace“ und weitere Neuigkeiten)
FFA 61 Der Frosch mit der Maske
FFA 63 Der Rächer
FFA 65 Der grüne Bogenschütze
FFA 67 Die toten Augen von London
FFA 70 Der rote Kreis
FFA 72 Das Geheimnis der gelben Narzissen
FFA 74 Die seltsame Gräfin
FFA 76 Das Rätsel der roten Orchidee
FFA 78 Die Tür mit den sieben Schlössern
FFA 80 Das Gasthaus an der Themse
FFA 83 Die Bande des Schreckens
FFA 85 Der Zinker
FFA 88 Der schwarze Abt
FFA 91 Das indische Tuch
FFA 94 Der Hexer
FFA 97 Neues vom Hexer
FFA 102 Der Fälscher von London
FFA 107 Der unheimliche Mönch
FFA 112 Zimmer 13
FFA 117 Die Gruft mit dem Rätselschloss
FFA 122 Das Verrätertor
FFA 127 Der Fluch der gelben Schlange
FFA 132 Todestrommeln am großen Fluss
FFA 137 Sanders und das Schiff des Todes
FFA 142 Der Bucklige von Soho
FFA 147 Das Geheimnis der weißen Nonne
FFA 152 Im Banne des Unheimlichen
FFA 157 Der Hund von Blackwood Castle 
FFA 162 Die blaue Hand
FFA 167 Der Mönch mit der Peitsche
FFA 172 Der Mann mit dem Glasauge (dieser Beitrag)

Regie Alfred Vohrer
Drehbuch Paul Hengge,
Ladislas Fodor
Produktion Rialto Film
(Horst Wendlandt, Preben Philipsen)
Musik Peter Thomas
Kamera Karl Löb
Schnitt Jutta Hering
Besetzung

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